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Vergesellschaftung nach vermutlich langer Einzelhaltung? auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von Theolotta
Ninchen
 
Registriert seit: 09.11.2016
Beiträge: 28
Theolotta befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.11.2016, 05:10

Sorry fürs gleich wieder abtauchen. Die Woche war echt stressig, neben der ganzen Organisation der Sachen für die Vergesellschaftung musste ich noch ne Hausarbeit schreiben und dann mit beiden Kaninchen zum Tierarzt

Lotta (Foto im Anhang) ist letzten Freitag, wie geplant, bei uns eingezogen.

Beim Abholen haben wir noch ein bisschen über sie dazu gelernt.
Sie kommt nicht nur aus einer Einzelhaltung, die Haltungsbedingungen müssen auch relativ schwierig gewesen sein. Als die Vorbesitzer die Haltung aufgegeben haben, mussten die Leute vom Tierheim anrücken, um sie einzufangen, weil sie das selbst nicht geschafft haben. Sie lief wohl quasi durch den kompletten Garten und am Ende haben sie sie dann unterm Auto hervorgezogen

Im Tierheim gab es dann schon mehrere "Vergesellschaftungsversuche".
Dabei haben sie die Rammler zu ihr ins (für ein Tier eher ein bisschen kleine) Gehege gesetzt.
Als sie ihn dann gerammelt hat, haben sie sie lieber schnell wieder getrennt, "bevor sie sich noch durchs Gehege jagen"
Daher kam die Empfehlung mit dem Gitter.



Bei uns saß sie jetzt die Woche einzeln in einem Gehege, dass aus Platzgründen leider etwas kleiner als 2 m² ist. Das ging leider nicht anders, sonst hätten sich beide Kaninchen sehen und/oder riechen können.

Morgen wollen wir eigentlich die Vergesellschaftung wagen. Sind aber jetzt gerade wieder verunsichert, weil wir ihr Verhalten nicht richtig einschätzen können und nicht wissen, ob es jetzt nicht doch sinniger wäre, anders vorzugehen?
  • Lotta ist ein sehr unruhiges und hektisches Tier.
    Sie hat schon beim Ankommen mit sehr, sehr schnellen Bewegungen ihr neues Gehege erkundet.
    Sie buddelt sehr ausgiebig und immer wieder die komplette Käfigwanne um und räumt ihr Haus (Karton) ständig durch die Gegend.
    Wenn sie durchs Gehege pest, macht sie auch vorm Wassernapf nicht halt und prescht da quer durch.
  • Quasi seit sie hier ist, läuft sie brummelnd am Gitter auf und ab, wenn man den Raum betritt.
    Das geht ungefähr so lange, bis man ins Gehege fasst und sie ausgiebig streichelt.
  • Wenn man das Gehege betritt, kommt sie meistens brummelnd an, umkreist die Füße und knabbelt ein bisschen an Socken/Hose. Dabei wirkt sie sehr hektisch, aber eigentlich nicht aggressiv.
  • Eher problematisch für uns ist ihr Verhalten, wenn man ins Gehege greift.
    Streicheln ist kein Problem, das fordert sie auch sehr bestimmt ein.
    Fasst man aber neben sie, zum Beispiel, um etwas aufzuwischen; oder die Näpfe zum Reinigen und neu befüllen rauszunehmen, springt brummend und sehr schnell auf die Hand zu.
    Das ist über die Woche immer schlimmer geworden und vorhin hat sie die Hand meiner Freundin dabei erwischt und ziemlich doll zugezwickt. Wir haben es nur mit viel Ablenkung zu zweit geschafft, die Näpfe rauszuholen und wieder hineinzustellen.
Ist das einfach nur Revierverteidigung und wegen der Einzelhaltung oder kann das noch andere Gründe haben?
Und gibt sich das nach der VG von alleine wieder oder kann man da etwas gegen machen?

Wir haben nun ein bisschen Angst davor, dass das jetzt immer so weiter geht und man irgendwann gar nicht mehr ins Gehege kann, ohne angegriffen zu werden oder so.
Mit Theo und seiner alten Partnerin hatten wir solche Probleme nie?

Und müssen wir davon ausgehen, dass sie auf Theo auch erstmal eher aggressiv reagieren wird oder evtl. "Probleme" mit sehr starken Hormonen hat?
Der Arme ist jetzt eh schon total verängstigt und panisch, weil wir ihm die Woche Medikamente geben mussten. (VG wäre laut Tierärztin jetzt aber kein Problem.)


Nichtsdestotrotz haben wir die Maus schon richtig ins Herz geschlossen und hoffen, dass das mit serder VG und dem Napftauschen,... irgendwie machbar ist. Es würde uns sehr, sehr schwer fallen, wenn das so richtig schief geht und wir sie wieder abgeben müssten



Miniaturansicht angehängter Grafiken
Vergesellschaftung nach vermutlich langer Einzelhaltung?-imgp2821_skal.jpg  

Geändert von Theolotta (18.11.2016 um 05:24 Uhr).

Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.926
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.11.2016, 10:11

Ich antworte mal im Text, das macht es einfacher...

Zitat:
Zitat von Theolotta Beitrag anzeigen
Im Tierheim gab es dann schon mehrere "Vergesellschaftungsversuche".
Dabei haben sie die Rammler zu ihr ins (für ein Tier eher ein bisschen kleine) Gehege gesetzt.
Als sie ihn dann gerammelt hat, haben sie sie lieber schnell wieder getrennt, "bevor sie sich noch durchs Gehege jagen"
Daher kam die Empfehlung mit dem Gitter.

Hmmm, da haben sich die Tierheimler schon ein bisschen dämlich angestellt... das Weibchen zum Rammler zu setzen, wäre deutlich besser gewesen, Platz braucht es für eine VG nunmal auch, und ganz ohne Jagerei wird´s in den seltensten Fällen gehen...

Bei uns saß sie jetzt die Woche einzeln in einem Gehege, dass aus Platzgründen leider etwas kleiner als 2 m² ist. Das ging leider nicht anders, sonst hätten sich beide Kaninchen sehen und/oder riechen können.

Morgen wollen wir eigentlich die Vergesellschaftung wagen. Sind aber jetzt gerade wieder verunsichert, weil wir ihr Verhalten nicht richtig einschätzen können und nicht wissen, ob es jetzt nicht doch sinniger wäre, anders vorzugehen?

Ich würde Lotta zu Theo setzen, und einfach gucken, was passiert... da Theo ja eher zierlich ist, und die Damen ohnehin meist zänkischer sind, tut ihm ein "Vorsprung" bestimmt gut, zudem ersparte ihr´s Euch, nach der VG im neutralen Gehege evtl. nochmals Reibereien zu haben, wenn´s ins "richtige" Gehege geht.
  • Lotta ist ein sehr unruhiges und hektisches Tier.
    Sie hat schon beim Ankommen mit sehr, sehr schnellen Bewegungen ihr neues Gehege erkundet.
    Sie buddelt sehr ausgiebig und immer wieder die komplette Käfigwanne um und räumt ihr Haus (Karton) ständig durch die Gegend.
    Wenn sie durchs Gehege pest, macht sie auch vorm Wassernapf nicht halt und prescht da quer durch.
  • Quasi seit sie hier ist, läuft sie brummelnd am Gitter auf und ab, wenn man den Raum betritt.
    Das geht ungefähr so lange, bis man ins Gehege fasst und sie ausgiebig streichelt.
  • Wenn man das Gehege betritt, kommt sie meistens brummelnd an, umkreist die Füße und knabbelt ein bisschen an Socken/Hose. Dabei wirkt sie sehr hektisch, aber eigentlich nicht aggressiv.

    Das ganze Verhalten scheint für mich zum einen eine Folge der "Einzelhaft" zu sein: sie ist einfach kreuzunglücklich, weil sie keine Gesellschaft hat, und fordert diese dann bei Euch ein, zum anderen dürfte ihr der Platz viel zu klein sein, nachdem sie ja freien Gartenauslauf gewohnt war...

  • Eher problematisch für uns ist ihr Verhalten, wenn man ins Gehege greift.
    Streicheln ist kein Problem, das fordert sie auch sehr bestimmt ein.
    Fasst man aber neben sie, zum Beispiel, um etwas aufzuwischen; oder die Näpfe zum Reinigen und neu befüllen rauszunehmen, springt brummend und sehr schnell auf die Hand zu.
    Das ist über die Woche immer schlimmer geworden und vorhin hat sie die Hand meiner Freundin dabei erwischt und ziemlich doll zugezwickt. Wir haben es nur mit viel Ablenkung zu zweit geschafft, die Näpfe rauszuholen und wieder hineinzustellen.
Ist das einfach nur Revierverteidigung und wegen der Einzelhaltung oder kann das noch andere Gründe haben?
Und gibt sich das nach der VG von alleine wieder oder kann man da etwas gegen machen?

Dieses Verhalten zeigte unser Phönix auch, als er im Quarantäne-Stall saß. Als er dann genug Platz bekam, bzw. dann auch mit den anderen vergesellschaftet wurde, ließ er es sofort und es kam dann auch nie wieder vor.

Wir haben nun ein bisschen Angst davor, dass das jetzt immer so weiter geht und man irgendwann gar nicht mehr ins Gehege kann, ohne angegriffen zu werden oder so.
Mit Theo und seiner alten Partnerin hatten wir solche Probleme nie?

