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Erlösungs-Dilemma auf Kaninchen Forum

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.09.2022
Beiträge: 73
widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 31.07.2024, 22:56

Erlösungs-Dilemma


Hallo erfahrene KaninchenhalterInnen!
Ich wende mich an euch aus nicht so schönem Anlass und brauche etwas Rat. Ich hoffe das ist nicht zu heavy.
Hier gehts um nichts per se medizinisches, der Teil ist abgeklärt, sondern wirklich um eine erfahrene, nüchterne, außenstehende Meinung zum Thema Einschläferung und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.
Alles Medizinische hier dient nur zur Erläuterung der Situation, wir wollen keine Ferndiagnosen oder "Ich hab mal gelesen, dass bei der Diagnose---"- unsere Tierärztin ist auf Kaninchen und Meeris spezialisiert und leitet dazu Seminare/Tagungen, besser hätte es uns nicht treffen können. Wir vertrauen ihr voll und ganz.

Vorgeschichte:
Ich habe einen kleinen Qualzucht-Widder, 5 1/2, der seit 3 1/2 Jahren mit Endstage-Gebiss in Palliativpflege ist (habe ihn so übernommen mit 2 Jahren.. leider war die Vorbesitzerin nie mit ihm beim Tierarzt als man noch was hätte machen können). Sein Kiefer ist komplett kaputt und er bekommt täglich Schmerzmittel- die Tierärztin ist sehr Kaninchenerfahren aber auch keine Wunderheilerin. Daran ist nichts zu rütteln und es wird nur noch palliativ behandelt, dass er es noch so angenehm wie möglich hat. Angemerkt hat man ihm das aber noch nie. Er ist der aktivste in der Gruppe, extrovertiert, entspannt, schlägt Haken und sucht immer Hasen/Menschenkontakt. Das Feedback bekomme ich auch oft von Außenstehenden. Immer wenn ich sage, dass eins meiner Hasis in Palliativpflege ist, hat bisher noch niemand zuerst an ihn gedacht, da er so aufgeweckt ist.

Vor Kurzem hat er sich bei seinen abendlichen Energieschüben 2 Vorderzähne rausgehauen (Tischbein + zu spät bremsen = aua). Er hat bisher noch Frischfutter gegessen aber durch den Vorfall konnte lange nichts abbeißen und hat deshalb nun 4 Wochen Futterbrei/ Frischfutter-Smoothie bekommen, bis die Zähnchen wieder nachgewachsen sind. Seit 3 Wochen versuche ich ihn nun wieder an Festes zu gewöhnen.


Lage jetzt:

Beim festen Futter geht nichts mehr. Selbst wenn er länger nichts zu essen hatte, isst er lieber gar nichts als Festes. Es ist im Mundraum alles unter Narkose eingeschliffen worden, aber er scheint einfach keine Kraft mehr im Kiefer zu haben. Er versucht es, aber selbst mit all seiner Kraft, schafft er es nur kleine Fitzelchen zu essen und ist dann total fertig. Noch kleiner schneiden ist auch keine Option, da er dann nicht versteht, dass es Futter ist, Gott weiß warum, war aber schon immer so. Pellets (nicht optimal aber besser als nichts) gehen auch nicht, da er sich daran schon ein paar Mal verschluckt hat. Arbeiten geht mittlerweile nur noch im Homeoffice oder für 6 Stunden am Stück, da man den Brei ja nicht lange stehen lassen kann und wegen Stopfmagen wohl 6 Stunden ohne Futter die Grenze sind. Frischfutter leg ich immer noch hin, wenn ich los zur Arbeit mach, aber er schafft gar nichts bis wenige Bissen, was nicht reicht, um den Darm in Bewegung zu halten. Maximal geht getrockneter Löwenzahn, den ich dann aber mit einer Schere nochmal extra klein schneiden muss, den frisst er- die sind aber auf Dauer eine Belastung für die Harnblase und die kann ich auch nicht jeden Tag füttern.


