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Erklärung: Ernährung auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Tinachen

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Benutzerbild von Tinachen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.09.2010
Beiträge: 11.072
Tinachen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 04.10.2015, 14:47

Erklärung: Ernährung


Und dann gleich noch das.

Ernährung allgemein


Ernährung allgemein
Erklärung der Begriffe – Vorteile/Nachteile

Rationierte Fütterung
Die Tiere werden z. B. zweimal täglich zu einer bestimmten Tageszeit gefüttert.
Vorteile:
Das Futter wird schnell gefressen und kann deshalb beispielsweise im Winter bei Außenhaltung nicht gefrieren.
Nachteile:
Die Nahrung wird zu schnell aufgenommen. So bleibt für den Rest des Tages nicht genug übrig.
Dadurch kann der tatsächlich zu diesem Zeitpunkt benötigte Nährstoffbedarf nicht gewährleistet sein.
Dadurch entstehender „Heißhunger.“
Die Tiere könnten durch die zu schnelle Nahrungsaufnahme Probleme mit der Verdauung bekommen.

Ad Libitum Fütterung (-zur freien Verfügung-)
Die Futtermittel stehen den ganzen Tag/Nacht, am Besten in großer Menge und Vielfalt zur Verfügung. Bei der nächsten Fütterung sind immer noch Reste davon da.
Vorteile:
Die Tiere haben die ganze Zeit Futter zur freien Verfügung.
Die Tiere können nach ihrem tatsächlichen Bedarf fressen.
Es entsteht kein „Heißhunger“. Das belastet den Magen/Darmtrakt weniger und kommt dem Bedürfnis viele kleine Portionen zu fressen entgegen. Dies ist für die besondere Anatomie des Darmes der Kaninchen wichtig.
Die Tiere können immer aus einem reichhaltigen Futterangebot wählen und sind so nicht gezwungen „Reste“ zu fressen.
Nachteile:
Der Halter muss für ausreichend Futter in großer Auswahl sorgen.
Zeitaufwendig.
Tipp: Immer einen geeigneten Korb, etc. und Gartenhandschuhe dabei haben. So ist man für die Ernte an guten Sammelstellen gewappnet.

Fütterung aus beiden Fütterungsarten
Uneingeschränkt (ad libitum) angebotenes Grünfutter gepaart mit z. B. Saaten oder Gemüse rationiert.
Vorteile:
Besserer Überblick über den Verbrauch von z. B. Saaten (in zu großen Mengen Dickmacher) oder Gemüse (sollte nicht mehr als ca. 30 % der Tagesfuttermenge ausmachen).
[U]Nachteile:[/U]
Kein selbstständiges Selektieren möglich, weil Nahrungsmittel eingeschränkt.

Selektieren
Die Kaninchen verfügen über ein intelligentes Warnsystem um zu überprüfen ob eine Pflanze für sie giftig ist. Mit einem sogenannten Probebiss testen sie eine unbekannte Pflanze auf ihre Verträglichkeit. Der erste Probebiss ist nur ganz winzig. Nach einigen Tagen in der die Verträglichkeit anhand des Befindens „geprüft“ wird, kommt ein weiterer größerer Biss, usw.. Auf diese Weise wird die evtl. Giftigkeit, bzw. Verträglichkeit getestet. Zusätzlich zum Probebiss kommt der extrem gut ausgebildete Geruchssinn zum Tragen. Auch dadurch wird eine Vorselektion vorgenommen. Einige für andere Tierarten giftige Inhaltsstoffe von Pflanzen werden durch bestimmte Enzyme im Speichel des Kaninchens eliminiert. Eigentlich giftige Inhaltsstoffe von Pflanzen werden auch durch das fressen anderer Pflanzen, Rinden, Erden, neutralisiert.
Wildkaninchen erlernen diese Art der Futterauslese von ihren Eltern und aus der eigenen Erfahrung. Teilweise ist dieses Verhalten auch angeboren. Diverse Pflanzen werden auch ganz gezielt gegen Krankheiten, bzw. deren Vorbeugung ausgewählt.
Auch unsere domestizierten Hauskaninchen nutzen diese Mechanismen. Wir können ihnen aber niemals die in der Natur vorkommenden Pflanzen, usw. anbieten die sie bräuchten um evtl im Futterangebot vorhandene giftige Substanzen zu neutralisieren. Meist kennen wir als Halter die Zusammenhänge auch nicht. Deshalb ist es sinnvoll besonders giftige Pflanzen nicht auf dem Speiseplan zu haben.

