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gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von saloiv
Moderatorin
 
Registriert seit: 06.08.2009
Beiträge: 4.686
saloiv befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.09.2009, 05:20

AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??


Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Bei mir gibt es auch nur 2 - 3 Sorten Gemüse/Zweige mit Blättern/Gräser und Kräuter frisch auf einmal. Mehr ist einfach nicht drin, ich kann nicht mehrfach am Tag frische Kräuter sammeln, selbst anbauen geht auch nicht (Mini-Grundstück) und jeden Tag frisch kleinste Mengen Obst und Gemüse und Kräuter einkaufen ist auch utopisch. Sowas kann man vielleicht machen wenn man eine große Kaninchengruppe hält (und deshalb ohnehin viel Futter benötigt, was man in entsprechenden Portionen kaufen kann), oder einen kompletten Bauerngarten zur Verfügung hat. Das hat aber nun mal nicht jeder. Zweimal die Woche gibts bei mir etwas Obst dabei, im Winter etwas öfter wegen der Vitamine und der Energie. Die notwendige und von saloiv geforderte Abwechslung biete ich durch hochwertiges Heu - da sind viele verschiedene Bestandteile drin enthalten.
Ich kann dir meine Empfehlungen anbieten, die bisher Stadt-Bewohner umsetzen um eine Ad-libitum-Ernährung zu praktizieren. Es reicht zwei bis dreimal die Woche sich auf eine Wiese oder einen Park zu begeben und eine größere Menge Wiesenpflanzen zu ernten. Diese Portion teilt man wenn man wieder zu Hause ist in so viel Portionen wie sie an Tagen halten muss und füttert jeden Tag so eine Portion. Genauso reicht es zweimal die Woche Gemüse einzukaufen und dieses dann entsprechend auf die Tage aufzuteilen.

Mal als Beispiel möchte ich die Fütterung von einem Kaninchenhalter aus einer deutschen Großstadt (Innenstadt München) aufzeigen:
- Am Wochenende wird der Englische Garten besucht und eine riesige Portion Wiesen-Kräuter geerntet
- Mittwochs wird in einem kleineren Park oder anderen Stellen Wiesengrün gepflückt
- Wenn sich die Möglichkeit bietet (Bekanntenbesuche etc.) wird ebenfall etwas gepflückt
- Das Wiesengrün wird anschließend auf die Tage aufgeteilt (Also das Grün vom Englischen Garten auf Sonntag, Montag, Dienstag, das Grün vom Park auf Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag) etc. und im Gemüsefach in einem Papier eingeschlagen aufbewahrt (Zeitungspapier oder Küchenrolle, Handtuch). Ebenfalls möglich sind Keller, kühle Räume etc.
- Täglich wird diese Portion den Kaninchen angeboten
- Zusätzlich wird blattreiches Gemüse eingekauft und täglich angeboten

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ich habe da auch kein schlechtes Gewissen muss ich ehrlich sagen, auch wenn saloiv da anderer Meinung ist und Heu als minderwertiges Futter betrachtet weil es getrocknet ist - was ich nicht nachvollziehen kann, denn meine Kaninchenernährung ist mit meinem Tierarzt, dem ich sehr vertraue, abgesprochen und er sagt meine Ernährungsweise ist gut. Er rät sogar davon ab zu viele verschiedene Futtermittel auf einmal zu geben, da es durchaus zu unerwünschten Wechselwirkungen z. B. von Kohlrabiblättern und Broccoli, oder von Kohlarten und Obst kommen kann! Selbst die Futterpläne von diebrain sehen maximal 3 verschiedene Futterarten in einer Fütterung vor.
Mit Meinung hat das leider wenig zu tun. Ich fände es auch bequemer täglich die Heuraufe zu füllen und eine Möhre zu schnippeln . So ist es ja nicht. Und ich habe es auch jahrelang so gemacht.
Hier mal ein paar Hintergrundinformationen:
- Jeden Monat der Lagerung verliert das Heu 6-8% seiner Nähr- und Wirkstoffe
(Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung)
- Bei der Heugewinnung gehen durch das Abbröckeln der Blätter 50% der Nährstoffe verloren
(Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung)
- Beta Carotin-Gehalt pro kg Trockenmasse im Vergleich:
Weidegras 250mg
Heu 20mg

