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Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.05.2013, 14:55

Zitat:
Zitat von Pinkie Beitrag anzeigen
Aber bei meinem Beispiel spielt die reinrassigkeit keine Rolle. Wenn das Tier aufgrund Arthrose sich nicht richtig putzen kann und inkontinent ist, ist es sch...egal ob reinrassig oder nicht.
Ich musste sie auch nur alle drei Monate scheren.
Und wenn du gesehen hättest was sie für eine Lebensfreude hättest du sie auch nicht einschläfern lassen. Das hätten noch nichtmal meine TÄ gemacht!

Da du eine komplett andere Meinung hast wie ich werden wir in diesem Fall nie auf einen Nenner kommen. Ich akzeptiere deine Haltung kann es aber nicht verstehen.
Trotz allem wünsche ich dir viel Glück und das es läuft wie du es dir vorstellst.
Dann hat aber das Leiden des Tieres nichts mit der Haarlänge, sondern mit Arthrose und Inkontinenz zu tun. Ein solches Tiere hat dann natürlich auch nichts in der Zucht verloren, egal wie viel Lebensfreude es hat. Ein verantwortungsvoller Züchter würde im Gegensatz zum Vermehrer niemals zulassen, dass sich sowas fortpflanzt. Heißt nicht, dass man es sofort töten MUSS! Ein RICHTIGER Züchter würde meine Biene ebenfalls in die Pfanne stecken, ich selbst verzichte einfach darauf, sie zu verpaaren und gönne ihr das freie Kaninchendasein auf über 10qm mit ihren Kuschelpartnern, SOLANGE sie unter ihrer schlechten Wolle nicht leidet!

Wir müssen ja auch nicht auf einen Nenner kommen, Hauptsache wir können halbwegs sachlich miteinander diskutieren, andere Meinungen tolerieren und uns gegenseitig respektieren.



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Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 28.05.2013, 14:56

Und übrigens: Auch von mir viel Glück, Angora-Angy. Ich wünsche dir gesunden Kaninchennachwuchs, an dem du Freude hast, und der Freude an dir hat. Kritik ist in diesem Fall mit Respekt verbunden, und auch wenn ich anderer Meinung bin als du bezüglich der Erhaltungswürdigkeit dieser Rasse, ändert das nichts daran dass ich mich freuen werde, wenn du positives zu berichten hast.



Angora-Angy likes this.

Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.05.2013, 15:00

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Sorry, wenn ich dir mal eben darauf antworte

Das soll das selbe, was ich kritisch sehen würde bei der Zucht von Farbenzwergen und Hermelin, wenn Tiere mit sehr rundem Kopf herausgezüchtet werden.

Das soll das selbe warum ich mich frage: muss das mit dem Zwergfaktor eigentlich sein? Wozu immer kleinere Kaninchen, trotz der bekannten Probleme?

Das soll das selbe warum ich Widder mit langem Behang gänzlich ablehne, und mich - so niedlich sie auch sind - bei denen mit kurzem Behang frage ob das so richtig sein kann. Und auch hier denke ich: nein.

Das soll das selbe wie ich mich frage: müssen Satin-Rassen herausgezüchtet werden obwohl man weiß, dass das genetisch kritisch werden kann? Auch hier: nein.

Das soll auch das selbe wie ich mich frage: Riesen? Ist das richtig? Bei der Arthroseneigung? Bei all den Problemen? Auch hier: nein.

Für mich steht im Vordergrund ein Kaninchen das möglichst so ausgestattet ist von Körperbau und Haarkleid, dass es dem Wildkaninchen ähnelt. Denn das ist die Form die die Natur als ideal für Kaninchen herausgefunden hat: Kurzhaarig, mit stehenden Ohren, nicht zu klein und nicht zu groß.

Bei ALLEM anderen MUSS man sich fragen, ob die Vorteile die man selbst daraus zieht, die Nachteile fürs Tier aufwiegen.