Das Dilemma:
Ich werde es momentan noch weiter versuchen, ich hänge sehr an ihm und würde für den kleinen Mann durch die Hölle gehen. Allerdings glaube ich, dass alles außer Breifutter abgehakt werden kann. Meine Frage ist halt, ob ich ihn an diesem Punkt lieber erlösen sollte, da er wirklich nur noch Brei fressen kann und ich nicht einschätzen kann, wie hoch sein Schmerzpegel ist.
Meine Tierärztin meint, medizinisch hätte sie einer Erlösung nichts entgegenzusprechen. Allerdings muss ich als Besitzerin letztendlich selbst einschätzen, ob er noch Lebensqualität hat, jedes Tier steckt Dinge unterschiedlich weg. Ich habe jahrelang in einer Tierarztpraxis gearbeitet und damals haben wir teilweise schon Häschen an einem schlechten Zahn verloren (aufgegeben, sich zurückgezogen, Zahn wurde nicht besser, keine Nahrungsaufnahme mehr etc etc), der kleine Mann machts aber schon über drei Jahre mit einem komplett kaputten Gebiss..
Auch habe ich Tiere gesehen, die kurz vor der Erlösung standen. Die waren zurückgezogen oder aggressiv, schlapp, und sahen auch sehr mitgenommen aus, da es ihnen wirklich nicht gut ging.
Das sehe ich bei meinem Häschen aber weiterhin nicht. In gewisserweise wird er es überspielen, da bei ihm medizinisch wirklich nichts mehr geht und die Röntgenbilder sind wirklich jenseits von Gut und Böse. Aber er ist auch im Moment unverändert mega aktiv, extrovertiert, verkuschelt und macht Unfug. Den Futterbrei frisst er auch selbst aufgeregt vom Tellerchen- füttern mit Spritze ist nicht nötig.

Dennoch- Frischfutter bzw. alles außer Breifutter wird denke ich nichts mehr. Ich weiß auch letztendlich nicht, wie viel Schmerzen er hat. Laut Röntgenbildern müssen es einige sein- sein Verhalten sagt aber etwas anderes. Meine Gedanken pendeln immer wieder hin und her. Wenn ich daran denke, wie schlimm die Röntgenbilder aussehen, denke ich "Erlösen". Dann seh ich ihn buddeln, Haken schlagen und nach Kopfkraulen betteln und denke "Nein.. der will noch". Andererseits ist er auch ein Fluchttier und die Verstecken gerne Schmerzen... und Fressen geht ja auch nur Brei... aber dann klettert er wieder auf den Möbeln, verlangt nach Kuscheleinheiten oder macht Unfug... er frisst zwar nichts Festes aber den Brei frisst er selbstständig.... aber dann denk ich wieder an die Röntgenbilder. Versteht ihr, was ich meine.

Ich bin komplett hin und hergerissen, und, dass die Tierärztin die Entscheidung für eine Erlösung in meine Hand legt, machts auch nicht besser. Ich will auch nicht selbstsüchtig sein, weil ich ihn so sehr lieb hab und ihn am liebsten immer um mich rum haben möchte. Bisher dachte ich "ach, aber er frisst ja auch noch Salat. Solange unterstütz ich ihn noch, wir erlösen ihn nicht". Jetzt, wo das mit dem Frischfutter dazugekommen ist, bin ich zusätzlich verunsichert bezüglich seiner Lebensqualität und weiß gar nicht mehr wo oben und unten ist.

Wie würdet ihr die Lebensqualität einschätzen, soll ich weiter versuchen oder wäre eine Erlösung in euren Augen besser...was würdet ihr vielleicht tun, wenn ihr so einen Fall bei euren Hasen hättet?
Ich brauche echt mal nüchternes Input von anderen, außenstehenden KaninchenhalterInnen.
Keine Angst, ich werd jetzt hier nicht losrennen und blind irgendwas machen, was mir vorgeschlagen wird, ich brauche einfach andere Meinungen, um das selbst für mich auszuwerten. Es dient einfach als Reflexionshilfe, die ich gerade echt brauche. Mein Umfeld kann mir da auch bedingt weiterhelfen, da die meisten Reaktionen das Wort "Eintopf" oder "Grill" beinhaltet haben und ja... muss ich nichts zu sagen. Andere Meinungen würden mir da glaube ich echt helfen.