(Quelle: Vitamine in der Tierernährung, Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung)
- "[...]Die verbreitetste ist die Bodentrocknung. Die Nährstoffverluste an Eiweiß und Energie liegen hier zwischen 30 und 50 % im Vergleich zum frischen Grünfutter. Sie kommen zu Stande durch Bröckelverluste, leider vor allem bei den Kräutern, und durch die Auswaschung löslicher Nährstoffe bei Regen."
(Quelle: nochmal Lackenbauer)
- usw. (Bitte erspare mir jetzt jedes Vitamin auseinander zu nehmen, das Datensuchen ist immer etwas aufwändig. Aber wenn du drauf bestehst, machen wir das… Irgendwo müsste ich sowieso noch die Daten von meinen eigenen Recherchen haben…)

Daher meine „Meinung“, dass Heu minderwertiger als frische Wiese ist .


Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Außerdem muss man für eine ausgewogene Ernährung noch auf das Kalzium-Phosphor-Verhältnis der einzelnen Futtermittel achten - eine falsche Kombination kann hier auf Dauer bei empfindlichen Tieren auch zu Problemen führen.
Ein Grund mehr eine Ad-libitum-Ernährung zu praktizieren, denn die wissenschaftlichen Forschungen sind noch längst nicht so weit wie unsere langohrigen Freunde . Während man sich in Fachkreisen noch streitet wie genau dieses Verhältnis sein soll (im Moment hat man sich auf den Spielraum 1,2-1,4:1 (Kalzium /Phosphor) geeinigt), wissen unsere Kaninchen von alleine wie es am besten passt . Das größte Problem bezüglich Kalzium ist im Moment sowieso nicht dessen Verhältnis zu Phosphor sondern der geringe Wassergehalt der Nahrung und der extrem hohe Kalziumgehalt in den wasserarmen Futtermitteln. Heu ist extrem kalziumreich und wasserarm, Trockenfutter ist extrem kalziumreich und wasserarm usw.
Gemüse ist hingegen kalziumarm und wasserreich. Kräuter sind kalziumreich und Wasserreich (wiegt sich gut auf).

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ich lehne die Ad-Libitum-Fütterung ab - zum einen weil die Gefahr besteht, dass verdorbene Futtermittel übersehen werden weil viel zu viel zum "aussuchen" gefüttert werden muss damit auch jedes der Tiere ausreichend seiner "Wunschfuttermittel" abbekommt (z. B. bei 3 Kaninchen muss die 3-fache normalerweise nötige Menge an Futtermitteln zur Verfügung stehen! Was macht man dann mit dem Rest der vergammelt?),
Reste gibt es kaum. Man lernt ja mit der Zeit sehr gut die Kaninchen einzuschätzen und bietet das Futter entsprechend so an, dass nur minimale Reste entstehen… Wenn man einmal am Tag das Futter durchschaut (was wohl jeder Halter mindestens tut) wird auch nichts schlecht, so schnell verderbliches Futter gibt es nicht.

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
zum anderen weil nicht sicher ist dass unsere seit hunderten von Jahren durch Menschenhand gezüchteten Hauskaninchen noch ausreichend Instinkte besitzen um von selbst das ideale Nährstoff-Verhältnis herauszufinden. Bei einer Ad-Libitum-Ernährung dürfte man ohnehin auch nur das füttern, was natürlicherweise jahreszeitabhängig vorhanden ist. Dazu gehören in hiesigen Breiten natürlich keine Paprika, keine Bananen, Obst nur zur Saison, ebenso alle anderen Futtermittel: Kohlrabi auch nur dann wenn er gerade auf den Feldern wächst u.s.w. - Getreide ausschließlich im Spätsommer/Herbst, niemals aber im Frühjahr...
Da gehst du in Richtung naturnahe Fütterung. Eine Ad-libitum-Ernährung kann auch „nicht-naturnah“ ausgeführt werden.
Warum lehnst du eine Ernährung ab, nur weil sie nicht hundert 100ig ieal ist sondern nur 90%ig und wendest dich einer Ernährung zu, die nur 50%ig ideal ist?