Und müssen wir davon ausgehen, dass sie auf Theo auch erstmal eher aggressiv reagieren wird oder evtl. "Probleme" mit sehr starken Hormonen hat?
Der Arme ist jetzt eh schon total verängstigt und panisch, weil wir ihm die Woche Medikamente geben mussten. (VG wäre laut Tierärztin jetzt aber kein Problem.)

Wie die VG abläuft, müsst ihr einfach ausprobieren. Wir hatten einmal eine Häsin, die hätte den ersten Rammler, den wir ihr präsentierten, am liebsten zerlegt, obwohl wir die VG auf neutralem Gelände machten, bei der zweiten VG, zwei Wochen später, setzten wir den Rammler einfach in ihr Gehege, und sie kuschelten schon am gleichen Tag...

Nichtsdestotrotz haben wir die Maus schon richtig ins Herz geschlossen und hoffen, dass das mit serder VG und dem Napftauschen,... irgendwie machbar ist. Es würde uns sehr, sehr schwer fallen, wenn das so richtig schief geht und wir sie wieder abgeben müssten
Ich drück´Euch die Daumen, dass alles klappt!



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Benutzerbild von Theolotta
Ninchen
 
Registriert seit: 09.11.2016
Beiträge: 28
Theolotta befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 18.11.2016, 11:12

Zitat:
Zitat von Diabi Beitrag anzeigen
Hmmm, da haben sich die Tierheimler schon ein bisschen dämlich angestellt... das Weibchen zum Rammler zu setzen, wäre deutlich besser gewesen, Platz braucht es für eine VG nunmal auch, und ganz ohne Jagerei wird´s in den seltensten Fällen gehen...
Ja, das haben wir uns auch gedacht.
Kaninchen schienen dort nicht ihre absolute Stärke zu sein. Leider hat sie dort auch ordentlich Pellets zu fressen gekriegt und wurde nicht geimpft .
Als wir zum Gesundheit checken und impfen bei der Tierärztin waren, musste sie ihr erstmal einen Zahn ziehen (großes Loch drin und eitrige Wurzel) und mehrere Zahnspitzen entfernen, die wie Kraut und Rüben in alle Richtungen standen. Sie hatte schon ein kleines Loch in der Wange, genau in der Höhe von nem größeren Gefäß. Die TÄ meinte, dass sie das das Leben gekostet hätte (Blutvergiftung wg. dem Eiter), wenn wir es nicht jetzt gemerkt hätten .

Zitat:
Zitat von Diabi Beitrag anzeigen
Ich würde Lotta zu Theo setzen, und einfach gucken, was passiert... da Theo ja eher zierlich ist, und die Damen ohnehin meist zänkischer sind, tut ihm ein "Vorsprung" bestimmt gut, zudem ersparte ihr´s Euch, nach der VG im neutralen Gehege evtl. nochmals Reibereien zu haben, wenn´s ins "richtige" Gehege geht.
Wir wollten Lupines Tipp umsetzen und quasi im gut neutralisierten Gehege vergesellschaften.
Da uns das mit knapp 4 m² allerdings ein bisschen zu klein war dafür und der Übergang in den Auslauf etwas umständlich ist, sodass sie da nicht einfach ganz schnell rüberflitzen könnten, planen wir für die Vergesellschaftungszeit mit unserem Gitterfreilaufgehege direkt an das Gehege anzubauen und es dadurch zeitweise dauerhaft zu vergrößern.
Nach der hoffentlich geglückten VG würden wir es dann wieder zurückbauen. Sonst ist der Durchgang für uns auf Dauer ein bisschen zu schmal ^^

Wir könnten jetzt natürlich das Gehege nicht neutralisieren, bevor wir anbauen.
Aber gibt ihm das denn wirklich einen "Vorsprung" oder kann es sein, dass dann dadurch die Aggressionen möglicherweise schneller hochkochen?
Da hätten wir nämlich Angst davor. Wie er reagieren wird (außer zur Zeit wegpesen, wenn wir dem Gehege zu nahe kommen, wissen wir ja auch nicht.

Zitat:
Zitat von Diabi Beitrag anzeigen
Das ganze Verhalten scheint für mich zum einen eine Folge der "Einzelhaft"

[...]

Dieses Verhalten zeigte unser Phönix auch, als er im Quarantäne-Stall saß. Als er dann genug Platz bekam, bzw. dann auch mit den anderen vergesellschaftet wurde, ließ er es sofort und es kam dann auch nie wieder vor.
Dann besteht ja auf jeden Fall Hoffnung für uns, dass sie das Verhalten vielleicht ablegt . Vielen Dank für das Teilen dieser Erfahrung


Dann bereiten wir wohl mal alles vor und hoffen dann aufs Beste.
Ist schon ganz schön aufregend, so eine Vergesellschaftung. Immer wieder fällt uns irgendwas ein, was wir noch nicht bedacht haben und wo wir uns von Neuem Sorgen machen



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