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Fragen zur sogenannten "Kastrafrist"Mich würde Mal interessieren, wie das ermittelt wurde, dass die männlichen Kaninchen nach der Kastra noch bis zu 6 Wochen fruchtbar sein sollen. Gibt es Studien, die die Schwängerungswahrscheinlichkeit N Wochen nach der Kastration angeben? Da ich nicht davon ausgehe, dass die Wahrscheinlichkeit nach 6 Wochen plötzlich von 100% auf 0% fällt, würde ich wirklich gern eine Kurve sehen, die den Verlauf der Wahrscheinlichkeit in diesem Zeitraum angibt. Gibt es irgendwelche durch Laien prüfbaren Parameter um einschätzen zu können, ob das Männchen noch schwängern könnte? Etwa bestimmte Verhaltensweisen wie das Anbrummeln des Weibchens? Wenn irgendwer hier, irgendwelches weiteres Wissen und Erfahrungswerte zu der Thematik hat, dann würde mich das ebenfalls interessiern. Bei einer derart schwerwiegenden Einschränkung für die beiden Kaninchen, die bei mir zuhause leben, würde ich zumindest gern Alles darüber in Erfahrung bringen, was es zu dieser Thematik zu wissen gibt. Die Tiere haben offensichtlich große Sehnsucht nacheinander und es fühlt sich wie psychische Folter an, sie dennoch für weitere 5 Wochen und 2 Tage zu trennen, ohne wenigsten irgendwelche Details zum Trennsungsgrund zu kennen.
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| Frühkastra war in diesem Fall nicht mehr möglich, da es sich um gerettete Tiere handelt, deren ehemalige Besitzerin sie unter sehr schlechten Bedingungen mit der Absicht sie zu vermehren, zu töten und zu verspeisen gehalten hat.
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| Zitat:
Hier gab es erst vor kurzem eine längere Diskussion zum Thema. In ihrem Verlauf wurde die ein oder andere Information nach Studienlage bzw. fachlicher (Tierarzt-)Einschätzung - die allerdings ihrerseits stark auseinandergeht - angeführt: https://www.kaninchenforum.de/kaninchenhaltung-allgemeines/47886-nach-kastration-trennen.html Vielleicht springt ja beim Lesen die ein oder andere neue Information für Dich heraus. ![]() Grüße, Aen
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| Ich habe in der Zwischenzeit dieses Paper hier: https://academic.oup.com/biolreprod/article/71/5/1405/2666939 gefunden und gelesen und kann vielleicht, bevor ich den Link dort lese, selber eine kleine Zusammenfassung geben. Es gab eine Studie mit 15 Kaninchen, die in 5er-Gruppen aufgeteilt wurde. Bei allen 15 wurde einmal vor der Kastration der Spermienanteil im Samenkanal gemessen und dann gab es eine Gruppe, bei der er erneut nach 3 Wochen gemessen wurde, eine, bei der er erneut nach 5 Wochen gemessen wurde und eine, bei er er ebenfalls erneut nach 5 Wochen gemessen wurde, allerdings während der Studiendauer Testosteron gesprizt wurde. Bei der 3 Wochen-Gruppe bewegte sich die Spermienzahl noch zwischen 30% und 90% der jeweiligen Vergleichswerte des selben Kaninchens vor der Kastration. Bei der 5 Wochen-ohne-Testosteron-Gruppe waren alle Spermien verschwunden. Bei der 5 Wochen-mit-Testosteron-Gruppe hingegen gab es keine signifikanten Unterschiede zu vor der Kastration. Das heißt es hängt alles mit dem Testosteronspiegel zusammen. Und der Abfall der Spermienzahl ist keine Lineare- oder eine Reziproke-Funktion sondern scheint eher einer Funktion zu entsprechen, die erst langsam und dann sehr schnell abfällt. Nach weniger als einer Woche sollte die Schwängerungswahrscheinlichkeit jedenfalls noch nahezu unverändert sein. ![]() Der Studie zufolge scheinen 5 Wochen zu reichen. Wobei 5 Individuen jetzt natürlich auch kein Garant dafür ist, dass es sicher ist. Geändert von AIL (03.08.2020 um 12:34 Uhr).
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| Nach 5 Wochen sind es tatsächlich nur noch Ausnahmefälle, die noch einen Schuss im Rohr haben - aber das kommt vor. Deshalb sind die 6 Wochen die gängige Empfehlung, wenn man auf Nummer Sicher gehen will. Es gibt durchaus Tierärzte, die 2 Wochen als ausreichend erachten und das auch so den Haltern empfehlen, und es gibt diverse Berichte dass Halter bestätigen, es sei nach dieser Zeit nicht zu einem Wurf gekommen. Allerdings muss man hier durchaus auch in Betracht ziehen, dass die Trächtigkeit im frühen Stadium aus irgendwelchen Gründen wieder resorbiert wurde, es also möglicherweise zu weit mehr "Treffern" kam als dann tatsächlich zu ausgetragenen Jungtieren. Da du eine Häsin hast, über deren Herkunft du nicht viel weißt, würde ich grundsätzlich empfehlen kein Risiko einzugehen. Eine zu späte Trächtigkeit kann, da das Becken mit der Zeit verknöchert wenn nicht regelmäßig Würfe stattfinden, eine ernstzunehmende Gefahr werden. Es gibt zwar auch Häsinnen, die einen Erstwurf in höherem Alter gut überstehen, aber das Risiko für Komplikationen steigt mit steigendem Alter (und ebenso wenn die Häsin noch sehr jung ist) an. Kennt man das Alter nicht, ist besondere Vorsicht also anzuraten da man die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen überhaupt nicht abschätzen kann. Besser, man riskiert da nichts. Dass du es als Folter empfindest, sie noch so lange getrennt zu halten, kann ich nachvollziehen. Aber hier ist es doch besser, hart zu bleiben, zur Sicherheit. Nicht zuletzt auch, weil das Geschlecht der langohrigen Dame ja wohl nicht mal von der Pflegestelle erkannt worden war, erst von einem Interessenten - wenn ich das richtig verstanden habe. Du kannst also nicht ausschließen, dass sie mit den potenten Rammlern zusammen saß (Transport oder Unterbringung in der Pflegestelle) und du ein Überraschungspaket da sitzen hast. Deshalb würde ich vorsichtshalber einen Monat nach Übernahme abwarten, ob du ungeplant ein paar mehr Langohren hast als du derzeit glaubst. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand mehr geliefert bekam als er bestellt hatte ![]() Und wenn die beiden dann endlich zusammen leben dürfen, ist diese Zeit schnell vergessen.
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| Zitat:
1 Mutter mit 7 Jungtieren 2 mittelgroße Weibchen 2 mittelgroße Männchen (eins davon ist Jonas) 1 großes Männchen, was später zu Weibchen korrigiert wurde (Martha)
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