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flocke2020 09.04.2021 13:32

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1246234)
Wiese als Hauptnahrung ist was völlig anderes als Heu und Pellets als Hauptnahrung. Wiese ist frisch, sie enthält viel Wasser, macht den Futterbrei geschmeidig. Heut macht das nicht. Das ist trocken, holzig, zuckerreich, zieht noch Wasser aus dem Futterbrei raus. Ich meine im Verdauungsseminar sagte Frau Ruf, dass ein Mensch etwa 20l Wasser trinken müsste, um das aufzunehmen, was Kaninchen über ihr Futter an Wasser aufnehmen.

Wie gesagt, die Frage ist ja, wodurch die Überladungen entstehen. Eventuell ist da schon ein Bezoar, der sich in Abständen vor den Magenausgang schiebt. Oder es sind Haare, die aufgenommen werden. Aber durch artgerechtes Futter (und sorry, dass ist das Trockenfuttergedöns echt nicht obwohl man damit wirbt) entstehen keine Überladungen.

schade dass du meiner Frage nach dem was DU füttern würdest, wenn man etwas problematisches ausschliessen möchte, ausweichst.
Gerade jetzt ist halt frische Wiese noch Mangelware. Wird natürlich mehr werden.

Honeymouse 09.04.2021 13:37

Man kann sie auch per Mail kontaktieren. Sie ist eine der Kaninchenexpertinnen in DE.

Honeymouse 09.04.2021 13:40

Zitat:

Zitat von flocke2020 (Beitrag 1246251)
schade dass du meiner Frage nach dem was DU füttern würdest, wenn man etwas problematisches ausschliessen möchte, ausweichst.
Gerade jetzt ist halt frische Wiese noch Mangelware. Wird natürlich mehr werden.

Nicht ausweichen, eher überlesen.

Frisch, frisch, frisch. Blättrig. Kein Trockenkram. Keine Knollen. Kein Obst. Gemüsegrün, Bittersalate, so viel Wiese wie man auftreiben kann,.Kaninchen bürsten, bei Langhaartieren kann man überlegen zu scheren. Röntgenbild der Zähne, Röntgenbild evtl mit Kontrastmittel vom Verdauungstrakt. Große (bakterielle Untersuchung) Köttelprobe extern, EC Titer. Wär so das, was mit spontan in den Kopf kommt, was man noch machen kann. Solange nicht vernünftig geröngt wurde, kann man jedenfalls nichts ausschließen und einfach nur Heu und Trockenmist füttern.

flocke2020 20.05.2021 15:52

Möchte euch kurz berichten, dass es Funkel sehr gut geht seit der letzten Magenüberladung.
Wir haben in den ersten Tagen nur Heu und Wasser bzw Tee gefüttert. Langsam mit Küchenkräutern zugeführtet und wieder an Wiesenkräuter gewöhnt. Täglich haben wir dann auch die Freilaufzeit im Garten gesteigert. Salate etc. haben wir komplett weggelassen. Es gibt nur Wiese und Heu sowieso.
Wir hatten seither gsd keine Magenüberladung mehr

flocke2020 29.08.2021 14:25

Hier ein kurzes Update, hoffe ich „verschreie“ nix…
Die letzte Magenüberladung war vor gut 3 Monaten.
Seither füttern wir hauptsächlich Heu. Jedoch dürfen unsere beiden im Garten grasen (und nehmen sich auch die wirklich guten Sachen wie Echinacea, Himbeerblätter oder Heidelbeeren ;-). Sofern es das Wetter zulässt gibt es 1-2 mal am Tag frische Wiesenkräuter und auch mal Haselnusssträucher.
Seit der letzten Überladung gibts täglich Lactulose (auf 1-2 TL Mischung aus Haferflocken, Kümmel, Anis, sbk). Auch der nicht anfällige Hase bekommt das. Ich hoffe dass es weiterhin so gut läuft.

