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AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??Zitat:
Mal als Beispiel möchte ich die Fütterung von einem Kaninchenhalter aus einer deutschen Großstadt (Innenstadt München) aufzeigen: - Am Wochenende wird der Englische Garten besucht und eine riesige Portion Wiesen-Kräuter geerntet - Mittwochs wird in einem kleineren Park oder anderen Stellen Wiesengrün gepflückt - Wenn sich die Möglichkeit bietet (Bekanntenbesuche etc.) wird ebenfall etwas gepflückt - Das Wiesengrün wird anschließend auf die Tage aufgeteilt (Also das Grün vom Englischen Garten auf Sonntag, Montag, Dienstag, das Grün vom Park auf Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag) etc. und im Gemüsefach in einem Papier eingeschlagen aufbewahrt (Zeitungspapier oder Küchenrolle, Handtuch). Ebenfalls möglich sind Keller, kühle Räume etc. - Täglich wird diese Portion den Kaninchen angeboten - Zusätzlich wird blattreiches Gemüse eingekauft und täglich angeboten Zitat:
. So ist es ja nicht. Und ich habe es auch jahrelang so gemacht. Hier mal ein paar Hintergrundinformationen: - Jeden Monat der Lagerung verliert das Heu 6-8% seiner Nähr- und Wirkstoffe (Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung) - Bei der Heugewinnung gehen durch das Abbröckeln der Blätter 50% der Nährstoffe verloren (Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung) - Beta Carotin-Gehalt pro kg Trockenmasse im Vergleich: Weidegras 250mg Heu 20mg (Quelle: Vitamine in der Tierernährung, Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung) - "[...]Die verbreitetste ist die Bodentrocknung. Die Nährstoffverluste an Eiweiß und Energie liegen hier zwischen 30 und 50 % im Vergleich zum frischen Grünfutter. Sie kommen zu Stande durch Bröckelverluste, leider vor allem bei den Kräutern, und durch die Auswaschung löslicher Nährstoffe bei Regen." (Quelle: nochmal Lackenbauer) - usw. (Bitte erspare mir jetzt jedes Vitamin auseinander zu nehmen, das Datensuchen ist immer etwas aufwändig. Aber wenn du drauf bestehst, machen wir das… Irgendwo müsste ich sowieso noch die Daten von meinen eigenen Recherchen haben…) Daher meine „Meinung“, dass Heu minderwertiger als frische Wiese ist .Zitat:
. Während man sich in Fachkreisen noch streitet wie genau dieses Verhältnis sein soll (im Moment hat man sich auf den Spielraum 1,2-1,4:1 (Kalzium /Phosphor) geeinigt), wissen unsere Kaninchen von alleine wie es am besten passt . Das größte Problem bezüglich Kalzium ist im Moment sowieso nicht dessen Verhältnis zu Phosphor sondern der geringe Wassergehalt der Nahrung und der extrem hohe Kalziumgehalt in den wasserarmen Futtermitteln. Heu ist extrem kalziumreich und wasserarm, Trockenfutter ist extrem kalziumreich und wasserarm usw.Gemüse ist hingegen kalziumarm und wasserreich. Kräuter sind kalziumreich und Wasserreich (wiegt sich gut auf). Zitat:
und bietet das Futter entsprechend so an, dass nur minimale Reste entstehen… Wenn man einmal am Tag das Futter durchschaut (was wohl jeder Halter mindestens tut) wird auch nichts schlecht, so schnell verderbliches Futter gibt es nicht. Zitat:
Warum lehnst du eine Ernährung ab, nur weil sie nicht hundert 100ig ieal ist sondern nur 90%ig und wendest dich einer Ernährung zu, die nur 50%ig ideal ist? Zitat:
Das Kaninchen bedarfsgerecht selektieren können steht außer Frage, das beweisen nicht nur hunderte von Kaninchen zur jetzigen Sekunde, sondern es ist auch durch wissenschaftliche Arbeiten belegt. Mit der Bequemlichkeit ist es immer so eine Sache. Die meisten Leute finden es an bequemsten einmal oder zweimal im Jahr eine größere Menge Trockenfutter zu kaufen und die hält dann ein halbes Jahr. Bequemlichkeit ist eigentlich kein Argument, vor allem ist eine Ad-libitum-Ernährung überhaupt nicht aufwändig, im Gegenteil, man muss so wenig Denkleistungen vollbringen. Man muss nur 2x in der Woche Gemüse einkaufen (alles was der Laden hergibt) und zweimal oder dreimal die Woche auf eine Wiese gehen und den Eimer vollpflücken. Fertig. Dafür hat man dann viel weniger Arbeit wenn man füttert: Klappe auf, alles rein was ausgegangen ist, Klappe zu. Früher habe ich ewig hingefriemelt bis ich eine gute Portion zusammen hatte (Oh jetzt ist zu viel Kohl drinnen. - Nein, das ist zu einseitig – Oh vielleicht brauch ich noch von dem ein wenig – es sollten ja optimal… - usw.). Probier die Ad-libitum-Ernährung doch einfach aus, dann wirst du merken wie einfach sie ist . Ansonsten bietet sich eine gute rationierte Fütterung mit vielfältigen, durchdachten Angebot an Futtermitteln an. Ach ja zum Heu noch: Das habe ich auf meiner HP noch nicht eingebaut (die Thematik kommt noch). Heu besteht zu 90-100% aus Gräsern. Bei den Gräsern gibt es aber leider ein sehr ernst zu nehmendes Problem… Man zwingt somit die Kaninchen diese Gräser zu fressen obwohl sie a) keine Grasfresser sondern Kräuterfresser sind und b) diese Gräser zum Großteil giftig sind. Daher würde ich empfehlen auch bei rationierter Fütterung immer mindestens eine Gemüseart anzubieten damit die Kaninchen dem Heu ausweichen können.
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AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??Zitat:
Und damit ist dein Vorschlag für mich nicht 90%ig ideal, nicht einmal 50%ig, sondern - sorry - völlig indiskutabel, ich ess auch nichts verdorbenes freiwillig! Und ich ziehe eine vielleicht 50%ig ideale Fütterung einer indiskutablen weil gefährlichen immer vor. Entweder JEDEN TAG FRISCH (kann ich zeitlich nicht, muss dafür weit mit dem Auto fahren und außerdem aufpassen dass ich nicht beim Sammeln im Naturschutzgebiet Ärger bekomme, weil verboten! aber der einzige Ort wo man noch unbelastetes Futter bekommen würde ohne Hundepipi, Autoabgase etc.), oder ich lass die Finger davon. Früher, vor dem Krieg, wurde das gemacht, da wurde grünes Futter frisch angeboten. Da wurden die Kinder jeden Tag, teilweise sogar zweimal, einmal vor der Schule noch und einmal abends, zum Gras- und Löwenzahnsammeln losgeschickt - eine sehr einseitige Ernährung übrigens, keine Ad-Libitum-Ernährung, bei weitem nicht. Ich weiß das genau, weil meine Schwiegermutter zu diesen Kindern zählte, und ich auch sehr viel Kontakt zu älteren Menschen habe die mir das ebenfalls so geschildert haben. Von einer Ad-Libitum-Ernährung kann keine Rede sein in diesen Zeiten, es wurde nur das gefüttert was schnell und einfach erreichbar war (nämlich Gras, Löwenzahn) und sonst nichts an Kräutern. Da hätte sich niemand die Mühe gemacht stundenlang herumzusuchen was die Nins fressen dürfen und was nicht. Gras und Löwenzahn, das vertragen sie, also bekommen sie das, basta. Schließlich wurden sie ja für den Teller gezüchtet.Wenn mal ne Möhre übrig war, bekamen sie auch die, oder Fallobst. Und wenn sie nicht gesund waren - Petersilie. Sonst haben die nie ein Kräutlein gesehen, jedenfalls nicht hier in unserer Gegend. Wie kommst du eigentlich auf die pauschale Aussage, Gräser seien giftig für Kaninchen? ![]()
