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Tinachen 15.03.2011 12:45

AW: Japan
 
Mir sind die Bewertungskriterien völlig klar und dennoch für mich völlig unzureichend ausgelegt. Die Frage war ja auch nie ob es zu schlimmeren "Störfällen" kommt sondern die Frage war immer wann. Es geht auch nicht um Denkverbote. Wobei für mich da als einziger Hinderungsgrund die moralische Seite, im Sinne von Menschlichkeit steht, die immer sehr genau bedacht werden muss (jetzt kommen wir aber in andere Forschungsrichtungen).
Durchaus am problematischen ist die Endlagerlösung anzusehen. Das ist meiner Meinung nach wirklich völlig absurd und nicht gegeben da einen geeigneten Ort zu finden. Schon gar nicht auf diese langen Zeiträume hin betrachtet. Ich denke da wird es keine geeigneten sicheren Lösungen geben. Auch nicht in Süddeutschland. (Am Rande bemerkt habe ich mit der derzeitigen Regierung hier nicht viel am Hut.)
So wollen wir aber dennoch hoffen, dass unter dem derzeitig enstehenden Druck, für uns und die nachfolgenden Generationen, Techniken entwickelt und schneller vorangetrieben werden, die bei Störfällen für uns keine so dramatischen Auswirkungen haben werden. Unter Druck sind schon brilliante Ergebnisse erzielt worden. Negativbeispiel Zweiter Weltkrieg.

Jinro 15.03.2011 13:15

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Tinachen (Beitrag 143053)
Mir sind die Bewertungskriterien völlig klar und dennoch für mich völlig unzureichend ausgelegt. Die Frage war ja auch nie ob es zu schlimmeren "Störfällen" kommt sondern die Frage war immer wann.

Und genau daran hat sich durch Japan nichts verändert. Wenn ein 9.0 Erdbeben gefolgt von einer 10 Meter Welle Isar I trifft gehe ich da freiwillig aufräumen. Moralische Belastung eines Themas und damit Erschwerung der Arbeit auf dem Feld kommt einem Denkverbot sehr nahe. Und sollte nicht halb Japan durch das AKW auf Jahre verseucht werden, ist der "Druck" in 6-8 Wochen vergessen.

Tinachen 15.03.2011 13:35

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Jinro (Beitrag 143060)
Und genau daran hat sich durch Japan nichts verändert. Wenn ein 9.0 Erdbeben gefolgt von einer 10 Meter Welle Isar I trifft gehe ich da freiwillig aufräumen. Moralische Belastung eines Themas und damit Erschwerung der Arbeit auf dem Feld kommt einem Denkverbot sehr nahe. Und sollte nicht halb Japan durch das AKW auf Jahre verseucht werden, ist der "Druck" in 6-8 Wochen vergessen.

Tse, tse, tse, höre ich da etwa eine gehörige Portion Sarkasmus heraus? ;) Schön, dass Du dann aufräumen kommst.
Hoffen wir mal, dass im fernen Japan nichts weiteres Schlimmes passiert und verzeihen wir den Menschen ihre Verdrängungsmechanismen. Solange es weiterhin schlaue Köpfe gibt, die an guten Lösungen tüfteln und das liegt ja Gott sei Dank auch im menschlichen Wesen.

Jinro 15.03.2011 13:45

AW: Japan
 
An Lösungen aller Art zu arbeiten ist doch einer der Hauptmotoren deutscher Wirtschaftstätigkeit. Da habe ich keinerlei Bedenken, dass dort einiges verwertbares bei herauskommt.

Und ja, das ist Sarkasmus. Die gesamtdeutsche Diskussion zur Atomkraft in dieser Woche kann man eigentlich anders gar nicht ertragen. Was man da bei Befürwortern wie Gegnern an hanebüchenen Argumenten zu hören bekommt lässt eigentlich nur noch Raum für Spott. Energiesicherheit ist eigentlich ein Thema, das man nicht mitten im Wahlkampf diskutieren sollte. Bei den platten Vereinfachungen, mit denen jetzt politisch hantiert wird schüttelt es mich innerlich. Sorry, wenn das hier in die Diskussion reintropft.