Terry 29.08.2021 16:50

Zitat:

Zitat von flocke2020 (Beitrag 1255976)
Seither füttern wir hauptsächlich Heu. Jedoch dürfen unsere beiden im Garten grasen (und nehmen sich auch die wirklich guten Sachen wie Echinacea, Himbeerblätter oder Heidelbeeren ;-). Sofern es das Wetter zulässt gibt es 1-2 mal am Tag frische Wiesenkräuter und auch mal Haselnusssträucher.
Seit der letzten Überladung gibts täglich Lactulose

Beides fett markierte lässt mich vom Gefühl stolpern, denn es ist nicht unbedingt artgerecht…. oder kennst Du Wildkaninchen die täglich vertrocknetes Zeug zu sich nehmen und dann sich im Bau eine Dosis Lactulose einverleiben?

Mit mehr frisch (also weniger Heu) wäre die tägliche Gabe an Lactulose wohl auch hinfällig.

Wie lange dürfen sie denn täglich auf die Wiese?

flocke2020 29.08.2021 18:30

Zitat:

Zitat von Terry (Beitrag 1255979)
Beides fett markierte lässt mich vom Gefühl stolpern, denn es ist nicht unbedingt artgerecht…. oder kennst Du Wildkaninchen die täglich vertrocknetes Zeug zu sich nehmen und dann sich im Bau eine Dosis Lactulose einverleiben?

Mit mehr frisch (also weniger Heu) wäre die tägliche Gabe an Lactulose wohl auch hinfällig.

Wie lange dürfen sie denn täglich auf die Wiese?

Es war eh klar dass so eine Antwort kommt.
Ja, ich bleibe dabei, nur so kommt es zu keiner Magenüberladung. Außerdem gibts im Winter keine frische Wiese.
Wenn jemand daheim ist sind sie oft einen ganzen Tag im Garten
Ich kenne auch keine Katzen die täglich von ihren Haltern Mäuse serviert bekommen ;-)

dangerschaf 29.08.2021 19:26

Zitat:

Zitat von flocke2020 (Beitrag 1255982)
Es war eh klar dass so eine Antwort kommt.
Ja, ich bleibe dabei, nur so kommt es zu keiner Magenüberladung. Außerdem gibts im Winter keine frische Wiese.
Wenn jemand daheim ist sind sie oft einen ganzen Tag im Garten
Ich kenne auch keine Katzen die täglich von ihren Haltern Mäuse serviert bekommen ;-)

Dein Mäuse vergleich hinkt. Frischfutter bedeutet ja nicht ausschließlich Wiese, sondern meint alles, was nicht trocken und blättrig ist. Z.B. Kohl, Gemüsegrün, Bittersalat, Kräuter. Das alles gibt es auch im Winter.


Prüf bitte, ob deine Lactulose zuckerfrei ist, sonst holst du dir über die Dauermedikation gleich die nächsten Probleme. Die Lactulose aus der Menschenmedizin enthält verschiedene Zucker. Das wäre nicht gut.

Terry 29.08.2021 19:41

Zitat:

Zitat von flocke2020 (Beitrag 1255982)
Ja, ich bleibe dabei, nur so kommt es zu keiner Magenüberladung. Außerdem gibts im Winter keine frische Wiese.

Bleib bei Deiner Meinung, aber weine dann hier nicht bei der nächsten (Fütterungs/Krankheits)Problematik rum….:rolleyes:

Richtig, im Winter gibt es wenig oder keine „Wiese“, aber, wie @dangerschaf ganz richtig schrieb, trotzdem adäquate frische Ernährung.

Lupine 29.08.2021 20:18

Zitat:

Zitat von dangerschaf (Beitrag 1255985)
...
Prüf bitte, ob deine Lactulose zuckerfrei ist, sonst holst du dir über die Dauermedikation gleich die nächsten Probleme. Die Lactulose aus der Menschenmedizin enthält verschiedene Zucker. Das wäre nicht gut.

Nicht nur das.

