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Extensive Haltung, Gruppenhaltung auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By hasis2011

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Ninchen
 
Registriert seit: 30.10.2014
Beiträge: 3
sayuri befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2014, 12:29

Extensive Haltung, Gruppenhaltung


Hallo zusammen,

da ich neu bin im Forum, hier mal ein paar Einzelheiten zu mir und meinem Leben :-)

Ich bin 24 Jahre alt und lebe, zusammen mit meinem Freund, in einer Kleinstadt in der Nähe von Braunschweig. Bei uns im Haus leben noch viele Ziefische (die ich züchte), Molche und Insekten. Ums Haus herum flitzen noch ein Hahn mit seinen Hennen und Küken :-)

Zur Zeit bin ich noch mit meinem Studium beschäftigt :-)

Nun zur Meiner Frage :-)

Ich hatte schon früher einmal Kaninchen (damals war ich 14 Jahre alt) und das letzte ist vor zwei Jahren mit fast 9 Jahren verstorben). Ein Kaninchen durfte auch einmal Junge werfen, welche wir damals schon vor dem Deckenlassen der Häsin vermittelten. Auch damals spielte ich bereits mit dem Gedanken, die Kaninchen nicht nur als Schmusetiere, sondern auch als Nutztiere zu halten. Allerdings reichte der Platz nicht aus, um alle kleinen Hoppler bis zum 4-6 Monat artgerecht bei uns unterzubringen/aufzuziehen.

So, nun haben wir den Platz :-)

Meine Vorstellung:
ich wollte 1 Trio Schlachtkaninchen halten und 1:3 Zwergkaninchen.

Meine Vorstellung war ein großer Stall im Freien. Dieser soll aus einem Innenbereich und einem Freilauf bestehen. Zum Freilauf sollen die Kaninchen immer (Tag und Nacht) Zugang haben. Der Freilauf wird entsprechend gesichert (ein Gitter wird auch unter dem Rasen verlegt).

Ich würde gern die beiden Rammler (als Schlachtkaninchen-Bock z.B. Neuseeländer und Zwergkaninchen z.B. Hermelin) in einem Freilauf zusammen halten und die Häsinnen in einem anderen (ggf auch in zwei Gruppen aufteilen).
Also insgesamt 2-3 große Freiläufe. In jeden Freilauf kommt dann für jedes Kaninchen (somit insgesamt 7) ein "eigenes" Kaninchenhaus
(nach Vorlage der Seite: http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.diebrain.de%2Fpix%2 Fk%2Fch%2Fhaus.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.dieb rain.de%2Fk-draussen1.html&h=480&w=640&tbnid=zhVgZTwd2dxKsM%3A &zoom=1&docid=d-xIFEysREA2FM&ei=IhpSVJ2SLom7OqTEgMAB&tbm=isch&iact =rc&uact=3&dur=424&page=3&start=31&ndsp=17&ved=0CK EBEK0DMCY)

Ich habe schon unterschiedliche Erfahrungen gelesen, dass diese Konstellation funktionieren kann oder auch nicht. Dies hat wohl auch mit der Gestaltung des Stalls/Freilaufes zu tun (viele Versteckmöglichkeiten, Größe)?

Das eigentliche Problem wird wahrscheinlich, dass die Häsinnen in der Gruppe werfen sollen?
Ich möchte die Tiere einfach nicht einzeln halten und auch nicht in kleinen Buchten. Sie sollen selbst entscheiden, wann sie raus ins Grüne wollen und wann nicht.
Auch soll jede Häsin mal werfen "dürfen", auch, um die anderen zu entlasten. Geplant wären 1-2 Würfe/Jahr/Häsin.

- Eine spätere Rückintegrierung der Häsin (nachdem sie geworfen hat) gestaltet
sich ja sicherlich auch nicht einfacher, als sie gleich bei den anderen werfen zu
lassen, oder?
- Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?
- Kann jemand eine grobe Empfehlung abgeben, wie groß die Freilauffläche
pro Kaninchen mindestens sein sollte, damit auch nachhaltig Gras wächst
(zwecks extensiven Haltung)?

Über Antworten/Erfahrungen würde ich mich riesig freuen :-)




Benutzerbild von iLulu
Kaninchen
 
Registriert seit: 12.07.2012
Beiträge: 4.098
iLulu befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2014, 14:58

Hallo Sayuri,

herzlich Willkommen hier im Forum.

