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"Unnatürlich und Fehlgeprägt"Dies hier ist eigentlich eine Fortführung der Diskussion "Sollte ich die Kaninchen, die zurzeit bei mir leben, behalten oder an das Kaninchendorf von "Die Seelentröster" abgeben?", welche ziemlich unpassend zum eigentlichen Betreff hier: https://www.kaninchenforum.de/kaninchen-ern%E4hrung-futter/48041-gro%DFe-diskrepanz-nahrungsaufnahme.html geführt wurde. Wie ich in meinem letzten Post in diesem Thread erwähnte, war ich am Sonntag selbst vor Ort, um mir das Kaninchendorf anzuschauen und mit den Betreibern zu reden. Erstmal zu dem Gelände selbst: Es ist nicht so groß wie ich es mir vorgestellt hätte. Es sieht aber dennoch nicht "überfüllt" aus. An Grün gab's da nur Brennesseln, der Rest war kahl. Die Brenesseln sind jetzt auch weg, da es Teil unseres Einsatzes dort war, diese zu Jäten. Unter den Häuschen gibt es sehr viele Kuhlen, Löcher und auch Gänge, die von den Bewohnern dort angelegt wurden. Viele der Kaninchen waren während wir dort waren, in diesen Kuhlen oder den Häuschen. Neben den Kaninchen leben dort auch Meerschweinchen und Ratten, letztere allerdings nicht absichtlich und von beidem auch nicht in großer Zahl. Auch gab' es dort, vor allem in den Häusern, diverse Wespennester und andere Ansammlungen von Insekten wie Asseln und Spinnen. Das Gelände ist sehr gut abgesichert gegen Eindringen von Raubtieren, da dort ein 2 Meter Zaun und unterirdisch Betonplatten drumherum sind. Muss es auch zwingend sein, denn: Das Kaninchendorf ist nicht der primäre Zweck der Seelentröster sondern eher eine Art "Nebenprojekt". Hauptsächlich geht es um die Beherbergung von Hunden. Dabei waren da mehrere Kategorien: Urlaubsbetreuung, Gnadenhof für alte und behinderte Hunde und auch Vermittlung dieser. Es gibt eine Art "Schleuse", die Verhindert, dass die Hunde einem Menschen direkt in das Kaninchengehege folgen. Es ist allerdings permanentes Gebelle zu hören. Von den Kaninchen, die ich gesehen habe, hatte eines eine große kahle Stelle auf der Seite und eines war halbseitig Blind. Diese Umstände waren den Betreibern bekannt und das mit der Kahlen Stelle stünde wohl unter Beobachtung, wie es sich entwickelt. Wir wurden auch darum gebeten Auffälligkeiten zu melden. Ansonsten wirkten alle anderen Kaninchen optisch in einem guten Zustand. Vom Verhalten her, schien es mir als hätten die Kaninchen eine Art Untergruppenstruktur organisiert, die sich auf verschiedene Areale des Gesamtbereichs aufgeteilt haben. Sprich: Ich habe bestimmte Kaninchen nur an bestimmten Orten des Dorfs gesehen und vermute, dass sie quasie "Clans" gebildet haben, die bestimmte Reviere kontrollieren. Handzahm schien keines der Kaninchen zu sein. Es gab aber Unterschiede in der Scheuigkeit. Sprich es variierte stark wie nah konnte man an sie ran konnte, ohne dass sie reagierten. Die Kaninchen hatten, anders als die Hunde, keine Namen. Nun zu dem Gespräch mit dem Betreiber: Ich habe ihm die Situation geschildert, die ich auch hier in dem anderen Thread geschildert habe, sprich, dass ich weiß, dass der Retter der Kaninchen sie eigentlich hierher bringen wollte, und davon ausging, dass ich sie nur in Pflege nehme und ich sie eigentlich ganz gern behalten würde und nun um seine Meinung bitte. Nun, seine Meinung war, dass er ganz klar gegen Wohnungshaltung ist und dass er sie durchaus gern aufnehmen würde, unter der Bedingung, dass wir ihm helfen eine Quarantänestation (ein weiteres Gehege, welches vom Dorf getrennt ist, in das Neuzugänge eine Weile zur Beobachtung kommen, bevor sie eingegliedert