Giftige Pflanzen
Diese Pflanzen darf auch ein gut selektierendes Kaninchen nicht fressen.

Pflanzen, die extrem giftig sind (Kaninchen sollten mit diesen Pflanzen vorsichtshalber nicht in Kontakt kommen, man sollte ihr Selektionsvermögen nicht ausreizen!):
- Aronstab, Gefleckter (Arum maculatum)
- Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
- Brechnuss (Strychnos nux-vomica)
- Eibe (Taxus baccata) 0.7 g Nadeln/kg Körpergewicht oder 1.75 g Nadeln/Tier p.o.
- Eisenhut (Aconitum napellus)
- Engelstrompete (Brugmansia spp.)
- Fingerhut, Roter (Digitalis purpurea)
- Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
- Nachtschatten, Schwarzer (Solanum nigrum) & Bittersüßer (Solanum dulcamara)
- Oleander (Nerium oleander) 0.005% des Körpergewichtes getrocknete Oleanderblätter
- Rittersporn (Delphinium elatum)
- Schierling (Gefleckter (Conium maculatum) & Wasserschierling (Cicuta virosa))
- Wunderbaum (Rizinus communis) 1 g Rizinussamen/kg Körpergewicht p.o.
Quelle: Kaninchenwiese.de

Futterauswahl
Kaninchen sind Folivore und ernähren sich zu ihrer Gesunderhaltung hauptsächlich "blättrig".
Wildkräuter, Blätter von verschiedenen Bäumen und Sträuchern, Wiesenpflanzen- und Blumen, ergänzt durch Rinde, Äste, grünes Getreide mit Spelz, usw,.
Wir sollten versuchen unsere Kaninchen nach dem Vorbild aus der Natur so artgerecht als möglich zu ernähren. Zusätzlich muss immer gutes Heu zur Verfügung stehen. Heu und sonstiges Getrocknetes wird im Sommer zugunsten des angebotenen viel hochwertigeren Frischfutters (ausgewogenes Kalzium – Phosphor Verhältnis) oft liegengelassen.

Im Sommer
ist diese Art der Ernährung einfach durchführbar.

Sammelstellen

Wiesen
Dabei sollte man naturnahe, artenreiche Wiesen bevorzugen. Nicht in der Nähe stark befahrener Straßen pflücken. Keine „Hundewiesen“.
Wald und Waldränder
Wegen einer etwaigen Krankheitsübertragung nicht in einem Wildkaninchenareal pflücken.
Bachläufe
Garten, Nachbars Garten
Am Besten Ungespritztes.
Parks
Bitte die Parkregeln beachten. Vor dem etwaigen schneiden von Ästen die Parkverwaltung um Erlaubnis bitten, usw..
Tipp: Ein gutes Pflanzenbestimmungsbuch das handlich und gut zu transportieren ist, leistet gute Dienste.
Bitte keine Pflanzen die unter Naturschutz stehen mitnehmen, nicht in Naturschutzgebieten pflücken.
Wenn es nicht möglich ist an Pflanzen aus der Natur heran zu kommen, bitte das Kapitel „Winter“ beachten.
Tipp: In den durchs pflücken günstigeren vegetationsreichen Monaten eine Spardose aufstellen und „das durchs pflücken Gesparte“ hineinwerfen. So hat man für die teure Winterfütterung ein kleines Polster. In der vegetationsreichen Zeit lässt sich Vieles selbst trocknen. So kann man sich einen schönen Wintervorrat anlegen.