Zur Zucht kann ich dir leider keine weiteren Infos geben, aber da wird sich AngoraAngy sicher melden. Sie wird dir da weiterhelfen können

Was ich aber auf Anhieb sehe...2 potente Rammler zusammen halten funktioniert nicht. Zumindest nicht in einem begrenzten Gehege. Eher früher als später wird es dort extreme Kämpfe geben, die sogar tödlich enden können, da sie versuchen werden, sich gegenseitig in die Geschlechtsteile zu beißen. Was funktionieren kann ist ein potenter Rammler mit einem Kastraten.

So ganz habe ich auch noch nicht verstanden, was genau zu züchten möchtest? Schlachtkaninchen zur Selbstversorgung? Und die Zwerge zum Vermitteln?
Egal wie brauch man sehr viel Wissen über Zucht (auch z.B. über Handaufzucht) und Genetik - damit Totgeburten, Krankheiten, Behinderungen und Zahnfehlstellungen möglichst verhindert werden.
Hast du dich in die Richtung schon informiert?

Zur Grasfläche habe ich auch nicht wirklich eine Vorstellung. Könnte mir aber vorstellen, das schon recht viel notwendig sein wird. Mindestmaß pro Gehege ist 3qm pro Tier - aber ich denke, dass du selbst dann nicht lange eine Grasnabe haben wirst

Ich hoffe ich konnte schon mal ein wenig helfen...
Viele Grüße
Luisa



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Ninchen
 
Registriert seit: 30.10.2014
Beiträge: 3
sayuri befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2014, 16:36

Hallo Luisa,

vielen Dank für deine schnelle Antwort ;-)

Ja genau, die Großen sind zum Schlachten und die Kleinen zur Abgabe/Vermittlung. Das dann aber nicht durch wahllose Vermehrung. Mit der Zwerggenvererbung habe ich mich schon viel belesen (aber da werde ich mich noch mehr mit beschäftigen). Gedacht war ein Hermelinböckchen mit Zwergengen und 3 Damen (ohne Zwergengen und um die 2kg) mit dem Ziel, dass die typische Hermelin-Musterung (bei Kreuzungen) durchkommt.
Aber die ganze "Aktion" ja noch etwas hin ist :-)

3m2 finde ich fast wenig. Ich hatte jetzt ca. 8-10 pro Kaninchen eingeplant.

Zu den beiden Rammlern: das habe ich mir fast gedacht....:-/
Dann ein anderer Gedanke: wäre eine Kreuzung mit Zwergböckchen und mittelgroßem Kaninchen (GS, NS,..) sinnvoll? Wie ist dabei die Vererbung? Werden die Jungen sehr klein? Es muss sich ja noch lohnen (nicht im Sinne von Profit oder Aufwand, sondern dass von dem Tier, das sterben muss, auch ein paar Leute satt werden...
Dann würde ich einen Kastraten mit dem Zwegböckchen zusammen halten ;-)




Benutzerbild von iLulu
Kaninchen
 
Registriert seit: 12.07.2012
Beiträge: 4.098
iLulu befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2014, 17:28

Wie gesagt, zur Zucht kann ich nichts sagen. Da hab ich keine Ahnung von

Die 3qm waren pro Tier angesetzt. Also bei 10 Tieren insgesamt 30qm Gehege. Umso mehr, desto besser



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Benutzerbild von hasis2011
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Registriert seit: 14.02.2011
Beiträge: 30.760
hasis2011 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2014, 18:43

Zur Zucht kann ich dir auch keine Auskunft geben, aber zum Platz. Die großen Kaninchen brauchen extrem viel Platz, es sollten mind. 10m²/Tier berechnet werden, gerade dann, wenn die Wiese bestehen bleiben soll. Ich habe selber Riesen, sie laufen tagsüber frei im Garten, etwa 500m², die Fläche hat bei ursprünglich 9 Riesen keinen Schaden genommen, zwischendurch musste ich sogar mähen. Ich füttere aber viel Wiesenkräuter und Gräser zu, um die Wiese etwas zu schonen.

Bei genügend Platz kannst du die Häsinnen ohne Probleme in der Gruppe werfen lassen, das funktioniert im Normalfall sehr gut. Ich würde aber keine reine Häsinnengruppe halten, das kann zu Spannungen führen, deshalb würde ich mind. 1 Kastraten in die Gruppe integrieren, der sorgt für Ruhe.



