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Weibchenkastration - Pro, Contra & Erfahrungen auf Kaninchen Forum

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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 22.12.2018
Beiträge: 634
Tamou befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 20:35

Zitat:
Zitat von crazy curry Beitrag anzeigen
Na ja, die Ärztin hat schon recht. Katzen werden rollig, Hunde läufig. Es ist dann schon Stress, weil sie dann regelrecht auf sich aufmerksam machen müssen um gedeckt zu werden. Nicht umsonst werden auch diese Tiere kastriert. Auch bei ihnen besteht die erhöhte Gefahr von Mamatumoren oder Gebärmutterkrebs, sollten sie nicht kastriert werden.
Wobei das bei "Raubtierrn" ja sogar noch geht. Für die, bspw Wölfe/Hunde ist es normal, dass sie sich unter Umständen gar nicht fortpflanzen. Im Wolfsrudel gilt das zB für die rangniederen Tiere.

Kaninchen sind als Beutetiere da natürlich mehr auf möglichst schnell möglichst viel Nachwuchs von der Natur vorgesehen. Das könnte dann neben Stress/psychisch also auch rein physisch die Probleme verursachen. Alles läuft bei der Häsin hormonell auf Hochtouren und schließt dann aber nie wie von der Natur mehrfach im Jahr vorgesehen ab.
Aber um mir da ein Urteil zu bilden, fehlen mir Zahlen. Fraglich ist auch, ob es denn tatsächlich seltener zu Gebärmutterproblemen kommen würde, wenn die Häsinnen ihr Leben lang häufig Nachwuchs bekommen (von dann möglichen anderen Problemen ganz abgesehen).

Aber Fakt ist wohl, dass es bei Häsinnen leider zu häufig zu Gebärmutterveränderungen kommt, warum ist dann fast egal. Daher machen wir uns ja überhaupt die Gedanken, wie frühzeitig oder ob man lieber an eine Kastra denken sollte.



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Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 20:35

Zitat:
Zitat von crazy curry Beitrag anzeigen
Na ja, die Ärztin hat schon recht. Katzen werden rollig, Hunde läufig. Es ist dann schon Stress, weil sie dann regelrecht auf sich aufmerksam machen müssen um gedeckt zu werden. Nicht umsonst werden auch diese Tiere kastriert. Auch bei ihnen besteht die erhöhte Gefahr von Mamatumoren oder Gebärmutterkrebs, sollten sie nicht kastriert werden.
Ist das bei uns denn anders, wenn sich die Mädels in coole Outfits werfen oder die Herren mit dicken Autos posen? Ich glaube aber nicht, dass dies irgendein Mensch als Stress bezeichnen würde...

Und was die Krebsgefahr betrifft, so gibt es auch bei Hund und Katze Widerspruch, sowohl was die Glaubwürdigkeit der Studien zum Ausmaß der erhöhten Gefahr von Gebärmutterkrebs betrifft, als auch in Hinblick auf Nebenwirkungen durch die OP bzw. die erhöhte Gefahr anderweitiger Krebserkrankungen nach bzw begünstigt durch die Kastration.

Ich denke, dass man zum Für und Wider einfach noch nicht genug weiß, deswegen halte ich auch jegliche einseitigen Beratungen für problematisch: jeder muss seine Entscheidung selbst treffen, sollte dabei aber auch alle Meinungen abwägen können.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 13.11.2018
Beiträge: 267
Preitler befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 22:02

Hm, ich hab vor ein paar Jahren alles gesucht was ich an Fakten finden konnte, was nicht einfach ist da im englishen Sprachraum von Kastrieraktivisten wissenschaftlich klingende Prozentzahlen als Totschlagargument in jede Diskussion geworfen wurden, die dann von Halbwissenden ungeprüft als Wahrheit wiederholt und übertrieben weiterverbreitet werden, z.b. inzwischen behaupten schon manche dass nach 3 Jahren 80% der intakten Weibchen Krebs haben - kompletter Unsinn, aber da geht's nicht um Fakten, sondern darum eine Agenda durchzuboxen.
Wirklich, handfeste Studien gibt's imho praktisch nicht.