Wer sich die Wirkweise von Lactulose vor Augen führt, dem müssen 2 Dinge schnell klar werden:

1.: Lactulose tut das, was normalerweise eine wasserreiche Ernährung täte, es macht den Darminhalt feuchter. Es bindet Wasser im Darm, was nicht nötig wäre, wenn der Körper genug Wasser zur Verfügung hätte. Viele Kaninchen trinken selbst dann kaum oder gar nicht, wenn sie zu trocken ernährt werden. Das führt dazu, dass der Körper den bei Kaninchen vorhandenen Wassersparmechanismus aktiviert und den Kot austrocknet. Im Akutfall ist Lactulose durchaus einsetzbar, allerdings kann sie bei manchen Kaninchen Aufgasungen auslösen und sollte deshalb nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gegeben werden.

2. Die Kombination von Lactulose mit zu trockener Ernährung ist allenfalls kurzfristig tolerierbar. Der Grund: durch die trockene Ernährung fehlt dem Körper Wasser. Den Versuch, das dringend benötigte Wasser einzusparen vereitelt aber die Lactulose, weil sie das Wasser im Darm bindet. Das führt auf Dauer zur Austrocknung und zu schweren Organschäden. Es trifft dabei vor allem die Nieren, aber längst nicht nur. Das Gehirn leidet ebenfalls, bei Menschen ist bekannt dass Wassermangel hochgradige Verwirrtheit zur Folge hat. Das Blut dickt ein, und man sollte sich klar machen dass auch ein Kaninchen einen Schlaganfall erleiden kann...

Gibt man Lactulose längerfristig, muss man unbedingt dafür sorgen, dass mehr Wasser zur Verfügung steht. Bei Kaninchen die nicht oder nur wenig trinken, sollte man regelmäßig ein Flüssigkeitsdepot unter die Haut setzen. Und selbstverständlich auf sehr flüssigkeitsreiche Ernährung achten. Sonst riskiert man die Gesundheit seines Tieres.

Deshalb muß man immer versuchen, die längerfristige Gabe zu vermeiden und lieber statt Lactulose dem Kaninchen so viel Wasser in der Nahrung zur Verfügung stellen dass der Körper von selbst genug Wasser im Darm lässt.

dangerschaf 29.08.2021 20:29

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1255989)
Wer sich die Wirkweise von Lactulose vor Augen führt, dem müssen 2 Dinge schnell klar werden:

Für die nötige Recherche war ich grad zu faul und hab nur das für mich auf der Hand liegende genannt. Danke für deine Mühe!!

flocke2020 29.08.2021 20:51

Echt schlimm was ihr hier anzieht
Wenn ich so weitergemacht hätte wäre er schon längst hops gegangen
Ihr zwingt einem zum abmelden. Man darf ja nicht rumheulen

Terry 29.08.2021 20:58

Hier ziehen wir nichts ab, wir berichten auch jahrelanger Erfahrung und (besonders jemand wie @Lupine) auch mit extremen Hintergrundwissen….

Ja, Deinem Kleinen mag Deine Art der „Fütterung“ jetzt geholfen zu haben, aber wenn Du Dir den Post von @Lupine mal ohne Groll durchliest wirst Du merken müssen, dass Du ihm auf Dauer damit mehr als schadest.

Und nein, Du musst Dich deswegen nicht abmelden, ein wenig nachdenken (ohne Groll) und ein oder zwei Nächte darüber schlafen reicht….

So lange ein Tier krank ist, heiligt der Zweck die Mittel, das ist bei mir nicht anders.

Aber dann sollte man nicht „um sich beißen“ sondern gucken, wo erfahrene User vielleicht „mehr“ recht haben was artgerechte Ernährung angeht…

Lupine 29.08.2021 22:45

Zitat:

Zitat von flocke2020 (Beitrag 1255992)
Echt schlimm was ihr hier anzieht
Wenn ich so weitergemacht hätte wäre er schon längst hops gegangen
Ihr zwingt einem zum abmelden. Man darf ja nicht rumheulen

Ich kann deine Reaktion durchaus verstehen. Du hast geglaubt, nun endlich die Lösung gefunden zu haben und wirst dann unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Das ist schlimm, weil die Hoffnungs-Seifenblase zerplatzen.