werden) zu bauen. Weiterhin meinte er, dass Kaninchen, die sich streicheln lassen oder gar Menschen hinterherlaufen eine unnatürliche Fehlprägung hätten und dass er da dagegen ist. Deshalb gibt's hier außer füttern und ausmisten keine Interaktion und die Kaninchen können machen was sie wollen. Vor allem, wie schön sie hier ihren Buddeltrieb ausleben können, war erwähnenswert. Ich kann seine Argumente durchaus nachvollziehen, sehe allerdings auch Widersprüche, Doppelstandards und habe auch generell noch eine andere Perspektive, nicht zuletzt aus diesem Forum. Wenn es darum geht, den Kaninchen ein Leben zu ermöglichen, was so nah wie Möglich an der Erfahrung "in freier Natur" ist, dann müsste man sie ja konsequenterweise auswildern. In der Freien natur würden die Kaninchen vermutlich weiterziehen, wenn alles so kahl gefressen ist wie dort. Der Unterschied zwischen einem kahlgegessenem Außenbereich und einer Wohnung ist meiner Meinung nach nicht mehr so groß. Auch der Umstand, dass so viele Kaninchen sich in freier Wildbahn eher aus dem Weg gehen würden und sich nicht an permanentes Hundegebell gewöhnen müssen, wurde bei der Natürlichkeit nicht berücksichtigt. Den Doppelstandard sehe ich beim Umgang mit Menschen und vor Allem Hunden. Menschen und Hunde dürfen in's Haus, haben alle Namen, und spezienübergreifende Interaktionen sind nicht nur zulässig sondern erwünscht. Meine Perspektive ist, dass in dieser "so natürlich wie Möglich"-Ansicht der Blick auf das Individuum, dessen Bedürftnisse und Normalitätsempfinden fehlt. Der Charakter und das Normalitätsempfinden eines jeden Individuums werden nunmal von den Erfahrungen seines bisherigen Lebens geprägt. Man gewöhnt sich an das, was man hat und lernt es zu schätzen. Eine völlig andere Art zu leben anzunehmen, weil diese für die Spezies "natürlicher" ist, wird vom einzelnen Individuum eben nicht automatisch als "besser" empfunden. Plötzlich muss man sich mit dutzenden Artgenossen arrangieren, ist Hitze, Regen, Gebell und einer Vielzahl an Insekten ausgesetzt. Derjenige, der sich bisher um dein Wohlergehen gekümmert und jeden Wunsch und jeden Kummer von deinen Augen abgelesen hat, ist dafür plötzlich nicht mehr da. Wenn dich die neue Situation überfordert und du aus sonst welchen Gründen nicht damit klar kommst, dann hast du halt Pech gehabt. Natürliche Auslese und so. Für mich würde sich die Abgabe von Jonas und Martha an das Kaninchendorf in etwa so anfühlen, als würde ich sie aussetzen. Ich übergäbe sie in eine neue Welt voller Ungewissheit, die gleichzeit mit mehr Freiheit und Selbstbestimmung aber gleichzeitig auch mehr Gefahren und Problemen aufwartet. Und wenn sie mich ähnlich vermissen würde, wie ich sie, dann wäre es für alle Drei von uns ein schwerer Abschied. Ich sehe auch, dass die Kaninchen bei mir "Binkies" und "Flops" (kenne die deutschsprachigen Übersetzungen nicht, nachzulesen was das bedeutet hier: https://myhouserabbit.com/rabbit-behavior/binkies-nose-bonks-and-flops-bunny-behavior-explained/ ) machen. Beides Anzeichen von zufriedenen und gar glücklichen Tieren. Geändert von AIL (24.08.2020 um 14:04 Uhr).
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Mein Fazit: Ich würde dort keine Tiere hingeben. Ein Grund wäre schon die Erpressung. Aber auch mangelhafte Sicherheit, keine Impfung, keiner kriegt mit, wenn ein Tier krank ist usw. Ich denke, dass die Tiere es bei Dir in der Wohnung besser haben. Wenn sie vom Züchter kommen, wird es ihnen bei Dir wie im Paradies vorkommen mit dem Platz. Man muss keine Angst haben, dass man nicht genug Futter abbekommt.