Bei Fragen, fragt gerne.



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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 31.07.2024, 23:18

Es ist eine schwierige Situation, vor der ich auch schon einige Male stand. Aber er sagt Dir klar und deutlich, dass er noch nicht gehen will:


Zitat:
Das sehe ich bei meinem Häschen aber weiterhin nicht. In gewisserweise wird er es überspielen, da bei ihm medizinisch wirklich nichts mehr geht und die Röntgenbilder sind wirklich jenseits von Gut und Böse. Aber er ist auch im Moment unverändert mega aktiv, extrovertiert, verkuschelt und macht Unfug. Den Futterbrei frisst er auch selbst aufgeregt vom Tellerchen- füttern mit Spritze ist nicht nötig.

Er mag seine Schmerzen zum Teil verstecken können. Aber wenn es ihm richtig dreckig gehen würde, würdest Du es merken. Du kennst Dein Tier. Welchen Brei gibst Du? Hast Du es mal mit Wiese, Löwenzahn & Co. versucht? Oder Möhrengrün, Dill, Petersilie, Kohlrabiblätter? Wenn man die in kleine Streifen reißt/schneidet, kann selbst ein Kaninchen ohne Zähne dies fressen. vielleicht einfach vor der Schnute damit rumwedeln, bis er vor Wut reinbeißt. Vielleicht kommt er so wieder auf den Geschmack.



Im Moment würde ich keinen Grund sehen, ihn auf die Reise zu schicken.




Moderator
 
Registriert seit: 20.02.2019
Beiträge: 3.859
4Chaoten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 01.08.2024, 16:57

Ich sehe da auch noch keinen Grund, ihn gehen zu lassen

Meine Freundin hat aktuell ein Tier von ich glaube ca 8/9 Jahre, der seid fast 3 Jahren palliativ behandelt wird, auch Zähne, mittlerweile hat er 2 Partner überlebt und lebt gut mit Schmerzmitteln und seinen Cunis. Er frisst auch teilweise noch geraspeltes Gemüse (bekommt er damit er sein Gewicht hält)

Ich selber habe Tiere nur erlöst, wenn sie es mir gezeigt haben, d. h. kein Fressen mehr, den Futterbrei etc nicht mehr genommen, auch nicht per Zwangsfütterung und nur noch apathisch in einer Ecke gelegen haben

Edit: Sie hatte auch mal ein Tier wo vom Kiefer nicht mehr viel zu sehen war. Dieses Weibchen hat noch ca 2 - 3 Jahre ein glückliches Kaninchenleben gehabt, bevor es dann soweit war. Die Tiere zeigen es eigentlich nach meiner Erfahrung




Geändert von 4Chaoten (01.08.2024 um 16:59 Uhr).

Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 31.10.2020
Beiträge: 102
lightwoodmiau befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 01.08.2024, 18:04

Was mir noch einfallen würde: Hast du schonmal versucht geraspeltes/trockenkräuter unter den Brei zu mischen? Evtl könnte man ihn so auch durch langsames erhöhten an das geraspelte Futter gewöhnen?



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.09.2022
Beiträge: 73
widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 01.08.2024, 21:17

Danke für die liebe Antwort und deine Einschätzung!
Solange er noch will, werd ich auf jeden Fall weiterkämpfen.. deshalb bin ich froh, dass hier viele auch einschätzen, dass er auch noch nicht aufgegeben hat. Die Diagnose und die momentane Lage sind echt sehr verunsichernd für mich.

Er bekommt verschiedene Breisorten. Wir rotieren zwischen HerbiCare Plus von Tierarzt24, Alfavet Rodicare und dem von JR Farm, manchmal wird er einer Sorte überdrüssig und dann wechseln wir (was ich nach mittlerweile 7 Wochen hauptsächlich Brei auch verstehen kann). Die mag er sehr gern und die verträgt er auch zum Glück sehr gut und sein Gewicht hält er bisher auch. Das wechsel ich dann meist auch mit püriertem Grünfutter ab (das wird aber auch leider sehr schnell sehr eklig, weshalb über den Arbeitstag stehen lassen auch keine Option ist).