Selkie 19.03.2011 11:56

AW: Japan
 
Die Japaner tun mir echt leid.
Was ich nur richtig schrecklich finde ist dass Deutschland eine politische Diskusion daraus macht. Die Politiker nutzen das Leid der Menschen schamlos für deren Wahlkampf aus.

Und dann die hysterische deutsche Bevölkerung... Ich glaube die meisten Deutschen spinnen....
Ich bin auch dafür dass man aus Atomenergie aussteigt. Aber nur mit Sauberen und vernümpftigen Alternativen. Das braucht leider Zeit. Die jetztige Alternative ist Kohle, wenn mans zu schnell macht...
Dann fehlt vielen auch einfach das Geld für grünen Strom, oder sie sind es nicht bereit zu Zahlen. Und dann gibt es wiederrum die Bürger, die sich über Windräder in deren nähe, Strommasten oder Biogasfabriken aufregen. Also bitte man kann nicht alles haben. Wenn wir kein Atomstrom wollen dann sollten wir auch die Konsequenzen tragen. Oder man muss halt ganz auf Strom verzichten...
Und bei dem ganzen debatieren vergisst man das Leid der Japaner. Einfach nur Egoistisch. Aber hauptsache man hat sich Jodtabletten und Geigerzähler besorgt oder gewinnt seinen Wahlkampf...

Nicki15 19.03.2011 12:34

AW: Japan
 
Ich finde es sehr schlimm, was in Japan passiert ist und mir tun die Menschen und Tiere dort sehr leid :(. Ich hoffe, dass man den Betroffenen bald helfen kann und die Atomkatastrophe noch so gut, wie möglich stoppen kann.
An Japan sieht man erneut, dass die Natur unberechenbar ist...

Eigentlich Katzenfan 20.03.2011 19:29

AW: Japan
 
ch find das in Japan auch schlimm,erst Erdbeben,dann Tsunami,dann Radioaktivität,was noch???
Aber die Nachrichten denken:Menschen ultrawichtig!!!,Tiere super unwichtig!
Da könnte ich platzen!

Löwenwidder 21.03.2011 19:03

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Eigentlich Katzenfan (Beitrag 144960)
Tiere super unwichtig!
Da könnte ich platzen!

Seht ihr, dass meine ich!
In den Nachrichten hab ich auch noch keine Tiere gesehen, wenn ich ehrlich bin.

Selkie 21.03.2011 20:50

AW: Japan
 
interessiert ja auch nicht die breite masse. die nachichten senden doch immer nur das was die leute interessiert.
ich hab mal einen bericht über den trost den die haustiere der opfer, den opfern spenden, gesehen. aber mehr auch nicht

ondeia 21.03.2011 20:57

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Selkie (Beitrag 144310)
Die Japaner tun mir echt leid.
Was ich nur richtig schrecklich finde ist dass Deutschland eine politische Diskusion daraus macht. Die Politiker nutzen das Leid der Menschen schamlos für deren Wahlkampf aus.

Und dann die hysterische deutsche Bevölkerung... Ich glaube die meisten Deutschen spinnen....
Ich bin auch dafür dass man aus Atomenergie aussteigt. Aber nur mit Sauberen und vernümpftigen Alternativen. Das braucht leider Zeit. Die jetztige Alternative ist Kohle, wenn mans zu schnell macht...
Dann fehlt vielen auch einfach das Geld für grünen Strom, oder sie sind es nicht bereit zu Zahlen. Und dann gibt es wiederrum die Bürger, die sich über Windräder in deren nähe, Strommasten oder Biogasfabriken aufregen. Also bitte man kann nicht alles haben. Wenn wir kein Atomstrom wollen dann sollten wir auch die Konsequenzen tragen. Oder man muss halt ganz auf Strom verzichten...
Und bei dem ganzen debatieren vergisst man das Leid der Japaner. Einfach nur Egoistisch. Aber hauptsache man hat sich Jodtabletten und Geigerzähler besorgt oder gewinnt seinen Wahlkampf...

Dito! Diese Hysterie nervt wirklich, v.a. die Uninformierten gehen mir auf den Zeiger und waffeln alles nach, was sich per se gut anhört, aber halt leider augenblicklich schwer durchführbar ist. Auch ich bin gegen Atommüll, ganz klar, aber die regenerativen Energiequellen bringen´s im MOMENT eben noch nicht und einige werden es evtl. nie schaffen, den Energiebedarf zu decken.