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| Da stimme ich grundsätzlich zu. Da ich diesen erein und seine Anlage nicht aus eigener Anschauung kenne, würde ich es nur etwas vorsichtiger Ausdrücken und sagen "Sie haben es bei dir wohl nicht schlechter". S. Anmerkung: Das, was du - AIL - "Doppelstandard" nennst, geht mir gerade öfter im Kopf herum. Es geht mir nicht runter, dass man allgemein so unterschiedliche Maßstäbe ansetzt. Dass es Unterschiede in der Haltung von "Nutztieren" und "Liebhabertieren" gibt, ist ja noch irgendwie rational zu verstehen (was nicht heißt, dass man es gutheißt). Auch dass manche Tiere nachweislich weniger intelligent sind, und man ihnen deswegen z.B. weniger intellektuelle Anregungen zukommen lässst - nachvollziehbar. Oder dass man manche Tiere aufgrund eines fehlenden Zentralnervensystems für weniger empfinungsfähig hält, weswegen man ihnen kaum mehr als die Grundbedürfnisse bietet - auch noch nachollziehbar. Aber warum z.B. ist Volierenhaltung bei Papageien ok, Schafe in einem Stall in der Wohnung zu halten, wäre aber ein Fall für den Tierschutz? Hunde werden selbstverständlich an der Leine geführt und dürfen - Wäre ja noch schöner! - nicht in den Nachbargarten sche*en oder Wildtiere töten, für Katzen gelten aber wieder ganz andere Maßstäbe. Und so weiter und so fort. Das lässst sich rational nicht erklären (schon gar nicht, wenn man sich auf das Leben der Wildformen beruft, dann nämlich bräuchte der Pagagei Bäume und viel Luftraum und der Hund müsste als Freigänger in einem Rudel gehalten werden). Manche Tiere scheinen einfach eine Lobby zu haben, andere nicht...
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| Fehlprägung? Un-/Natürlich? Tja, was ist bei Haustieren natürlich und was ist unnatürlich, was ist fehlgeprägt? Oder ist es nicht viel mehr sinnvolle Anpassung? Fakt ist, es sind keine Wildkaninchen. Egal wie viele Verhaltensweisen seiner ursprünglichen Abstammung ein gezüchtetes "Haus"-Kaninchen noch hat, es ist aber kein Wildkaninchen. So entstehen Haustiere nunmal. Die Art passt sich an. Wenn man das schlecht findet, darf man gar kein Tier halten, denn auch alle Hunde und Katzen mussten sich verändern, um mit dem Menschen leben zu können. Und sie haben es im Ursprung bestimmt freiwillig getan, weil sie Vorteile daraus zogen. Wieso ist das bei Hund und Katze gut und bei Kaninchen grundsätzlich schlecht? So wie du die Haltung dort beschreibst, werden die Tiere viel zu sehr sich selbst überlassen. Das macht natürlich weniger Arbeit. "Natürlich" halten. Tja, die Natur kann auch sehr hart sein. Sie lässt kranke Tiere sterben, sie geht nach dem "Recht des Stärkeren", der Schwache hat da kein Recht zu überleben, weil er da nicht wichtig ist, manchmal sogar schädlich für die Gruppe. Und in der Natur ist das Kaninchen nunmal ein Beutetier, es dient der Ernährung der Raubtiere. Will man diese Natur für Kaninchen in seiner Obhut? Übernimmt man Verantwortung für ein Tier, dann hat man es zu hegen und zu pflegen, medizinisch zu versorgen und Schaden von ihm fernzuhalten. Das scheint dort nicht gegeben. Und sich dann hinzustellen und Wohnungshaltung zu verurteilen. ist echt dreist.