Nachdem was ich gelesen habe ist das nähest was annähernd dazu zu finden war dass in einer kleinen Versuchstiergruppe nach 5 Jahren (oder Lebenszeit, ich weiss es nicht mehr) 20-30% oder so Veränderungen hatten, etwa die doppelte Rate als bei Menschen (wir holen aber rasant auf, noch weitere 50-80 Jahre und wir haben die Karnickel diesbezüglich eingeholt). Ist auch noch viel, also trotzdem ein valides Argument das man in Betrachtung ziehen kann.

Dagegen spricht dass kastrierte Weibchen weniger aktiv sind und das auf lange Sicht zu Problemen, wie Blasenschlamm oder Übergewicht, führen kann.

Mein jetziges Hausmäderl ist kastriert, der Rammler nicht. Funktioniert gut - abgesehen davon dass sie fett wird während er schlank und drahtig ist - obwohl ich schon schau dass sie weniger Futter abbekommt.

Ich hatte meine erste Häsin für 8 Monate in der Wohnung, Myxo Quarantäne, unkastriert, das ging so nicht, hat die Wohnung ziemlich zerstört, ist aber ein Exemplar mit ausserordentlich ausgeprägten Instinkten.




Geändert von Preitler (09.01.2020 um 22:07 Uhr).

Benutzerbild von Arren
Kaninchen
 
Registriert seit: 04.06.2018
Beiträge: 2.464
Arren befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 23:38

Zitat:
Zitat von Preitler Beitrag anzeigen

Dagegen spricht dass kastrierte Weibchen weniger aktiv sind und das auf lange Sicht zu Problemen, wie Blasenschlamm oder Übergewicht, führen kann.

Mein jetziges Hausmäderl ist kastriert, der Rammler nicht. Funktioniert gut - abgesehen davon dass sie fett wird während er schlank und drahtig ist - obwohl ich schon schau dass sie weniger Futter abbekommt.
Das muss aber so auch nicht sein.
Meine Eva hat vor ihrer Kastration zugelegt gehabt, danach nicht mehr. Als fett würde ich sie aber auch nicht bezeichnen.

Von ihrer Neugier und Umtriebigkeit hat sie überhaupt nichts verloren. Sie fetzt nach wie vor durch die Gegend.

Edit: einzig einen Ticken weniger zickig ist sie geworden
Die Geduldsschwelle, bevor sie beißt, ist etwas großer geworden.
Trotzdem geht brummen, fauchen etc noch sehr gut.



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Geändert von Arren (09.01.2020 um 23:41 Uhr).

Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.01.2020, 19:28

Den Dauer-Stress ist nicht zu verharmlosen, wie es hier dargestellt wird.
Wenn ich mir überlegen muss, ob ich die Kaninchen nun definitiv trennen muss, weil es so nicht mehr weiter gehen kann, dann ist eine Kastra immer noch die bessere Option, falls die was dadurch bewirkt.

2 Beispiele (von 6 Häsinnen):
Ein altes Kaninchen (Übernahme), dass 8 Monate lang ununterbrochen Nester baut und aggressiv zum langjährigen Partner war. Das Zusehen war da sogar für mich Stress pur, ganz abgesehen davon, dass sie dabei nie zur Ruhe kam.

Ein junges Kaninchen, dass 2 Monate lang im dunklen Stall nicht mehr aus ihrem Nest heraus kam. Sie erinnerte mich an einen brütenden Vogel, der keinen Wank mehr machte... Und dann bei mir nur den Chef der Gruppe zupinkelte, dass er bestialisch stank und am ganzen Körper klebrig und nass war. Ich überlegte mir ernsthaft, ob ich ihn nun alle paar Tage unter eine Dusche stecken muss, weil die Säuberungsaktionen der ganzen Kaninchen-Gruppe nichts mehr genützt haben. Soviel Dusch-Stress wolllte ich ihm/mir auf Dauer nicht zumuten.