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AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??Zitat:
. Wenn man Gras (200 mg Vitamin E) zu Silage verarbeitet verliert es z.B. so viel an Vitamin E: Gras: 200mg Vitamin E Silage 60mg Vitamin E Wird es zu Heu verarbeitet sieht es so aus: 30mg Vitamin E Der Trocknungsprozess ist somit viel schädlicher als ein Gärungsprozess oder ein "alt werden". Bei einer Lagerung im Kühlschrank (so wie empfohlen) hält sich Wiesengrün gute 2-3 Tage, ohne Schimmel oder andere Sachen (Gärungsprozesse). Klar wenn ich wiese pflücke besteht die Gefahr, dass ein Hund genau an die Stelle gemacht hat, dass ich mir Grasmilben einfange, dass ich mir die Kleidung schmutzig mache oder Myxomatose von Wildkaninchen einfange (diese Argumente kenne ich schon alle zur Genüge). Fütter ich Heu so bestehen folgende Gefahren: - Grasmilben - Unreinheiten (es gab sogar schon tote Mäuse im Heu -> siehe Kaninchenforen) - Giftige Pflanzen die im Heu nicht mehr erkannt werden können (durch den Trocknungsprozess fällt den Kaninchen das Selektieren schwer. z.B. Jakobskreuzkraut (das sie frisch niemals anrühren würden) wird ohne Probleme mitgefressen. - usw. Fütter ich Grünfutter aus dem Laden (Gemüse, Obst usw.) bestehen folgende Gefahren: - Starke Pestizidbelastung (durch Bio-Gemüse etwas abschwächbar) - Bestrahlung mit Röntgenstrahlung (wird bei ausländischen Früchten/Gemüse flächendekend praktiziert weil es dann nicht altert) - Verseuchung mit Rattenkot usw. (bekannt geworden durch Importwahre die mit Schiffen transportiert werden) - Spuren von Giften - Keine Vitamine mehr durch zu lange Lagerung - usw. Da fällt mir noch viel mehr ein. Was lernen wir daraus? Man muss immer ein Risiko eingehen wenn man Kaninchen füttert. Das einzige was klinisch rein ist, das ist hoch erhitztes Trockenfutter. Also wer auf Nr. Sicher gehen möchte... Allerdings ist trockenfutter genauso schädlich wie eine zu trockene Ernährung und führt zu üblen Folgen... Daher plädiere ich dafür die Risiken möglichst gering zu halten und trotzdem artgerecht zu füttern.Zitat:
Wiesenkräuter sind das einzige, was auch ein "Alleinfuttermittel" darstellt, es ist das Ideal schlecht hin, das beste Futtermittel überhaupt. Wie damals gefüttert wurde lässt sich anhand der damaligen Literatur sehr gut nachvollziehen. Zitat:
. Nicht alle Gräser sind giftig. Ich gebe dir mal etwas zur Einführung... ![]() [url]http://www.reiterrevue.de/r30/vc_content/bilder/firma442/Gesundheit/068_071_gesundheit-leseproberri.pdf[/url] Wenn du Interesse hast nenne ich dir noch entsprechende Literatur zum Thema .Zitat:
. Meine Gedanken und Empfehlungen richten sich alle nach meinem Wissen, das ich über Jahre zusammen getragen und überprüft habe. Und es ist durch wissenschaftliche Erkenntnisse (sofern sich diese nicht ändern) eigentlich gefestigt. Allerdings zwinge ich keinen seine Kaninchen genauso zu füttern und es ist mir auch nicht mein Anliegen 500 Jahre zu diskutieren wenn jemand an dieser Fütterungsform Zweifel hat . Wenn Unklarheiten da sind erkläre ich gerne meine Quellen und Schlussfolgerungen und habe in diese Richtung immer ein offenen Ohr. Aber wie gesagt, wenn jemand unbedingt anders füttern möchte, soll er das gerne tun. Ich verurteile weder Menschen