__________________ Viele Grüße, Susanne
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| Die „Erpressung“ spielt Dir doch richtig gut in die Hände. Du sagst einfach, dass Du weder Zeit noch Lust/Geld dafür hast und schon will er sie nicht! Und somit bleiben sie unbeschwert und glücklich bei Dir. Zu seinen Aussagen haben andere schon alles gesagt und das auch noch „moderater“ als ich es getan hätte. Bitte gebe die beiden dort auf keinen Fall hin, sollte Dein Bekannter nochmal darauf dringen, frag ihn ob er sich so ein „Leben“ für seine ehemaligen Tiere vorstellt: - keine Behandlung bei Krankheiten, - keine Impfungen, - kein Schutz vor Raubtieren, - kein (?) Schutz vor Raubvögeln, - scheinbar kein artgerechtes Futter, - keine Beaufsichtigung (die Gänge), to be continued.... Und wenn er dann immer noch drauf besteht, kann er ja erstmal auf seine Kosten und seine Knochen das Gehege bauen.
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| Zitat:
Das kann ich so bestätigen, weil das in dem Messi-Kaninchendorf (>600) auch so war gemäss Erzählungen. Deswegen gab es auch viele verletzte Kaninchen, nämlich jenige, welche in keinem Clan zu hause waren und demzufolge sich in keinem Revier aufhalten durften. Ansonsten stimme ich all den bereits erwähnten Gegenargumenten vollkommen zu.
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| Wobewi das mit der fehlenden Impfung nur eine Mutmaßung von marinahexe war. Ich teile marimnahexes Vermutung zwar, aber es ist trotzdem bisher nur eine Vermutung. S.
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| > Äh, warum müsst ihr das Gehege i.O. bringen? Naja, was heißt "müssen". Das ist, soweit ich das beurteilen kann, so üblich, dass man nicht nur als Zeitvertreib zu 'nem Gnadenhof fährt sondern auch um dort mal mit anzupacken. Als Gegenleistung wurden wir verköstigt. Aber im Grunde tut man es ja für die Tiere. > Wie ist die Absicherung nach oben vor Raubvögeln? Wie engmaschig ist der Draht? Es gibt keine Absicherung nach oben. Die Kaninchen wären in dieser Hinsicht ihrer Eigenverantwortung unterworfen, sich in einem geeigneten Unterschlupf in Sicherheit zu bringen. Es gab' aber auch keine Berichte, dass in dieser Hinsicht dort schonmal was vorgefallen sei. Vermutlich hauptsächlich weil große Greifvögel am Rand der Ausrottung sind. > Eine große kahle Stelle würde ich nicht nur beobachten, sondern dem TA zeigen und behandeln. Kann ein Pilz sein oder Milben. Ich denke es könnten auch entzündete Kampfspuren sein. Auf jeden Fall etwas, wo ich auch definitiv zum Tierarzt mit gehen würde, wenn Jonas oder Martha so eine große Stelle ohne Fell hätten. > Das ist Erpressung, würde ich mir nicht gefallen lassen. Du hast bereits in eine Kastra investiert, wer würde Dir das ersetzen? So wie ich den Hof einschätze (so natürlich wie möglich), werden die Tiere auch nicht gegen die gängigsten Seuchen geimpft, sondern überlässt es der Natur wer leben darf und wer nicht. Das ist unverantwortlich. Wer Tiere hält, hat für sie umfassend zu sorgen. Kastriert (bei Männchen) und geipft, das sind die Voraussetzungen an die Kaninchen, um überhaupt dort aufgenommen zu werden. Das würde mir natürlich niemand ersetzen. Erpressung ist es definitiv nicht. Es gibt schließlich von deren Seite keinen Druck an mich, dass ich die Kaninchen dahin bringen soll. Ich denke einfach, dass sie durchaus selbst denken, dass es das beste für die Kaninchen sei, in einer derartigen, möglichst naturnahen, Kolonie zu leben. Sinngemäß würde ich es zusammenfassen als: "Wir denken schon, dass es den Kaninchen hier besser gehen würde als in einer Wohnung und würden sie prinzipiell auch nehmen. Aber wir bräuchten halt noch ein Quarantänegehege für Neuankömmlinge und da wir da selber keine Zeit für haben, brauchen wir Leute, die uns das bauen." > Wenn Interaktionen gewünscht sind, lässt er dann auch die Hunde mit Jagdtrieb ins Gehege, damit