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Die Ad-Libitum-Fütterung ist gut gemeint, und sicher auch ein guter Ansatz, aber sie ist noch längst nicht ausgereift und zu Ende gedacht! Und ich bezweifle die Durchführbarkeit auf Dauer.
Die Ad-libitum-Ernährung wird momentan in hunderten von Haushalten praktiziert. Sie ist sowieso schon immer durchgeführt worden, bis man in die Kriegsjahre kam, dort wurde sie nur im Sommer durchgeführt (Wiese), im Winter hingegen nicht, da es an Futtermitteln mangelte. Aus den Kriegsjahren und durch den Einfluss der Futtermittelindustrie ist erst die rationierte Fütterung entstanden.
Das Kaninchen bedarfsgerecht selektieren können steht außer Frage, das beweisen nicht nur hunderte von Kaninchen zur jetzigen Sekunde, sondern es ist auch durch wissenschaftliche Arbeiten belegt.

Mit der Bequemlichkeit ist es immer so eine Sache. Die meisten Leute finden es an bequemsten einmal oder zweimal im Jahr eine größere Menge Trockenfutter zu kaufen und die hält dann ein halbes Jahr. Bequemlichkeit ist eigentlich kein Argument, vor allem ist eine Ad-libitum-Ernährung überhaupt nicht aufwändig, im Gegenteil, man muss so wenig Denkleistungen vollbringen. Man muss nur 2x in der Woche Gemüse einkaufen (alles was der Laden hergibt) und zweimal oder dreimal die Woche auf eine Wiese gehen und den Eimer vollpflücken. Fertig. Dafür hat man dann viel weniger Arbeit wenn man füttert: Klappe auf, alles rein was ausgegangen ist, Klappe zu.
Früher habe ich ewig hingefriemelt bis ich eine gute Portion zusammen hatte (Oh jetzt ist zu viel Kohl drinnen. - Nein, das ist zu einseitig – Oh vielleicht brauch ich noch von dem ein wenig – es sollten ja optimal… - usw.).

Probier die Ad-libitum-Ernährung doch einfach aus, dann wirst du merken wie einfach sie ist . Ansonsten bietet sich eine gute rationierte Fütterung mit vielfältigen, durchdachten Angebot an Futtermitteln an.

Ach ja zum Heu noch: Das habe ich auf meiner HP noch nicht eingebaut (die Thematik kommt noch). Heu besteht zu 90-100% aus Gräsern. Bei den Gräsern gibt es aber leider ein sehr ernst zu nehmendes Problem… Man zwingt somit die Kaninchen diese Gräser zu fressen obwohl sie a) keine Grasfresser sondern Kräuterfresser sind und b) diese Gräser zum Großteil giftig sind. Daher würde ich empfehlen auch bei rationierter Fütterung immer mindestens eine Gemüseart anzubieten damit die Kaninchen dem Heu ausweichen können.




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Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 09.09.2009, 10:25

AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??


Zitat:
Zitat von saloiv Beitrag anzeigen
Ich kann dir meine Empfehlungen anbieten, die bisher Stadt-Bewohner umsetzen um eine Ad-libitum-Ernährung zu praktizieren. Es reicht zwei bis dreimal die Woche sich auf eine Wiese oder einen Park zu begeben und eine größere Menge Wiesenpflanzen zu ernten. Diese Portion teilt man wenn man wieder zu Hause ist in so viel Portionen wie sie an Tagen halten muss und füttert jeden Tag so eine Portion. Genauso reicht es zweimal die Woche Gemüse einzukaufen und dieses dann entsprechend auf die Tage aufzuteilen.
Und genau da liegt das Problem!!! Du kannst nicht behaupten Heu sei minderwertig weil so und so viele Vitamine verloren gegangen sind, wenn rund 90 % dieser Vitamine innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Pflücken kaputt gehen! Selbst bei kühler Lagerung! Wissenschaftlich nachgewiesen, Vitamine sind nur extremst kurz haltbar, deshalb ist auch Tiefkühlgemüse nicht gleich Tiefkühlgemüse, es kommt darauf an WANN es tiefgefroren wurde und wie schnell! Dein scheinbar so gesundes Futter von vor 3 Tagen enthält kaum mehr Vitamine als gutes Heu, dafür ist das Risiko bei einem Sammeln nur zweimal die Woche enorm hoch dass es bereits zu Gärprozess gekommen ist der unbemerkt bleibt. Nicht umsonst gilt die Empfehlung Grünfutter grundsätzlich IMMER FRISCH anzubieten, die Blätter und Halme dürfen keinesfalls weich oder labberig oder gar schon welk sein. Das ist für die Tiere unter Umständen LEBENSGEFÄHRLICH!!! Denn angewelkte Futtermittel sind bereits verdorben und werden zu diesem Zeitpunkt schon von Bakterien und je nach Wassergehalt sogar schon von Schimmelpilzen zersetzt.