Allerdings ist Kastra auch kein Wundermittel. Ein einziges Mal hat es überhaupt nichts gewirkt, da die Hexe einen asozialen Charakter hatte. Sie landete dann bis kurz vor ihrem Ableben Einzelhaltung, weil nichts funktioniert hatte und ich nervlich am Ende, auch wenn es mit dem 7. Partner doch noch klappte.

Und all die aufgezählten, Angst-schürenden Nebenwirkungen hat es bei Meinen 6 noch nie gegeben. Die angebliche Verwachsungen im Bauchraum dürften auch zu Märchen gezählt werden. Ich wurde von meiner TA zumindest so aufgeklärt, dass sowas technisch gar nicht möglich ist.

Übrigens sind auch meine Kastrate durch die Spätkastration weder dick noch inaktiv geworden.




Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 22.12.2018
Beiträge: 634
Tamou befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.01.2020, 21:05

Zitat:
Zitat von Rakete Beitrag anzeigen
Übrigens sind auch meine Kastrate durch die Spätkastration weder dick noch inaktiv geworden.
Dieser Irrglaube ist aber tierartübergreifend. Bei Hundehaltern ist es DIE Ausrede für überfütterte Hunde "er/sie ist kastriert". Ich will gern glauben, dass der Stoffwechsel sich ändert und daher evtl weniger Energie ge-/verbraucht wird. Das muss dann halt in der Fütterung angepasst werden.
Meine kastrierten Hunde waren nie dick oder träge.

Wobei man natürlich auch sagen könnte, dass Stress sehr am Körper zehrt, was nach der Kastration der Häsin dann nicht mehr ist. Vielleicht nehmen einige deshalb nach der Kastration zu. Dann war der Energieverbrauch aber eher vorher ungesund hoch statt hinterher.



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Registriert seit: 25.01.2016
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Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.01.2020, 10:15

@Rakete: Die von dir aufgezählten Beispiele zeigen aber ein Verhalten, bei dem wohl jeder vernünftige Kaninchenhalter, auch, wenn er nicht für vorsorgliche Kastras ist, kastrieren lassen würde.
Hormone = Stress würde ich also nicht so unterschreiben. Unter Umständen ja, wenn das System aus dem Gleichgewicht gerät, aber nicht von vorne herein. Im Körper gibt es schließlich viel mehr Hormone als nur die Geschlechtshormone. Und trotzdem entfernen wir uns nicht die Nebennieren, weil wir dann deutlich weniger Stress hätten.
Eine gewisse Menge an Stress gehört zum Leben dazu und ist gesund. Stress in Maßen stärkt das Immunsystem und hält fit. Sollte Dauerstress auftreten, muss man sich natürlich überlegen, was man macht und an eine Kastra denken.



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
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Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.01.2020, 12:21

@kaninchenherz28
Da muss ich widersprechen. Hier wurde aufgezählt, dass der Kaninchen Stress überbewertet wird. Wenn ein Stress mit coolen Outfits und dicken Autos verglichen wird, dann ist das für mich verharmlost.

Stress kann durchaus bedeuten, dass ein Kaninchen über den Tag oft am rammeln ist und das monatelang.
Das läuft nicht unter gelegentliches Rammeln oder aktuellen, temporären Frühlingsgefühle, davon spreche ICH zumindest nicht und das hat auch nichts mit einer Störung zu tun.
Klar kommt ein gestörter Hormonhaushalt in der Natur auch vor, aber da können die Tiere einander immer noch ausweichen. In Gefangenschaft muss das Partnertier das aushalten und steht ebenso unter Stress. Leider legt sich das meist dann eben gar nicht mehr. Zumindest ich ziehe dann spätestens nach 3 Monaten Rammlerei den Schlusstrich.