sie ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben können? Ich meinte zwischen den Hunden und den Menschen. Da war so die Aussage: "Ja, streichelt die Mal, die freuen sich." (was auch durchaus der Wahrheit entsprach) Für die Kaninchen waren aber solche Aktionen unerwünscht. Da war die Aussage "das sind Fluchttiere, wenn die sich streicheln lassen ist das eine unnatürliche Fehlprägung" Meine Hoffnung war, dass die mir und damit auch Leuten aus dem Forum bzw. der WhatsApp-Gruppe zustimmen, mit "Ein Gnadenhof ist eher eine Option für Tiere, die keine Endstelle finden und es wäre sinnlos, Tiere, die bei dir schon eine gute Endstelle haben, auf einen Gnadenhof zu tun." Dann hätte ich meinem Kumpel sagen können, dass selbst die Leute dort sagen, dass das sinnlos sei. Aber diese Karte kann ich nun nicht spielen, da die Betreiber seine Argumentation quasi gestützt haben, indem sie sagten, dass Kaninchen auf jeden Fall nach draußen gehören und nicht in eine Wohnung. Ach nochwas: Mir ist grad eingefallen, dass er (der Betreiber) meinte, dass es ja sicher auch 'ne große Belastung (u.a. durch den Geruch) für mich ist, die Kaninchen zu halten und es auch deshalb Sinn macht. Er war ziemlich erstaunt, als ich ihm erzählte, dass sie Klos haben und weitestgehend stubenrein sind. Und mal unter uns... Ich finde den Geruch von Kaninchen verglichen mit dem von Hunden doch recht angenehm. ![]() Geändert von AIL (25.08.2020 um 12:16 Uhr).
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Da es mich aber so interessiert hat, hab' ich jetzt selber nochmal recherchiert und dabei das hier gefunden: https://www.vgt.ch/doc/haeslihof-ulrich-bichsel/doc_haeslihof_bichsel.pdf Ein Dokument mit 60 Seiten, wo man vermutlich so ziemlich alles darüber erfährt, was dort vorgefallen ist. Edit: Ich les' das grad und mir wird echt schlecht dabei. ![]() Geändert von AIL (25.08.2020 um 12:57 Uhr).
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Was haben die denn bisher mit den Neuzugängen gemacht? Sorry, aber für die Quarantäne braucht man kein Gehege, sondern einen Raum (ehem. Stall, Pferdebox, großer Käfig (je nach Größe)) den man gut reinigen und desinfizieren kann. Zitat:
DAs kann man so und so sehen. Ich hab beides. Im Außengehege leben aktuell noch 3 Tiere, in der Wohnung leben 5 Kaninchen in 2 Gruppen. Die, die in der Wohnung leben sind krank bzw. müssen unter ständiger Beobachtung stehen. Lino, 10 Jahre, starke Arthrose, Demenz Schoko, 7 Jahre, ehem.Zuchtrammler, Nierenstein, Blasenprobleme, ideales Opfer für Maden Keks, fast 6 Jahre, gelegentlich Krampfanfälle, extrem fehlgeprägt, wirft sich den Menschen vor die Füße und will Streicheleinheiten ![]() Felix, 4 Jahre, aussort. Zuchtrammler, Zahnfehlstellung, hat sich 2019 versprungen und war hinten gelähmt. Macht mittlerweile wieder Freudensprünge, kann sich aber hinten nicht gut selbst putzen leichtes Opfer für Maden Lady, 4 Jahre, vor Schlachtung gerettet, war von Anfang an sehr menschenbezogen und wäre draußen verkümmert. Ich wage zu behaupten, dass sich die Tiere in der Wohnung wohlfühlen.
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| @AIL Komisch, dass Du das im Nagerforum nicht lesen konntest... Die 60 Seiten vom VGT (Tierschutz) wollte ich Dir nun nicht zumuten ![]() Ja, Es ist erschreckend, wie es dazu kam. Gerade da das Projekt zu Beginn von Zeitungen etc. hoch gelobt wurde (selbst vom VGT!). Ich stand von Beginn an dazu sehr skeptisch dazu, aber dass es derart aus dem Ruder lief...
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| Mir fällt hier nur eins dazu ein: Folge Deinem Herzen und behalte die Schnuffelgetten bitte. Ist ja wie im Tierheim, wo ich erstmal pro Tier 50 Euro zahlen sollte, dass sie aufgenommen werden. Wo ich doch eigentlich nur helfen wollte sie aus Ihren übereinander gestapelten Einzelkäfigen aus einer schimmeligen, verdreckten Wohnung zu retten.