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Benutzerbild von Keks3006
Kaninchen
 
Registriert seit: 24.01.2012
Beiträge: 4.002
Keks3006 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 31.10.2014, 11:10

Zitat:
Zitat von sayuri Beitrag anzeigen
Dann ein anderer Gedanke: wäre eine Kreuzung mit Zwergböckchen und mittelgroßem Kaninchen (GS, NS,..) sinnvoll? Wie ist dabei die Vererbung? Werden die Jungen sehr klein? Es muss sich ja noch lohnen (nicht im Sinne von Profit oder Aufwand, sondern dass von dem Tier, das sterben muss, auch ein paar Leute satt werden...
Dann würde ich einen Kastraten mit dem Zwegböckchen zusammen halten ;-)
Ich habe ein Kaninchen, das eine Kreuzung aus deutschem Riesen (vielleicht 7-8kg) und kleinem Widder (2-2,5kg) ist. Das hat jetzt komplett ausgewachsen 4,5kg. Geschlachtet würden Kaninchen ja aber schon, bevor sie komplett ausgewachsen sind; mit 10 Monaten hatte er noch deutlich unter 4kg, so 3,8, wenn ich mich richtig erinnere. Und da war, wie gesagt, kein Zwerg mit drin. Wenn du einen Hermelin (max. 1,5kg) mit einem mittelgroßen Kaninchen (bis 5kg) kreuzt, wird da nichts allzu großes bei rumkommen... Ich weiß jetzt nicht, was man zum Schlachten gerne für ein Gewicht hätte und in welchem Alter man gewöhnlicherweise schlachtet, aber ich glaube nicht, dass mehr als 3kg dabei rumkommen würden.



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Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 31.10.2014, 15:28

Ok, jetzt hab ich Zeit meinen Senf dazuzugeben

Vom grünen Wiesenauslauf kannst du dich gleich mal verabschieden, wenn du nicht wie hasis2011 wirklich große Flächen anbieten kannst. Da würde ich lieber gleich zu einem festen Boden tendieren oder mit Rindenmulch oder sowas arbeiten. Da meine Kaninchen in alten, vorhandenen Stall-/Wirtschaftsgebäuden residieren, hab ich da aber keine Erfahrungswerte dazu. Mein Außengehege von ca. 32m² ist noch nicht fertig. Dieses wird ebenfalls Naturboden haben, ich sehe dann erst, wie das wird, rechne aber mit einer recht schnell einsetzenden Mondlandschaft... Wichtig ist in jedem Fall die Absicherung gegen ungebetene Gäste und ungenehmigten Freilauf. Junge Kaninchen passen durch wesentlich kleinere Lücken als man denken sollte! Regenfest sollten deine Rassen sein, aber einen trockenen Rückzugsort müssen sie trotzdem haben. Ich plane, Schleppdächer zu bauen, sowie regendichte Häuschen anzubieten.
Was die Fläche angeht, so vertrete ich die Meinung, dass ab einer gewissen Größe auch mehr Tiere pro m² leben können. Die Laufstrecke ist ja dann trotzdem noch gegeben und Ausweichmöglichkeiten und genügend Häuschen sollten ja eh da sein. Nur der Reinigungsaufwand erhöht sich bei einer höheren Besatzdichte ziemlich schnell. Sackgassen musst du natürlich vermeiden und immer auf die Tiere achten. Manchmal gibt es Antipathien, und in jedem Fall entscheiden die Tiere, was "genug" Platz ist. Einen Plan B musst du immer in der Hinterhand haben, wenn du ein Tier aus der Gruppe nehmen oder sie ganz und gar aufteilen musst. Meine Mädels leben zur Zeit noch auf etwa 10m² mit 13 Tieren, das ist auf Dauer viel zu wenig und wird sich ändern sobald das Außengehege steht. Rein von der Gruppenharmonie her gehts aber. Wozu natürlich auch beitragen kann, dass die Gruppe aus dem "Ehepaar" Robin und Emma sowie ihren 4 Töchtern und 7 Enkelinnen besteht. Sie sind regelrecht zusammengewachsen. Bei einander fremden Tieren würde das mit einiger Wahrscheinlichkeit schiefgehen.

