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| Solche unbestätigten „Horror-Meldungen“gibt es leider zuhauf... Trotz allem empfehle ich jedem Halter auf jeden Fall Häsinnen gut zu beobachten und ggf. kastrieren zu lassen. Wer es nicht rein prophylaktisch mag (ich tue es), dann zumindest bei verändertem Verhalten.. Und sollte es solche dauerhaften Veränderungen tatsächlich nur aufgrund von Kastrationen geben, hätte ich gerne eine aussagefähige Studie dazu und nicht nur ein einzelnes RöBi was auf alles projektiert wird. Das hätte dann nämlich eher den Anschein eines „Fake-Posts“..
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| Hey, ich habe nicht vor, Weibchenkastrationen grundsätzlich zu verteufeln. Bei Verhaltensauffälligkeiten kastrierte ich auch. Dachte nur, dass das für euch auch interessant sein könnte. Aber dann haltet es eben für "Fakenews", wie ihr wollt. Die Info stammt aus den Anatomieunterricht an einer Veterinärmedizinischen Universität. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie ihren 200 Studentinnen dort unbegründete Informationen mitteilen. Meine Schwester sucht nachher den Link raus.
__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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| Ich hab nichts von Fakenews geschrieben, sondern lediglich eine Erfahrung der PS. Die übrigens ganz unabhängig von deinem Beitrag war, Sophie, es fiel mir nur wieder ein, als du das Thema wieder hochgeholt hast ![]()
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.
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| Ich meinte auch gar nicht dich, tut mir leid. War nur gerade ein wenig genervt, dass nett gemeinte Informationen gleich politisiert werden. Ich wollte hier niemanden und seine Handlungen angreifen, falls das so rübergekommen ist.
__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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| Frage doch bitte deine Schwester nach der zugrunde liegenden Studie. Die würde mich sehr interessieren. Wurde bei dem vorgetragenen Beispiel ausgeschlossen, dass es andere Ursachen gab (Haltungsfehler, Fütterungsfehler, Erkrankungen der Schilddrüse oder anderer hormonproduzietender Gewebestrukturen)? Wurde vor der Kastra die Knochendichte gemessen? Falls nicht, ist das Beispiel natürlich nicht aussagekräftig, sondern rein plakativ, was mich ausgesprochen enttäuschen würde. Wissenschaftliches Vorgehen sähe nämlich anders aus. Auch die Studien, dass es bei Hunden und Katzen nicht zu Veränderungen kommt, das wundert mich nämlich mehr als die Veränderungen bei Kaninchen. Da kann was nicht stimmen, wenn man den Hormonen was verändert, hat das immer Auswirkungen auf den Organismus. Was viel wichtiger ist, als das Erscheinungsbild des Knochens: gibt es Hinweise auf eine statistisch signifikant erhöhte Rate an Frakturen bei kastrierten Häsinnen, bei denen andere Ursachen ausgeschlossen werden können? Ich finde es klasse dass deine Schwester da quasi an der Quelle sitzt, sie kann das bestimmt in Erfahrung bringen.
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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| Ausserdem sollte man bedenken, dass eine rein prophylaktische Kastration ohne medizinische Indikation und ohne die Notwendigkeit unkontrollierte Fortpflanzung zu verhindern nach dem Tierschutzgesetz nicht erlaubt ist.