Diverse Verhaltensauffälligkeiten kamen leider bei der Mehrheit meiner Übernahmetiere vor und waren daher Normalzustand und keine Einzelfälle.( Aber ich hätte sowieso auch prophylaktisch kastrieren lassen).

Häufiger Stress ist sicherlich nicht gesund und löst Krankheiten wie Schnupfen oder EC aus. Es ist sicherlich kein Stress wenn sich die Kaninchen mal bei Futtergabe kurz jagen. Davon spricht auch niemand und kurze Streitigkeiten gehören in jede normale Ehe.

Wenn Kastration ein derartiger Eingriff in den Hormonhaushalt und eine Körperverletzung am Tier ist wie immer geschrieben wird, dürfte man auch die Rammler nicht kastrieren. Da stellt man (auch zu recht) das Wohl der Tiere über die Körperverletzung.

Aber letztendlich muss jeder selber entscheiden.

Nur wenn man darstellt, dass Kaninchen den Stress aushalten müssen, weil es zu einem normalen Kaninchen-Leben dazu gehört, dann vermittelt das gerade den etwas unerfahrenen Haltern (und vielen Usern) ein falsches Bild. Genau das wollte ich hiermit vermeiden.




Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.01.2020, 13:08

@Rakete: der Gegensatz zu „Verharmlosern“ wie mir sind aber diejenigen, für die Kaninchen nur Kuscheltiere sind, die 24 h/Tag nett zueinander sein müssen und nicht verstehen, dass auch Tiere Gefühle haben, die sie ausleben dürfen sollen oder diejenigen, für die markieren, buddeln etc nicht ins eigene Leben passt, und die sich dann wegen des eigenen Komforts dafür entscheiden, die Mädels zu kastrieren.

Solche Situationen, wie du sie beschreibst, gab es in meinen Gruppen noch nie, allenfalls kurzzeitige Unstimmigkeiten, die sich lösen ließen.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 11.11.2019
Beiträge: 277
Tarenya befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.01.2020, 13:12

aber da muss man halt berücksichtigen dass man die rammler in erster Linie nicht wegen stress, vorsorge oder sonst was kastriert, sondern um zu verhindern dass nach einem jahr aus 2 Kaninchen 100 werden

und so wie ich das gelesen habe ist eine rammler Kastration ja auch im vergleich zur Weibchen Kastration ein eher harmloser Routine eingriff.

aber klar generell gebe ich dir recht, wenn es natürlich um dauerstress der Tiere geht würde ich eine Kastration auch direkt in die wege leiten, denn das ist ja definitiv nicht gesund und fällt dann aber auch für mich nicht mehr in die Thematik der reinen vorsoge um die es mir ja ging




Aen Aen ist offline
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 11.03.2017
Beiträge: 928
Aen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.01.2020, 14:33

Zitat:
Zitat von Rakete Beitrag anzeigen


Nur wenn man darstellt, dass Kaninchen den Stress aushalten müssen, weil es zu einem normalen Kaninchen-Leben dazu gehört, dann vermittelt das gerade den etwas unerfahrenen Haltern (und vielen Usern) ein falsches Bild. Genau das wollte ich hiermit vermeiden.
(Hervorh. v. mir)


Ich habe auch Schwierigkeiten mit dem "Stressbegriff", der hier (neben ja der sonst meist angeführten mutmaßlichen Gebärmutterkrebsverhinderung) als Begründung taugen soll, Kaninchenweibchen prophylaktisch zu sterilisieren.

Wenn wir, wie wir das hier ja sonst bei sämtlichen Aspekten der Kaninchenhaltung tun, Artgerechtigkeit zum Maßstab nehmen und damit die bestimmenden Faktoren im Leben eines Wildkaninchens meinen, ist es zweifellos artfremd, einem Kaninchen nahezu alle Stressoren, wie sie in freier Wildbahn vorkommen, vorzuenthalten. Die Gefahr einer Raubvogelattacke oder eines Marderangriffes, der Bau aufwendiger Tunnelsysteme mit allen damit verbundenen Risiken, robuste Rivalenkämpfe in der Gruppe ... u.ä. fallen in der handelsüblichen Kaninchenhaltung bereits flach. Nun auch noch den Nestbautrieb wie überhaupt die Verhaltensbesonderheiten während der Hitzigkeit eines Kaninchenweibchens chirurgisch auszuknipsen, finde ich in der Selbstverständlichkeit, in der dafür inzwischen geworben wird, einigermaßen befremdlich.

