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Augenentzündung auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Lupine

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 29.05.2012
Beiträge: 75
Giacomo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 06.05.2014, 19:53

Augenentzündung


Ich habe ein Zwergwiddermännchen. Seit Oktober letzten Jahres, hat er ein Problem mit seinen Augen, hauptsächlich auf einer Seite. Es kommt immer weiße Flüssigkeit raus am Anfang war das Auge auch rot und entzündet. Bin damit sofort zum Tierarzt gegangen der in untersucht hat. Es gab keine Anzeichen von Problemen mit den Backenszähnen. Er hatte auch leichten Schnupfen dafür meinte die Tierärztin, es könnte von der Erkältung kommen. Er bekam dann einige Zeit Antibiotikum und Augentropfen und Salbe mit Cortison. Es war dann auch komplett wieder weg für einige Wochen. Kann es wieder und wir haben ihn erneut behandelt. Dann ging es nach einigen Wochen wieder. Die Tierärztin meinte, den Tränennasenkanal zu spülen würde nicht unbedingt helfen. Ein Röntgenbild haben wir auch nicht gemacht. Sonsten benimmt er sich völlig normal, ist gesund, frisst und ist vergnügt. Mittlerweile ist es auch nur ein Auge. Weiß jetzt langsam nicht mehr was ich machen soll da scheinbar nichts hilft. Ich lebe in der Schweiz und da ist der Tierarzt auch sehr sehr teuer. Natürlich ist es mir das wert, wenn es ihm bald besser geht aber irgendwie scheint es kein Ende zu nehmen.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?
Ach so, hatten auch nen Abstrich machen lassen, alles ok!




Geändert von Giacomo (06.05.2014 um 20:16 Uhr).
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Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 07.05.2014, 07:57

Ja, ein solches Augenproblem kenne ich von meinem Leo.

Zunächst einmal:

Kein Tierarzt der Welt kann ohne Röntgenaufnahme die Zähne als Ursache ausschließen!!! Definitiv nicht, denn dann müsste er in den Kiefer hineinschauen können. Auch wenn die Backenzähne sonst in Ordnung aussehen, kann doch ein sogenanntes retrogrades Wurzelwachstum der Fall sein. In einem solchen Fall muss man die Sache gut beobachten, wenn die Gefahr besteht dass die Zahnwurzel durch den Kiefer hindurchbricht sollte der betreffende Zahn gezogen werden.

Eine Röntgenaufnahme sollte also auf jeden Fall gefertigt werden um auszuschließen dass sich da noch ein viel größeres Problem im Hintergrund unbemerkt entwickelt.

Nun zum Auge - besser gesagt zum Tränen-Nasen-Kanal - selbst.

Hier stellt sich als erstes die Frage, ob denn die Tierärztin einen Fluoreszintest gemacht hat? Das ist in solchen Fällen Standarddiagnostik, einfach, schnell und preisgünstig. Dem Kaninchen wird am Auge mit einer geeigneten Kanüle etwas fluoreszierende Flüssigkeit in den Anfang des Tränen-Nasen-Kanals eingebracht, man wartet kurz und dunkelt dann den Untersuchungsraum ab. Dann leuchtet man mit einer entsprechenden Lampe (ich denke Schwarzlicht) in die Nase des Kaninchens. Leuchtet es dort, ist der TNK durchgängig. Ist auch nach einiger Wartezeit dort nichts angekommen, ist er vollständig verstopft.

Eine Spülung des TNK sollte versucht werden, denn kann ein Zahn als Ursache ausgeschlossen werden ist es möglich dass die Ursache der Probleme ein Eiterpfropf ist der den TNK ganz oder teilweise verschließt und dadurch die Entzündung fördert.

Hat dir die Tierärztin wenigstens erklärt, dass Eiter beim Kaninchen normalerweise nicht gelblich, sondern weiß ist? Findet man also eine weiße Flüssigkeit, muss man immer an Eiter denken.

Und was ist mit der Schnupfendiagnose? Wurde der Erreger bestimmt? Wie und wie lange wurde behandelt? Welche Medikamente wurden eingesetzt?

Tierarztkosten sind immer belastend. Ich weiß nicht welche Sätze in der Schweiz gelten, aber hier in Deutschland kommt man im Lauf eines Kaninchenlebens unter Umständen leicht mal auf einige hundert Euro wenn man Pech hat, je nach Erkrankung. Sowas weiß man aber eigentlich schon vor der Anschaffung, denn für den Tierarzt ist es ja egal ob er einen Hund oder eine Katze oder ein Pferd behandelt - sein Zeitaufwand und sein vorher absolviertes Studium sind ja immer das gleiche. Nur braucht ein Pferd mengenmäßig mehr Medikamente als ein Kaninchen. Und Tiere haben eben auch ein Recht darauf, eine vernünftige ärztliche Versorgung zu bekommen, diese Verantwortung übernimmt man mit wenn man sich ein Tier anschafft. Wir empfehlen deshalb immer, ein Notfallkonto für solche Kosten anzulegen, auf dem zusätzlich zu den laufenden Kosten regelmäßig monatlich ein Betrag angespart wird (z. B. 20 Euro im Monat bei 2 Kaninchen, für mehr dann entsprechend ein höherer Betrag) um im Fall eines Notfalls auf ein finanzielles Polster zurückgreifen zu können.



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 29.05.2012
Beiträge: 75
Giacomo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 07.05.2014, 18:35

Hallo Lupine

vielen Dank für die vielen Infos.
Die Tierärztin hat einen Fluoreszintest gemacht und es hat geleuchtet.
Er hat relativ lange das Antibiotikum bekommen, einige Wochen aber es hat sich nichts verändert.
Müsste noch mal schauen, wie die Salben/ Tropfen hiessen...es war das einzige was geholfen hat, allerdings leider immer nur so lange man behandelt hat.
Sie meinte, es könnte eventuell ein eingerolltes Augenlid sein. Hier ist die Behandlung eben sehr schwierig, eigentlich nur operativ möglich und man kann nicht sicher sein, ob es wirklich daran liegt.
Denke, ich werde entweder ein Röntgenbild machen lassen oder eine zweite Meinung einholen.

Leider kommt man in der Schweiz mit 20.00 nicht sehr weit;-) Ist aber trotzdem eine gute Ideee, da wir ja schliesslich 4 Mümmels haben, wobei die anderen topfit sind.




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 07.05.2014, 20:03

Bei 10 Euro pro Tier und Monat bist du in einem Jahr bei 4 Kaninchen bei einem Notfallkonto von 480 Euro Das hilft im Ernstfall schon mal weiter. Und unsere Empfehlung geht eben dahin das möglichst frühzeitig anzufangen und nur für absolute Notfälle zu nehmen.

Gut ist schon einmal, dass der TNK nicht komplett zu ist. Ich würde deshalb erst einmal eine Zweitmeinung einholen, evtl. von einem Tierarzt der auf Augenerkrankungen spezialisiert ist, da bei unauffälligem Fluoreszintest die Zähne wegen der erfolgten Sichtkontrolle erst einmal noch etwas zurückgestellt werden können.

Wurde wegen des Schnupfens ein Abstrich zur Erregerbestimmung gemacht? Und welches Antibiotikum wurde eingesetzt? Ich vermute mal, es könnte Baytril bzw. Enrofloxacin gewesen sein, das wird vorzugsweise verwendet wenn es um Kaninchen geht, leider haben sich deswegen aber schon diverse Resistenzen entwickelt.

Wie geht es ihm im Moment vom Schnupfen her?



 
 
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