Ja, es gibt Leute, die sich per se über alles aufregen. Ich habe liebe eine Biogasanlage hier als ein CO2-Monstrum (Reinigungsverfahren hin oder her) oder, schlimmer, einen Atomklotz.

Minako 21.03.2011 21:00

AW: Japan
 
Als ich das erste Mal von der Katastrophe in Japan gehört habe, war mein 1. Gedanke :was wenn es uns mal hier in Deutschland böse erwischt?
Vor Jahren hatten wir hier in Köln ein kleines Beben und wo ein kleines ist kann auch mal ein großes kommen. Es kann jeden Treffen.

Jinro 21.03.2011 21:14

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Minako (Beitrag 145349)
Als ich das erste Mal von der Katastrophe in Japan gehört habe, war mein 1. Gedanke :was wenn es uns mal hier in Deutschland böse erwischt?
Vor Jahren hatten wir hier in Köln ein kleines Beben und wo ein kleines ist kann auch mal ein großes kommen. Es kann jeden Treffen.

Einfach und schlicht: Nein.

Ach und wer Nachrichten über Tiere sucht sollte eben auch auf Nachrichtenseiten über Tiere suchen. Dann liest man eben statt Daily Mail: The Daily Tail. Hier erwartet doch bitte niemand ernsthaft, dass in den Massenmedien Randthemen behandelt werden, die nur eine verschwindend kleine Anzahl an Menschen des Landes interessieren? Außerhalb von Tierschutzforen (und in solche verirren sich nicht gerade viele Menschen) interessiert praktisch niemand ob und was mit Tieren in der größten Katastrophe Japans seit Hiroshima passiert ist.

Mastergamer 21.03.2011 21:18

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Jinro (Beitrag 145359)
Einfach und schlicht: Nein.

Ach und wer Nachrichten über Tiere sucht sollte eben auch auf Nachrichtenseiten über Tiere suchen. Dann liest man eben statt Daily Mail: The Daily Tail. Hier erwartet doch bitte niemand ernsthaft, dass in den Massenmedien Randthemen behandelt werden, die nur eine verschwindend kleine Anzahl an Menschen des Landes interessieren? Außerhalb von Tierschutzforen (und in solche verirren sich nicht gerade viele Menschen) interessiert praktisch niemand ob und was mit Tieren in der größten Katastrophe Japans seit Hiroshima passiert ist.

die größte katastrophe asiens war aber tschernobyl ...

Jinro 21.03.2011 21:23

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Mastergamer (Beitrag 145360)
die größte katastrophe asiens war aber tschernobyl ...

Tschernobyl liegt 1.600 km von Deutschland weg und ca. 7.000 km vom Japan. Davon ab, das ein Atombombenabwurf über Japan für eben dieses Land wohl problematischer ist eine Reaktorexplosion 7.000 km entfernt: Hä? Wo ist der Zusammenhang zwischen einem globalen Problem wie Tschernobyl und einer nationalen wie dem Erdbeben oder den Bombenabwürfen?

Selkie 21.03.2011 22:17

AW: Japan
 
Tschernobyl liegt im übrigen in Europa. Um genau zu sein in der Ukraine und ist überhaupt nicht mit Japan zu vergleichen.
Nur schon weil es zu Sowjetzeiten passierte.

Und wen hat diese Katastrophe schon die Augen geöffnet?
Wir werden das schnell wieder vergessen wenns um unser Geldbeutel geht.

Mastergamer 22.03.2011 20:51

AW: Japan
 
hätten die damals alle weiter die augen verschlossen wären wir auch alle draufgegenagen ....

Jinro 22.03.2011 21:35

AW: Japan
 
Zitat:

Zitat von Mastergamer (Beitrag 145575)
hätten die damals alle weiter die augen verschlossen wären wir auch alle draufgegenagen ....

Das Grafitmodulatoren eine dumme Idee sind wußte man schon vor Tschernobyl. Das Kraftwerk war schon damals outdated. Und was möchtest du mit Augen verschlossen ausdrücken? Es sind in Russland noch immer Kraftwerke im Betrieb, die baugleich mit Tschernobyl sind. In nicht-Ostblock Staaten dagegen wurde die Technik nie verwendet.

