Zitat:
Zitat von saloiv Ich kann dir meine Empfehlungen anbieten, die bisher Stadt-Bewohner umsetzen um eine Ad-libitum-Ernährung zu praktizieren. Es reicht zwei bis dreimal die Woche sich auf eine Wiese oder einen Park zu begeben und eine größere Menge Wiesenpflanzen zu ernten. Diese Portion teilt man wenn man wieder zu Hause ist in so viel Portionen wie sie an Tagen halten muss und füttert jeden Tag so eine Portion. Genauso reicht es zweimal die Woche Gemüse einzukaufen und dieses dann entsprechend auf die Tage aufzuteilen. |
Und genau da liegt das Problem!!! Du kannst nicht behaupten Heu sei minderwertig weil so und so viele Vitamine verloren gegangen sind, wenn rund 90 % dieser Vitamine innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Pflücken kaputt gehen! Selbst bei kühler Lagerung! Wissenschaftlich nachgewiesen, Vitamine sind nur extremst kurz haltbar, deshalb ist auch Tiefkühlgemüse nicht gleich Tiefkühlgemüse, es kommt darauf an WANN es tiefgefroren wurde und wie schnell! Dein scheinbar so gesundes Futter von vor 3 Tagen enthält kaum mehr Vitamine als gutes Heu, dafür ist das Risiko bei einem Sammeln nur zweimal die Woche enorm hoch dass es bereits zu Gärprozess gekommen ist der unbemerkt bleibt. Nicht umsonst gilt die Empfehlung Grünfutter grundsätzlich IMMER FRISCH anzubieten, die Blätter und Halme dürfen keinesfalls weich oder labberig oder gar schon welk sein. Das ist für die Tiere unter Umständen LEBENSGEFÄHRLICH!!! Denn angewelkte Futtermittel sind bereits verdorben und werden zu diesem Zeitpunkt schon von Bakterien und je nach Wassergehalt sogar schon von Schimmelpilzen zersetzt.
Und damit ist dein Vorschlag für mich nicht 90%ig ideal, nicht einmal 50%ig, sondern - sorry - völlig indiskutabel, ich ess auch nichts verdorbenes freiwillig! Und ich ziehe eine vielleicht 50%ig ideale Fütterung einer indiskutablen weil gefährlichen immer vor. Entweder JEDEN TAG FRISCH (kann ich zeitlich nicht, muss dafür weit mit dem Auto fahren und außerdem aufpassen dass ich nicht beim Sammeln im Naturschutzgebiet Ärger bekomme, weil verboten! aber der einzige Ort wo man noch unbelastetes Futter bekommen würde ohne Hundepipi, Autoabgase etc.), oder ich lass die Finger davon.
Früher, vor dem Krieg, wurde das gemacht, da wurde grünes Futter frisch angeboten. Da wurden die Kinder jeden Tag, teilweise sogar zweimal, einmal vor der Schule noch und einmal abends, zum Gras- und Löwenzahnsammeln losgeschickt - eine sehr einseitige Ernährung übrigens, keine Ad-Libitum-Ernährung, bei weitem nicht. Ich weiß das genau, weil meine Schwiegermutter zu diesen Kindern zählte, und ich auch sehr viel Kontakt zu älteren Menschen habe die mir das ebenfalls so geschildert haben. Von einer Ad-Libitum-Ernährung kann keine Rede sein in diesen Zeiten, es wurde nur das gefüttert was schnell und einfach erreichbar war (nämlich Gras, Löwenzahn) und sonst nichts an Kräutern. Da hätte sich niemand die Mühe gemacht stundenlang herumzusuchen was die Nins fressen dürfen und was nicht. Gras und Löwenzahn, das vertragen sie, also bekommen sie das, basta. Schließlich wurden sie ja für den Teller gezüchtet.Wenn mal ne Möhre übrig war, bekamen sie auch die, oder Fallobst. Und wenn sie nicht gesund waren - Petersilie. Sonst haben die nie ein Kräutlein gesehen, jedenfalls nicht hier in unserer Gegend.
Wie kommst du eigentlich auf die pauschale Aussage, Gräser seien giftig für Kaninchen?