Und damit ist dein Vorschlag für mich nicht 90%ig ideal, nicht einmal 50%ig, sondern - sorry - völlig indiskutabel, ich ess auch nichts verdorbenes freiwillig! Und ich ziehe eine vielleicht 50%ig ideale Fütterung einer indiskutablen weil gefährlichen immer vor. Entweder JEDEN TAG FRISCH (kann ich zeitlich nicht, muss dafür weit mit dem Auto fahren und außerdem aufpassen dass ich nicht beim Sammeln im Naturschutzgebiet Ärger bekomme, weil verboten! aber der einzige Ort wo man noch unbelastetes Futter bekommen würde ohne Hundepipi, Autoabgase etc.), oder ich lass die Finger davon.

Früher, vor dem Krieg, wurde das gemacht, da wurde grünes Futter frisch angeboten. Da wurden die Kinder jeden Tag, teilweise sogar zweimal, einmal vor der Schule noch und einmal abends, zum Gras- und Löwenzahnsammeln losgeschickt - eine sehr einseitige Ernährung übrigens, keine Ad-Libitum-Ernährung, bei weitem nicht. Ich weiß das genau, weil meine Schwiegermutter zu diesen Kindern zählte, und ich auch sehr viel Kontakt zu älteren Menschen habe die mir das ebenfalls so geschildert haben. Von einer Ad-Libitum-Ernährung kann keine Rede sein in diesen Zeiten, es wurde nur das gefüttert was schnell und einfach erreichbar war (nämlich Gras, Löwenzahn) und sonst nichts an Kräutern. Da hätte sich niemand die Mühe gemacht stundenlang herumzusuchen was die Nins fressen dürfen und was nicht. Gras und Löwenzahn, das vertragen sie, also bekommen sie das, basta. Schließlich wurden sie ja für den Teller gezüchtet.Wenn mal ne Möhre übrig war, bekamen sie auch die, oder Fallobst. Und wenn sie nicht gesund waren - Petersilie. Sonst haben die nie ein Kräutlein gesehen, jedenfalls nicht hier in unserer Gegend.

Wie kommst du eigentlich auf die pauschale Aussage, Gräser seien giftig für Kaninchen?




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Registriert seit: 06.08.2009
Beiträge: 4.686
saloiv befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.09.2009, 14:50

AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??


Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Und genau da liegt das Problem!!! Du kannst nicht behaupten Heu sei minderwertig weil so und so viele Vitamine verloren gegangen sind, wenn rund 90 % dieser Vitamine innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Pflücken kaputt gehen! Selbst bei kühler Lagerung! Wissenschaftlich nachgewiesen, Vitamine sind nur extremst kurz haltbar, deshalb ist auch Tiefkühlgemüse nicht gleich Tiefkühlgemüse, es kommt darauf an WANN es tiefgefroren wurde und wie schnell! Dein scheinbar so gesundes Futter von vor 3 Tagen enthält kaum mehr Vitamine als gutes Heu, dafür ist das Risiko bei einem Sammeln nur zweimal die Woche enorm hoch dass es bereits zu Gärprozess gekommen ist der unbemerkt bleibt. Nicht umsonst gilt die Empfehlung Grünfutter grundsätzlich IMMER FRISCH anzubieten, die Blätter und Halme dürfen keinesfalls weich oder labberig oder gar schon welk sein. Das ist für die Tiere unter Umständen LEBENSGEFÄHRLICH!!! Denn angewelkte Futtermittel sind bereits verdorben und werden zu diesem Zeitpunkt schon von Bakterien und je nach Wassergehalt sogar schon von Schimmelpilzen zersetzt.

Und damit ist dein Vorschlag für mich nicht 90%ig ideal, nicht einmal 50%ig, sondern - sorry - völlig indiskutabel, ich ess auch nichts verdorbenes freiwillig! Und ich ziehe eine vielleicht 50%ig ideale Fütterung einer indiskutablen weil gefährlichen immer vor. Entweder JEDEN TAG FRISCH (kann ich zeitlich nicht, muss dafür weit mit dem Auto fahren und außerdem aufpassen dass ich nicht beim Sammeln im Naturschutzgebiet Ärger bekomme, weil verboten! aber der einzige Ort wo man noch unbelastetes Futter bekommen würde ohne Hundepipi, Autoabgase etc.), oder ich lass die Finger davon.
90% der Vitamine gehen nach dem Pflücken kaputt? Hast du dafür wissenschaftliche Quellen, das würde mich interessieren .
Wenn man Gras (200 mg Vitamin E) zu Silage verarbeitet verliert es z.B. so viel an Vitamin E:
Gras: 200mg Vitamin E
Silage 60mg Vitamin E

Wird es zu Heu verarbeitet sieht es so aus:
30mg Vitamin E

Der Trocknungsprozess ist somit viel schädlicher als ein Gärungsprozess oder ein "alt werden".

