E. Cuniculi
Nachdem das Thema E. Cuniculi (es wird auch gerne mit E.C. abgekürzt) hier immer wieder auftaucht, möchte ich ein Mut-mach-Thema eröffnen, denn leider wird meistens viel zu schnell aufgegeben!
E. Cuniculi ist schlimm mit anzusehen und auch schlimm auszuhalten, die Gedanken an eine "Erlösung" bleiben da nie aus. Doch bei richtiger Medikation, der richtigen Pflege und wenig Stress (sehr wichtig bei e. Cuniculi!) schaffen es die meisten Kaninchen.
Wie lange soll ich kämpfen und wann soll ich erlösen?
Solange das Kaninchen selber gegen die Krankheit ankämpft, also Futter aufnimmt wenn man es vor die Schnauze hält oder in der Spritze an der Schnauze anbietet, kämpft bitte mit eurem Tier zusammen und unterstützt es!
Da leider oft falsch medikamentiert wird, hier noch mal die Medikations-Empfehlungen (nichts davon weglassen!):
- Panacur (4 Wochen lang täglich durchgeben, ganz konsequent), es wirkt direkt im Gehirn und ist das einzige Medikament, das gegen den Erreger hilft, bzw. ihn abtötet!
- Antibiotikum um Entzündungen im Körper, die mit entstehen, zu verhindern. Entgegen der weitläufigen Meinung muss es nicht gehirngängig sein sondern sollte möglichst gut verträglich sein (Baytril). Normalerweise wird es min. 14 Tage lang gegeben, bei guter Verträglichkeit ggf. auch länger (bis zur Abheilung), bei schlechter Verträglichkeit evtl. kürzer.
- Cortison (nicht immer nötig), wie lange es verabreicht werden muss und ob überhaupt, wird mit dem Tierarzt von Fall zu Fall abgeklärt.
- Hoch dosiertes Vitamin B-Komlex um die Nerven zu regenerieren (gerne auch 4 Wochen durchgeben!)
- Cerebrum comp. gegen Schwindel und Umkippen (falls vorhanden)
Wichtig bei der Pflege von E. Cuniculi:
- Kein Stress! Medikamente zuhause verabreichen, nicht umräumen, nach dem Ausmisten alles wie vorher hinstellen, gleiche Einstreu, nur ausmisten wenn nötig, ...
- Medikamente konsequent durchgeben (nicht vernachlässigen)
- Das Tier pflegen damit keine anderen Krankheiten entstehen (z.B. ggf. den Popo mit Babytüchern sauber machen wenn es sich voll macht.
- Das Partnerkaninchen beim erkrankten Tier lassen! Nicht trennen, außer es ist aggressiv gegenüber dem erkrankten Tier (Bisse etc.), das Partnertier trägt entscheidend zur Stabilisierung und Heilung bei und reduziert Stress (wird oft unterschätzt). Bei Gruppen das Kaninchen mit dem Kaninchen separieren, mit dem es sich am besten versteht oder in der Gruppe belassen (wenn die Gruppe harmonisch ist).
- Lebensmut geben, z.B. wenn es einigermaßen stabilisiert ist ausprobieren, ob das vorherige Außenkaninchen sich draußen nun wohler fühlt und mehr aufblüht etc.
- Wenn das Kaninchen wieder fit ist, muss es sich sehr viel bewegen (am besten freilaufen lassen), damit es wieder den Gleichgewichtssinn schult und die Muskulatur aufbaut. Dadurch wird auch meistens der Kopf gerade(r) bzw. Lähmungserscheinungen reduzieren sich drastisch oder gehen ganz weg!
Beispiele:
Mümmeline hatte eine Lähmung der Wirbelsäule und Hintergliedmaßen und schleppte diese nur noch hinterher bzw.zog sie nach.
Picco hatte einen schrägen Kopf und trete sich nur noch, konnte sich zeitweise nicht auf den Beinen halten.
Picco momentan (es wird immer noch besser!):
In beiden Fällen rieten die Tierärzte zum Einschläfern, da es in der Akutphase immer schlimm aussieht. Gegen den Rat der Tierärzte haben wir gekämpft und sie sind wieder gesund geworden.