Andererseits hatte unsere Entscheidung, mit zwei Frühkastraten in Innenhaltung zu leben, durchaus mit Schilderungen der regelmäßigen "Hitzigkeit" bei Kaninchenweibchen zu tun. So gesehen muss ich den Einwand gelten lassen, dass wir's uns offenbar auf andere Weise schlank gemacht haben.

Gruß,
Aen




Geändert von Aen (12.01.2020 um 14:45 Uhr).

Gesperrt
 
Registriert seit: 03.07.2015
Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 12.01.2020, 15:44

Wie ich weiter vorne schon schrieb, kann man Wild- und Hauskaninchen dahingehend nicht vergleichen...

Das Rammeln eines Partnertieres (und auch das Streicheln eines Halters) löst bei weiblichen Kaninchen den Eisprung aus. Mit allen daraus folgenden hormonellen Veränderungen des Tieres.

Bei Wildkaninchen ist die Häsin danach trächtig, bei Hauskaninchen laufen dann zwar alle hormonellen Veränderungen durch, aber es „kommt nichts dabei raus“.

Und genau das führt (durch die Hormone) zum einen zu „unnötigem“ Stress und zum anderen soll (!) es auch zu bösartigen Veränderungen der Gebärmutter führen können.




Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 2.189
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.01.2020, 22:02

Zitat:
Zitat von Rakete Beitrag anzeigen
@kaninchenherz28
Da muss ich widersprechen. Hier wurde aufgezählt, dass der Kaninchen Stress überbewertet wird. Wenn ein Stress mit coolen Outfits und dicken Autos verglichen wird, dann ist das für mich verharmlost.

Stress kann durchaus bedeuten, dass ein Kaninchen über den Tag oft am rammeln ist und das monatelang.
Das läuft nicht unter gelegentliches Rammeln oder aktuellen, temporären Frühlingsgefühle, davon spreche ICH zumindest nicht und das hat auch nichts mit einer Störung zu tun.
Klar kommt ein gestörter Hormonhaushalt in der Natur auch vor, aber da können die Tiere einander immer noch ausweichen. In Gefangenschaft muss das Partnertier das aushalten und steht ebenso unter Stress. Leider legt sich das meist dann eben gar nicht mehr. Zumindest ich ziehe dann spätestens nach 3 Monaten Rammlerei den Schlusstrich.

Diverse Verhaltensauffälligkeiten kamen leider bei der Mehrheit meiner Übernahmetiere vor und waren daher Normalzustand und keine Einzelfälle.( Aber ich hätte sowieso auch prophylaktisch kastrieren lassen).

Häufiger Stress ist sicherlich nicht gesund und löst Krankheiten wie Schnupfen oder EC aus. Es ist sicherlich kein Stress wenn sich die Kaninchen mal bei Futtergabe kurz jagen. Davon spricht auch niemand und kurze Streitigkeiten gehören in jede normale Ehe.

Wenn Kastration ein derartiger Eingriff in den Hormonhaushalt und eine Körperverletzung am Tier ist wie immer geschrieben wird, dürfte man auch die Rammler nicht kastrieren. Da stellt man (auch zu recht) das Wohl der Tiere über die Körperverletzung.

Aber letztendlich muss jeder selber entscheiden.

Nur wenn man darstellt, dass Kaninchen den Stress aushalten müssen, weil es zu einem normalen Kaninchen-Leben dazu gehört, dann vermittelt das gerade den etwas unerfahrenen Haltern (und vielen Usern) ein falsches Bild. Genau das wollte ich hiermit vermeiden.
Ich stimme dir durchaus zu, dass übermäßiger hormoneller Stress nicht gut für ein Kaninchen ist und dann auch kastriert werden sollte. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass ein unkastriertes Weibchen nicht automatisch unter Stress leidet, wie es hier oft dargestellt wird.