die ihre Kaninchen mit Trockenfutter ernähre noch welche die andere Fütterungspraktiken beführworten und ich habe auch kein Interesse zu "bekehren". Mein Interesse beschränkt sich eher darauf zu informieren. Für diejenigen die in diese Richtung Informationen suchen und da ihre Interesse haben.Ein Halter der nicht einsieht Gemüse statt Trockenfutter zu füttern und mit Aussagen wie "da muss ich ja 2x die Woche einkaufen" oder "da könnten sie sich mit Pestiziden verseuchen" ankommt, den informiere ich garnicht erst weiter. Wenn er das so meint, dann soll er so füttern. Interesse zu informieren habe ich bei Leuten die wirkliches Interesse zeigen ("warum ist das so und so? Das verstehe ich nicht. Wies ist es mit dem und dem Futtermittel?" usw.). Und auch wenn es manchmal auf Traurige Ereignisse hinausläuft wie beispielsweise bei einer Halterin, die ihr Kaninchen mit rationierten Gemüse und Heu fütterte und mein Angebot zur Information nicht annahm, weil sie es kompliziert und teuer fand so viel Gemüse zu kaufen. Ihr Kaninchen habe ich im Alter von fünf Jahren bei einem Nierenversagen begleitet, das durch die wasserarme Kost ausgelöst wurde. Soetwas ist immer sehr trautig und nimmt mich auch sehr mit aber trotzdem halte ich meinen Grundsatz: Informationen anbieten wenn die Nachfrage besteht aber nicht Informationen "reindrücken" wenn kein Interesse besteht. Eine Frage habe ich aber noch. Du schriebst oben, dass Kaninchen nicht in der Lage sind sich ihr Futter einzuteilen (Ad-libitum-Ernährung) und entsprechend auszuwählen. Irgendwo anders (wenn ich mich recht erinnere) lass ich von dir, dass es ideal wäre Kaninchen auf einer groen Wiese zu halten. Hast du nicht Angst, dass die Kaninchen hier falsch auswählen? Warum sollten sie bei einer Ad-libitum-Ernährung nicht in der Lage dazu sein, auf einer Wiese aber schon?
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AW: Ad libtum- DiskussionAlso euer ständiger Meinungsaustausch und die extrem verschiedenen Ansichten sind echt total interessant . Das zu lesen ist besser als Fernseh gucken. Ich war eigentlich schon immer der Meinung, dass es am sinnvollsten ist Tiere, egal welche so zu ernähren, wie es auch mit den wilden Verwandten in der Natur üblich ist. Ich gehöre selber auch nicht zu denen, die sagen, dass unsere domestizierten Tiere nichts mehr mit ihren wilden Verwandten zu tun haben, sondern bin der Meinung, dass trotz ständiger Zucht Kaninchen ihren wilden Artgenossen immer noch sehr ähneln. Und ehrlich gesagt, habe ich mir noch nie die Mühe gemacht, das Frischfutter meine Ninchen abzuwiegen und genau zu kontrollieren wie viel Gram wovon ich füttern muss. Ich finde das ehrlich gesagt ein wenig übertrieben, aber das kann ja jeder halten wie er möchte. Manch eine wird mich wahrscheinlich für fahrlässig halten, wenn ich schonmal auf die Idee komme meinen Ninchen gleichzeitig mehrere verschiedene Kohlsorten aufeinmal anzubieten. Ich zwinge meine Ninchen aber nicht dazu alles aufzufressen wenn sie eine Gemüsesorte vollständig liegen lassen hole ich sie eben am anderen Tag raus und füttere was anderes. Trotzdem glaube ich auch, dass man es nicht mehr bei jedem Tier und auch nicht mehr bei allen Tierarten so sehen kann. Dafür hat der Mensch zu stark in die Natur und Lebensräume der Tiere eingegriffen. Und wahrscheinlich wird es auch unter Kaninchen Fälle geben, die ihr Futter nicht mehr wie normal selber einteilen sonder