Guten Tag,
danke, dass du dir Zeit für mein Problem nimmst.
Heute war ich mit meinem 9-jährigen Kaninchen Bilbo (unkastriert) bei meiner neuen Tierärztin, die bei ihm einen Hodentumor festgestellt hat.
Kurze Vorgeschichte:
(Sorry, für den langen Text...)
Vor etwa einem halben Jahr habe ich ihn aus dem Tierheim geholt. Er ist unkastriert, was nichts ausmacht, da seine Partnerin kastriert ist. Schon von Anfang an hatte er schuppige Haut und dünnes Fell, aber es schien ihn nicht zu stören. Er kratzte sich nicht übermäßig, fraß und trank normal. Die Schuppen zogen sich hauptsächlich über den hinteren Rücken, den Po, die Hoden und teilweise bis in die Ohren.
Ich bin mit ihm zu unserem Tierarzt des Vertrauens, wo er ein Mittel gegen Parasiten auf die Haut bekam und als das Wochen später keine Veränderung brachte, wurde eine Pilzkultur angelegt (Ergebnis= kein Befund).
Da ich dachte es könnte eine Allergie sein, habe ich über einen längeren Zeitraum ein anderes Futter (andere Pelletsorte), andere Einstreu und einen anderen Gehegestandort ausprobiert. Er lebt bei mir in der Wohnung.
Das hat alles nichts verändert, weshalb ich zu einer anderen Ärztin gegangen bin, um mir eine zweite Meinung zu holen. Sie hat einen Pilzbefall per Augendiagnose ausgeschlossen und ein paar Schuppen unter dem Mikroskop auf Parasiten untersucht (Ergebnis=kein Befund). Sie gab mir ein Mittel zum auf die Haut tropfen, dass die Haut wieder ins Gleichgewicht bringen sollte. Bilbo verhielt sich immer noch normal. Er war fit, neugierig,verfressen und trank. Das Mittel hat nichts bewirkt.
Da es ihn nicht sonderlich zu stören schien und die Untersuchungen kein eindeutiges Ergebnis gebracht hatten, habe ich die Sache ein paar Monate ruhen lassen.
Vor kurzem ist mir aufgefallen, dass er sich jetzt öfter und länger kratzt und schüttelt. Seine Haut ist gerötet und schimmert unter dem Fell hervor. Außerdem trinkt er im Vergleich zu meinen anderen Kaninchen ziemlich viel, finde ich. Er frisst immer noch normal und ist aktiv. Vor ein paar Wochen ist mir auch aufgefallen, dass einer seiner Hoden größer ist, als der andere. Also bin ich heute wieder zu einer neuen Tierärztin, da ich mittlerweile umgezogen war. Anhand der Symptome fiel ihr Verdacht auf einen Hodentumor. Da wäre ich niemals drauf gekommen, aber sie hat mir die Symptome sehr einleuchtend erklärt. Sie hat auch zur Sicherheit Proben für eine Pilzkultur, eine Untersuchung auf Parasiten und eine Untersuchung für Parasiten unter der Haut (an der Haarwurzel) genommen. Die Untersuchungen auf Parasiten waren negativ. Das bestätigt den Verdacht auf einen Hodentumor. Das Ergebnis zur Pilzkultur dauert noch zwei Wochen.
Zur Behandlung:
Die Ärztin meinte, man könnte ihn kastrieren und dabei versuchen das komplette Tumorgewebe zu entfernen. Aufgrund seines Alters, seiner Größe (Bilbo ist sehr kleinwüchsig) und der generellen Gefahr einer Vollnarkose, könnte er aber bei der OP sterben. Sollte er die OP überleben, kann es sein, dass er trotzdem nicht mehr lange lebt, wenn der Tumor bereits in die Lunge oder andere Organe gestreut hat. Das kann sie aber leider nicht feststellen.
Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir einen Rat geben?
(Ich dreh nämlich grad innerlich ein bisschen durch!

)
Vielen lieben Dank!
LG
LouisAbby