Das mit den Futter-Streifen habe ich heute mal probiert, in Kombo mit den anderen Tipps!
Normalerweise checkt er nicht, dass es Futter ist. Ich habe sein Lieblings-Frischfutter mal in kleine Streifen geschnitten und das in den Brei gelegt, da bliebs abgelutscht liegen. Jetzt hab ich eben aber was von seinen Lieblings-Trockenkräutern draufgestreut, wie Parmesan auf Pasta- und da hat er tatsächlich eine kleine Portion gegessen! Ich werds so einfach mal weiter probieren, wenn ich ihn so an die Streifen gewöhnen könnte, wäre das echt genial. Ich geb dann auf jeden Fall nochmal Feedback!! Tausend Dank!!




Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 01.08.2024, 21:53

Wenn Du noch eine Geschmacks-Alternative brauchst, versuch mal Cuni Adult Complete von Versele Laga. Das sind Extrudate, die man sehr gut mit Wasser oder Tee/Saft einweichen kann. Sind eigentlich auch sehr beliebt.



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.08.2024, 09:49

Die Cunis kann ich auch wärmstens empfehlen.

Meine Seniorin hat sich zuletzt an die 1.5 Jahre ausschliesslich davon ernährt, zuletzt nur noch das. Die Darmflora ist trotz Aufbau konstant entgleist, respektive die Verdauung wollte nicht mehr und sie hatte wohl oft Bauchweh mit Matschkot. Als sie dann gar nichts mehr fressen wollte (massiver Hefebefall), habe ich sie erlösen lassen, weil es mit allen Erkrankungen dann doch zuviel war. Sie war aber noch „relativ“ fit, aber Zwangsfütterung hätte nichts mehr gebracht.

Bei ihr war immer das Kriterium von der Klinik in den letzten Jahren: wenn sie nicht mehr fressen will oder nur reduziert, ist der Zeitpunkt zum Erlösen da. Sie war eine starke Kämpferin und hat in den letzten Jahren wegen Schnupfen und Augenerkrankung sehr viel Leiden müssen. Vor dem Einschläfern hat sie mich noch in der Transportbox kurz abgeschleckt und sich geputzt, etwas was sie als eher scheues Kaninchen sonst kaum je machte. Sie durfte also in Würde mit 11.5 Jahre gehen.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 14.08.2021
Beiträge: 125
HarzerBrockensteig befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 06.08.2024, 08:14

Spannende Frage, stand ich auch schon öfter ratlos davor.

Mein Erlösungszeitplan ist mittlerweile, wenn sie sich nicht mehr wie ein normales Kaninchen verhalten.

Bsp: ich hatte mal eines, welches Atemprobleme durch eine Verdickung in der Luftröhre hatte.
Wurde in der TiHo aber erst durch die Autopsie festgestellt, vorher war es ein: "Joah, CT zeigt da " iiirgendwas", kann der Grund sein für seinen in die Luft gereckten Kopf, aber muss nicht."
So, bau auf der Grundlage mal ne Entscheidung..
Er sass viel, war rangniedrig im Pärchen, frass aber normal.
Nur ein Leben hatte er halt nicht und offenbar erschwerte Atmung.
Das habe ich ein halbes Jahr (Diagnosephase) so angeschaut, im Rückblick hätte ich ihn gern eher erlöst.
Ebenso meine Schnupferin, die ich letzte Woche ziehen lassen müsste;sie bekam noch gut Luft und frass normal.
Alles andre war aber heruntergefahren; kein Spiel mehr, kein Klo ausbuddeln, sie war einfach nicht mehr die Alte.
Ein CT zeigte dann,warum: Ohrenveränderung, Kiefer fast durch. Also 1/2 wegen Schnupfens (da war die aber austjerapiert, total antibiotikaresistens) und wegen retrograden Zahnwachstums, obwohl sie ihr Leben lang keine Zahnprobleme hatte (wurde immer mal wieder geröngt, beim Kaninchentüv abgetastet usw)