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Aufnahmegebühr in Tierheimen ist nochmal was anderes. Davon werden die Tiere untersucht, kastriert, geimpft, gefüttert. Hier mussten die Tiere ja bereits kastriert und geimpft sein. Und trotzdem soll noch ein Gehege gebaut werden.
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| Ich fand es trotzdem sehr traurig, dass sie sonst nichts damit zu tun haben wollten.
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„Pulen“ sie tatsächlich alle Kaninchen zum vorgesehenen / vorgeschriebenen Zeitpunkt aus ihren Gängen um sie impfen zu lassen??? Wenn sie scheinbar noch nicht mal einen normalen Überblick darüber haben wie viele und welche Kaninchen sie beherbergen? Mensch, denk bitte mal darüber nach was Dir da „geboten“ wird und behalte die beiden Nasen bei Dir oder vermittel sie notfalls in artgerechten Haltung aber nicht dorthin!! Geändert von Terry (25.08.2020 um 22:30 Uhr).
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| Was haben die denn bisher mit den Neuzugängen gemacht? Sorry, aber für die Quarantäne braucht man kein Gehege, sondern einen Raum (ehem. Stall, Pferdebox, großer Käfig (je nach Größe)) den man gut reinigen und desinfizieren kann. Tja, gute Frage. Ich vermute Mal die wurden einfach ohne Weiteres in's Dorf gesetzt. Ich denke der Hauptgrund, warum die anderen Optionen dort schwierig zu realisieren sind, ist, dass dort eben, wie gesagt, überall die Hunde rumlaufen. Die Hunde bewegen sich quasi über den restlichen Hof und auch im Haus. Ich habe gerade nochmal die Website gelesen. Sogar dort steht "Viele von ihnen kommen aus Plastikkäfighaltung und waren auf den Menschen fehlgeprägt." Ich wollte mich zu dieser Thematik mal einlesen, weil mich da interessiert, was Andere für Perspektiven dazu haben und ob es wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt. Was ich zu diesem Kontext gefunden habe, ist einmal, dass Tiere, die allein aufgewachsen sind, oder zu früh von der Mutter getrennt wurden, später zu Aggressionen gegenüber Artgenossen neigen. Ansonsten noch, dass Tiere, die längere Zeit allein gehalten wurden, den Menschen als eine Art Ersatz für Artgenossen ansehen und dann sehr anhänglich werden können. Wenn ich bei diesem Aspekt daran denke, wie Jonas und Martha früher gelebt haben, dann lässt sich hier tatsächlich eine Korrelation feststellen. Martha ist schon sehr lange Handzahm, lässt sich stets streicheln und bittet auch teilweise darum. Jonas, der bis zur Vermittlung seines Bruders mit diesem zusammengelebt hat, hat sich gestern erstmalig freiwillig streicheln lassen. Ich bin gespannt, ob sich das ändert, wenn sie nach der Kastrafrist zusammen kommen. Was ich auch interssant finde: Sie könnten sehr nah an dem Gitter, dass ihre Bereiche trennt zusammen liegen. Machen sie auch teilweise. Aber oft eben auch nicht. Dann liegt Martha in der Transportbox, im Bad oder vor'm Schuhschank und Jonas unter einem Stuhl oder neuerdings auch irgendwo im Wohnzimmer, ganz weit weg von Martha. Schön, dass sie dieses für eine Aufnahme verlangen, aber was ist mit Folgeimpfungen und -untersuchungen? „Pulen“ sie tatsächlich alle Kaninchen zum vorgesehenen / vorgeschriebenen Zeitpunkt aus ihren Gängen um sie impfen zu lassen??? Da würde ich, ehrlich gesagt, nicht von ausgehen. Hab' aber auch nicht danach gefragt. Wenn sie scheinbar noch nicht mal einen normalen Überblick darüber haben wie viele und welche Kaninchen sie beherbergen? Ich denke schon, dass der Überblick dort noch vorhanden ist. Zumindest hat uns die Frau Fragen zu bestimmten Kaninchen gestellt, warum