Aber es wäre noch viel schlimmer, wenn in ein paar Monaten die Nierenwerte deines Kaninchens katastrophal sind und du damit rechnen musst, dass sich die Nieren nicht erholen. Oder wenn es tatsächlich einen Schlaganfall erleidet.

Lactulose ist eine Akut-Medikation und kann gute Dienste leisten. Aber es ist keinesfalls eine Dauerlösung, um das Problem dauerhaft in den Griff zu bekommen muss man die eigentliche Ursache finden und beseitigen.

Dass es ihm mit der Lactulose und mit entsprechender Rohfaser aus dem Heu besser geht, liefert dir wertvolle Hinweise, mit deren Hilfe du eine langfristige Lösung finden kannst:

1. Das Wasser. Dieser Hinweis kommt von der Lactulose. Die braucht man nicht mehr, wenn man den Wassergehalt der Nahrung ausreichend erhöht hat. Ich würde das ganze sehr langsam umstellen, damit sein Darm sehr schonend umgewöhnt wird.

2. Die Art der Rohfaser. Nicht jedes Frischfutter enthält die gleiche Art und Menge an Rohfaser. Gräser und Blätter sind hier wertvoller als Eisbergsalat oder Kopfsalat, Möhre und Knollensellerie. Zusätzlich kannst du noch ein wenig Cunis füttern, damit haben einige Halter von Bauchwehkaninchen gute Erfahrungen gemacht. Die dort enthaltenen Rohfasern scheinen gut geeignet zu sein.

Rakete 30.08.2021 11:44

Reine Wiesenfütterung verhindert zwar vieles, aber auch nicht alles. Und nicht jedes Kaninchen reagiert gleich auf Fellwechsel. Es gibt durchaus auch Tiere, die haben trotz dauernd Wiesenfütterung und Bürsten bei jedem Fellwechsel immer wieder Probleme. Während andere bei identischer Haltung/ Fütterung rein gar nichts haben, auch bei starkem Fellwechsel.

Die anatomischen Voraussetzungen können da durchaus auch eine Rolle spielen, allem voran die mikrobische Voraussetzungen. Selbst bei uns Menschen wird vermutet, dass dies eine überaus wichtige Rolle spielt. Bis zu einem hohen Grade kann zwar vieles über die Ernährung gesteuert werden, aber eben nicht alles. Dafür ist der Organismus viel zu komplex.

Zur Laktulose: gemäss meinem Tierarzt bringt es (im Akutfall!) nur was, wenn man zusätzlich eine Infusion macht. Da reicht die Nassfütterung daneben kaum aus.

Lupine 30.08.2021 12:37

Zitat:

Zitat von Rakete (Beitrag 1256011)
...
Zur Laktulose: gemäss meinem Tierarzt bringt es (im Akutfall!) nur was, wenn man zusätzlich eine Infusion macht. Da reicht die Nassfütterung daneben kaum aus.

@ flocke2020: bitte, nimm das ernst. Man darf nicht unterschätzen, wie tief Medikamente in den Organismus eingreifen. Das gilt auch für frei verkäufliche Medikamente. Du kannst zum Beispiel auch mit scheinbar harmlosen Dingen wie frei verkäuflichen Schmerztabletten schlimme Schäden anrichten wenn du sie dauerhaft schluckst.

Rakete hat durchaus recht, dass man in einigen Fällen, vermutlich aufgrund eines geschädigten Mikrobioms, immer wieder mit Darmproblemen konfrontiert wird. Deshalb wurde dir ja bereits eine große, extern im Labor zu untersuchende, Kotprobe empfohlen. Auch Hindernisse im Magen-Darm-Trakt können immer wieder für Magenüberladungen sorgen (zum Beispiel Verengungen), deshalb wurde dir ein Kontrastmittelröntgen empfohlen. Da ich nichts von entsprechenden Untersuchungsergebnissen gelesen habe, möchte ich an dieser Stelle nochmals nachfragen. Habe ich es möglicherweise überlesen?


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