Lange Rede, kurzer Sinn: wenn dem Kaninchen das Leben erkennbar keinen Spass mehr macht und laut kaninchenkundiger TÄ alle sinnvollen Mittel ausgeschöpft sind, verzichte ich auf leidensverlängerndes "herumdoktoren" und lasse meine Lieben gehen.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.09.2022
Beiträge: 73
widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.09.2024, 16:00

Hallo! Ein kurzes Update:

Er lebt noch und ihm geht es wieder prima. Zwar besteht seine Ernährung mittlerweile zu 80% aus Futterbrei, allerdings nimmt er auch gerne getrocknete Kräuter aus einem Napf, nachdem ich sie klein geschnitten habe. So können wir gut die Zeit, wo ich auf der Arbeit bin überbrücken- bis zur nächsten Breigabe (und ich muss mir keine Sorgen machen, dass er sich verschluckt o.ä.). Am Abend frisst er auch schon ein wenig Romana, auch wenn nicht sehr erfolgreich, aber so ein halbes Ding kriegt er dann doch noch weg.
Zwar keine Bilderbuchernährung, aber es funktioniert- auch ohne Verdauungsprobleme oder Harnprobleme. Er ist super aufgeweckt und putzmunter, noch mehr als sonst- er ist beim Unfug machen auch wieder vorne mit dabei

Ich bin doch ganz froh, dass ich mich erstmal dagegen entschieden habe, ihn zu erlösen. Wir schauen mal, was die Zeit bringt, aber fürs erste funktioniert es so für uns.
Danke nochmal für euer Feedback!



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Geändert von widdermoehrchen (15.09.2024 um 16:08 Uhr).

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Registriert seit: 24.10.2010
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marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.09.2024, 17:25

Das liest sich gut. Wünsche euch noch eine lange, gemeinsame Zeit!



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Moderator
 
Registriert seit: 20.02.2019
Beiträge: 3.859
4Chaoten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.09.2024, 19:23

Das freut mich
Versuche das Grün noch mal klein geschnitten anzubieten, in Streifen
Vielleicht klappt das ja



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.09.2022
Beiträge: 73
widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.10.2024, 15:37

Puh, im Moment ist es wieder sehr schwierig. Er switched ständig zwischen Rückzug, wahrscheinlicher Schmerz/ nichts essen und Rumhoppeln als wär nichts. Wir waren jetzt die letzte Woche viermal beim Tierarzt, wo aber auch nichts zusätzliches festgestellt werden konnte (mehrfach Kot/ Röntgenuntersuchung alles unauffällig, Zähne im Mundraum sind auch soweit unauffällig). Seit 2 Tagen gehts nur wieder mit Päppeln, selbstständig frisst er vom Brei nur noch wenige Bissen und lässt es dann (trotz Höchstdosis Metacam). Er sitzt fast den ganzen Tag nur allein in der Ecke, normalerweise schläft er tagsüber aber neben oder zumindest in der Nähe der Partnerin. Ab und zu verhält er sich dann so 30 min normal und dann ist wieder stundenlanger Rückzug und Zähneknirschen angesagt. Ich würde morgen nochmal eventuell einen Bluttest machen, um wirklich alles auszuschließen, was nicht die Grunderkrankung ist (Entzündungen, EC etc) und dann ansonsten wahrscheinlich doch zur Erlösung tendieren, weil ich glaube, er mag nicht mehr...

Ich hab auch mal die Cunis bestellt, um zu gucken, ob vllt darauf Lust hat, aber dieses Zurückziehen/Schmerz zeigen trotz Schmerzmittel zerreist mir gerade wirklich das Herz. Neben dem Metacam habe ich zusätzlich noch Novalgin gegeben (Metacam = Schmerzen & Fieber, eher auch für Knochen/Kiefer/ Novalgin = für Bauchweh) aber keins scheint Besserung zu bringen, was es eigentlich tun sollte. Uff uff uff




Geändert von widdermoehrchen (18.10.2024 um 15:51 Uhr).

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Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.10.2024, 17:40

Wieviel Schmerzmittel kriegt er wie oft am Tag? Was wiegt er?