Und diese Frage muss schon erlaubt sein, auch wenn sich jemand so vorbildlich um seine Tiere kümmert wie das Angora-Angy tut. Nur, weil es eine Rasse bereits gibt, darf man nicht "betriebsblind" werden.
Zwerge: Deiner Meinung.
Widder: Deiner Meinung. Beides ohne Nutzen und mit vielen Problemen behaftet. Angora hat einen direkten Nutzen und der Nachteil, den das Tier davon hat, ist nicht so gravierend, wie er immer dargestellt wird. Ihr könnte gern zu uns kommen und zusehen, wie meine Bande in ihrem Stall rumwuselt.
Im Übrigen danke für die Note vorbildlich für meine Kaninchenhaltung nachdem ich für den alten Stall berechtigterweise so viel Kritik geerntet habe.




Pinkie
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 28.05.2013, 15:01

Zitat:
Zitat von Angora-Angy Beitrag anzeigen
Dann hat aber das Leiden des Tieres nichts mit der Haarlänge, sondern mit Arthrose und Inkontinenz zu tun. Ein solches Tiere hat dann natürlich auch nichts in der Zucht verloren, egal wie viel Lebensfreude es hat. Ein verantwortungsvoller Züchter würde im Gegensatz zum Vermehrer niemals zulassen, dass sich sowas fortpflanzt. Heißt nicht, dass man es sofort töten MUSS! Ein RICHTIGER Züchter würde meine Biene ebenfalls in die Pfanne stecken, ich selbst verzichte einfach darauf, sie zu verpaaren und gönne ihr das freie Kaninchendasein auf über 10qm mit ihren Kuschelpartnern, SOLANGE sie unter ihrer schlechten Wolle nicht leidet!

Wir müssen ja auch nicht auf einen Nenner kommen, Hauptsache wir können halbwegs sachlich miteinander diskutieren, andere Meinungen tolerieren und uns gegenseitig respektieren.
Nein das stimmt, aber sie als Langhaartuer hatte es mit dieser Krankheit schwerer wie andere, finde ich.
Gezüchtet wurde mit ihr ja nicht.




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 28.05.2013, 15:03

Mit vorbildlich meine ich vor allem, dass du immer bereit bist dazuzulernen und dich weiterzubilden, damit es deinen Tieren gut geht.

Nobody is perfect! Und den Typen habe ich leider noch nicht kennengelernt

Wie gesagt: ich habe andere Maßstäbe, was die Beurteilung von zuchtwürdigen Eigenschaften angeht - das hat aber nur mit sachlicher Kritik zu tun, und möglicherweise auch mit dem Wunsch dich dazu anzustoßen noch einmal selbst kritisch darüber nachzudenken - und das auch immer wieder zu tun. Ergebnis offen. Aber ein paar kritische Gedanken über sich selbst und die eigenen Ziele schaden niemandem.



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 23.06.2011
Beiträge: 924
Nazar & Noroelle befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.05.2013, 15:05

Zitat:
Zitat von Angora-Angy Beitrag anzeigen
Und ich den Zwergen, von denen du welche hast (übrigens offenbar Rassetiere, Holländer sind eine sehr schwierige Zeichnungsrasse mit viel "Ausschuss". Schon gewusst? ) Trotzdem feinde ich dich nicht an, weil du Zwergkaninchen hast.
Meine zwei "Holländer" kommen vom Tierschutz und ich wusste vorher überhaupt nicht wie sie aussehen,bis sie hier waren, ob es reinrassige Holländer sind oder nicht weiß ich nicht ist mir aber auch egal, es sind die liebsten Tiere überhaupt, die nicht alle paar Monate geschert werden müssen.Ich hatte hier auch einen Teddy,furchtbar verzüchtet,obwohl mit ihm anscheinend gezüchtet wurde,ich habe ihn auch vom Tierschutz.Er ist leider anfang es Jahres gestorben,da er ein Fellknäul im Magen hatte und der TA nicht richtig reagiert hat.Da war er aber schonwieder beim Tierschutz zurück, weil ich mit seinem Fell überhaupt nicht zurechtkam.

Ich wollte dich wirklich nicht anfeinden,sorry!Es soll ja jeder die Tiere halten die er mag,aber mit züchten hab ich eben so meine Probleme...



__________________
Frühling wo bist du?...In sehnsüchtiger Erwartung wartend....



Geändert von Nazar & Noroelle (28.05.2013 um 15:11 Uhr).

Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.05.2013, 15:13

Du musst eben differenzieren, eine ordentliche Zucht in Verbindung mit artgerechter Haltung tut den Tieren sogar gut, weil Krankheiten vermieden werden. Selektion auf so alberne Sachen wie eine ganz bestimmte Farbe oder das Töten von Tieren, weil ihre Scheckzeichnung nicht ganz "sauber" ist, hat mit einer sinnvollen Zucht genauswenig zu tun, wie das unkontrollierte Vermehren von irgendwelchen nicht weiter ausgewählten Tieren.
Im Übrigen möchte ich da Lupine zitieren:
Zitat:
dass du immer bereit bist dazuzulernen und dich weiterzubilden, damit es deinen Tieren gut geht.
Zitat:
Aber ein paar kritische Gedanken über sich selbst und die eigenen Ziele schaden niemandem.



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Benutzerbild von wollmonster
Kaninchen
 
Registriert seit: 16.03.2010
Beiträge: 9.630
wollmonster befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.05.2013, 15:24

Zitat:
Zitat von Angora-Angy Beitrag anzeigen
edit: übrigens vermehre ich im Garten auch alte Gemüsesorten, aus genau dem selben Grund. Bei meinen Tomaten, die ich ins Freiland setze, habe ich fast nie und wenn dann sehr geringfügig Braunfäule, im Gegensatz zu den nachbarlichen Standard-Hybridsorten im extra Tomatenzelt...
zu dem Thema müssen wir uns noch mal Unterhalten. Ich bin ein riesen Fan vom " Tomatenanbau" und lerne gerade vieles über Bio/Öko Anbau über alte und neue Sorten. Eventuell kann ich ja von dir auch noch was lernen?




Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.05.2013, 16:12

Gern, aber dann ist das hier der falsche Ort ;-)




Pinkie
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 29.05.2013, 08:16

ich freu mich übrigens auch über Bilder von den Süßen




Benutzerbild von wollmonster
Kaninchen
 
Registriert seit: 16.03.2010
Beiträge: 9.630
wollmonster befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.05.2013, 13:36

Zitat:
Zitat von Angora-Angy Beitrag anzeigen
Gern, aber dann ist das hier der falsche Ort ;-)
PN oder Mail wenn du Lust hast??




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 18.06.2009
Beiträge: 164
Lilith befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 03.06.2013, 16:51

Hallo,

ich bin zu diesem Thema ein wenig zwiegespalten.

Einerseits finde ich es schon wichtig, dass es gute Züchter gibt. Klar sind die TH voll mit ungewollten Kaninchen, die großteils aus unsachgemäßen Verpaarungen entstanden sind. Aber wenn man jetzt nur noch den Vermehrern das Feld überlässt, geht das auf Dauer zu Lasten der Gesundheit der Tiere. Ich bin der Meinung, dass gute Züchter ihre Existenzberechtigung haben, um gesunde Tiere ohne Zahnfehler und andere Erbkrankheiten zu ziehen. Quasi als Gegengewicht zu den vielen vermehrten Tieren, die ja gesundheitlich nicht immer so ganz auf der Höhe sind… sonst haben wir bald nur noch kranke bzw. kränkelnde Kaninchen und das kann es ja auch nicht sein.

Dabei fände ich es aber wichtig, nicht in erster Linie auf optische Merkmale abzuzielen, sondern auf gesundheitliche. Und das geht mir bei der Rassekaninchenzucht bei vielen Rassen leider ab.

Die Angoras im Speziellen sehe ich ebenfalls sehr kritisch und bin der Meinung, dass andere, alte Haustier- bzw. Kaninchenrassen erhaltungswürdiger wären. Ich sehe auch eine eingeschränkte Lebensqualität bei den Tieren durch die starke und lange Behaarung. Wenn ich mir z.B. vorstelle, dass ich jetzt, bei dem Starkregen, ein langhaariges Kaninchen im Freigehege herumlaufen gehabt hätte, dann kann ich mir an meinen zehn Fingern ausrechnen, dass das Fell ein einziges Gesiff gewesen wäre, egal, ob reinrassig oder nicht, ob Angora oder Teddy oderoderoder…

Abgesehen davon, dass ich ebenfalls der Meinung bin, dass synthetische Materialien heutzutage die Wollproduktion aus Tierhaaren im Grunde überflüssig machen bzw. eben sogar ein Argument sein könn(t)en, die fragwürdige Haltung dieser „Nutztiere“ einzustellen.