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| Hallo ihr Lieben, die Schwester meldet sich mal zu Wort. ![]() Also um das noch einmal genauer darzustellen: Ich studiere im ersten Semester Tiermedizin und wie Sophie richtig gesagt hat, stammt diese Info aus dem Anatomieunterricht, genauer gesagt aus meiner Vorlesung zur Knochenphysiologie. Jetzt zur Erklärung, was Östrogen mit der Knochensubstanz zu tun hat: Östrogen wird in der Eierstöcken eines Weibchens gebildet und hat verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Hormonen. Die für die Knochensubstanz entscheidende ist, dass Östrogen das von der Nebenschilddrüse gebildete Parathormon hemmt. Parathormon spielt eine wichtige Rolle im Calcium-Phosphat-Haushalt, es sorgt dafür, dass Osteoklasten (man könnte sie als Makrophagen für Knochensubstanz bezeichnen) den Knochen abbauen. Dadurch und durch erhöhte Reabsorption in den Nieren wird der Calciumspiegel im Blut erhöht, Phosphat wird hingegen vermehrt ausgeschieden. So viel zu Parathormon. Wenn nun kein Östrogen vorhanden ist, wird Parathormon nicht so aktiv gehemmt (durch das aus Vitamin D synthetisierte Calcitriol zwar schon, aber nicht in diesem Ausmaß), dadurch wird der Knochen vermehrt abgebaut. Sicher habt ihr schon einmal gehört, dass Frauen nach der Menopause eher gefährdet sind, an Osteoporose zu erkranken, das beruht genau auf diesem Effekt, der besonders Ausgeprägt bei Menschen, Primaten und Nagern, etwas abgeschwächt aber auch bei Lagomorpha (Hasenartigen, also auch Kaninchen) auftritt. Das kann dadurch erklärt werden, dass diese Spezies zoologisch betrachtet relativ eng verwandt sind. Bei Fleischfressern wie Hunden und Katzen, aber auch bei Wiederkäuern, wurde bisher kein klinisch relevanter Effekt festgestellt, wobei man dazusagen muss, dass "typische Labortiere" natürlich besser erforscht sind als die größeren Nutztiere. Die Studie heißt übrigens "Perimenopausal appendicular bone loss: A 10-year prospective study" von Falch und Sandvik. Im Abstract sieht es so aus, als hätte sie recht wenig mit Tieren zu tun, aber natürlich wurde an diesen geforscht. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr auf die Studie zugreifen könnt. Ich müsste es eigentlich über meine Uni können, aber die Verlinkung funktioniert irgendwie nicht. Nachdem ich aber sowieso noch eine Frage an meinen Professor habe, werde ich ihn einfach fragen, ob er eine Idee hat, wie man darauf zugreifen kann. Wenn ich nähere Informationen habe, melde ich mich noch einmal oder sage Sophie, sie soll es tun ![]() Ach übrigens, weil ich vorher wegen Zysten gelesen habe @Honeymouse: Ja, dass junge Tiere Zysten an den Eierstöcken haben, kommt häufig vor. Das ist aber meist nicht pathologisch, sondern wächst sich wieder aus. Durch die Veränderungen des Körpers in der Pubertät und den instabilen Hormonhaushalt - sowohl bei Menschen als auch bei Tieren - bilden sich diese Zysten, sie verschwinden aber meist wieder, wenn das Tier ausgewachsen ist und der Hormonhaushalt sich wieder einpendelt ![]()
__________________ Ganz liebe Grüße Lauri Mit den Kaninchen Felix, Kiki, Stella, Jimmy, Nico und Finn, den Schildkröten Momo und Joy sowie den Degus Leandro und Federico
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| Soweit ich mich erinnere, hatte das eine 6-monate alte Tiere Zysten an den Eisteröcken, die anderen 13 hatten allerdings schon Veränderungen an der Gebärmutter. Lediglich ein Tier hatte keinerlei Veränderungen. Den Rest hab ich mir noch nie durchgelesen, bin grad zu müde für Medizin ![]() ![]() Edit: Zumindest im Menschenbereich können Zysten doch auch einiges an Schmerzen verursachen, oder erinner ich mich da falsch? Auch bei Erwachsenen. Warum sollten Kaninchen dann sowas nicht auch im adulten Alter bekommen und damit auch Schmerzen, die akute Wesen- und Verhaltensänderung sowie Veränderungen im Bereich der Gesundheit mit sich bringen (Schmerzen -> wenig fressen -> Aufgasung o.ä.)?
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen. Geändert von Honeymouse (16.01.2021 um 22:54 Uhr).
