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Lady_Dynamite 18.10.2012 11:10

Zitat:

Zitat von Blume (Beitrag 418915)
bei dem Konsum von Lebensmittel sollte man vll. nicht nur auf die Lebensumstände von Tieren achten, sondern auch von Menschen. Nur noch so ein kleiner Denkanstoß :D

Ich esse gerne Fleisch un dich glaube auch viel Fleisch. Ich weiß, dass es nicht an Bäumen wächst, aber ich will und kann nicht ohne. Und ich finde die Entscheidung muss jeder für sich selber treffen.

Ich will und kann dich natürlich nicht dazu zwingen, mehr oder weniger Fleisch zu essen oder dir dein Essen wegnehmen. Ich denke nur, dass man für seine Lebensmittel einen angemessenen Preis bezahlen sollte. Natürlich sollte Fleisch nicht für einen Großteil der Bevölkerung unerschwinglich sein. Aber viele (damit meine ich nicht dich) gehen mit der Konsumware Fleisch meiner Meinung nach zu sorglos um und konsumieren es ohne nachzudenken.

iLulu 18.10.2012 11:14

Geflügel ist glaub ich oft ein Problem - wobei da auch in den letzten Jahren viel passiert ist. Habe das bei einem Hof bei uns um die Ecke mitbekommen, die hatten schon vorher keine Legebatterien, mussten dann aber noch richtig viel verändern und vergrößern etc. Da hab ich aber zugegebenermaßen nicht so sehr den Einblick.

Bei Schweinen hat sich auch einiges getan..sieht man bei meinem Onkel an den neuen Ställen....die alten waren sehr eng und dunkel, jetzt haben sie Tageslicht und die Buchten sind sehr viel weitläufiger. Wenn ich mir die Schweine dort ansehe und sehe wie neugierig sie sind und wie sie rumlaufen etc. sehen die für mich glücklich aus. Ich bin kein Schwein, aber das was ich da sehe hat 0 mit dem zu tun was ich in Berichten sehe....

Jinro 18.10.2012 11:14

Markteingriff durch Preiserhöhungen bringen wenig, mein Beitrag oben hatte nicht zufällig einen Smiley am Ende stehen. Egal welche ordnungspolitischen Mittel man sich ansieht, ob Prohibition oder Tabaksteuer. Der Markt verschiebt sich im Zweifel einfach in den Schatten.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ethnologe-marin-trenk-ueber-globale-trends-in-der-esskultur-a-860728.html

Den Artikel sah ich eben, gibt einen schönen Überblick über die weltweite Verflechtung von Essgewohnheiten.

Lady_Dynamite 18.10.2012 11:17

Zitat:

Zitat von Selkie (Beitrag 418923)
geflügel und schweine werden richtig schlecht gehalten oder?

ich bilde mir zumindestens ein dass es rindern oft besser geht als hühnern oder schweinen. aber ob das stimmt weiß ich nicht...

Soweit ich informiert bin, ja. Meine Mutter die eigentlich kein Problem damit Fleisch zu essen, will nachdem sie eine Reportage gesehen hat.

Die meisten Mastbetriebe sind auf Profit aus, sie stopfen so viele Tiere auf einen Haufen wie zulässig, und die Grundfläche die einem Tier zusteht ist gesetzlich vorgeschrieben, für ein Mastschwein ist das wenn ich mich richtig erinnern ein qm.

Edit: wie schon angedeutet ist eine Regulierung und Verbesserung durch den Preis eher utopisch.
@ iLulu: ich weiß natürlich nicht, wie einzelne ihre Tiere halten. Mag da durchaus das ein oder andere weiße Schaf geben.

Bei Hühnern beträgt diese Grundfläche soweit ich weiß Ca die Größe eines DIN A 4 Blattes.

iLulu 18.10.2012 11:23

Zitat:

Zitat von Lady_Dynamite (Beitrag 418929)
Soweit ich informiert bin, ja. Meine Mutter die eigentlich kein Problem damit Fleisch zu essen, will nachdem sie eine Reportage gesehen hat.

Die meisten Mastbetriebe sind auf Profit aus, sie stopfen so viele Tiere auf einen Haufen wie zulässig, und die Grundfläche die einem Tier zusteht ist gesetzlich vorgeschrieben, für ein Mastschwein ist das wenn ich mich richtig erinnern ein qm.