Bei einer Lagerung im Kühlschrank (so wie empfohlen) hält sich Wiesengrün gute 2-3 Tage, ohne Schimmel oder andere Sachen (Gärungsprozesse).

Klar wenn ich wiese pflücke besteht die Gefahr, dass ein Hund genau an die Stelle gemacht hat, dass ich mir Grasmilben einfange, dass ich mir die Kleidung schmutzig mache oder Myxomatose von Wildkaninchen einfange (diese Argumente kenne ich schon alle zur Genüge).

Fütter ich Heu so bestehen folgende Gefahren:
- Grasmilben
- Unreinheiten (es gab sogar schon tote Mäuse im Heu -> siehe Kaninchenforen)
- Giftige Pflanzen die im Heu nicht mehr erkannt werden können (durch den Trocknungsprozess fällt den Kaninchen das Selektieren schwer. z.B. Jakobskreuzkraut (das sie frisch niemals anrühren würden) wird ohne Probleme mitgefressen.
- usw.

Fütter ich Grünfutter aus dem Laden (Gemüse, Obst usw.) bestehen folgende Gefahren:
- Starke Pestizidbelastung (durch Bio-Gemüse etwas abschwächbar)
- Bestrahlung mit Röntgenstrahlung (wird bei ausländischen Früchten/Gemüse flächendekend praktiziert weil es dann nicht altert)
- Verseuchung mit Rattenkot usw. (bekannt geworden durch Importwahre die mit Schiffen transportiert werden)
- Spuren von Giften
- Keine Vitamine mehr durch zu lange Lagerung
- usw.

Da fällt mir noch viel mehr ein. Was lernen wir daraus? Man muss immer ein Risiko eingehen wenn man Kaninchen füttert. Das einzige was klinisch rein ist, das ist hoch erhitztes Trockenfutter. Also wer auf Nr. Sicher gehen möchte...
Allerdings ist trockenfutter genauso schädlich wie eine zu trockene Ernährung und führt zu üblen Folgen... Daher plädiere ich dafür die Risiken möglichst gering zu halten und trotzdem artgerecht zu füttern.

Zitat:
Früher, vor dem Krieg, wurde das gemacht, da wurde grünes Futter frisch angeboten. Da wurden die Kinder jeden Tag, teilweise sogar zweimal, einmal vor der Schule noch und einmal abends, zum Gras- und Löwenzahnsammeln losgeschickt - eine sehr einseitige Ernährung übrigens, keine Ad-Libitum-Ernährung, bei weitem nicht. Ich weiß das genau, weil meine Schwiegermutter zu diesen Kindern zählte, und ich auch sehr viel Kontakt zu älteren Menschen habe die mir das ebenfalls so geschildert haben. Von einer Ad-Libitum-Ernährung kann keine Rede sein in diesen Zeiten, es wurde nur das gefüttert was schnell und einfach erreichbar war (nämlich Gras, Löwenzahn) und sonst nichts an Kräutern. Da hätte sich niemand die Mühe gemacht stundenlang herumzusuchen was die Nins fressen dürfen und was nicht. Gras und Löwenzahn, das vertragen sie, also bekommen sie das, basta. Schließlich wurden sie ja für den Teller gezüchtet.Wenn mal ne Möhre übrig war, bekamen sie auch die, oder Fallobst. Und wenn sie nicht gesund waren - Petersilie. Sonst haben die nie ein Kräutlein gesehen, jedenfalls nicht hier in unserer Gegend.
Einseitig? Meine Kaninchen ziehen diese Fütterung grundsätzlich vor. Im Sommer fressen sie nur Spuren von Gemüse (außer die Riesen, aber das ist ein anderes Gebiet). Im Moment beispielsweise wird nur Wiesenzeug und Obst gefressen, evtl. ein paar Samen und ab und zu ein Biss in eine Möhre, aber 98% ihrer Nahrung wählen sie Wiesenkräuter.
Wiesenkräuter sind das einzige, was auch ein "Alleinfuttermittel" darstellt, es ist das Ideal schlecht hin, das beste Futtermittel überhaupt. Wie damals gefüttert wurde lässt sich anhand der damaligen Literatur sehr gut nachvollziehen.