immer weiter fressen. Solche Ausnahmen wird es wohl bei jeder Tierart geben. Im Allgemeinen tendiere ich aber eher dazu die Meinung von saloiv zu teilen, da meine Kaninchen ebenfalls Wiesengrün, Wildblumen und Kräuter vor ziehen und dafür jegliches Gemüse, Obst und Heu liegen lassen. Wie viele Vitamine Heu und wie viele Grün hat, damit habe ich mich noch gar nicht wirklich beschäftigt. Meines Wissens nach hat Gras und Wildwuchs allgemein sehr wenig Vitamin, Mineralien und Kaninchen aus dem Grunde ein wesentlich größere Menge an Futter zu sich nehmen müssen. Was ich von Heu halten soll, weiß ich auch nicht so genau. Wirklich gutes Heu hatte ich bis jetzt noch nie, ich habe Heu aus dem Zoogeschäft, Bioheu, Heu vom Bauern, selbstgeschnittenes und nun auch noch selbstgemachtes Heu von einer Freundin ausprobiert. Meine Kaninchen haben nicht eins wirklich gefressen und in dem Heu vom Bauern hatte ich tatsächlich tote Mäuse, Stacheldraht, Plastik, Textilien mit drin. Im Geschäft das war so nah am Boden geschnitten, dass ganze Erdklumpen mit dabei waren. Zudem wachsen hier Unmengen von Jakobskreuzkraut auf den Wiesen und wenn die Bauern nicht gerade mit chemischen Mittel dagegen angehen, landet es im Heu. Ist das dann wirklich noch gesund? Das Grün, welches am zweiten Tag etwas welk ist schädlich sein soll glaube ich auch nicht. Ich fütter meinen Ninchen wenn ich keine Zeit habe frisches Grün zu holen auch schonmal das etwas plattere vom Vortag und dass seit vier Jahren. Bis jetzt hatten meine Ninchen noch nie irgendwelche Verdauungsprobleme, Durchfall, Mangelerscheinungen oder sonstige Futterbedingte Krankheiten. Man füttert meistens Disteln und Brennnesseln doch auch leicht angwelkt, dass wäre dann doch das selbe wie welkes Grün oder? Außerdem wenn man Wiese zum trocknen schneidet welkt diese doch erst bevor sie eintrocknet. Heu wäre dann in dem Sinne doch auch welk. Ihr könnt gerne noch etwas weiter diskutieren, dass ich echt sehr interessant und lehrreich. ![]()
__________________ Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner. (Oskar Kokoschka)
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AW: Ad libtum- DiskussionAlso ehrlich - NUR Gras und Löwenzahn finde ich dann, über Wochen bzw. Monate hinweg schon arg einseitig. Keine Kräuter sonst, wirklich nur diese beiden Futtermittel, alles andere wäre viel zu mühsam gewesen. Damals waren Kaninchen keine Liebhaber- sondern Nutztiere, und entsprechend hat man keine Rücksicht auf Bedürfnisse genommen. So war es eben früher, vor dem Krieg. Eines auf dem Kaninchenspeiseplan habe ich da allerdings vergessen: gekochte Kartoffeln, die Viechers sollten ja fett werden. Wegen der Belege zum Vitaminverlust muss ich erst nachschauen, da ich leider keinen Kopf wie ein Lexikon habe, das kann etwas dauern bis ich das wiedergefunden habe. Was den Gärungsprozess betrifft: Der ist viel schädlicher als der Trocknungsprozess. Ich war vorletzte Woche mit meinem Zahnnin Leo zur Kontrolle, die üblichen 5 Monate waren herum und ich wollte nachsehen lassen wie die Zähne aussehen, und ob ich die jetztige "heiße Phase" im Job noch abwarten kann oder vorher korrigieren lassen muss. Ich mache das ungern, wenn ich nicht die ganze Zeit ein Auge auf ihn haben kann nach der Korrektur. Die TÄ schaute als allererstes meinem Leo auf den Po und seufzte erleichtert: "Endlich mal einer ohne Durchfall! Wie füttern sie?" Ich beschrieb ihr