 | Zwergkaninchen | | Registriert seit: 09.01.2019
Beiträge: 121
| |
|
Geschrieben am
09.01.2019, 21:58
| | | | Kaninchen mit ansteckender Krankheit Hallo, ich bin neu hier und befinde mich zur Zeit in einer verzwickten Situation.
Ich habe schon seit ich klein bin über viele Jahre Kaninchen in meiner Obhut. Ich bin vor einigen Jahren zuhause ausgezogen und sehe meine Kaninchengruppe daher nur noch an freien Tagen. Sie werden aber weiter anständig von Mutti versorgt.
Nun ist es so, dass eine Kaninchendame an Kaninchenschnupfen erkrankt ist. Wie die meisten von euch wissen ist diese Krankheit schnell übertragbar und eigentlich nicht mehr heilbar.
Die Kaninchendame wurde daher von der Gruppe getrennt und dem Tierarzt vorgestellt, der mir Kaninchenschnupfen diagnostizierte. Der Schnupfen wurde bis jetzt weitestgehend behandelt. Keine laufende Nase mehr, keine lauten Atemgeräusche und kein ständiges Niesen. Die betroffene Kaninchendame ist 6 Jahre alt, hat also noch 4 Jahre vor sich.
Um ein erneutes Ausbrechen der Krankheit zu verhindern ist die kleine Häsin nun eine Langzeitpatientin. Sie bekommt regelmäßig einen Schleimlöser (Bisolvon) ins Wasser. Das hilft sehr gut und sie hatte nun keine starken Beschwerden mehr. Jedoch möchte ich meine Mutti etwas entlasten und das kranke Kaninchen mit zu mir nehmen wo ich sie täglich genau im Blick habe. Außerdem leben die Kaninchen überdacht draußen. Kaltes und feuchtes Wetter wie jetzt ist für die kranke Hasennase nicht gut. In meiner Wohnung wären bessere Bedingungen.
Für mich bildet sich hier ein Zwiespalt. Bisher lebt sie natürlich isoliert von den anderen. Mein Tierarzt meint dazu, dass es besser wäre sie für sich leben zu lassen. In einer Kaninchengruppe wie meiner würde sie untergehen und (daran merkte ich das etwas mit ihr nicht stimmte) ausgestoßen werden. Das würde sie zusätzlich noch stressen was sich wieder negativ auf ihr Immunsystem ausspielen wird. Aber auch abgesehen davon. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die anderen anstecken ist enorm und zu dem würden alle über das Wasser das Medikament (Schleimlöser) aufnehmen. Mein Tierarzt meinte dazu dass es für gesunde Kaninchen aber keine Wirkung hätte, aber ich finde es dennoch nicht gut.
Also in die Gruppe kann sie nicht zurück.
Nun überlegte ich ob ich sie nur mit einem geeigneten Kaninchen aus der Gruppe zu mir nehme und vergesellschafte. Das ausgewählte Kaninchen wird jedoch der Krankheit ausgesetzt und sich anstecken. Hintenrum würden beide gleichzeitig über das Wasser behandelt werden so würde die Krankheit bei keinen ausbrechen.
Ist es nun moralisch vertretbar ein Kaninchen einer Krankheit auszusetzen, welche es sein restliches Leben haben wird, nur um einem anderen Kaninchen das Leben angenehmer zu machen? Oder kann man es nicht verantworten und die kranke Häsin sollte ihr Leben allein mit mir verbringen?
PS: durch die bereits stattgefundene Isolation ist sie schon sehr Menschenbezogen und anhänglich. Es ist für mich unmöglich in das kleine Kaninchengesicht zu schauen und zu wissen ob sie nun einsam ist oder ob es für sie ok ist. Sie frisst gut, ist sehr neugierig und bewegt sich gerne. Wie ein gesundes Kaninchen eben.
Was meint ihr dazu? Für eine Methode muss ich mich entscheiden. Aber es liegt mir das Wohl aller Kaninchen zu Herzen, doch auf beiden Seiten scheine ich dass vernachlässigen zu müssen.
Schon mal danke im voraus  |