wir die länger beobachtet haben, und ob wir denken, irgendwas sei ungewöhnlich mit dem Kaninchen und hat auch gefragt, ob wir bestimmte Kaninchensorgenkinder gesehen haben und wie wir deren Verhalten einschätzen. Dann war aber auch der Fall, dass ich einen bestimmten Hund beschrieben habe, der mir aufgefallen war und erst gemeint wurde, ich müsse mich bei der Farbe geirrt haben, so einen hätten sie nicht. Ich meine bestimmt den Gigolo, der verhält sich und sieht aus wie beschrieben, ist aber beige und nicht grau. Als ich dann später den Hund, den ich tatsächlich meinte, wiedersah und zeigte, war die Reaktion dann: "Ach die Sue*! Stimmt, an die hatte ich jetzt gar nicht gedacht!" *=Bin mir unsicher bei dem Namen Ich sehe da durchaus eine Tendenz, dass man mit der Anzahl der Tiere überfordert ist. Ich wäre es wahrscheinlich. Es sind an die 30 Hunde, 40 Kaninchen und dann noch Meerschweinchen (keine Angabe zur Anzahl auf der Website) und Chinchillas (die habe ich nicht gesehen, die leben nicht im Kaninchendorf sondern irgendwo anders auf dem Gelände oder im Haus, wo wir nicht waren) dort. Was ich hier nicht möchte, ist meine Perspektive als "klar besser" zu repräsentieren, indem ich die andere Perspektive schlecht mache oder bewusst fehlinterpretiere. Das Kaninchendorf der Seelentröster als Vorstufe zum Häslihof Bichsel darzustellen wäre genauso misrepräsentiert als würde man jegliche Innenhaltung mit Käfig in der Ecke gleichsetzen. Es gibt viel zu viele Dogmen, an die sich Menschen klammern, wo sie dann nicht bereit sind, sich auf die Perspektive von Anderen einzulassen. So möchte ich nicht sein. Was ich möchte, ist sicherzugehen, dass es nicht nur eine aus Egoismus entstandene Voreingenommenheit ist, aus der heraus, ich Jonas und Martha bei mir behalten wollen würde. Ich denke dass beide Seiten ihre klaren Vor- und Nachteile haben und dass eine offene Diskussion ohne Geringschätzung der jeweils anderen Perspektiven am ehesten dazu beitragen würde, sich daran anzunähern, was objektiv das Beste ist. Interessant finde ich auch den psychologischen Aspekt des "Auswahlparadox". Dabei geht es darum, dass man in vielen Situationen viel zufriedener wäre, wenn man keine Auswahl hätte. Die Kaninchen selbst wissen nicht, dass sie noch eine andere Option hätten, bei der sie vielleicht besser leben könnten. Deshalb sind sie sehr entspannt und machen das Beste aus ihrer aktuellen Situation. So ging es mir auch, bevor mein Kumpel mir gesagt hat, dass es eigentlich gar nicht so vorgesehen war.
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Zitat:
In Hamburg ist vor ein paar Jahren 90 % der Wildkaninchenpopulation an RHD 2 verreckt, bis heute siehst Du nur an wenigen Stellen noch (mal wieder) welche. Frag mal @gerti oder @Angora Angy wie es sich anfühlt, wenn über dreißig Tiere innerhalb weniger Tage elendig sterben. Aber wie gesagt, ich schätze das wird die Gnadenhofbetreiber herzlich wenig jucken, ist ja "natürliches Verhalten". Mir stellen sich bei den Beschreibungen dieses Hofes echt alle Nackenhaare auf und ich hoffe für die Tiere, dass sie dort auf keinen Fall hinmüssen. Geändert von Terry (26.08.2020 um 15:57 Uhr).
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| @AIL: Ich bin irgendwie etwas verwirrt über diese Diskussion hier. Bist du wirklich noch am überlegen die Tiere dahin zu geben?
__________________ --- "Du mußt sie jetzt sagen, Oder ewig 'rumtragen, Deine Worte: Verzeih! Hätt' ich doch! – Einerlei. Könnt' ich doch noch! – Vorbei." (Reinhard Mey) --- [Danke, Tante Jessi]
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