meine Fütterung und dass ich mit verderbendem Futter extrem vorsichtig bin (Grünes von der Wiese darf bei mir bei Wärme maximal 6 Stunden im Gehege liegen, bei den extrem heißen Temperaturen der letzten Zeit nur 2 Stunden) und bekam von ihr folgendes Statement: "In den letzten Wochen haben wir jede Woche mehrere Durchfallnins gehabt, mit zum Teil schwersten Durchfällen. Keines dieser Nins bekam getreidehaltiges TroFu und keines hatte Kokzidien oder Hefen die für den Durchfall verantwortlich gemacht werden konnten. Wir konnten uns das nicht erklären, erst die eingehende Befragung der Halter nach den Fütterungsgewohnheiten brachte Aufschluss: alle hatten sehr viel Grünfutter gefüttert, alle hatten das Grünfutter selbst gesucht und auch sorgfältig auf ungenießbares untersucht, keine Futterumstellung in der letzten Zeit vor dem Durchfall. ABER - ALLE hatten Grünfutter auf Vorrat für mehrere Tage gepflückt, es war matschig bzw. angewelkt gewesen!" Ganz ehrlich, da füttere ich lieber das "böse", "schädliche" Heu, als meine Nins mit angewelktem Grün zu füttern. Grundsätzlich halte ich es so, dass meine Nins nichts vorgesetzt bekommen was nicht in einem Zustand ist in dem ich es auch essen würde. Disteln und Brennesseln soll man vor dem Füttern leicht anwelken lassen - allerdings spricht man hier von Zeiträumen von ca. 20 - 30 Minuten, nicht von mehreren Tagen Das Heu wird dadurch, dass es schnell getrocknet wird statt zu versuchen es frisch zu halten, viel weniger zum schimmeln neigen, aber Heu machen ist nichts für ungeübte, sonst kann man damit genauso viel Schaden anrichten wie mit verdorbenem Grünfutter. Da muss der Erntezeitpunkt, die Schnitthöhe und das Wetter optimal sein um ein gutes Heu zu erhalten. Gute Heubauern werden auch grundsätzlich ihre Wiesen in regelmäßigem Abstand auf Giftpflanzen kontrollieren, und ein Bauer in dessen Heu sich Gegenstände befinden hat schlicht und einfach jegliche Berufsehre verfehlt. Warum ich eine große Wiese mit entsprechender Artenvielfalt anders bewerte als die selektive Ad-Libitum-Ernährung? Weil das eine deutlich artgerechtere Art der Fütterung ist - zum einen absolut frisch (erst dann "gepflückt" wenn es vom Nin verspeist wird, und damit keinerlei Gefahr von Gärungsprozessen), zum anderen keine großen Mengen vorselektierter Pflanzen, sondern der mittelbare Zwang sich abwechslungsreich zu ernähren, denn wenn etwas abgefressen ist muss das Nin warten bis es nachgewachsen ist. Das Abwiegen von Frischfutter scheint erfahrenen Haltern schlicht überflüssig oder gar überzogen. Aber für einen Anfänger ist es sehr hilfreich, um das richtige Maß insbesondere bei energiereichen Futtermitteln zu finden.
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AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??Könnt ihr Disskussionsfanatiker mal wieder auf den Boden der Tatsachen kommen?? Sicherlich könnte man sich noch drum kloppen ob jetzt 96% perfekt besser ist als 95.5%, aber MEINE GÜTE, die Ausgangsfrage war doch nur ob die Ninchen zu wenig Futter bekommen! Also wie wär's damit: regelmäßige Gewichtskontrolle! Manche Kaninchen stopfen sich halt rastlos alles rein was nicht bei drei auf dem Baum ist (so eins hatten wir auch) und manche mümmeln in aller Gemütsruhe hin und wieder mal nen Haps Karotte (hatten wir zwei davon). Und dann noch die ganz unauffälligen, bei denen man überhaupt keinen bösen Gedanken hat. Punktum. Sosindsehalt.