Was die Rammler angeht, so ist es wie ein Sechser im Lotto, wenn sich zwei potente Rammler vertragen. Im Normalfall gibt es Tote - wortwörtlich. Bei mir funktioniert aber die KOnstellation Zuchtrammler - Kastrat ganz gut. Ich habe mir zwei kastrierte Löwenköpfchen geholt, die sind per Kleinanzeige verschenkt worden, weil sie "einfach nur weg" sollten. Bei Lupo und Muffin war es Liebe auf den ersten Blick, zumindest als Muffin aufgehört hatte, vor dem größeren Lupo auszurücken und sich beschnuppern ließ. Lupo hat ihn dann gleich abgeschleckt, seither sind sie ein Herz und eine Seele. Bei Samson und Tom hat es etwas länger gedauert, aber auch die fressen und liegen zusammen und putzen sich. Wichtig ist hierbei der Charakter der Tiere. Potente Rammler sind gewöhnlich dominant, dazu passt dann also ein unterwürfiger Kastrat, der den Rammler sofort und unangefochten als Chef akzeptiert.
Bei den Damen ist es andersrum, hier brauchst du einen selbstbewussten Kastraten, der bei Zickenkrieg dazwischengeht. Bei mir "herrscht" Robin über die 12köpfige Damengruppe und "deckt" die hitzigen Mädels. Die sinds dann zufrieden, bauen Nester und mischen nicht im Hormonrausch die Gruppe auf. Somit herrscht Harmonie im Häsinnenstall, obwohl sie eigentlich zu wenig Platz haben. Wenn das Außengehege steht, wird es 3 Häsinnengruppen geben.
Zum Decken wandern die Auserwählten immer eine Woche lang in den Rammlerstall. Emma hat ein Schüchternheitsgen mitgebracht, sie lässt sich nie decken, wenn einer guckt. Und ihre Töcher halten das genauso... Eine Woche beim Rammler erzielt aber fast immer das gewünschte Ergebnis. Bei der Rückkehr gibts manchmal eine kurze Diskussion, das legt sich aber schnell wieder. Die Jungen werden in der Gruppe geboren und wachsen ganz natürlich hinein. Wenn sie das Nest verlassen, spielen alle anderen gern Tanten. Ich hab nie erlebt, dass ein Junges angegriffen wurde oder dass sich ein Tier am Nest vergriffen hätte. SIe fangen dann auch ganz natürlich zum für sie richtigen Zeitpunkt an, das Futter der Großen mitzufressen. Ich hab da noch nie Probleme erlebt, dass sie Durchfall bekommen hätten oder gar gestorben wären, wie andere Züchter das oft berichten.
Denkbar wäre auch ein Gehege, in dem du den Rammler und die Häsinnen für etwa 3 Wochen zusammenlässt und ihn dann entfernst. Darin sollten die Damen aber dann auch ihre Jungen bekommen, denn so kurz vor der Geburt ist ein Umzug nicht unbedingt erstebenswert.
Meine Jungrammler leben nach der Trennung von der Häsinnengruppe mit etwa 8 Wochen (also nach der Nestschur) in einem Abteil des Rammlerstalls. Räumliche Trennung zwischen beiden Geschlechtern halte ich für absolut unabdingbar, damit es keine Unfälle gibt. Beide sind auch entspannter, wenn sie das jeweils andere Geschlecht nicht dauernd vor der Nase haben. Die Jungstruppe hielt sich bisher bis zum 6 Monat ganz gut. Danach hab ich allerdings noch keine Erfahrungswerte, denn dann kam bisher immer der Besuch beim Nachbarn, der die unangenehme Aufgabe für mich erledigt... Schlachten ist nicht mein Hauptanliegen, sondern die Wolle, aber mit so vielen Jungrammlern kann ich nunmal nichts anfangen und irgendwann kommen sie halt nicht mehr miteinander aus. Wer bis dahin nicht verkauft war, musste halt den anderen Weg gehen. Sie brachten dann so um die 3,5kg auf die Waage, wobei auch die ausgewachsenen Rammler nicht mehr wiegen. Meine Damen kommen auf bis zu 4kg. Das Fleisch war immer schön zart, nichts verfettet, aber auch nicht zäh. Die Innereien gehen an die Katze, bis auf die Leber. Ich bin einfach kein Innereienfan, eigentlich mag ich auch keine Leber, die Kaninchenleber aber war total zart, fast schon schmelzend, und sehr lecker. Übrigens hebe ich mir auch die Felle auf und werde im kommenden Sommer mal das Gerben ausprobieren.

Achte beim Ankauf deiner Ausgangstiere wie auch bei der Auswahl neuer Zuchttiere aus deinen Jungtieren auf den Charakter und das Sozialverhalten! Bei den Häsinnen ist auch das Aufzuchtsvermögen sehr wichtig. Weder kleine Würfe noch schlecht und verlustreich aufgezogene Jungtiere nützen dir was. Dein Plan, nur 1-2 Würfe pro Jahr und Häsin zu erzielen, ist gut, aber lass sie keine allzu großen Pausen zwischen zwei Würfen machen. Mehr als ein Jahr ist zu viel, dann schick sie lieber gleich in den Ruhestand. Ich selbst lasse nur im Frühjahr und Sommer werfen, da ist die Futtersorgung am besten und ich muss ja auch noch aufs Schurintervall achten. Die Jungen werden mit 8 Wochen das erste Mal geschoren, da wäre es MIst, wenn das mitten im Winter ist. Das ist bei dir nicht wichtig, da kann dann auch im September nochmal ein Wurf erfolgen. Beim Eintritt der ersten Fröste sollten aber alle Jungtiere stabil und robust sein, damit du auch gesunde Kaninchen über den WInter bringst. DIe meisten Leute, die SChlachtkaninchen haben, bringen aber immer nur die Tiere über den WInter, die im nächsten Jahr wieder für Nachwuchs sorgen sollen, also sollten dann alle Jungtiere zum Ende der Vegetationsperiode ihr Schlachtgewicht haben. #

