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"behindertes" Kaninchen Vergesellschaftung?Hallo, ich bin neu im Forum und auch neuer, derzeit "Teil-Zeit" Kaninchen Halter und hätte mal eine Frage: Meine Eltern (ländliche "Dorf"-Gegend) halten Kaninchen in Ställen als Schlachttiere (für den privaten "Verzehr"). Vor ca. 3 Monaten ist ein junges Kaninchen (damals ca. 2 Wochen alt) aus dem Stall ca. 1m tief auf Betonboden gefallen und hatte seitdem Probleme mit einem Hinterlauf. Das Bein stand auch in einem ganz fürchterlichen Winkel zur Seite. Als ich eine Woche nach diesem Ereignis bei meinen Eltern zu Besuch war, habe ich das Kleine geschnappt und es zur ländlichen TA gefahren. Diese hat gemeint, sie fühle keinen Bruch, das Problem liegt im Knie und das würde sich schon wieder verwachsen, das Kaninchen würde auch schon wieder vorsichtig das Bein belasten. Ein Schmerzmittel wurde gegeben, fertig. Als ich dann nach weiteren zwei Wochen wieder zu Besuch war, sah das Bein aber schlimmer aus, wurde hinterhergezogen und wirkte steif. Da ich mir das nur echt schlecht mit ansehen kann, dass so ein Hase dann in einem Nutztierstall sitzt bis er genügend alt ist und dann geschlachtet wird (find ich sowieso generell furchtbar) habe ich mir kurzerhand einen gebrauchten Käfig organisiert, das kranke Kaninchen und eine gesundes Wurfgeschwister dort rein befördert und es 100 km in meine Heimatstadt zur ärztlichen Untersuchung gefahren (da auf den Dörfern so gut wie nie ein TA am WE erreichbar ist und ich am Sonntag idR wieder heimfahre). Ich hatte angenommen, dass evtl. da irgend ein Gelenk ausgekugelt sein könnte oder vielleicht doch ein Bruch vorliegt und nach der nötigen Behandlung eine Zeit der Pflege nötig ist (die ich auch investieren wollte). Gut, ich war dann direkt auch bei ZWEI TAs in meiner Heimatstadt, der erste hatte geröntgt und meinte der letzte Wirbel wäre gebrochen und es sähe sehr schlecht aus. Der TA wirkte aber ehrlich nicht sehr kompetent auf mich und meinte auch selber, Kleintiere wäre nicht sein Spezialgebiet, also Kaninchen wieder eingepackt, RöntgenCD mitgenommen, zu anderer Tierklinik gefahren (unsere Großstadt hat wenigstens genügend TAs und Kliniken, die lange geöffnet haben). Der neue TA schaute sich die Bilder an, schmunzelte über meine Bemerkung 'der andere TA hätte einen Wirbelbruch erkannt', und sagte "Nein, da ist gar nichts gebrochen, wenn es ein Wirbelbruch wäre, wären beide Hinterläufe gelähmt". Er konnte auch keinen Bruch auf den Bildern erkennen, untersuchte das Kaninchen und bestätigte, dass das Problem aus dem Knie kommt. Er meinte dann, dass vermutlich beim Aufprall alle Bänder im Knie gerissen sein könnten. Das Tier ist jetzt schmerzfrei, aber "behindert" (seine Worte). Entweder man lässt es nun so, und der Kleine hoppelt so wie die Behinderung es zulässt oder man muss das Bein komplett amputieren. Aber ja - Narkose-Risiko bei einem fast noch "Baby-Kaninchen", traumatisiertes Kaninchen ohne Bein, Kosten nicht zu vergessen...Und da der Kleine das Bein wirklich so gut es eben ging benutzte bei der Fortbewegung schien mir das nicht sinnvoll. Ich habe ihn und sein Wurfgeschwister dann einige Wochen (mit inzwischen wesentlich größerem Käfig) bei mir behalten und die beiden hatten täglich mehrere Stunden Auslauf in der Wohnung. Das schien ihm auch gut zu tun, war wohl "Physiotherapie" (Auslauf hat er vorher nie gehabt, nur im Stall gewesen), das Bein wurde mehr und mehr benutzt und verlor die Steife zu einem guten