@ AngoraAngy

Ich frage mich ehrlich gesagt auch, warum es unbedingt Angorakaninchen sein müssen? Ich meine, wenn es sich jemand zum Hobby gemacht hat, Tierhaare zu verspinnen und dann etwas draus zu stricken, wären andere Tierarten doch viel „ergiebiger“, ohne gleichzeitig eine Qualzüchtung zu sein (Schafe, Alpakas). AngoraAngy, den Platz für diese größeren Tierarten hättest du doch auf dem Bauernhof deines Freundes. Warum muss es also unbedingt eine derart umstrittene Tierart/Rasse wie das Angorakaninchen sein?

Wenn du deine Jungtiere selbst behälst, dann kommst du dem Tierschutz damit nicht ins Gehege. In dem Moment, wo du aber eines deiner Tiere abgibst, verlierst du die Kontrolle über dessen weiteren Werdegang und kannst einfach nicht ausschließen, dass es nicht doch eines Tages im TH landet. Das zum einen. Zum anderen weckst du durch die optische Schönheit resp. Besonderheit deiner Tiere in potenziellen Interessenten Bedürfnisse, die sie gar nicht entwickelt hätten, wenn sie diese Tiere niemals gesehen hätten. Diese Leute (ich rede jetzt nicht von Hobby-Spinnern, die diese Tiere der Wolle wegen halten, sondern von den Liebhaber-Heimtier-Haltern) hätten sich andernfalls vielleicht im TH umgesehen und dort ihr Traumkaninchen gefunden. Insofern wird die Zukunft erst zeigen, ob du durch deine Zucht nicht doch dem Tierschutz ein Ei legst…

Du schreibst, dass du die zukünftigen Besitzer deiner Jungtiere über die richtige Haltung und Pflege dieser Rasse aufklären willst/wirst. Ich wünsche dir dabei viel Glück und vor allem auch deinen Tieren!! Allein, die Erfahrung zeigt, dass manch ein Zeitgenosse die Fellpflege eines Langhaartieres unterschätzt. Ich kannte mal (virtuell) eine Teddyzüchterin, die nach einigen Jahren der Zucht völlig entnervt aufgegeben hat, weil ihr ihre Tiere teilweise nach Jahren in völlig verwahrlostem Zustand zurückgegeben wurden. Sie konnte das irgendwann einfach nicht mehr ansehen und wollte sich an diesem Elend nicht auch noch mitschuldig machen. Auch viele Vertreter langhaariger Hunde- und Katzenrassen sind regelmäßig beim TA zum Scheren „zu Gast“. Die Leute unterschätzen m.M.n. oft – trotz vorheriger Aufklärung – den großen Mehraufwand bei der Fellpflege.

Last but not least: Ich weiß, es hört niemand gern. Aber: Deine Beziehung ist noch ziemlich frisch. Ich wünsche dir von Herzen, dass es hält und du dein Glück gefunden hast. Ich bin wohl wesentlich weniger „risikofreudig“, verglichen mit dir. Denn ich staune, in welchem „Schweinsgalopp“ du das alles aufziehst: Im März kennen gelernt, im April die Kaninchen umgesiedelt (wobei aus deinen Beiträgen so zwischen den Zeilen rauszulesen war, dass dein Freund dein Hobby nicht teilt, sondern dir zu liebe duldet), im Juni wird der Bestand verdoppelt und erste, handfeste Zuchtpläne sind auch schon gemacht. Ich hoffe einfach, du hast trotz aller Verliebtheit und trotz optimistischer Zukunftsaussichten einen Plan B in der Hinterhand, wo du mit deiner Kaninchenschar hinkönntest im Fall der Fälle…



Viele Grüße
Lilith

ps:
Zitat:
Zitat von AngoraAngy
Die Rasse als solche wird nur von militanten "Tierschützern" als Qualzucht bezeichnet.