Mein Futter besteht in der Hauptsache aus Wiese. DIe Anschaffung einer ordentlichen Sense und das Erlernen des Umgangs damit ist unerlässlich. Lass die Finger von diesem "ergonomischen" Baumarktmist und investiere lieber in einen anständigen Holzbaum, der deiner Größe angepasst ist. Leider kann ich dir keinen Hersteller nennen, ich hab meinen von einem lokalen Handwerker auf einer Art Bauernmarkt gekauft. Schau mal in der Zeitung nach Hoffesten oder echten Bauernmärkten oder durchforste mal das Internet oder frag die alteingesessenen Bauern. Nützlich ist auch eine Dengelmaschine (Ebay), damit kannst du das Sensenblatt bequem, schnell und leise schärfen. Für zwischendurch brauchst du einen Wetzstein mit Kumpf, um ihn nass zu halten. In den meisten Dörfern waren die Feldränder und Weggräben unter den Kleintierhaltern aufgeteilt, da solltest du dich schlau machen, wo du Futter machen darfst. Hier bei uns ist die Zahl derer zurückgegangen, die Interesse am Grünfutter haben, da waren sie sogar ganz froh, dass sich wieder jemand drum kümmert.
An Kraftfutter gebe ich eine Mischung aus Gerste/Hafer, Sonnenblumenkernen und Leinkuchen. Für die, die GEwicht zulegen sollen, gibts auch noch Mais. Jetzt wo es kälter wird bevorzugen sie die stärkereiche Gerste und lassen die SBK liegen. Leinkuchen gibts immer separat, weil sie die rauspicken und sonst das ganze Futter breitscharren. Kümmelkuchen gibts ab und zu für die Verdauung. Das meiste davon beziehe ich von der hiesigen Agrargenossenschaft, die Leinkuchen im INternet, meist Ebay oder auch direkt bei den Ölmühlen. Du musst dann halt ausprobieren, wieviel Kraftfutter deine Tiere brauchen. Die Neuseeländer sicher mehr als die Hermeline.
Übrigens dürften die Tiere keine größeren Probleme mit gemischtrassigen Gruppen haben, aber der Futterbedarf ist doch recht unterschiedlich. Nicht dass die Hermeline dir verfetten. VIelleicht fängst du erstmal mit einer Rasse an und probierst es aus, bevor du eine weitere dazuholst?

So, das wäre das was mir so beim Schreiben einfiele. Wenn du noch Fragen hast, frag einfach




Geändert von Angora-Angy (31.10.2014 um 15:38 Uhr).

Ninchen
 
Registriert seit: 30.10.2014
Beiträge: 3
sayuri befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 03.11.2014, 15:24

Hallo zusammen,

so, nun auch von mir eine Rückmeldung :-D Ich hatte die letzten Tage sehr viel um die Ohren.

Vielen lieben Dank an euch für die vielen hilfreichen Tipps!

Dann werde ich zwei Männer-WGs mit je einem Böckchen und einem Kastraten bilden und eine 5er Mädels-WG. Bei den Kastraten dachte ich auch an "ungewollte" Abgabetiere. Die gibts bei uns wie Sand am Meer...da kann man sich charakterlich bestimmt auch das Passende suchen.
Ich wollte auch erst noch schreiben, dass bei uns platztechnisch viel Potenzial nach oben frei ist, aber mein Internet wollte nicht so, wie ich es vor hatte und so konnte ich das nicht noch nachträglich schreiben....

Ich werde dann für beiden Männer-WGs je 30m2 und für die Damen wenigstens 60m2 planen.
Der Freilauf wird unter dem Rasen mit einem rostfreien Draht unterlegt. Junge Kaninchen hatten wir ja auch schon mal. Das wird entsprechend gesichert.

Zur Vermehrung: wenn 2 x pro Jahr in Ordnung ist, ist das doch super. Ich wollte sie nur nicht zu oft werfen lassen, damit es für die armen Damen nicht so stressig ist. Vielen Dank für diese Info!



Antwort

Stichworte
extensive haltung, freilauf, gruppenhaltung

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