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| Ach okay, hatte das falsch verstanden. Und wegen fen Zysten: Klar, sie können pathologisch sein und Schmerzen verursachen, müssen aber nicht. Genauso bei Menschen. Das kommt immer auf die Lage und Größe an und ist nicht so einfach zu beurteilen. Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb sich Zysten bilden, im Erwachsenenbereich wäre ich da auch tendenziell vorsichtiger. Ich meinte nur, dass Zysten eben bei jungen Tieren nicht unbedingt schlimm sind ![]()
__________________ Ganz liebe Grüße Lauri Mit den Kaninchen Felix, Kiki, Stella, Jimmy, Nico und Finn, den Schildkröten Momo und Joy sowie den Degus Leandro und Federico
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| Ne, ich hab's tatsächlich missverständlich geschrieben oben. Sorry ![]()
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| Zur Studie von Bokelmann/Scheringer: Auffällig ist bei den Tieren die mit 3 Monaten kastriert wurden, dass dort offenbar größere und schwerere Knochen auftraten. Der Widerspruch zur Annahme, dass die Knochendichte durch die Kastration leidet, wäre zu klären. Zu Gilsanz et al.: Es fehlt eine Kontrollgruppe unkastrierter Tiere. Die wäre aber gerade besonders interessant. Cao et al. stellt etwas wesentliches klar: betroffen ist vor allem die Spongiosa, deren Abbau offenbar nicht mehr in dem Maße gehemmt wird wie vorgesehen. In welchen Zeiträumen das tatsächliche Effekte auf die Stabilität hat, wird leider nicht weiter ausgeführt. Die genannte Gewichtszunahme dürfte im Wesentlichen auf die nicht artgerechte Haltung zurückzuführen sein. Kastraten in artgerechter Haltung neigen deutlich weniger zur Inaktivität, alleine schon aufgrund der Gruppendynamik. @ Lauri: danke, dass du für uns nachfragst. Deine Ausführung zum Östrogen ist übrigens in einem Punkt verbesserungsfähig: Östrogen fehlt auch nach einer Entfernung der Eierstöcke nicht vollständig, sondern "nur" größtenteils, da kleinere Mengen Östrogen u.a. auch in der Nebennierenrinde gebildet werden. Dazu kann man auch einen Blick in die Angaben zur Studie Bokelmann/Scheringer in Pollys Link werfen, wo sich Hinweise auf den Versuch des Körpers finden den Mangel zu kompensieren. Zum Thema Eierstockzysten, da ja der Vergleich zum Menschen erwähnt wurde: man spürt sie. Man kommt nur nicht auf die Idee, das was man wahrnimmt einer Zyste zuzuordnen. Das drückt vielleicht minimal, manchmal zieht es auch leicht. Sowas kennt man vom Darm sehr ähnlich, deshalb misst man dem keine Bedeutung bei, vor allem weil man das maximal als Unpässlichkeit einstufen kann. Und zwar genau so lange bis so ein Mistding platzt. Von einer Sekunde auf die andere Schmerzen aus der Hölle und danach 2 Tage Überwachung in der Klinik um sicher zu gehen dass dabei nicht noch ein Blutgefäß beschädigt wurde. ![]()
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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Ich denke aber, dass er einfach unglücklich formuliert ist. Von frühkastrierten männlichen Hunden und Pferden ist bekannt, dass sie größer werden als nichtkastrierte Artgenossen, weil die Wachstumsfugen sich durch den Testosteronmangel später schließen und die Röhrenknochen daher länger werden. Dass, es sich hier liest, als wären die Knochen stabiler halte ich für falsch ausgedrückt. Ansonsten ist ja hinlänglich bekannt, dass Hormonmangel die Hauptursache für Osteoporose beim Menschen ist. Mich wundert, dass das in Bezug auf Kaninchen hier so vehement bestritten wird. Wie kann man annehmen, dass ein solch großer Eingriff in den Hormonstoffwechsel ganz ohne negative Folgen bleiben könnte.