Das halte ich nicht für zutreffend! Ich z.B. bin beileibe keine militante Tierschützerin (spreche mich ja sogar FÜR Kaninchenzucht aus, wenngleich auch mit anderen Zuchtzielen als den deinen) und halte die Angorakaninchen dennoch für Qualzuchten.



pps: Ich bin übrigens auch nicht ganz „unbeleckt“, was diese Rasse angeht. Meine Großeltern hielten früher (kurzhaarige) Schlachtkaninchen (natürlich in Buchten). Im Dorf gab es einen Angorazüchter und irgendwann kamen meine Großeltern auf die Idee, zwei Jungtiere für uns Kinder zum Kuscheln und Spielen anzuschaffen. Weil die ja so weich und fluffig und kuschlig etc. sind. Das Ende vom Lied: Haltung auf Gitterrosten, geschnitten wurden sie damals mit Haushaltsscheren (dauerte ziemlich lange, bis man fertig war und die Kaninchen fanden´s ätzend), gefilzt haben sie sehr wohl (obwohl von einem seröhööösen Vereinszüchter ) und nach knapp einem Jahr endeten die „Kinderspielzeug-Kaninchen“ im Topf, weil meine Großeltern total entnervt waren.



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Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.06.2013, 21:07

Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
Hallo,

ich bin zu diesem Thema ein wenig zwiegespalten.

Einerseits finde ich es schon wichtig, dass es gute Züchter gibt. Klar sind die TH voll mit ungewollten Kaninchen, die großteils aus unsachgemäßen Verpaarungen entstanden sind. Aber wenn man jetzt nur noch den Vermehrern das Feld überlässt, geht das auf Dauer zu Lasten der Gesundheit der Tiere. Ich bin der Meinung, dass gute Züchter ihre Existenzberechtigung haben, um gesunde Tiere ohne Zahnfehler und andere Erbkrankheiten zu ziehen. Quasi als Gegengewicht zu den vielen vermehrten Tieren, die ja gesundheitlich nicht immer so ganz auf der Höhe sind… sonst haben wir bald nur noch kranke bzw. kränkelnde Kaninchen und das kann es ja auch nicht sein.

Dabei fände ich es aber wichtig, nicht in erster Linie auf optische Merkmale abzuzielen, sondern auf gesundheitliche. Und das geht mir bei der Rassekaninchenzucht bei vielen Rassen leider ab.
Bei diesem Absatz bin ich ganz und gar deiner Meinung.

Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
Die Angoras im Speziellen sehe ich ebenfalls sehr kritisch und bin der Meinung, dass andere, alte Haustier- bzw. Kaninchenrassen erhaltungswürdiger wären. Ich sehe auch eine eingeschränkte Lebensqualität bei den Tieren durch die starke und lange Behaarung. Wenn ich mir z.B. vorstelle, dass ich jetzt, bei dem Starkregen, ein langhaariges Kaninchen im Freigehege herumlaufen gehabt hätte, dann kann ich mir an meinen zehn Fingern ausrechnen, dass das Fell ein einziges Gesiff gewesen wäre, egal, ob reinrassig oder nicht, ob Angora oder Teddy oderoderoder…
Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen

Abgesehen davon, dass ich ebenfalls der Meinung bin, dass synthetische Materialien heutzutage die Wollproduktion aus Tierhaaren im Grunde überflüssig machen bzw. eben sogar ein Argument sein könn(t)en, die fragwürdige Haltung dieser „Nutztiere“ einzustellen.
Welche Rasse(n) wären das denn, die erhaltenswürdiger wären als die einzige Doppelnutzungsrasse überhaupt?
Welche Synthetikfaser kann die Eigenschaften von Naturfasern im Allgemeinen und Angorawolle im Besonderen ersetzen? Schonmal eine Mütze aus Angoragestrick aufgehabt?

Angora sind freilich nicht für die ungeschützte Freilandhaltung geeignet, das gebe ich zu. Meine Tiere leben in einem halboffenen Stall, also eine feste Scheune mit Gitterfront. Auf die Wiese dürfen sie bei trockenem Wetter. Das ist meiner Meinung nach immer noch eine artgerechtere Haltung als in der Wohnung.


Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
@ AngoraAngy
Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen

Ich frage mich ehrlich gesagt auch, warum es unbedingt Angorakaninchen sein müssen? Ich meine, wenn es sich jemand zum Hobby gemacht hat, Tierhaare zu verspinnen und dann etwas draus zu stricken, wären andere Tierarten doch viel „ergiebiger“, ohne gleichzeitig eine Qualzüchtung zu sein (Schafe, Alpakas). AngoraAngy, den Platz für diese größeren Tierarten hättest du doch auf dem Bauernhof deines Freundes. Warum muss es also unbedingt eine derart umstrittene Tierart/Rasse wie das Angorakaninchen sein?
Ja, ich verspinne die Wolle selber und nein, weder habe ich Platz für größere Tiere wie Schafe oder Alpakas (so groß ist der Hof auch wieder nicht) noch Interesse an deren Wolle, weil das ein ganz anderes Material ist. Darfst gern mal kommen und die unterschiedlichen Wollsorten durchfühlen. Übrigens ist in Relation auf die Körpergröße ein Angorakaninchen wesentlich ertragreicher als ein Schaf oder Alpaka. Warum soll eigentlich ein Schaf oder Alpaka weniger unter seiner Wolle und der Schur "leiden" als ein Kaninchen?

Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
Wenn du deine Jungtiere selbst behälst, dann kommst du dem Tierschutz damit nicht ins Gehege. In dem Moment, wo du aber eines deiner Tiere abgibst, verlierst du die Kontrolle über dessen weiteren Werdegang und kannst einfach nicht ausschließen, dass es nicht doch eines Tages im TH landet. Das zum einen. Zum anderen weckst du durch die optische Schönheit resp. Besonderheit deiner Tiere in potenziellen Interessenten Bedürfnisse, die sie gar nicht entwickelt hätten, wenn sie diese Tiere niemals gesehen hätten. Diese Leute (ich rede jetzt nicht von Hobby-Spinnern, die diese Tiere der Wolle wegen halten, sondern von den Liebhaber-Heimtier-Haltern) hätten sich andernfalls vielleicht im TH umgesehen und dort ihr Traumkaninchen gefunden. Insofern wird die Zukunft erst zeigen, ob du durch deine Zucht nicht doch dem Tierschutz ein Ei legst…


Das Risiko besteht immer, das Problem hat auch der Tierschutz, Schutzverträge hin oder her. Ich habe schon etliche Anfragen von Kollegen, die meine "Karnickelmacke" natürlich mitkriegen. Die eine möchte ein "wuscheliges" Kaninchen zu ihren Kurzhaarkaninchen dazu, die Wolle interessiert sie nicht. Sie hat ein klares Nein bekommen. Der andere Kollege möchte auch niedliche Kuschelkaninchen und gedenkt sie dann regelmäßig zum Scheren zu mir zu bringen. Schon das hätte ihm ein Nein eingebracht, aber da er mir vor einigen Monaten schonmal von seinen Zwergkaninchen erzählt hat, die er in Käfigen im Keller gehalten hatte und ab und an zum Schmusen rausgeholt hat, habe ich ihm gesagt, dass er auf keinen Fall von mir ein Tier bekommen wird. WENN ich Tiere abgebe, dann in die Hände von Leuten, die entweder Ahnung haben oder bereit und willens sind, sich das von mir erklären, zeigen und beibringen zu lassen. Selbstverständlich gibt es auch dann keine Garantie, dass mit diesen Tieren kein Blödsinn passiert oder dass sie nachgezogen und die Jungen einfach unkontrolliert abgegeben werden. Weiß ich, kann ich nur versuchen mittels Beratung und Aufklärung zu beeinflussen.

Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
Du schreibst, dass du die zukünftigen Besitzer deiner Jungtiere über die richtige Haltung und Pflege dieser Rasse aufklären willst/wirst. Ich wünsche dir dabei viel Glück und vor allem auch deinen Tieren!! Allein, die Erfahrung zeigt, dass manch ein Zeitgenosse die Fellpflege eines Langhaartieres unterschätzt. Ich kannte mal (virtuell) eine Teddyzüchterin, die nach einigen Jahren der Zucht völlig entnervt aufgegeben hat, weil ihr ihre Tiere teilweise nach Jahren in völlig verwahrlostem Zustand zurückgegeben wurden. Sie konnte das irgendwann einfach nicht mehr ansehen und wollte sich an diesem Elend nicht auch noch mitschuldig machen. Auch viele Vertreter langhaariger Hunde- und Katzenrassen sind regelmäßig beim TA zum Scheren „zu Gast“. Die Leute unterschätzen m.M.n. oft – trotz vorheriger Aufklärung – den großen Mehraufwand bei der Fellpflege.