Meine beiden Mädels sind unkastriert. Stella hat noh nie ein Nest gebaut und hat einen sehr ausgeglichenen, aber dominanten Charakter. Kiki hat in ihrem dreijährigen Leben bisher zweimal ein Nest gebaut, buddelt im Sommer gerne, ist lebhaft und total lieb zu allen Artgenossen. Übermäßiges Gerammle gibt es seit der Pubertät nicht mehr, sogar die Mädels untereinander harmonieren sehr gut.

Also nein, ich würde nicht sagen, dass die beiden Stress haben, nur weil in ihrem Blut ein paar Hormone zirkulieren.

Anders ist das beim Kaninchen einer bekannten, dieser habe ich schon vor einem Jahr geraten, ihr Mädel lieber kastrieren zu lassen. Sie zeigt Auffälligkeiten (ständiges Berammeln des Partners, teilweise Aggressivität) und steht eindeutig unter hormonellem Stress.

Keinesfalls würde ich aber alle Kaninchen über einen Kamm scheren wollen.

Die Aussage, dass Stress lebenswichtig ist, bezieht sich darauf, dass es eben so schädlich ist, dem Kaninchen jegliche Stressfaktoren zu entziehen, wie, das Kaninchen Dauerstress auszusetzen. Reizarmut führt oft zu Verhaltensstörungen und verminderter Lebensqualität. Damit meine ich nicht, dass man sein Kaninchen unter extrem hormonellen Verhalten leiden lassen sollte, weil das ja sooo gesund ist (ist es nicht!), sondern, dass ich ein Problem damit habe, wenn immer alles nur schwarz und weiß dargestellt wird. Ja, Stress im Übermaß ist schädlich, ganz klar. Aber in Maßen macht Stress das Leben erst lebenswert. (In Maßen = Umweltveränderungen, Auslauf, Interaktion mit Artgenossen,...)



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Beiträge: 55
ReLe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.08.2020, 14:47

Ich hol das Thema mal wieder hervor, da es ja auch für neue Halter ein dauerhaftes Thema ist.

Nun ist ja seit dem letzten Beitrag etwas Zeit vergangen. Gibt es vielleicht allgemein neue Erfahrungsberichte oder Ratschläge?



---------
Meine Lucy ist btw. noch nicht kastriert, auch wenn ich alle paar Wochen/Monate mal darüber nachdenke, aber das Risiko der Op ist meiner Meinung auch ein großer Punkt.
Ich mach mir Sorgen, dass etwas schief läuft oder die Nachsorge zu Hause ein Problem wird, sie z.b. zu Hause plötzlich nicht mehr frisst, ihre Naht aufgeht oder Leo sie plötzlich jagt ect.

Sie wurde im Mai 2015 geboren und ich weiß nicht ob sie zu alt für eine Vorsorge OP ist.
Bisher geht es ihr äußerlich sehr gut.
In ihrem 5,5 m² Innengehege ist sie fast stubenrein und versteht sich prächtig mit Leo. 1-2mal im Jahr hat sie ihre "Phase" in dem sie ihn herum jagt und berammelt und neben die Toiletten pinkelt. Das ist meist innerhalb einer Woche dann wieder vorbei. Scheinschwanger war sie noch nie. ( Bei ihm bin ich mir nicht sicher, er hat letzte Woche einmal Heu in ein Häuschen getragen :'D )
Ansonsten kuscheln, spielen oder schlafen sie oft beisammen und sie buddelt gerne in ihrer Wühlkiste (gefüllt mit Stroh und Heu).

Mir ist klar, dass Tumore oder Krankheiten auch lange unentdeckt bleiben können, daher mach ich mir auch Gedanken, besonders wenn man hier die Geschichten ließt, wo es alten Häsinen plötzlich schlecht geht.