Zitat:
Wie kommst du eigentlich auf die pauschale Aussage, Gräser seien giftig für Kaninchen?
So pauschal habe ich es nicht gesagt . Nicht alle Gräser sind giftig. Ich gebe dir mal etwas zur Einführung...
[url]http://www.reiterrevue.de/r30/vc_content/bilder/firma442/Gesundheit/068_071_gesundheit-leseproberri.pdf[/url]
Wenn du Interesse hast nenne ich dir noch entsprechende Literatur zum Thema .

Zitat:
Dann kann ich mich in Ruhe mit Saloiv "weiterkloppen" ohne dass es den Thread hier verstopft? Liebe Mods, könnt ihr da helfen?
Am "kloppen" habe ich eigentlich kein Interesse . Meine Gedanken und Empfehlungen richten sich alle nach meinem Wissen, das ich über Jahre zusammen getragen und überprüft habe. Und es ist durch wissenschaftliche Erkenntnisse (sofern sich diese nicht ändern) eigentlich gefestigt.
Allerdings zwinge ich keinen seine Kaninchen genauso zu füttern und es ist mir auch nicht mein Anliegen 500 Jahre zu diskutieren wenn jemand an dieser Fütterungsform Zweifel hat . Wenn Unklarheiten da sind erkläre ich gerne meine Quellen und Schlussfolgerungen und habe in diese Richtung immer ein offenen Ohr. Aber wie gesagt, wenn jemand unbedingt anders füttern möchte, soll er das gerne tun. Ich verurteile weder Menschen die ihre Kaninchen mit Trockenfutter ernähre noch welche die andere Fütterungspraktiken beführworten und ich habe auch kein Interesse zu "bekehren". Mein Interesse beschränkt sich eher darauf zu informieren. Für diejenigen die in diese Richtung Informationen suchen und da ihre Interesse haben.

Ein Halter der nicht einsieht Gemüse statt Trockenfutter zu füttern und mit Aussagen wie "da muss ich ja 2x die Woche einkaufen" oder "da könnten sie sich mit Pestiziden verseuchen" ankommt, den informiere ich garnicht erst weiter. Wenn er das so meint, dann soll er so füttern. Interesse zu informieren habe ich bei Leuten die wirkliches Interesse zeigen ("warum ist das so und so? Das verstehe ich nicht. Wies ist es mit dem und dem Futtermittel?" usw.).
Und auch wenn es manchmal auf Traurige Ereignisse hinausläuft wie beispielsweise bei einer Halterin, die ihr Kaninchen mit rationierten Gemüse und Heu fütterte und mein Angebot zur Information nicht annahm, weil sie es kompliziert und teuer fand so viel Gemüse zu kaufen. Ihr Kaninchen habe ich im Alter von fünf Jahren bei einem Nierenversagen begleitet, das durch die wasserarme Kost ausgelöst wurde. Soetwas ist immer sehr trautig und nimmt mich auch sehr mit aber trotzdem halte ich meinen Grundsatz: Informationen anbieten wenn die Nachfrage besteht aber nicht Informationen "reindrücken" wenn kein Interesse besteht.

Eine Frage habe ich aber noch. Du schriebst oben, dass Kaninchen nicht in der Lage sind sich ihr Futter einzuteilen (Ad-libitum-Ernährung) und entsprechend auszuwählen. Irgendwo anders (wenn ich mich recht erinnere) lass ich von dir, dass es ideal wäre Kaninchen auf einer groen Wiese zu halten. Hast du nicht Angst, dass die Kaninchen hier falsch auswählen? Warum sollten sie bei einer Ad-libitum-Ernährung nicht in der Lage dazu sein, auf einer Wiese aber schon?




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Geschrieben am 09.09.2009, 15:11

AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??


Wird abgetrennt, hätte ich eigentlich schon viel früher machen können Bitte dann dazu hier weiterschreiben: kaninchenforum.de/kaninchenhaltung-allgemeines/1966-ad-libtum-diskussion.html
Und bitte bitte diskutiert weiter, da lernt man echt dazu^^



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Geändert von lolo (09.09.2009 um 15:15 Uhr).
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