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| Ein Punkt der mir dazu noch einfällt, aber nur auf bloßer Spekulation und Überlegung meinerseits beruht ist, dass mich in VG Threads hier immer wieder erstaunt, wenn Pärchen vergesellschaftet werden sollen und die sich dann trotz ausreichendem Platzangebot übelst verletzen und schlussendlich getrennt werden müssen. Auf verschiedenen Seiten im Internet zum Thema Rangordnung habe ich gelesen, dass es in Kaninchengruppen eine Rangordnung unter den weiblichen Tieren der Gruppe und eine unter den männlichen Tieren gibt. Nicht aber zwischen weiblichen und männlichen Tieren. Insofern sollen Vergesellschaftungen zwischen Weibchen und Männchen auch besonders einfach sein, weil eben keine klare Rangordnung ausgefochten werden muss. Meine eigene VG zwischen Häsin und Spätkastrat (kastriert mit 15 Monaten, zum VG Zeitpunkt 5 Wochen her), die völlig ohne Kämpfe nach 20 Minuten durch war würde das bestätigen. Was aber bringt gegengeschlechtliche Tiere dazu sich bis aufs Blut zu bekämpfen wie hier schon mehrfach gelesen? Wenn doch Rangordnung keine große Rolle spielen dürfte? Fraglich finde ich auch bei dem Thema die Rolle der Frühkastration. Zb ob ein frühkastrierter Rammler vom Weibchen überhaupt als Rammler wahrgenommen wird oder doch eher als Weibchen und damit Rangordnungs- Konkurrenz, oder aber gar nicht eingeordnet werden kann. Und wie nimmt er das Weibchen wahr, wenn er im Prinzip nie Rammler geworden ist.
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Ich kann es aber gleichzeitig irgendwo auch bestätigen, insgesamt hatte ich 3 Vergesellschaftungen, wo es ohne größere Probleme klappte, alle Rammler waren Spätkastraten. Zwischen Remus und Salzie dauerte die VG 3h, aber ohne große Kabbeleien. Salzie und Henry haben sich skeptisch beschnuppert und danach waren sie „beste Freunde“. Als Clemens hinzu kam, wurde die Rangordnung nur zwischen den Männern ausgetragen, Salzie saß daneben und beäugte alles mit gehörig Abstand und das, obwohl sie vorher die vermeintliche Chefin war. Bis sich die Männer einigen konnten, dauerte es einen Tag... vorher kannten sie sich aber auch schon durchs Gitter, da Clemens 2 Monate getrennt von den anderen beiden leben musste (Kastrafrist und durch Krankheit)
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| Ich kann das nicht bestätigen. Die letzte VG, die sich gerade dem Ende zuneigt, war zwischen gegengeschlechtlichen Kaninchen und sie war heftig. Das war jetzt auch der zweite Versuch. Wir haben diverse Verletzungen, Dominanzverhalten, noch immer ab und an Drohungen von seiner Seite. Ich bin der Meinung, dass es immer auch sehr stark von den Charakteren abhängt. Pluto ist zwar lieb und zutraulich, war aber komplett desozialisiert durch vorherige Einzelhaltung. Faye war, bis sie sich besser mit Pluto verstanden hat, ein territoriales, futterneidisches und teilweise aggressives Mistvieh. Trotzdem haben sie sich gefangen. Im Gegensatz dazu hatte ich mal einen kastrierten Rammler in einer großen Familiengruppe, der gerade die Weibchen schikaniert hat.
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| Ich glaube, man liest eher von problematischen VGs als von problemlosen VGs, ganz unabhängig vom Geschlecht und ob Früh- oder Spätkastrat. Frühkastraten haben bei mir bisher weniger Probleme bei der VG gemacht. Berichtet hab ich aber eher von den VGs mit Problemen, weil man da Hilfe sucht - waren in dem Fall Spätkastraten.
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.
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