Im Winter
wird es schon etwas schwieriger.
Um die Tiere weiterhin so gesund als Möglich zu ernähren, muss man zukaufen.

Auch im Winter wäre" so blättrig als möglich" am Gesündesten.

Supermärkte
Bioläden
Gemüsehändler

Tipp: Bei allen Aufgezählten kann man nachfragen ob man die Gemüsetonne „plündern“ darf. Wenn man Glück hat darf man eine schöne Ausbeute an Karottengrün, Kohlrabigrün, Blumenkohlgrün, usw.. mit nehmen. Gutes Winterfutter ist auch jede Art von Kohl, diesen bitte langsam anfüttern. Eine verträglichere Salatsorte ist z. B. Endivien. Grüner Kopfsalat wird meist nicht so gut vertragen.
Zusätzlich, mehr als im Sommer kann man den Speiseplan mit (Wurzel)Gemüse und (wenig) Obst aufwerten.

Internetanbieter
Drogeriemärkte
Apotheken
Tierhandlungen
Biomärkte
Landwirte

Hochwertige Trockenkräuter, gutes Heu (Rauhfutter) und Saaten sind eine sinnvolle Ergänzung (Mineralstoffbedarf). Große Rassen und Tiere in Außenhaltung (oder bei Krankheit) haben meist einen höheren Energiebedarf, der dadurch gut abgedeckt wird. Je nach Gewicht und Haltung der Tiere ca. ein Teelöffel täglich je Tier erscheint ausreichend. Einige User geben zusätzlich ein Strukturfutter. Hierbei bitte auf gute Inhaltsstoffe achten. (Pellet und frei von bearbeitetem Getreide, besonders Weizen, naturbelassenes Gertreide in Spelz und Schale, auch grün, kann als Energispender gefüttert werden). Ihr seht auch im Winter ist es gar nicht so schwer die Ninchens gesund zu ernähren.

Fertig- und Pelletfutter
Im Handel gibt es die verschiedensten Arten von Fertigfutter zu kaufen. Meist sind diese von sehr geringer Qualität und nicht zur Gesunderhaltung unserer Tiere geeignet.
Gefärbte, undefinierbare Kringel, Pellets aus Getreidemehl und andere „Leckerlies“ werden von den Zoohandlungen als gesund angepriesen. Sie bestehen meist aus billigen Abfallprodukten z. B. aus der Zuckerindustrie und verschiedenen anderen Industriebereichen, werden gepresst, mit Farbe vermischt und kommen dann in die sogenannten Alleinfuttermittel.
Pellets z. B. quellen im Kaninchenmagen auf und können dort schwere Schäden anrichten. Für den Zahnabrieb sind sie keinesfalls geeignet, zusätzlich verfetten sie die Leber und schädigen die Darmflora. Das diese „Nahrungsmittel“ Probleme bereiten und Langzeitschäden verursachen, kann man sich vorstellen.
Trockenes Brot sollte aus denselben Gründen nicht auf dem Speisplan stehen. Es dient, wie oft angenommen, auch nicht dem besseren Zahnabrieb. (Gesunde Alternativen sind z. B. Äste) Durch den Speichel wird es im Mäulchen sofort zu einer klebrigen Masse aufgeweicht. Die Inhaltsstoffe sind sowieso nicht für den empfindlichen Kaninchenmagen geeignet.

Alle Arten von Nass- oder Trockenfutter sollten von guter Qualität und entsprechend auch richtig geerntet und gelagert werden. Z. B. darf Heu auf keinen Fall feucht werden, frische Wiese nicht in der Sonne gelagert werden, usw. Dann bitte nicht mehr füttern. Reste von Frischfutter täglich entfernen. Gerade durch gärende, verdorbene, falsch gelagerte Futtermittel kann es zu schlimmen, lebensbedrohlichen Aufgasungen kommen.
by Tinachen



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Geändert von Tinachen (06.10.2015 um 10:52 Uhr).
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