Prozentsatz. Dennoch sieht man deutlich, dass der Kleine eben "beschädigt" ist. Soweit so gut. Vor zwei Tagen gab es dann plötzlich, aus heiterem Himmel, eine Riesengefecht. Das gesunde Kaninchen hat den "Behindi" massiv attackiert, Fell flog, blutende Bisswunden am Auge (ich war leider für ein paar Tage nicht da, mein Mann hatte die Pflegeverantwortung Das gesunde schien das gehandicapte auch gar nicht mehr in Ruhe zu lassen, der war dann völlig fertig. Mein Mann ging dazwischen und jetzt sitzen beide in getrennten Käfigen.Und nun meine Frage: Ja, die beiden Geschwister sind zwei Weibchen. Und ich habe gelesen, dass wenn diese geschlechtsreif werden, da oft Probleme auftreten. Aber eigentlich haben sie bis zur Pubertät noch mind. 3-4 Monate Zeit. Was ich aber auch gelesen habe, ist dass gesunde Kaninchen kranke oder geschwächte/gehandicapte Tiere so lang angreifen, bis diese aus dem Rudel vertrieben sind, weil diese in der freien Natur Fressfeinde in das Revier locken und eine Gefahr für die ganze Gruppe darstellen. Halt "natürliche Auslese", eben. Und ja, es ist für mich und sicher auch alle anderen Kaninchen (inkl. des Geschwistertiers) offensichtlich, dass das Kleine "behindert" ist. Ja, er hoppelt, frisst und ist auch sonst soweit ich das sehen kann "glücklich", aber in der freien Natur hätte er mit dem Knie keine Chance. Im Gegensatz zum Geschwistertier schafft er es auch nicht auf Sofas, Sessel oder gar den Couchtisch zu springen und er ist deutlich langsamer als ein Tier mit gesunden Läufen. Die Bein-Koordination klappt manchmal nicht und wenn er nicht langsam macht und versucht sich zu drehen, stolpert er auch mal über sein kaputtes Bein, dass dann im Weg ist. Ich will nicht, dass der Kleine nun dauerhaft vom Geschwistertier "angegriffen und vertrieben" wird, was wohl dann auch mit allen anderen neuen Partnertieren ihrem Instinkt gemäß passieren wird. Und bei aller Liebe, ich habe leider nicht den Platz und auch nicht die Zeit, 8 oder 9 neue Kaninchen zu "organisieren", die Versuchsböcke jedesmal zu kastrieren und hoffen, dass es irgendwann klappt. Ich weiss nun wird es wahrscheinlich einen riesigen Auffschrei hier geben, aber ich habe mir überlegt, den Kleinen dann doch zu behalten, aber in Einzelhaltung (das Wurfgeschwister gebe ich zu meinen Eltern zurück). Ich denke, dass ist immer noch besser als ständig Attacken anderer Kaninchen ausgesetzt zu sein, die "den Kranken" angreifen und vertreiben wollen. Er kann sich bei einer Vergesellschaftung ja gar nicht richtig wehren oder gleich schnell rennen, wie "die neuen". Oder was meint ihr? Gebe ich beide zu meinen Eltern zurück, kommt jeder in "Einzelhaltung" in diese typischen Kaninchenstallboxen, die ihr von der Nutztierhaltung auf den Dörfern vielleicht kennt. Die hören sich da wahrscheinlich, aber mit Kuscheln und Auslauf ist da nix mehr. Und das will ich meinem kleinen "Behindi" auch nicht anttun. Ich kann aber auch nicht nur für 2 Kaninchen leben, und ständig Ausläufe in meiner 1 Raum Wohnung zeitlich koordinieren, damit hier niemand attackiert wird, nur damit mein Behindi zumindest noch sieht, dass da noch ein anderes Kaninchen ist (das ihm nicht wohl gesonnen ist und ihn loshaben will). Irgend etwas bei meinen Eltern zu verändern/zu organisieren bringt nichts. Das kann ich dort auf keinen Fall durchsetzen, sorry und ich bin dort auch nur max. 1-2 mal im Monat, manchmal auch gar nicht. Dankeschön schon einmal für eure Antworten. ![]()
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