Moderator
 
Registriert seit: 20.02.2019
Beiträge: 3.859
4Chaoten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.10.2024, 18:58

Ich kenne deine Tiere leider nicht, meine waren aber tagsüber eher faul und inaktiv. Da gab es nur mal eine kurze Zeit, wo sie ein wenig gefressen haben und das Klo aufsuchten ,anschl. sofort wieder in/an den Schlafplatz
Kaninchen sind eher Nacht- dämmerungsaktiv, tagsüber ist hier nicht viel passiert

Wiegst du regelmäßig, ob er sein Gewicht hält? Kannst du jetzt evtl. feststellen, ob er gegen Abend aktiver wird?
Mein Zahnpatient bekam und auch die meiner Freundin bekommen Inflacam, allerdings muss man die Dosierung gut beachten, denn es macht die Tiere auch Müde und schlappt. Bei meiner Freundin lebt ihr dauerhafter und schon aufgegebener Zahnpatient gut damit




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.09.2022
Beiträge: 73
widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.10.2024, 19:37

Meloxicam 1.5mg für 1.8kg > 1ml/1x Tag (Hält ja 24h), ist aber nach 2024er Forschungsstand das absolute Maximum, alles andere ist organschädigend. Meine TA ist halt komplett auf Kaninchen und Nager spezialisiert, ich vertrau ihr da komplett.
Evtl. wär beim Novalgin noch was zu machen, ich hab morgen noch einen Termin, da frag ich mal. Laut der Untersuchungen kommen die Schmerzen aber wahrscheinlich nicht aus der Magen/Darm Region, da wär Novalgin auch schon wieder komplett obsolet. ._.
Also quasi, wenn sich alles andere ausschließen lässt, geht das Problem auf sein Gebiss zurück, bei dem wir aber medikamentös/operativ alle Ressourcen ausgeschöpft haben.

Tagsüber ist er zwar müde, aber schläft immer in der Gruppe mit den anderen. Momentan schläft er mit dem Po in die Ecke gedrückt ganz verkrampft- komplett untypisch und auch in komplett untypischen Ecken.. Und nachts sowie bei Dämmerung schläft er auch durch. Da er bald 6 wird auch nicht so schlimm, aber dass er sich dabei isoliert und sich super untypisch verhält, mit Schmerzanzeichen und ohne Appetit…

Ich hab halt mal geguckt wegen Inflacam, das ist der identische Wirkstoff wie Meloxicam/Metacam, nur von einer anderen Firma Gibt halt leider noch nicht wirklich viel zugelassenes für Hasen leider.




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Moderatorin
 
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marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.10.2024, 20:36

Versuch mal das Metacam auf morgens und abends zu verteilen. Kaninchen verstoffwechseln schneller. Bei 2maliger täglicher Gabe + zusätzlich ca. 4x Novalgin wäre die Schmerzabdeckung gleichmäßiger verteilt.


Hier hast Du mal aktuelle Dosierungen von verschiedenen Medikamenten:
https://kaninchenpraxis.de/hausapotheke.html



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Kaninchen
 
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Beiträge: 15.579
gerti befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.10.2024, 11:28

Meloxicam kann bis 1,5mg/kg gegeben werden das stimmt. Der Tip es auf morgens und abends aufzuteilen, den würde ich auch einmal testen. Zusätzlich Novalgin verteilt über den Tag, auch da musst du dich herantasten.
Im Hinterkopf würde ich auch immer EC behalten, eines meiner Kaninchen konnte über 4 Wochen lang nicht selbst fressen obwohl er furchtbar Hunger hatte. Ihn hab ich über Wochen ausschließlich mit Brei gefüttert bis er dann von einen auf den anderen Tag wieder selbst fressen konnte. Er hatte begleitend EC Behandlung bekommen. Das einzige was auf EC hindeuten hätte können, war dass er mit einem Hinterbein etwas gelahmt hat.
Ansonsten wirst du sehn wann der Zeitpunkt gekommen ist, irgendwann geht es nicht mehr und es ist klar.



