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Kaninchen abgeben? auf Kaninchen Forum

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.09.2022
Beiträge: 73
widdermoehrchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2025, 16:56

Kaninchen abgeben?


Hallo, ich bins mal wieder. Und wie immer mit nicht so erfreulichen Geschichten.

Ich bin grad ziemlich überfordert und weiß nicht ganz, was ich tun soll.

Meine Häsin hatte im Oktober ihren Partner verloren und ich musste ihr ziemlich schnell einen neuen Freund besorgen, da sie wahnsinnig getrauert hat. Ich habe letztendlich einen neuen kleinen Kerl finden können, den sie und ich sofort liebgewonnen haben.

Mein vorheriges Kaninchen (ihren ehemaligen Partner) habe ich nach Jahren intensiver Palliativpflege als Zahnkaninchen verloren. Nach fast 4 Jahren, in denen ich mehrmals nachts aufstehen musste, um ihn zu füttern (er konnte kaum und am Ende keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen) und Tage und Nächte in der Tierklinik verbracht hab, meinen Tag komplett um seine Fütterung herum geplant hab, ständig Arbeits- und Unitermine für ihn verpasst habe und mein Privatleben an den Nagel gehängt hab musste ich ihn im Oktober gehen lassen. Es war hart, aber würde ich es trotzdem immer wieder so machen, ich hab ihn so lieb gehabt.

Jetzt wollte ich vor allem ein recht gesundes Kaninchen für meine Witwe, weil ich nicht wieder jeden Tag um die Gesundheit meiner Kaninchen bangen wollte. Das Finanzielle ist zwar definitiv ein Faktor dabei, aber für mich ist es eher die emotionale Belastung, die ich nicht nochmal wollte. Es ist mir recht egal, ob ich mich einen Monat lang von Dosensuppe ernähren muss, aber der emotionale Teil, die Sorge um das Kaninchen rund um die Uhr und die Nervosität, weil man immer nur eine Haaresbreite von einem Notfalltierarztbesuch entfernt ist, ist einfach jetzt nach 4 Jahren Dauerbelastung zu viel.

Zurück zur momentanen Lage: Wir haben durch eine super liebe Pflegestelle ein neues Kaninchen gefunden, das augenscheinlich fit war und auch vom TA vorher untersucht wurde. Während der VG hat er angefangen zu niesen. Zack, ab zum TA. Nasenspülung waren negativ für Bakterien oder Viren in seiner Nase- ohne Befund. Breitbandantibiotikum, Entzündungshämmer, Inhalieren/Schleimlöser brachte nichts. Er hatte jeden Tag stündlich mehrere schlimme Niesattacken, sodass er an dem ich nicht mehr essen oder schlafen konnte. Ich musste nächtelang aufbleiben und ihn päppeln. Die TA hat dann im Röntgen einen Zahn entdeckt, der schon auf die Nase gedrückt hat und hat den gezogen. Das Niesen wurde minimal besser, ist aber immer noch recht stark und häufig, sodass er noch beim Futtern unterbrochen wird. Außerdem will die Wunde am Backenzahn, die durch das Ziehen des Zahns entstanden ist, einfach nicht abheilen, und jetzt kann er nicht einmal mehr kauen. Fast alles fällt ihm wieder aus dem Mund, ich päppel eigentlich schon seit Dezember. Ich habe eine zweite Meinung bei einem anderen Tierarzt eingeholt, der hatte aber keinen Plan (ich soll doch mal ne Stuhlprobe abgeben... bei Problemen mit den oberen Atemwegen und normalem Kot).

Seine jetzige Tierärztin ist eigentlich die Kaninchenspezialistin der Stadt, die anderen Praxen rufen auch sie an, um Hilfe zu bekommen, deshalb ist es mit der Zweitmeinung hier auch schwierig. Aber im Moment ist der Schnupfen noch da und die Zähne jetzt eine Baustelle, die nicht abheilen will.

Ich bin grade mit der Situation einfach massivst überfordert, ich schlafe seit 2 Monaten wieder nur so 4 Stunden die Nacht und bin wieder in demselben, schlimmen Rythmus wie damals mit meinem Palliativkaninchen. Alles neben der Vollzeitarbeit (Teilzeit geht auch nicht wegen TA-Kosten), habe unzählige Minusstunden wegen den Tierarztbesuchen, bin dauergestresst wegen der Situation, komme selbst kaum zum Essen und zu was noch anderem schon gar nicht. Ich will nach der Arbeit schon kaum nach Hause fahren, so schlimm ists im Moment. Ich will endlich mal die Kaninchenhaltung genießen und mich mal ruhig mit meinen Klumpis auf die Couch setzen und mit ihnen eine schöne Zeit verbringen, stattdessen bin ich grad nur Krankenschwester. Wären es nur die 2 Monate, okay, aber dem gehen ja schon fast 4 Jahre dieser Zustand voraus. Freunde waren schon so lieb und wollten helfen, aber die haben keine Tiererfahrung und Zufüttern war ihnen auch nicht möglich. Zumal er gerade auch sehr panisch ist und nicht einmal in meine Nähe möchte, wegen den ganzen Medis und Tierarztbesuchen. Aber versuch einem Tier mal zu erklären, dass du nur helfen willst.

Ich bin grad einfach so überfordert und habe schon mit dem Gedanken gespielt, ihn wieder zurückzugeben, auch wenn ich ihn sehr sehr lieb habe. Allerdings wäre das auch super asozial, ihn jetzt wo er krank ist wieder zur Pflegestation zu übergeben und ich würde mich schlecht fühlen, die Arbeit "abzudrücken". Kranke Tiere sind eben auch super schwer zu vermitteln. Der kleine Knopf kann ja auch nichts dafür, dass ich schon so lange vor ihm sowas mitmachen musste. Auch glaube ich nicht, dass meine Häsin nochmal einen Partnerwechsel verkraftet, zumal sie jetzt schon mit ihm quasi an der Hüfte zusammengewachsen ist, so lieb hat sie ihn. Von ihr trennen um sie zusammen abzugeben will ich auch nicht, ich hab sie schon, seit sie ein Baby ist. Und die Kaninchenhaltung will ich auch eigentlich nicht aufgeben. Ich weiß grad echt nicht mehr, was ich tun soll und was jetzt das richtige wäre. Habt ihr irgendwie nüchternes, außenstehendes Input, was ich noch tun kann oder sollte in dieser Situation.
Eigentlich will ich auch behalten, weil er mir sehr ans Herz gewachsen ist, ich weiß nur nicht, ob ich das noch so viel länger am Stück aushalte.

Wir haben morgen mal wieder einen TA Termin, wo sich seine Wunde nochmal unter Narkose angeschaut und gespült wird, und ich hoffe, das danach alles wieder magisch gut wird, aber im Moment wird es seit Wochen nur noch konsequent schlimmer.




Geändert von widdermoehrchen (19.01.2025 um 17:52 Uhr).
 



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