Nunja, da ich Oktober eine neue Arbeitsstelle antrete, überleg ich erneut, ob ich es im September nun durchziehe.
Vermutlich werd ich bald einen Termin bei Dr. Lazarz in Duisburg machen.



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Geändert von ReLe (30.08.2020 um 14:55 Uhr).

Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 28.06.2020
Beiträge: 52
Sannchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.08.2020, 15:05

Pro und Contra führe ich nicht gesondert auf, da hier schon alles im Thema mehrfach aufgeführt ist.

Pro weil man Tumore verhindern kann....das ist z.B.relativ....mein erste Hündin war z.B.nicht kastriert und ist mit 13 an Gesäugetumoren gestorben.....meine zweite Hündin war kastriert....und ist mit 15 an einem Tumor in der Luftröhre gestorben....

Meinen Rammler habe ich früh kastrieren lassen, die Häsin nach Absprache mit 3 verschiedenen Tierärzten nicht.Sie war 2,5 Jahre total umgänglich,stubenrein, hat nicht markiert, war lustig und verspielt, war nie scheinschwanger (zumindest kein Nest gebaut und nicht "offensichtlich" scheinschwanger).

Dann bekam sie mit 2,5 Jahren eine geschlossene Gebärmutterentzündung, Not OP, Kastration.

Das ganze ist jetzt fast 1 Jahr her.Außer das sie etwas zugenommen hat (was man jetzt mehr im Auge behalten muss), kann ich keine Veränderung feststellen.Sie ist genau wie sie "vorher" war.....und hat noch genau so viel Blödsinn im Sinn :-).

Wie ich beim nächsten Mädel "verfahren" würde, kann ich nicht sagen.

Suse




Gesperrt
 
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Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 30.08.2020, 15:06

Ich bin immer pro kastrieren und zwar bevor Probleme auftreten.

Wenn ein Tier ggf. an einem Wochenende von einem nicht kaninchenerfahrenen Nottierarzt notkastriert werden muss und es schief geht, sind die Selbstvorwürfe riesig.

Allerdings besteht nach Deiner Beschreibung (zur Zeit) kein gesundheitlicher Behandlungsbedarf, so dass Du Dir „nur“ die Frage stellen musst ob Du vorsichtshalber prophylaktisch kastrieren lassen willst oder nicht.

Und diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.




Zwergkaninchen
 
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usagisnap befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 03.09.2020, 14:07

Ich bin bezüglich Weibchenkastration leider auch wieder skeptisch geworden.

Ich hatte meine ältere Häsin (7 Jahre) Anfang des Jahres aus medizinischen Gründen (Gebärmutterentzündung) kastrieren lassen, bei einer, laut verschiedenen Quellen in meinem Umfeld, Tierärztin die schon sehr viel Erfahrung damit hat.

Die Kastration an sich ging auch ganz gut, komisch fand ich nur, dass die Tierärztin mir nur auf mein Drängen noch Schmerzmittel mitgegeben hat und sonst bekam sie auch keine Medizin, da Antibiotika laut ihr schon dort gespritzt wurde und es reichen sollte.

Ein paar Wochen später dann war meine Häsin plötzlich tot, obwohl beim Nachsorge Termin noch alles in Ordnung war. Bei der Obduktion stellte sich dann heraus, dass im Narbenbereich noch eine Entzündung feststellbar war und sie wohl doch länger Antibiotika hätte bekommen sollen, ausserdem waren vier ihrer Rippen gebrochen was sie davor garantiert nicht hatte! (Waren laut Befund auch noch recht "frisch") X( Beweisen, dass das bei der Kastration passiert ist kann ich natürlich leider nicht, darum konnte ich gegen die Tierärztin damals auch nichts machen, es hätte mein Hasi sowieso nicht zurück gebracht

Das ganze hat mein Vertrauen in Tierärzte leider ziemlich angeschlagen und obwohl ich wieder eine neue Häsin für meinen kastrierten Bub habe und mittlerweile natürlich auch bei einer anderen Tierarztpraxis bin, so scheue ich mich dennoch davor die neue Häsin prophylaktisch kastrieren zu lassen, auch, wenn mein Fall wohl ein Einzelfall war.