Eben, Langhaartiere gehören in erfahrene Hände oder wenn Anfänger, dann mit fachkundiger Beratung und Betreuung. Zum TA zu gehen und die Tiere möglichst noch unter Narkose scheren zu lassen, halte ich für einen großen Frevel und reine Faulheit. Jeder kann scheren lernen, wenn er gewillt ist. Jedes Tier kann lernen, dass scheren nichts schlimmes ist, wenn man genug GEduld aufbringt. Eine Kollegin von mir hatte einen Angoramix (und zwar ziemlich lange, bis er mit 11 Jahren starb), der freudig angerannt kam und sich lang hinlegte, wenn sie mit der Schere klapperte.

Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
Last but not least: Ich weiß, es hört niemand gern. Aber: Deine Beziehung ist noch ziemlich frisch. Ich wünsche dir von Herzen, dass es hält und du dein Glück gefunden hast. Ich bin wohl wesentlich weniger „risikofreudig“, verglichen mit dir. Denn ich staune, in welchem „Schweinsgalopp“ du das alles aufziehst: Im März kennen gelernt, im April die Kaninchen umgesiedelt (wobei aus deinen Beiträgen so zwischen den Zeilen rauszulesen war, dass dein Freund dein Hobby nicht teilt, sondern dir zu liebe duldet), im Juni wird der Bestand verdoppelt und erste, handfeste Zuchtpläne sind auch schon gemacht. Ich hoffe einfach, du hast trotz aller Verliebtheit und trotz optimistischer Zukunftsaussichten einen Plan B in der Hinterhand, wo du mit deiner Kaninchenschar hinkönntest im Fall der Fälle…


Dieses Thema ist dann doch meine Privatangelegenheit und ich gedenke nicht, das in einem Tierforum öffentlich zu diskutieren. Zumal ich mich mit 30 dann doch für lebenserfahren genug halte, um meine Entscheidungen selbst treffen zu können.



Zitat:
Zitat von Lilith Beitrag anzeigen
pps: Ich bin übrigens auch nicht ganz „unbeleckt“, was diese Rasse angeht. Meine Großeltern hielten früher (kurzhaarige) Schlachtkaninchen (natürlich in Buchten). Im Dorf gab es einen Angorazüchter und irgendwann kamen meine Großeltern auf die Idee, zwei Jungtiere für uns Kinder zum Kuscheln und Spielen anzuschaffen. Weil die ja so weich und fluffig und kuschlig etc. sind. Das Ende vom Lied: Haltung auf Gitterrosten, geschnitten wurden sie damals mit Haushaltsscheren (dauerte ziemlich lange, bis man fertig war und die Kaninchen fanden´s ätzend), gefilzt haben sie sehr wohl (obwohl von einem seröhööösen Vereinszüchter ) und nach knapp einem Jahr endeten die „Kinderspielzeug-Kaninchen“ im Topf, weil meine Großeltern total entnervt waren.
Typischer Fall von alles falsch gemacht. Nur im Verein zu sein macht einen noch lange nicht zu einem guten Züchter und tätowierte Kaninchen sind nicht automatisch von hoher Qualität. Die Haltung zu gestalten ist nicht Sache des Tieres, sondern des Halters. Die Gitterroste sind also kein Fehler der Rasse, sondern Bequemlichkeit und möglicherweise Falschinformation der unbedarften Halter. Ich selbst schere meine Tiere auch mit der Schere, wenn auch eine äußerst gute mit Sägezahnschliff statt einer gewöhnlichen Küchenschere. Mit genug Übung geht das auch schnell. Wenn man Angoras falsch hält und behandelt und letztlich dann die Geduld verliert, ist auch nicht das Tier schuld, schon gar nicht, wenn ein Hochleistungsnutztier als "Kinderspielzeug" missbraucht wird (was ja nunmal kein noch so pflegeleichtes Kaninchen jemals sein wird).
Gegessen wurden Kaninchen, inkl. Angora, auch seit jeher und ich finde da eigentlich auch nichts falsches dran. Ich selbst könnte zwar nie ein Tier töten, schon gar nicht, wenn ich es selber aufgezogen habe, aber eigentlich mag ich den Gedanken, zu wissen, wie das Schnitzel gelebt hat, bevor es auf meinem Teller gelandet ist. Bei dem Fleisch, das ich im Laden kaufe, möchte ich da gar nicht drüber nachdenken...




Geändert von Angora-Angy (05.06.2013 um 21:24 Uhr).
 
 
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