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gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? auf Kaninchen Forum

 
 
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Benutzerbild von saloiv
Moderatorin
 
Registriert seit: 06.08.2009
Beiträge: 4.686
saloiv befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.09.2009, 05:20

AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??


Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Bei mir gibt es auch nur 2 - 3 Sorten Gemüse/Zweige mit Blättern/Gräser und Kräuter frisch auf einmal. Mehr ist einfach nicht drin, ich kann nicht mehrfach am Tag frische Kräuter sammeln, selbst anbauen geht auch nicht (Mini-Grundstück) und jeden Tag frisch kleinste Mengen Obst und Gemüse und Kräuter einkaufen ist auch utopisch. Sowas kann man vielleicht machen wenn man eine große Kaninchengruppe hält (und deshalb ohnehin viel Futter benötigt, was man in entsprechenden Portionen kaufen kann), oder einen kompletten Bauerngarten zur Verfügung hat. Das hat aber nun mal nicht jeder. Zweimal die Woche gibts bei mir etwas Obst dabei, im Winter etwas öfter wegen der Vitamine und der Energie. Die notwendige und von saloiv geforderte Abwechslung biete ich durch hochwertiges Heu - da sind viele verschiedene Bestandteile drin enthalten.
Ich kann dir meine Empfehlungen anbieten, die bisher Stadt-Bewohner umsetzen um eine Ad-libitum-Ernährung zu praktizieren. Es reicht zwei bis dreimal die Woche sich auf eine Wiese oder einen Park zu begeben und eine größere Menge Wiesenpflanzen zu ernten. Diese Portion teilt man wenn man wieder zu Hause ist in so viel Portionen wie sie an Tagen halten muss und füttert jeden Tag so eine Portion. Genauso reicht es zweimal die Woche Gemüse einzukaufen und dieses dann entsprechend auf die Tage aufzuteilen.

Mal als Beispiel möchte ich die Fütterung von einem Kaninchenhalter aus einer deutschen Großstadt (Innenstadt München) aufzeigen:
- Am Wochenende wird der Englische Garten besucht und eine riesige Portion Wiesen-Kräuter geerntet
- Mittwochs wird in einem kleineren Park oder anderen Stellen Wiesengrün gepflückt
- Wenn sich die Möglichkeit bietet (Bekanntenbesuche etc.) wird ebenfall etwas gepflückt
- Das Wiesengrün wird anschließend auf die Tage aufgeteilt (Also das Grün vom Englischen Garten auf Sonntag, Montag, Dienstag, das Grün vom Park auf Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag) etc. und im Gemüsefach in einem Papier eingeschlagen aufbewahrt (Zeitungspapier oder Küchenrolle, Handtuch). Ebenfalls möglich sind Keller, kühle Räume etc.
- Täglich wird diese Portion den Kaninchen angeboten
- Zusätzlich wird blattreiches Gemüse eingekauft und täglich angeboten

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ich habe da auch kein schlechtes Gewissen muss ich ehrlich sagen, auch wenn saloiv da anderer Meinung ist und Heu als minderwertiges Futter betrachtet weil es getrocknet ist - was ich nicht nachvollziehen kann, denn meine Kaninchenernährung ist mit meinem Tierarzt, dem ich sehr vertraue, abgesprochen und er sagt meine Ernährungsweise ist gut. Er rät sogar davon ab zu viele verschiedene Futtermittel auf einmal zu geben, da es durchaus zu unerwünschten Wechselwirkungen z. B. von Kohlrabiblättern und Broccoli, oder von Kohlarten und Obst kommen kann! Selbst die Futterpläne von diebrain sehen maximal 3 verschiedene Futterarten in einer Fütterung vor.
Mit Meinung hat das leider wenig zu tun. Ich fände es auch bequemer täglich die Heuraufe zu füllen und eine Möhre zu schnippeln . So ist es ja nicht. Und ich habe es auch jahrelang so gemacht.
Hier mal ein paar Hintergrundinformationen:
- Jeden Monat der Lagerung verliert das Heu 6-8% seiner Nähr- und Wirkstoffe
(Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung)
- Bei der Heugewinnung gehen durch das Abbröckeln der Blätter 50% der Nährstoffe verloren
(Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung)
- Beta Carotin-Gehalt pro kg Trockenmasse im Vergleich:
Weidegras 250mg
Heu 20mg

(Quelle: Vitamine in der Tierernährung, Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung)
- "[...]Die verbreitetste ist die Bodentrocknung. Die Nährstoffverluste an Eiweiß und Energie liegen hier zwischen 30 und 50 % im Vergleich zum frischen Grünfutter. Sie kommen zu Stande durch Bröckelverluste, leider vor allem bei den Kräutern, und durch die Auswaschung löslicher Nährstoffe bei Regen."
(Quelle: nochmal Lackenbauer)
- usw. (Bitte erspare mir jetzt jedes Vitamin auseinander zu nehmen, das Datensuchen ist immer etwas aufwändig. Aber wenn du drauf bestehst, machen wir das… Irgendwo müsste ich sowieso noch die Daten von meinen eigenen Recherchen haben…)

Daher meine „Meinung“, dass Heu minderwertiger als frische Wiese ist .


Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Außerdem muss man für eine ausgewogene Ernährung noch auf das Kalzium-Phosphor-Verhältnis der einzelnen Futtermittel achten - eine falsche Kombination kann hier auf Dauer bei empfindlichen Tieren auch zu Problemen führen.
Ein Grund mehr eine Ad-libitum-Ernährung zu praktizieren, denn die wissenschaftlichen Forschungen sind noch längst nicht so weit wie unsere langohrigen Freunde . Während man sich in Fachkreisen noch streitet wie genau dieses Verhältnis sein soll (im Moment hat man sich auf den Spielraum 1,2-1,4:1 (Kalzium /Phosphor) geeinigt), wissen unsere Kaninchen von alleine wie es am besten passt . Das größte Problem bezüglich Kalzium ist im Moment sowieso nicht dessen Verhältnis zu Phosphor sondern der geringe Wassergehalt der Nahrung und der extrem hohe Kalziumgehalt in den wasserarmen Futtermitteln. Heu ist extrem kalziumreich und wasserarm, Trockenfutter ist extrem kalziumreich und wasserarm usw.
Gemüse ist hingegen kalziumarm und wasserreich. Kräuter sind kalziumreich und Wasserreich (wiegt sich gut auf).

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ich lehne die Ad-Libitum-Fütterung ab - zum einen weil die Gefahr besteht, dass verdorbene Futtermittel übersehen werden weil viel zu viel zum "aussuchen" gefüttert werden muss damit auch jedes der Tiere ausreichend seiner "Wunschfuttermittel" abbekommt (z. B. bei 3 Kaninchen muss die 3-fache normalerweise nötige Menge an Futtermitteln zur Verfügung stehen! Was macht man dann mit dem Rest der vergammelt?),
Reste gibt es kaum. Man lernt ja mit der Zeit sehr gut die Kaninchen einzuschätzen und bietet das Futter entsprechend so an, dass nur minimale Reste entstehen… Wenn man einmal am Tag das Futter durchschaut (was wohl jeder Halter mindestens tut) wird auch nichts schlecht, so schnell verderbliches Futter gibt es nicht.

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
zum anderen weil nicht sicher ist dass unsere seit hunderten von Jahren durch Menschenhand gezüchteten Hauskaninchen noch ausreichend Instinkte besitzen um von selbst das ideale Nährstoff-Verhältnis herauszufinden. Bei einer Ad-Libitum-Ernährung dürfte man ohnehin auch nur das füttern, was natürlicherweise jahreszeitabhängig vorhanden ist. Dazu gehören in hiesigen Breiten natürlich keine Paprika, keine Bananen, Obst nur zur Saison, ebenso alle anderen Futtermittel: Kohlrabi auch nur dann wenn er gerade auf den Feldern wächst u.s.w. - Getreide ausschließlich im Spätsommer/Herbst, niemals aber im Frühjahr...
Da gehst du in Richtung naturnahe Fütterung. Eine Ad-libitum-Ernährung kann auch „nicht-naturnah“ ausgeführt werden.
Warum lehnst du eine Ernährung ab, nur weil sie nicht hundert 100ig ieal ist sondern nur 90%ig und wendest dich einer Ernährung zu, die nur 50%ig ideal ist?

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Die Ad-Libitum-Fütterung ist gut gemeint, und sicher auch ein guter Ansatz, aber sie ist noch längst nicht ausgereift und zu Ende gedacht! Und ich bezweifle die Durchführbarkeit auf Dauer.
Die Ad-libitum-Ernährung wird momentan in hunderten von Haushalten praktiziert. Sie ist sowieso schon immer durchgeführt worden, bis man in die Kriegsjahre kam, dort wurde sie nur im Sommer durchgeführt (Wiese), im Winter hingegen nicht, da es an Futtermitteln mangelte. Aus den Kriegsjahren und durch den Einfluss der Futtermittelindustrie ist erst die rationierte Fütterung entstanden.
Das Kaninchen bedarfsgerecht selektieren können steht außer Frage, das beweisen nicht nur hunderte von Kaninchen zur jetzigen Sekunde, sondern es ist auch durch wissenschaftliche Arbeiten belegt.

Mit der Bequemlichkeit ist es immer so eine Sache. Die meisten Leute finden es an bequemsten einmal oder zweimal im Jahr eine größere Menge Trockenfutter zu kaufen und die hält dann ein halbes Jahr. Bequemlichkeit ist eigentlich kein Argument, vor allem ist eine Ad-libitum-Ernährung überhaupt nicht aufwändig, im Gegenteil, man muss so wenig Denkleistungen vollbringen. Man muss nur 2x in der Woche Gemüse einkaufen (alles was der Laden hergibt) und zweimal oder dreimal die Woche auf eine Wiese gehen und den Eimer vollpflücken. Fertig. Dafür hat man dann viel weniger Arbeit wenn man füttert: Klappe auf, alles rein was ausgegangen ist, Klappe zu.
Früher habe ich ewig hingefriemelt bis ich eine gute Portion zusammen hatte (Oh jetzt ist zu viel Kohl drinnen. - Nein, das ist zu einseitig – Oh vielleicht brauch ich noch von dem ein wenig – es sollten ja optimal… - usw.).

Probier die Ad-libitum-Ernährung doch einfach aus, dann wirst du merken wie einfach sie ist . Ansonsten bietet sich eine gute rationierte Fütterung mit vielfältigen, durchdachten Angebot an Futtermitteln an.

Ach ja zum Heu noch: Das habe ich auf meiner HP noch nicht eingebaut (die Thematik kommt noch). Heu besteht zu 90-100% aus Gräsern. Bei den Gräsern gibt es aber leider ein sehr ernst zu nehmendes Problem… Man zwingt somit die Kaninchen diese Gräser zu fressen obwohl sie a) keine Grasfresser sondern Kräuterfresser sind und b) diese Gräser zum Großteil giftig sind. Daher würde ich empfehlen auch bei rationierter Fütterung immer mindestens eine Gemüseart anzubieten damit die Kaninchen dem Heu ausweichen können.



 



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