Auf wie vielen Mastbetrieben warst du denn und hast dir das vor Ort angesehen?

Wir haben einige Schweinemastbetriebe in der Ver- und Bekanntschaft und keiner von diesen Bauern würde seine Tiere quälen! Ja, die Tiere sind Nutzvieh und man kann die Haltung bestimmt nicht mit einer Haustierhaltung vergleichen, aber ich habe dort noch kein Tier leiden sehen (wenn es gesund war - und kranke Tiere hat man immer mal). Die meisten Bauern, die gegen Richtlinien verstoßen, sind in Existenznot - weil eben nichts mehr rumspringt...die Preise die die Industrie zahlt sind ein Witz, da können aber die Bauern nichts für. Und einfach den Hof aufgeben und was anderes machen ist eben auch nicht so leicht, wenn man eine große Familie mit 4 Kindern hat, oder sollen die dann besser hungern??? Das Problem liegt bei denen, die das Fleisch vertreiben (z.B. Wiesenhof). Denen geht es nur ums Geld, nicht den Bauern!

Die meisten Mastbetriebe sind definitv nicht nur auf Profit aus!

Jinro 18.10.2012 11:23

"Nach einer Doku" finde ich ja immer als besonders herausragend tolle Informationsquelle. Man kann auch einfach mal bei Edeka an der Fleischtheke fragen. Edeka hat sich selbstverpflichtet seine Fleischquellen von der Aufzucht über Schlachter bis zur Theke zu dokumentieren, dann weiß man woher sein Fleisch kommt und kann die Quelle recherchieren.

Lady_Dynamite 18.10.2012 11:40

@iLulu ich glaub wir haben uns gerade missverstanden bzw ich hab mich unglücklich ausgedrückt, mit Mastbetrieb meinte ich nicht den Bauern um sie Ecke, sondern durchaus auch größere Konzerne ohne "Nähe zum Vieh".

iLulu 18.10.2012 11:50

Zitat:

Zitat von Lady_Dynamite (Beitrag 418938)
@iLulu ich glaub wir haben uns gerade missverstanden bzw ich hab mich unglücklich ausgedrückt, mit Mastbetrieb meinte ich nicht den Bauern um sie Ecke, sondern durchaus auch größere Konzerne ohne "Nähe zum Vieh".

Ich meine das auch nicht böse...ich mag es nur nicht, dass immer alles über einen Kamm geschert wird. Ich glaube (und weiß aus Erfahrung), dass es mehr weiße als schwarze Schafe gibt. Ich war ja nicht immer nur auf dem gleichen Hof. Meine Onkel verkaufen die Milch oder das Fleisch ja auch an die großen Konzerne und gehören zu denen die da immer in einen Topf geworfen werden mit schlechter Haltung.

Natürlich läuft im TV kein Bericht über "optimale" Nutzviehhaltung...warum auch? Wer würde das gucken? Ist doch kein Skandal! Genau da liegt das Problem...

Lady_Dynamite 18.10.2012 12:03

Zitat:

Zitat von iLulu (Beitrag 418941)
Ich meine das auch nicht böse...ich mag es nur nicht, dass immer alles über einen Kamm geschert wird. Ich glaube (und weiß aus Erfahrung), dass es mehr weiße als schwarze Schafe gibt. Ich war ja nicht immer nur auf dem gleichen Hof. Meine Onkel verkaufen die Milch oder das Fleisch ja auch an die großen Konzerne und gehören zu denen die da immer in einen Topf geworfen werden mit schlechter Haltung.

Natürlich läuft im TV kein Bericht über "optimale" Nutzviehhaltung...warum auch? Wer würde das gucken? Ist doch kein Skandal! Genau da liegt das Problem...

