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| Zitat:
Ich habe auch Schwierigkeiten mit dem "Stressbegriff", der hier (neben ja der sonst meist angeführten mutmaßlichen Gebärmutterkrebsverhinderung) als Begründung taugen soll, Kaninchenweibchen prophylaktisch zu sterilisieren. Wenn wir, wie wir das hier ja sonst bei sämtlichen Aspekten der Kaninchenhaltung tun, Artgerechtigkeit zum Maßstab nehmen und damit die bestimmenden Faktoren im Leben eines Wildkaninchens meinen, ist es zweifellos artfremd, einem Kaninchen nahezu alle Stressoren, wie sie in freier Wildbahn vorkommen, vorzuenthalten. Die Gefahr einer Raubvogelattacke oder eines Marderangriffes, der Bau aufwendiger Tunnelsysteme mit allen damit verbundenen Risiken, robuste Rivalenkämpfe in der Gruppe ... u.ä. fallen in der handelsüblichen Kaninchenhaltung bereits flach. Nun auch noch den Nestbautrieb wie überhaupt die Verhaltensbesonderheiten während der Hitzigkeit eines Kaninchenweibchens chirurgisch auszuknipsen, finde ich in der Selbstverständlichkeit, in der dafür inzwischen geworben wird, einigermaßen befremdlich. ![]() Andererseits hatte unsere Entscheidung, mit zwei Frühkastraten in Innenhaltung zu leben, durchaus mit Schilderungen der regelmäßigen "Hitzigkeit" bei Kaninchenweibchen zu tun. So gesehen muss ich den Einwand gelten lassen, dass wir's uns offenbar auf andere Weise schlank gemacht haben. Gruß, Aen Geändert von Aen (12.01.2020 um 14:45 Uhr).
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Meine beiden Mädels sind unkastriert. Stella hat noh nie ein Nest gebaut und hat einen sehr ausgeglichenen, aber dominanten Charakter. Kiki hat in ihrem dreijährigen Leben bisher zweimal ein Nest gebaut, buddelt im Sommer gerne, ist lebhaft und total lieb zu allen Artgenossen. Übermäßiges Gerammle gibt es seit der Pubertät nicht mehr, sogar die Mädels untereinander harmonieren sehr gut. Also nein, ich würde nicht sagen, dass die beiden Stress haben, nur weil in ihrem Blut ein paar Hormone zirkulieren. Anders ist das beim Kaninchen einer bekannten, dieser habe ich schon vor einem Jahr geraten, ihr Mädel lieber kastrieren zu lassen. Sie zeigt Auffälligkeiten (ständiges Berammeln des Partners, teilweise Aggressivität) und steht eindeutig unter hormonellem Stress. Keinesfalls würde ich aber alle Kaninchen über einen Kamm scheren wollen. Die Aussage, dass Stress lebenswichtig ist, bezieht sich darauf, dass es eben so schädlich ist, dem Kaninchen jegliche Stressfaktoren zu entziehen, wie, das Kaninchen Dauerstress auszusetzen. Reizarmut führt oft zu Verhaltensstörungen und verminderter Lebensqualität. Damit meine ich nicht, dass man sein Kaninchen unter extrem hormonellen Verhalten leiden lassen sollte, weil das ja sooo gesund ist (ist es nicht!), sondern, dass ich ein Problem damit habe, wenn immer alles nur schwarz und weiß dargestellt wird. Ja, Stress im Übermaß ist schädlich, ganz klar. Aber in Maßen macht Stress das Leben erst lebenswert. (In Maßen = Umweltveränderungen, Auslauf, Interaktion mit Artgenossen,...)
__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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| Wie ich weiter vorne schon schrieb, kann man Wild- und Hauskaninchen dahingehend nicht vergleichen... Das Rammeln eines Partnertieres (und auch das Streicheln eines Halters) löst bei weiblichen Kaninchen den Eisprung aus. Mit allen daraus folgenden hormonellen Veränderungen des Tieres. Bei Wildkaninchen ist die Häsin danach trächtig, bei Hauskaninchen laufen dann zwar alle hormonellen Veränderungen durch, aber es „kommt nichts dabei raus“. Und genau das führt (durch die Hormone) zum einen zu „unnötigem“ Stress und zum anderen soll (!) es auch zu bösartigen Veränderungen der Gebärmutter führen können.