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AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ??Immerhin hat Kaninchen2000 ja (zusätzlich zur Mengenfrage) nachgefragt was sie sonst noch füttern könnte, außer dem was ihre Kaninchen jetzt bereits bekommen, erst so kam ja die Ad-Libitum-Ernährung erst ins Spiel. Aber wir hätten für diese Diskussion wohl einen neuen Thread aufmachen sollen, das ist schon richtig, hierfür ist das zu umfangreich. Vielleicht kann man den Thread ja teilen? Dann kann ich mich in Ruhe mit Saloiv "weiterkloppen" ohne dass es den Thread hier verstopft? Liebe Mods, könnt ihr da helfen?
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AW: Ad libtum- DiskussionDiese Diskussion ist doch sehr interessant. Vielleicht müsste man zwischen "Heu" und "Heu" unterscheiden und dabei eine Länderfrage noch dazuwerfen. Ich füttere Heu ca. 2 Tonnen Heu pro Jahr nebst einer eigens hergestellten Futtermischung (frei von Luzernen wie Alpha Alpha). Heu in Deutschland kann z.B nicht mit Heu in Österreich oder Italien verglichen werden. Wiesengras kann gut für Kaninchen sein - leider aber auch tötlich (Keime und Bakterien durch nicht abgebauten, wohl aber nciht mehr frei sichtbaren Hundekot..) Je größer die Struktur, je umfangreicher das Angebot (Obst, Gemüse, Äste, Kräuterheu..) desto gesünder ist das Kaninchen..da braucht man nicht wirklich um % streiten, das führt ja wohl zu nichts außer zu verhärteten Fronten. Samthase
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AW: Ad libtum- DiskussionDas man zwischen "Heu" und "Heu" unterscheiden muss, dass meine ich auch. Und du brauchst noch nicht einmal große Sprünge wie zum Beispiel zwischen verschiedenen Ländern zu machen. Ich habe bevor ich hoch in die Eifel gezogen bin weiter unten in einem wärmeren und der Stadt näheren Gebiet gewohnt. Dort war das Gras wesentlich saftiger, grüner, bestand mehr aus Wiesenblumen und nur wenigen Kräutern wie Schafgarbe und wilde Möhre. So was wie Klee und Bärenklau war da eine Rarität. Hier oben ist der Boden sehr karg und auf Grund von riesigen Schiefer Vorkommen viel Mineral haltiger demzofolge ist das Gras wesentlich härter und du wirst hier kaum stellen finden wo kein Klee und Bärenklau wächst und leider auch Greis- und Jakobskreuzkraut. Dafür muss ich stundenlang suchen bis ich ein Pflänzchen wilde Möhre oder Schafgarbe finde. Meine Ninchen bekommen deshalb fast täglich Klee. Bei uns bestehen die Wiesen zum Teil nicht aus Gras sondern wirklich nur aus Klee mit vereinzelten Grashalmen dazwischen. Meine Ninchen lassen den Klee aber von selber liegen wenn sie wieder mal drei Tage hinter einnander Klee zwischen Löwenzahn und Vogelmiere hatten.
__________________ Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner. (Oskar Kokoschka)
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AW: Ad libtum- DiskussionIch bin immer auf der Suche nach gutem Heu... Bisher habe ich und meine Kaninchen sich für Heuandi Heu (2. Schnitt) am meisten begeistern können. Da sind sogar noch Kräuter (Blattteile) enthalten und es ist einfach hochwertig. Wobei Heu im Sommer sowieso nicht von meinen Kaninchen gefressen wird, nur im Winter und dann eben auch nicht als Hauptnahrung, denn Hauptnahrung ist dann Blattgemüse, Küchenkräuter usw.
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