 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
19.08.2009, 11:48
| | | | AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? Bei mir gibt es auch nur 2 - 3 Sorten Gemüse/Zweige mit Blättern/Gräser und Kräuter frisch auf einmal. Mehr ist einfach nicht drin, ich kann nicht mehrfach am Tag frische Kräuter sammeln, selbst anbauen geht auch nicht (Mini-Grundstück) und jeden Tag frisch kleinste Mengen Obst und Gemüse und Kräuter einkaufen ist auch utopisch. Sowas kann man vielleicht machen wenn man eine große Kaninchengruppe hält (und deshalb ohnehin viel Futter benötigt, was man in entsprechenden Portionen kaufen kann), oder einen kompletten Bauerngarten zur Verfügung hat. Das hat aber nun mal nicht jeder. Zweimal die Woche gibts bei mir etwas Obst dabei, im Winter etwas öfter wegen der Vitamine und der Energie. Die notwendige und von saloiv geforderte Abwechslung biete ich durch hochwertiges Heu - da sind viele verschiedene Bestandteile drin enthalten.
Ich habe da auch kein schlechtes Gewissen muss ich ehrlich sagen, auch wenn saloiv da anderer Meinung ist und Heu als minderwertiges Futter betrachtet weil es getrocknet ist - was ich nicht nachvollziehen kann, denn meine Kaninchenernährung ist mit meinem Tierarzt, dem ich sehr vertraue, abgesprochen und er sagt meine Ernährungsweise ist gut. Er rät sogar davon ab zu viele verschiedene Futtermittel auf einmal zu geben, da es durchaus zu unerwünschten Wechselwirkungen z. B. von Kohlrabiblättern und Broccoli, oder von Kohlarten und Obst kommen kann! Selbst die Futterpläne von diebrain sehen maximal 3 verschiedene Futterarten in einer Fütterung vor.
Außerdem muss man für eine ausgewogene Ernährung noch auf das Kalzium-Phosphor-Verhältnis der einzelnen Futtermittel achten - eine falsche Kombination kann hier auf Dauer bei empfindlichen Tieren auch zu Problemen führen.
Ich lehne die Ad-Libitum-Fütterung ab - zum einen weil die Gefahr besteht, dass verdorbene Futtermittel übersehen werden weil viel zu viel zum "aussuchen" gefüttert werden muss damit auch jedes der Tiere ausreichend seiner "Wunschfuttermittel" abbekommt (z. B. bei 3 Kaninchen muss die 3-fache normalerweise nötige Menge an Futtermitteln zur Verfügung stehen! Was macht man dann mit dem Rest der vergammelt?), zum anderen weil nicht sicher ist dass unsere seit hunderten von Jahren durch Menschenhand gezüchteten Hauskaninchen noch ausreichend Instinkte besitzen um von selbst das ideale Nährstoff-Verhältnis herauszufinden. Bei einer Ad-Libitum-Ernährung dürfte man ohnehin auch nur das füttern, was natürlicherweise jahreszeitabhängig vorhanden ist. Dazu gehören in hiesigen Breiten natürlich keine Paprika, keine Bananen, Obst nur zur Saison, ebenso alle anderen Futtermittel: Kohlrabi auch nur dann wenn er gerade auf den Feldern wächst u.s.w. - Getreide ausschließlich im Spätsommer/Herbst, niemals aber im Frühjahr... Die Ad-Libitum-Fütterung ist gut gemeint, und sicher auch ein guter Ansatz, aber sie ist noch längst nicht ausgereift und zu Ende gedacht! Und ich bezweifle die Durchführbarkeit auf Dauer. |