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| Pro und Contra führe ich nicht gesondert auf, da hier schon alles im Thema mehrfach aufgeführt ist. Pro weil man Tumore verhindern kann....das ist z.B.relativ....mein erste Hündin war z.B.nicht kastriert und ist mit 13 an Gesäugetumoren gestorben.....meine zweite Hündin war kastriert....und ist mit 15 an einem Tumor in der Luftröhre gestorben.... Meinen Rammler habe ich früh kastrieren lassen, die Häsin nach Absprache mit 3 verschiedenen Tierärzten nicht.Sie war 2,5 Jahre total umgänglich,stubenrein, hat nicht markiert, war lustig und verspielt, war nie scheinschwanger (zumindest kein Nest gebaut und nicht "offensichtlich" scheinschwanger). Dann bekam sie mit 2,5 Jahren eine geschlossene Gebärmutterentzündung, Not OP, Kastration. Das ganze ist jetzt fast 1 Jahr her.Außer das sie etwas zugenommen hat (was man jetzt mehr im Auge behalten muss), kann ich keine Veränderung feststellen.Sie ist genau wie sie "vorher" war.....und hat noch genau so viel Blödsinn im Sinn :-). Wie ich beim nächsten Mädel "verfahren" würde, kann ich nicht sagen. Suse
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| Ich bin immer pro kastrieren und zwar bevor Probleme auftreten. Wenn ein Tier ggf. an einem Wochenende von einem nicht kaninchenerfahrenen Nottierarzt notkastriert werden muss und es schief geht, sind die Selbstvorwürfe riesig. Allerdings besteht nach Deiner Beschreibung (zur Zeit) kein gesundheitlicher Behandlungsbedarf, so dass Du Dir „nur“ die Frage stellen musst ob Du vorsichtshalber prophylaktisch kastrieren lassen willst oder nicht. Und diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.
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| Ich bin bezüglich Weibchenkastration leider auch wieder skeptisch geworden. Ich hatte meine ältere Häsin (7 Jahre) Anfang des Jahres aus medizinischen Gründen (Gebärmutterentzündung) kastrieren lassen, bei einer, laut verschiedenen Quellen in meinem Umfeld, Tierärztin die schon sehr viel Erfahrung damit hat. Die Kastration an sich ging auch ganz gut, komisch fand ich nur, dass die Tierärztin mir nur auf mein Drängen noch Schmerzmittel mitgegeben hat und sonst bekam sie auch keine Medizin, da Antibiotika laut ihr schon dort gespritzt wurde und es reichen sollte. Ein paar Wochen später dann war meine Häsin plötzlich tot, obwohl beim Nachsorge Termin noch alles in Ordnung war. Bei der Obduktion stellte sich dann heraus, dass im Narbenbereich noch eine Entzündung feststellbar war und sie wohl doch länger Antibiotika hätte bekommen sollen, ausserdem waren vier ihrer Rippen gebrochen was sie davor garantiert nicht hatte! (Waren laut Befund auch noch recht "frisch") X( Beweisen, dass das bei der Kastration passiert ist kann ich natürlich leider nicht, darum konnte ich gegen die Tierärztin damals auch nichts machen, es hätte mein Hasi sowieso nicht zurück gebracht ![]() Das ganze hat mein Vertrauen in Tierärzte leider ziemlich angeschlagen und obwohl ich wieder eine neue Häsin für meinen kastrierten Bub habe und mittlerweile natürlich auch bei einer anderen Tierarztpraxis bin, so scheue ich mich dennoch davor die neue Häsin prophylaktisch kastrieren zu lassen, auch, wenn mein Fall wohl ein Einzelfall war. Solange also für mich medizinisch keine Notwendigkeit besteht würde ich sie wohl nicht kastrieren lassen, auch, wenn ich ständig in diversen Kaninchen Facebookgruppen, dass man alle weiblichen Kaninchen kastrieren MUSS, aber ich kann es einfach nicht X( die Angst davor ist zu groß...