Ich verstehe dich schon, auch deinen Ärger über mein Schwarz-Weiß gemale;) könnte es sein dass das auch eine Frage der Region ist? Bei mir zu Hause in Süddeutschland kenne ich z. B bei Kühen nur anbindehaltung, wohingegen ich durchaus die ein oder andere Reportage über Weidehaltung gesehen hab, die aber vorwiegend im Norden praktiziert wird, zumindest hab ich den Eindruck. Und Ja, Reportagen über gute Tierhaltung hab ich durchaus schön gesehen, u. a. bei Galileo und hab mich sehr darüber gefreut.

iLulu 18.10.2012 12:10

Zitat:

Zitat von Lady_Dynamite (Beitrag 418945)
Ich verstehe dich schon, auch deinen Ärger über mein Schwarz-Weiß gemale;) könnte es sein dass das auch eine Frage der Region ist? Bei mir zu Hause in Süddeutschland kenne ich z. B bei Kühen nur anbindehaltung, wohingegen ich durchaus die ein oder andere Reportage über Weidehaltung gesehen hab, die aber vorwiegend im Norden praktiziert wird, zumindest hab ich den Eindruck. Und Ja, Reportagen über gute Tierhaltung hab ich durchaus schön gesehen, u. a. bei Galileo und hab mich sehr darüber gefreut.

Ja Galileo könnte man da mal rausnehmen. Aber die Vielzahl der Berichte über schlechte Haltung und vor allem der Gund diese zu senden ist fragwürdig.

Verschiedene Regionen bieten mit Sicherheit verschiedene Möglichkeiten und dementsprechend auch verschiedene Haltungen.

Tierarztgeplagt 18.10.2012 12:10

Für mich gibt es was die Haltung angeht keinen Unterschied zwischen Nutztieren und Haustieren. Kühe und Schweine gehören nicht in Boxen oder auf Gummimatten.
Das Minimum ist Stallhaltung auf Stroh und täglicher Weidegang. Alles andere IST in meinen Augen Tierquälerei.

Bei der von mir beschriebenen Haltung kann der Bauer zwangsweise weniger Tiere halten, was automatisch den Preis fürs Fleisch erhöht.

Und wer heutzutage noch Wiesenhof Produkte kauft lebt eh jenseits von Gut und Böse ...

Jinro 18.10.2012 12:20

Zitat:

Zitat von iLulu (Beitrag 418950)
Ja Galileo könnte man da mal rausnehmen. Aber die Vielzahl der Berichte über schlechte Haltung und vor allem der Gund diese zu senden ist fragwürdig.

Verschiedene Regionen bieten mit Sicherheit verschiedene Möglichkeiten und dementsprechend auch verschiedene Haltungen.

Galileo sendet aus dem gleichen Grund lieber positives. Vergrault keine Werbekunden und sichert Feel Good Einschaltquoten.

Generell braucht man doch gar keine Dokus, wenn man Interesse an seiner Nahrung zeigt, bzw. näheren Kontakt dazu aufnimmt. Sich bewusst macht, dass Fischstäbchen keine natürliche Fischform sind, den Metzger auch mal über seine Produkte befragt etc.

iLulu 18.10.2012 12:21

Zitat:

Zitat von Tierarztgeplagt (Beitrag 418951)
Für mich gibt es was die Haltung angeht keinen Unterschied zwischen Nutztieren und Haustieren. Kühe und Schweine gehören nicht in Boxen oder auf Gummimatten.
Das Minimum ist Stallhaltung auf Stroh und täglicher Weidegang. Alles andere IST in meinen Augen Tierquälerei.

Bei der von mir beschriebenen Haltung kann der Bauer zwangsweise weniger Tiere halten, was automatisch den Preis fürs Fleisch erhöht.

Und wer heutzutage noch Wiesenhof Produkte kauft lebt eh jenseits von Gut und Böse ...

Das würde den meisten Bauern die Existenz kosten.

Ich habe meine Meinung ausgiebig hier beschrieben...ich werde das jetzt lassen, da ich mich sonst nur aufrege und da schlicht weg keine Lust zu habe. Die jenigen, die sich wirklich dafür interessieren fahren zu den Höfen in ihrer Umgebung und schauen sich die Haltung und die Tiere an und entscheiden dann.

Die die weiter Medien und Reportagen glauben - viel Spaß, aber das ist für mich keine Grundlage zum diskutieren.

Es gibt auf diieser Welt nicht nur Schwarz und Weiß.

Valentina 18.10.2012 12:28

Herrliche Diskussion...

Da werfe ich doch meinem Hund und meinen Mietzen erstmal ihr Rindergulasch + Innereien in den Napf.

*Yammy*

Jinro 18.10.2012 12:43

So eine Verschwendung. :D

Valentina 18.10.2012 12:58

Erzähl das den 3en :D
Die wissen, was gut & richtig ist!

Hab das heute morgen frisch vom Schlachter geholt.