Also mal ganz davon ab, dass die Bedrohung in Fukushima niemals so hoch war, wie in Tschernobyl und das Krisenmanagement der Japaner um Welten besser: Was willst du uns sagen?

Schokohase 22.03.2011 22:52

AW: Japan
 
Da kann ich mich Jinro nur anschließen. Tschernobyl war
1. veraltete und 'ungünstige' Technik (Moderator Graphit statt Wasser, Graphit brennt super...)
2. betrieben von einem maroden, niedergehenden Staat
3. gefahren vom DAU - dem dümmsten anzunehmenden user


Ich sehe da keinen Vergleich zu Fukushima. Japan wurde von einer Katastrophe biblischen Ausmaßes heimgesucht, 100x der 'üblichen' Bebenstärke und 14 Meter Flutwelle. Und die Menschen vor Ort verbringen hier und jetzt HÖCHSTLEISTUNGEN. Mich ärgert die Berichterstattung, die so häufig miesmacht. Vor ein paar Tagen wurde noch lautstark über die Wasserwerfer gelästert. Der Gipfel war das wording 'mit den gleichen Methoden (=Wasserwerfer), wie man gegen Anti-Atom Demonstranten vorgeht'. Aua! Die großen Löschfahrzeuge der Chemieindustrie zB werfen bis zu 8000 L/min. Wenn man jetzt das Gehirn und ein excel file einschaltet kann man ausrechnen, dass man damit die Restwärme aus Abklingreaktionen von 10-50 MW durchaus kühlen kann - wenn auch etwas unkonventionell.

Sicher gibt es Lehren, die wir alle aus Japan ziehen müssen. Mehr Redundanzen in Kühlsystemen, Handling des Wasserstoffs aus der Zersetzung von Zr, usw. Ich wünsche mir auch eine langfristige Abschaffung der Kernkraft, aber im Moment würde das noch bedeuten, dass unser Strom sehr viel teurer würde. Ich glaube, das machen sich viele gar nicht klar.

Grüße,
Schokohase

Selkie 22.03.2011 23:17

AW: Japan
 
Mich nervt die berichterstattung auch. Ich hab ein bisschen das Gefühl, dass die tragödie in Japan in den hintergrund rückt (in der Presse), weil so viel über Deutschland berichtet werden muss. Hier ne Demo, da ne debatte...
Die Japaner waren für Erdbeben der Stärke 8 ausgerüstet. einige der Städte hatten sogar Schutzmauern gegen Tzunamis. Die Waren halt nur leider 10m hoch ...

Ich glaube mit so einer Katastrophe haben selbst die Japaner, die auf ein großes Erdbeben gewartet haben, nicht gerechnet.

Zitat:

Ich wünsche mir auch eine langfristige Abschaffung der Kernkraft, aber im Moment würde das noch bedeuten, dass unser Strom sehr viel teurer würde. Ich glaube, das machen sich viele gar nicht klar.
Da kann ich nur zustimmen. Man muss den Atomausstieg überlegt machen. Und das braucht Zeit. Im Moment denke ich sind wir einfach zu sehr auf Atomstrom angewiesen.
Und wenn nur Deutschland aussteigt bringt das gar nichts....

Ich glaube wir Deutschen sind ein Volk von Meckerern und Nörglern.
Man will keinen Atomstrom, aber man will auch nicht die Konsequenzen tragen (das Windrad vor der Haustür oder die Stromleitungen vom Norden in den Süden). Und die Kosten werden die meisten in Deutschland nicht aufbringen können...

Mastergamer 23.03.2011 15:49

AW: Japan
 
[QUOTE=Jinro;145593]Das Grafitmodulatoren eine dumme Idee sind wußte man schon vor Tschernobyl. Das Kraftwerk war schon damals outdated. Und was möchtest du mit Augen verschlossen ausdrücken?

damit will ich sagen das die leute dort gasagt haben es sei alles i.o. und es könnte nix passieren, die sagten sogar das man sich vor den zerstörten reaktor stellen könne ohne zu sterben, aber die messungen haben ergeben das man wenn man dort stehn würde nach 15 die tötlich starhlen grenze überschritten hätte, und die ganze leute die deswegen draufgehn mussten nur weil die gesagt haben es wär alles i.o., ich denke hätten die eher reagiert wäre es nicht schlimm geworden.


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