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| Hi, Allzu aktuell ist der Thread ja nicht, aber nachdem er immer wieder zum Diskutieren aufgegriffen wurde, möchte ich hier noch kurz etwas schreiben, das ich gerade erfahren habe. Meine Schwester studiert Veterinärmedizin und hat mir gerade entsetzt zwei Bilder gezeigt. Zwei Knochenquerschnitte - ein "gesunder" Knochen mit einer verästelten Innenstruktur und einer, der innen komplett hohl ist. Offenbar wurde in Studien herausgefunden, dass bei Primaten, Nagetiere, Hasenartigen und Wiederkäuern eine Weibchenkastration sozusagen als Nebenwirkung eine Veränderung der Knochenstruktur mit sich zieht. Der hohle Knochen stammt von einem Weibchen, das nur ein Jahr zuvor kastriert worden ist. Bei Hunden und Katzen gibt es solche Auswirkungen übrigens nicht...
__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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Habt ihr einen Link zu der Studie ?
__________________ Im Herzen nah Neya, Zeki, Aki, Eva, Alfi, Susi & Abby
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| My two cents: unsere Häsin Faye war vor ihrer Kastra komplett aggressiv, territorial wie sonstwas und hat ihren Partner Pluto und unsere Füße gleichermaßen mit Krallen und Zähnen angegriffen. Pubertät hin oder her, das war extrem. Wir mussten die beiden zu seinem Wohl trennen, dann lange Vorgespräche mit unserer Tierärztin, letzten November die Kastration, seit Anfang des Monats läuft die VG. Faye ist ein anderes Kaninchen. Super lieb, aufgeschlossen, neugierig, lässt sich problemlos anfassen. Es hat Wunder gewirkt, so eine Veränderung hätte ich ungelogen nicht für möglich gehalten. Ich bin tendenziell pro Weibchenkastra, auch, wenn es natürlich Risiken birgt. (Ich würde natürlich kein Tier in irgendeine OP geben, wenn es absehbar ist, dass es das nicht schafft oder ähnliches)
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| Solche unbestätigten „Horror-Meldungen“gibt es leider zuhauf... Trotz allem empfehle ich jedem Halter auf jeden Fall Häsinnen gut zu beobachten und ggf. kastrieren zu lassen. Wer es nicht rein prophylaktisch mag (ich tue es), dann zumindest bei verändertem Verhalten.. Und sollte es solche dauerhaften Veränderungen tatsächlich nur aufgrund von Kastrationen geben, hätte ich gerne eine aussagefähige Studie dazu und nicht nur ein einzelnes RöBi was auf alles projektiert wird. Das hätte dann nämlich eher den Anschein eines „Fake-Posts“..
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| Ich habe letztens von einer PS (ja, eine seriöse PS!ä einen Beitrag gelesen, die in den letzten 3 Jahren 15 Weibchenkastrationen hat durchführen lassen (prophylaktisch) - lediglich bei einem Weibchen gab es keine Veränderungen an der Gebärmutter. Teilweise hatten 6 Monate alte Tiere die Eierstöcke voller Zysten.
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.
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| Hey, ich habe nicht vor, Weibchenkastrationen grundsätzlich zu verteufeln. Bei Verhaltensauffälligkeiten kastrierte ich auch. Dachte nur, dass das für euch auch interessant sein könnte. Aber dann haltet es eben für "Fakenews", wie ihr wollt. Die Info stammt aus den Anatomieunterricht an einer Veterinärmedizinischen Universität. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ihren 200 Studentinnen dort unbegründete Informationen mitteilen. Meine Schwester sucht nachher den Link raus.