Selkie 18.10.2012 13:05

@ilulu da hier regionale Tierhaltung angesprochen wurde: die Höfe von denen du sprichst sind hier in NRW?
Raum Köln?

Tierarztgeplagt 18.10.2012 13:17

Zitat:

Zitat von iLulu (Beitrag 418960)
Das würde den meisten Bauern die Existenz kosten.

Ich habe meine Meinung ausgiebig hier beschrieben...ich werde das jetzt lassen, da ich mich sonst nur aufrege und da schlicht weg keine Lust zu habe. Die jenigen, die sich wirklich dafür interessieren fahren zu den Höfen in ihrer Umgebung und schauen sich die Haltung und die Tiere an und entscheiden dann.

Die die weiter Medien und Reportagen glauben - viel Spaß, aber das ist für mich keine Grundlage zum diskutieren.

Es gibt auf diieser Welt nicht nur Schwarz und Weiß.


Sehe ich anders. Würde man diese Haltungsform als Mindeststandard verpfichtend eingeführt, müssten ALLE Bauern ihre Preise anpassen und somit wäre eine faire Konkurrenz gewährleistet.
In der heutigen Konsum-Billig- Gesellschaft natürlich reine Utopie, das ist mir klar, aber die Demeter-Höfe erweitern sich nicht grundlos.

Ich sehe schon, dass es ein Umdenken in der Gesellschaft gibt, und für das gleiche Geld lieber weniger, dafür aber Fleisch von arzgerecht gehaltenen Tieren gekauft wird.

Fluffys 18.10.2012 13:22

Das ist so unnötig wie die Fleischesser immer alles ins lächerliche ziehen müssen ala ich schmeiß meinem Hund mal grad Fleisch in Napf:rolleyes:

Meine Hunde und Katzen bekommen übrigens auch Fleisch sogar hochwertiges Fleisch und nicht die übliche Getreidepampe und ich würde sie auch nicht vegan ernähren auch wenn viele andere Veganer auch Fleischfresser vegan ernähren bzw die Haustierhaltung ja generell ablehnen.

Und die die meinen das die MEISTEN Betriebe die Tiere gut halten leben scheinbar auf einem anderem Planeten als ich. Schaut euch doch mal die Doku Earthlings (Earthlings.com ab 18J.!) an, da sieht man die Realität und nicht die glückliche lila Kuh auf der Weide.

Ich hätte auch nichts dagegen wenn die meisten Betriebe dicht machen und das die Existenz der Bauern kostet,es gibt genügend Umstiegschancen was zwangsläufig sowieso kommen wird da wir diesen Planeten nicht ewig lang so runterwirtschaften können ohne Konsequenzen die ja schon jetzt spürbar sind.

iLulu 18.10.2012 13:23

Zitat:

Zitat von Selkie (Beitrag 418979)
@ilulu da hier regionale Tierhaltung angesprochen wurde: die Höfe von denen du sprichst sind hier in NRW?
Raum Köln?

ca. 90 km entfernt in meiner Heimat ;)

Zitat:

Zitat von Tierarztgeplagt (Beitrag 418983)
Sehe ich anders. Würde man diese Haltungsform als Mindeststandard verpfichtend eingeführt, müssten ALLE Bauern ihre Preise anpassen und somit wäre eine faire Konkurrenz gewährleistet.
In der heutigen Konsum-Billig- Gesellschaft natürlich reine Utopie, das ist mir klar, aber die Demeter-Höfe erweitern sich nicht grundlos.

Ich sehe schon, dass es ein Umdenken in der Gesellschaft gibt, und für das gleiche Geld lieber weniger, dafür aber Fleisch von arzgerecht gehaltenen Tieren gekauft wird.

Dann würde in den Supermärkten bald nur noch Fleisch aus dem Ausland liegen, wo die Missstände sehr viel Größer sind (und die Bauern würden auf ihrem Fleisch sitzen bleiben).

Es mag einige geben die umdenken (ich selbst kaufe auch lieber beim Metzger um die Ecke, bei dem ich weiß wo das Fleisch her kommt, als im Supermarkt) - viele werden es sich in dieser Gesellschaft aber auf Dauer (oder auch jetzt schon) gar nicht leisten können umzudenken.

Edit: Zu jeglichen Dokus wurde ja schon oft genug was gesagt.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 20:44 Uhr.



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