Solange also für mich medizinisch keine Notwendigkeit besteht würde ich sie wohl nicht kastrieren lassen, auch, wenn ich ständig in diversen Kaninchen Facebookgruppen, dass man alle weiblichen Kaninchen kastrieren MUSS, aber ich kann es einfach nicht X( die Angst davor ist zu groß...




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Beiträge: 2.189
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.01.2021, 12:21

Hi,

Allzu aktuell ist der Thread ja nicht, aber nachdem er immer wieder zum Diskutieren aufgegriffen wurde, möchte ich hier noch kurz etwas schreiben, das ich gerade erfahren habe.

Meine Schwester studiert Veterinärmedizin und hat mir gerade entsetzt zwei Bilder gezeigt. Zwei Knochenquerschnitte - ein "gesunder" Knochen mit einer verästelten Innenstruktur und einer, der innen komplett hohl ist.

Offenbar wurde in Studien herausgefunden, dass bei Primaten, Nagetiere, Hasenartigen und Wiederkäuern eine Weibchenkastration sozusagen als Nebenwirkung eine Veränderung der Knochenstruktur mit sich zieht. Der hohle Knochen stammt von einem Weibchen, das nur ein Jahr zuvor kastriert worden ist.

Bei Hunden und Katzen gibt es solche Auswirkungen übrigens nicht...



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Kaninchenfreund
 
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Beiträge: 629
Tintenherz befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.01.2021, 22:32

My two cents:

unsere Häsin Faye war vor ihrer Kastra komplett aggressiv, territorial wie sonstwas und hat ihren Partner Pluto und unsere Füße gleichermaßen mit Krallen und Zähnen angegriffen. Pubertät hin oder her, das war extrem. Wir mussten die beiden zu seinem Wohl trennen, dann lange Vorgespräche mit unserer Tierärztin, letzten November die Kastration, seit Anfang des Monats läuft die VG. Faye ist ein anderes Kaninchen. Super lieb, aufgeschlossen, neugierig, lässt sich problemlos anfassen. Es hat Wunder gewirkt, so eine Veränderung hätte ich ungelogen nicht für möglich gehalten. Ich bin tendenziell pro Weibchenkastra, auch, wenn es natürlich Risiken birgt. (Ich würde natürlich kein Tier in irgendeine OP geben, wenn es absehbar ist, dass es das nicht schafft oder ähnliches)




Benutzerbild von Arren
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Registriert seit: 04.06.2018
Beiträge: 2.464
Arren befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.01.2021, 23:27

Zitat:
Zitat von Kaninchenherz28 Beitrag anzeigen
Hi,

Allzu aktuell ist der Thread ja nicht, aber nachdem er immer wieder zum Diskutieren aufgegriffen wurde, möchte ich hier noch kurz etwas schreiben, das ich gerade erfahren habe.

Meine Schwester studiert Veterinärmedizin und hat mir gerade entsetzt zwei Bilder gezeigt. Zwei Knochenquerschnitte - ein "gesunder" Knochen mit einer verästelten Innenstruktur und einer, der innen komplett hohl ist.

Offenbar wurde in Studien herausgefunden, dass bei Primaten, Nagetiere, Hasenartigen und Wiederkäuern eine Weibchenkastration sozusagen als Nebenwirkung eine Veränderung der Knochenstruktur mit sich zieht. Der hohle Knochen stammt von einem Weibchen, das nur ein Jahr zuvor kastriert worden ist.

Bei Hunden und Katzen gibt es solche Auswirkungen übrigens nicht...
Das ist sehr erschreckend. Bei wie vielen trat denn die Nebenwirkung auf?
Habt ihr einen Link zu der Studie ?



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