__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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| Ich hab nichts von Fakenews geschrieben, sondern lediglich eine Erfahrung der PS. Die übrigens ganz unabhängig von deinem Beitrag war, Sophie, es fiel mir nur wieder ein, als du das Thema wieder hochgeholt hast ![]()
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| Ich meinte auch gar nicht dich, tut mir leid. War nur gerade ein wenig genervt, dass nett gemeinte Informationen gleich politisiert werden. Ich wollte hier niemanden und seine Handlungen angreifen, falls das so rübergekommen ist.
__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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| Frage doch bitte deine Schwester nach der zugrunde liegenden Studie. Die würde mich sehr interessieren. Wurde bei dem vorgetragenen Beispiel ausgeschlossen, dass es andere Ursachen gab (Haltungsfehler, Fütterungsfehler, Erkrankungen der Schilddrüse oder anderer hormonproduzietender Gewebestrukturen)? Wurde vor der Kastra die Knochendichte gemessen? Falls nicht, ist das Beispiel natürlich nicht aussagekräftig, sondern rein plakativ, was mich ausgesprochen enttäuschen würde. Wissenschaftliches Vorgehen sähe nämlich anders aus. Auch die Studien, dass es bei Hunden und Katzen nicht zu Veränderungen kommt, das wundert mich nämlich mehr als die Veränderungen bei Kaninchen. Da kann was nicht stimmen, wenn man den Hormonen was verändert, hat das immer Auswirkungen auf den Organismus. Was viel wichtiger ist, als das Erscheinungsbild des Knochens: gibt es Hinweise auf eine statistisch signifikant erhöhte Rate an Frakturen bei kastrierten Häsinnen, bei denen andere Ursachen ausgeschlossen werden können? Ich finde es klasse dass deine Schwester da quasi an der Quelle sitzt, sie kann das bestimmt in Erfahrung bringen.
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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| Zur Studie von Bokelmann/Scheringer: Auffällig ist bei den Tieren die mit 3 Monaten kastriert wurden, dass dort offenbar größere und schwerere Knochen auftraten. Der Widerspruch zur Annahme, dass die Knochendichte durch die Kastration leidet, wäre zu klären. Zu Gilsanz et al.: Es fehlt eine Kontrollgruppe unkastrierter Tiere. Die wäre aber gerade besonders interessant. Cao et al. stellt etwas wesentliches klar: betroffen ist vor allem die Spongiosa, deren Abbau offenbar nicht mehr in dem Maße gehemmt wird wie vorgesehen. In welchen Zeiträumen das tatsächliche Effekte auf die Stabilität hat, wird leider nicht weiter ausgeführt. Die genannte Gewichtszunahme dürfte im Wesentlichen auf die nicht artgerechte Haltung zurückzuführen sein. Kastraten in artgerechter Haltung neigen deutlich weniger zur Inaktivität, alleine schon aufgrund der Gruppendynamik. @ Lauri: danke, dass du für uns nachfragst. Deine Ausführung zum Östrogen ist übrigens in einem Punkt verbesserungsfähig: Östrogen fehlt auch nach einer Entfernung der Eierstöcke nicht vollständig, sondern "nur" größtenteils, da kleinere Mengen Östrogen u.a. auch in der Nebennierenrinde gebildet werden. Dazu kann man auch einen Blick in die Angaben zur Studie Bokelmann/Scheringer in Pollys Link werfen, wo sich Hinweise auf den Versuch des Körpers finden den Mangel zu kompensieren. Zum Thema Eierstockzysten, da ja der Vergleich zum Menschen erwähnt wurde: man spürt sie. Man kommt nur nicht auf die Idee, das was man wahrnimmt einer Zyste zuzuordnen. Das drückt vielleicht minimal, manchmal zieht es auch leicht. Sowas kennt man vom Darm sehr ähnlich, deshalb misst man dem keine Bedeutung bei, vor allem weil man das maximal als Unpässlichkeit einstufen kann. Und zwar genau so lange bis so ein Mistding platzt. Von einer Sekunde auf die andere Schmerzen aus der Hölle und danach 2 Tage Überwachung in der Klinik um sicher zu gehen dass dabei nicht noch ein Blutgefäß beschädigt wurde. ![]()
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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