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__________________

Mein Vorstellungsthreat: http://www.kaninchenforum.de/unsere-kaninchen-user-vorstellung-fotos/27188-gerti%B4s-rasenm%E4herbande-%3B.html]
Meine Homepage http://www.gertis-rasenmaeherbande.de/
Myxomatose Erfahrungsaustausch Gruppe in FB: https://www.facebook.com/groups/739013102858463/
Kaninchen Body etc nach Maß Shop: https://www.gertis-rasenmaeherbande.de/shop/



Zwergkaninchen
 
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widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.10.2024, 14:10

Danke für euer liebes Feedback!

Ich kenne Meloxicam persönlich auch nur 1x tgl. wegen Halbwertszeitgedöns, kann aber sein, dass diese Vorgabe auch wieder veraltet ist. Ich werde es auf jeden Fall beim nächsten Tierarzttermin mal ansprechen, ob das eine Option wäre, zumal er auch eine sehr hohe Dosis bekommt und ich vom eigenständig Dosieren lieber die Finger lasse (dafür hat der Tierarzt ja studiert).

Die Blutwerte kommen nächste Woche, da schaun wir mal. Da wird er auch auf EC oder Entzündungen getestet. Heute ist er zum Glück ein bisschen besser drauf, hat auch ein paar weiche Cunis geknuspert und ist wieder bei seiner Partnerin, aber das ändert sich leider gerade echt alle paar Stunden.




Zwergkaninchen
 
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Beiträge: 73
widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.10.2024, 15:47

Update: Blutwerte waren alle normal, also auch keine Bauchgeschichten oder was organisches.
Leider lässt sich an der Medikation auch nichts rütteln oder aufteilen, da die Dosis zu hoch ist.

Er hat sich mittlerweile wieder gefangen und frisst/hoppelt seit Sonntag wieder, aber wir haben jetzt mit der TA besprochen, dass, falls er noch einmal dieselben Symptome über Tage hinweg zeigt (Rückzug und offensichtlicher Schmerz, nichts Essen, auch keinen Futterbrei), ich ihn dann erlösen werde. Die Ursache sind nämlich dann so starke Kieferschmerzen durch Abszesse u.ä., dass diese auch trotz der Schmerzmitteldosis für ihn unerträglich sind. Und das will ich ihm nicht antun.

Wann das sein wird, weiß ich nicht. Der Kleine ist ja immer für Überraschungen gut und hat gestern ohne Vorwarnung einfach wieder einen ganzen Chicoree weggeknuspert, obwohl ich ihm bis Samstag fast 2 Wochen lang zugefüttert habe- das hat er seit Mai nicht mehr gemacht. Aber zumindest weiß ich jetzt, wann der Zeitpunkt sein wird und fühle mich etwas sicherer (auch wenn sehr traurig, aber die Trauer ist eigentlich schon ein wenig seit der Palliativ-Diagnose immer etwas da). Mal schaun.

Ich fühl mich auch ein bisschen schuldig, dass ich ihn noch durch die 2 Wochen durchgezwungen habe wegen den Tests (um anderes auszuschließen), ich will mir die Schmerzen nicht vorstellen. Aber ich versuche jetzt noch die restliche Zeit mit ihm zu genießen, da es ihm gerade ganz gut zu gehen scheint. Vielleicht gibts jetzt auch das ein oder andere Bananenstück mehr. Er ist jetzt fast 6 (oder schon 6, die Angaben von der Vorbesitzerin waren etwas komisch) und seine Lebenserwartung wurde auf 2-3 Jahre geschätzt. Eigentlich hatten wir ja schon sehr viel extra Zeit, aber ich glaube, er könnte auch 50 Jahre alt werden und es wär trotzdem noch zu wenig.




Geändert von widdermoehrchen (22.10.2024 um 20:10 Uhr).

Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.10.2024, 18:42

Erlebe jeden Tag bewusst, wo es noch gut geht und sei dankbar dafür. Das habe ich auch so gemacht. Und gerade bei meiner kürzlich eingeschläferten Häsin wusste ich, dass sie nicht alt wird und jeder Tag der letzte hätte sein können (in den letzten 1.5 Jahren). Gerade dieses Jahr war es für mich letztendlich nicht mehr schwer sie gehen zu lassen, auch wenn ich mir in den vielen guten Phasen natürlich immer Hoffnung gemacht habe. Aber irgendwann ist es einfach besser für das Tier loszulassen.



 
 
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