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"Auswildern" auf die Terrasse auf Kaninchen Forum

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 31.01.2014
Beiträge: 63
Tinkii befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.05.2014, 19:08

"Auswildern" auf die Terrasse


Hallo ihr Lieben,

ich möchte meine Kackis gerne auf die Terrasse auswildern ..
Ich kenne diese Prozedur nur von Degus und wollte wissen ob es so ähnlich abläuft oder ob Kaninchen da nicht so empfindlich sind?

Wollte sie jetzt im Sommer in einen Eigenbau stecken und diesen sogar mit Isolierung in den Zwischenwänden dämmen - jemand Erfarung damit gemacht?

Ausserdem habe ich Sorge, dass meine Tiere es zu heiß oder kalt empfinden könnten - oder wäre das nicht so tragisch?

Auf was ist besonders im Winter zu achten? Oder muss ich sie dann wieder rein holen?

Vielen Dank !

Mona



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Benutzerbild von NiTi
Kaninchen
 
Registriert seit: 24.02.2014
Beiträge: 3.289
NiTi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.05.2014, 19:14

Huhu,

meine ziehen bald auf die Terrasse. Dachterrasse allerdings. Leider in Südlage, heißt volle Sonneneinstrahlung von morgens bis abends. Daher werd ich das von Tag zu Tag entscheiden, ob sie den Tag draußen oder drinnen verbringen werden. Tagsüber wird hier eh nur geschlafen.

Im Winter bleiben sie draußen. Kaninchen entwickeln ein dickes Winterfell. Wichtig ist, dass sie einen trockenen Rückzugsort und immer frisches Wasser haben, was natürlich bei Minusgraden schnell einfriert. Auch brauchen sie etwas mehr Energie als Wohnungskaninchen, wenn es besonders kalt wird.

Da wissen die Profis hier sicherlich noch mehr, und vor allem detaillierter.

Mein Fazit ist aber: Wenn reinholen, dann eher wegen der Hitze. Kälte ist nicht so tragisch.




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 20.05.2014, 20:55

Das wichtigste ist ein ausreichend großes Gehege das mardersicher sein muss. Da muss man schon ein wenig Aufwand treiben und ganz billig ist es auch nicht. Guter Draht macht einen recht großen Teil der Kosten aus, man kann aber nicht auf ihn verzichten aus Sicherheitsgründen. Es sollte auf jeden Fall punktverschweißter Viereckdraht sein (KEIN Kaninchendraht!!! Der richtige wird auch als Volierendraht bezeichnet) in einer Stärke von mind. 1,2 mm bei höchstens 19 x 19 mm Maschenweite. Auch an die Absicherung nach oben und unten denken!

Ein Schutzhaus ist wichtig, es sollte ausreichend groß sein dass alle Gruppenmitglieder sich darin hinlegen können. Gut ist auch, wenn dort noch der Wassernapf und das Futter unterkommen können, damit sie im Winter nicht so leicht einfrieren. Isoliert muss es nicht unbedingt sein meiner Meinung nach, aber das Holz sollte schon ab 2 cm Dicke betragen. Im Winter muss genau wie bei heißen Temperaturen besonders darauf geachtet werden, dass die Einstreu schön frisch und trocken ist.

Die Pflegearbeiten ähneln denen in Innenhaltung: ein- bis zweimal täglich die Klos saubermachen, ein- bis zweimal wöchentlich das Gehege.

Im Sommer sehr wichtig: der Schutz vor der Sonne! Da muss man allerlei Aufwand treiben wenn das Gehege nicht im natürlichen Schatten liegt, sonst können die Kaninchen an einem Hitzschlag schlimmstenfalls sogar sterben.

Das Umsiedeln nach draußen ist im Sommer problemlos - später als September sollte man es allerdings nicht mehr machen, damit sie ausreichend durch die Witterung stimuliert werden ein Winterfell zu bilden. Das schützt die Nins prima vor Kälte, es isoliert so gut dass sogar Schnee auf den Nins längere Zeit liegen bleibt. Wichtig ist, dass windgeschützte Plätze zur Verfügung stehen. Wind fegt die isolierende Luftschicht zwischen den Haaren heraus und kühlt die Nins aus.

Generell das ganze Jahr über müssen regengeschützte Plätze zur Verfügung stehen - das versteht sich aber wohl von selbst.

Die Fütterung wird zum Winter hin so angepasst, dass sie energiehaltiger ist als in Innenhaltung. Außennins haben einen deutlich höheren Energiebedarf als Innennins.

Welche Nins können nicht ganzjährig draußen leben?

  • akut kranke Nins, wenn sie Untertemperatur haben oder die Gefahr besteht dass sie Untertemperatur bekommen
  • sehr alte bzw. gebrechliche Nins, wenn sie trotz energiehaltiger Fütterung ihr Gewicht nicht halten können
  • Nins in Einzelhaltung (Gefahr des Erfrierens!!!)
  • Kaninchen, die aufgrund einer Fellwechselstörung oder einer besonderen Fellstruktur kein ausreichendes Winterfell bilden - da muss man genau hinschauen. Dazu zählen einige Rexkaninchen, einige Löwenköpfchen und einige Teddys - zum Glück aber längst nicht alle, so dass man den Großteil der Rexe, Löwchen und Teddys draußen halten kann.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 31.01.2014
Beiträge: 63
Tinkii befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.05.2014, 19:42

Vielen Dank für eure Antworten.

Die Terrasse ist leider ( menschlich ) im Osten, dass heisst nur Morgens scheint dort die Sonne.
Gut für die Kackis - bis zum nächsten morgen ist dort Schatten bzw ab und an mal paar Sonnenstrahlen verirren sich dann doch einmal dort hin.

Das der Draht teuer ist, musste ich bereits an meinen Degus fest stellen.
Hierfür hatten wir damals einen riesen Käfig gebaut mit Gesamtkoste von 950 € wo der Draht das allerteuerste war und die Edelstahlschienen ..

Zu bedenken machen mir jetzt allerdings, dass ich einmal ein Zwerwidderchen habe mit wirklich dicken flauschigen Fell welches ordentlich rum haart in der Wohnung und einem Löwenköpfchen, wo ich eigentlich nie Fell in den Händen halte.
Woher weiss ich also, ob ich unseren Löwen raus setzen darf ?!




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 21.05.2014, 19:45

Es muss nichts heißen dass dein Löwenköpfchen kaum haart. In Innenhaltung braucht es ja kein Winterfell. Die meisten Kaninchen sind tatsächlich außenhaltungstauglich, du solltest allerdings (ohnehin, falls mal eins der Langohren krank wird) einen Plan B bereit halten um sie notfalls drin überwintern zu lassen. Im Herbst merkst du dann, ob er tatsächlich Winterfell bekommt.



 
 
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