Erst mal herzlich willkommen

Schön dass du dich frühzeitig informierst.
Sarabi hat Recht, eine Frühkastration ist das bei deinem Rammlerchen definitiv nicht mehr. Die hätte zwischen der 8. und 10. (je nach Entwicklungsstand evtl. auch 11.) Lebenswoche erfolgen müssen, danach sind fast alle Zwerge bereits geschlechtsreif.
Das heißt für dich: Trennen. Ich würde den Rammler direkt nach seiner Ankunft zunächst 2 - 3 Tage beobachten ob er auch tatsächlich gesund ist, und dann direkt kastrieren lassen. Danach die Kastra-Quarantänefrist von 6 Wochen einhalten und dann die Vergesellschaftung angehen. Denn ich bitte dich, die Altersangabe bei der Häsin mit Vorsicht zu genießen - manchmal stimmen diese Angaben nicht, und frühreife Häsinnen können durchaus auch mal schon mit 4 Monaten aufnehmen. Das führt dann natürlich meist zu erheblichen Problemen für das kleine Mädel.
Ein Foto vom Gehege würde mich auch interessieren. Hast du auch daran gedacht dass es mardersicher sein muss? Es darf nirgendwo eine Lücke geben durch die ein Hühnerei oder eine Zigarettenschachtel passt (leider bei einigen Kaufgehegen der Fall!). Und es muss auch nach unten richtig abgesichert sein. Auch Füchse sind überall ein Problem, selbst in Großstädten. Hier ist wichtig, dass das Gehege auch das Gewicht eines Fuchses trägt, denn es gibt durchaus Exemplare die mal auf dem Gehege herumklettern, um nach einem möglichen Durchschlupf zu schauen.
Mit dem Styropor solltest du vorsichtig sein. Es hat zwei gravierende Nachteile: zum einen tut es den Nins nicht gut wenn sie es erreichen und anknabbern können. Zum anderen ist es nicht atmungsaktiv! Es kann also zu Schimmelbildung führen wenn die Belüftung nicht stimmt.
Im Winter sollte ein zugfreier, ausreichend großer Unterschlupf zur Verfügung stehen der gut eingestreut ist und trocken gehalten wird. Weitere Isolierungsmaßnahmen sind nicht wirklich notwendig, Kaninchen haben einen eingebauten "Pelzmantel"

. Wichtig ist Windschutz und Schutz vor Regen (muss nicht das gesamte Gehege umfassen, es reichen trockene Sitzplätze).
Generell kommen Kaninchen mit Kälte wesentlich besser zurecht als mit Hitze. Besondere Aufmerksamkeit solltest du also dem nächsten Sommer widmen, das Gehege sollte sich ganztägig überwiegend im Schatten befinden. Wichtig: den Sonnenlauf beachten!
Mit der Umgewöhnung aufs Grünfutter bis zum Frühjahr zu warten ist nicht sinnvoll. Je nach Trockenfutterart kann diese nämlich Darmschäden verursachen, außerdem ist gerade auch im Winter eine komplett trockene Fütterung ganz schlecht für die Nieren - es kann schließlich dazu kommen dass das Wasser einfriert. An dieser Stelle noch eine Warnung: Hände weg von Trinkflaschen herkömmlicher Art! An den Metallröhrchen können die Kaninchen im Winter mit der Zunge festfrieren, schwere und sehr schmerzhafte Verletzungen sind die Folge! Besser ist ein schwerer Steingutnapf oder eine Napftränke. Ich persönlich bevorzuge wegen ihrer leichten Reinigung die Näpfe. Zurück zum Futter: blättriges Gemüse kann man auch über den Winter gut bekommen, dazu etwas Knollen- und Wurzelgemüse und als Leckerei etwas Obst, und für die Energiezufuhr in Winter-Außenhaltung eine Saatenmischung, ein paar kernige Haferflocken etc. Ergänzen würde ich das mit einem guten Strukturfutter, um über den Winter die Vitaminzufuhr sicherzustellen. Junge Kaninchen haben noch keinen ruinierten Darm durch lange Trockenfütterung, so dass die Umstellung problemlos gelingt.
Herkömmliche Trinkflaschen sind übrigens extremst schwer zu reinigen und werden oft schon nach kurzer Benutzung zu Keimschleudern. Durch das Trinkröhrchen gibt es da nämlich Ecken wo man zum Reinigen einfach nicht hin kommt. Die dort entstehenden Beläge muss man täglich austrocknen, man braucht also eine ganze Ladung Flaschen die man im Wechsel einsetzt.