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widdermoehrchen 31.07.2024 22:56

Erlösungs-Dilemma
 
Hallo erfahrene KaninchenhalterInnen!
Ich wende mich an euch aus nicht so schönem Anlass und brauche etwas Rat. Ich hoffe das ist nicht zu heavy.
Hier gehts um nichts per se medizinisches, der Teil ist abgeklärt, sondern wirklich um eine erfahrene, nüchterne, außenstehende Meinung zum Thema Einschläferung und wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.
Alles Medizinische hier dient nur zur Erläuterung der Situation, wir wollen keine Ferndiagnosen oder "Ich hab mal gelesen, dass bei der Diagnose---"- unsere Tierärztin ist auf Kaninchen und Meeris spezialisiert und leitet dazu Seminare/Tagungen, besser hätte es uns nicht treffen können. Wir vertrauen ihr voll und ganz.

Vorgeschichte:
Ich habe einen kleinen Qualzucht-Widder, 5 1/2, der seit 3 1/2 Jahren mit Endstage-Gebiss in Palliativpflege ist (habe ihn so übernommen mit 2 Jahren.. leider war die Vorbesitzerin nie mit ihm beim Tierarzt als man noch was hätte machen können). Sein Kiefer ist komplett kaputt und er bekommt täglich Schmerzmittel- die Tierärztin ist sehr Kaninchenerfahren aber auch keine Wunderheilerin. Daran ist nichts zu rütteln und es wird nur noch palliativ behandelt, dass er es noch so angenehm wie möglich hat. Angemerkt hat man ihm das aber noch nie. Er ist der aktivste in der Gruppe, extrovertiert, entspannt, schlägt Haken und sucht immer Hasen/Menschenkontakt. Das Feedback bekomme ich auch oft von Außenstehenden. Immer wenn ich sage, dass eins meiner Hasis in Palliativpflege ist, hat bisher noch niemand zuerst an ihn gedacht, da er so aufgeweckt ist.

Vor Kurzem hat er sich bei seinen abendlichen Energieschüben 2 Vorderzähne rausgehauen (Tischbein + zu spät bremsen = aua). Er hat bisher noch Frischfutter gegessen aber durch den Vorfall konnte lange nichts abbeißen und hat deshalb nun 4 Wochen Futterbrei/ Frischfutter-Smoothie bekommen, bis die Zähnchen wieder nachgewachsen sind. Seit 3 Wochen versuche ich ihn nun wieder an Festes zu gewöhnen.


Lage jetzt:

Beim festen Futter geht nichts mehr. Selbst wenn er länger nichts zu essen hatte, isst er lieber gar nichts als Festes. Es ist im Mundraum alles unter Narkose eingeschliffen worden, aber er scheint einfach keine Kraft mehr im Kiefer zu haben. Er versucht es, aber selbst mit all seiner Kraft, schafft er es nur kleine Fitzelchen zu essen und ist dann total fertig. Noch kleiner schneiden ist auch keine Option, da er dann nicht versteht, dass es Futter ist, Gott weiß warum, war aber schon immer so. Pellets (nicht optimal aber besser als nichts) gehen auch nicht, da er sich daran schon ein paar Mal verschluckt hat. Arbeiten geht mittlerweile nur noch im Homeoffice oder für 6 Stunden am Stück, da man den Brei ja nicht lange stehen lassen kann und wegen Stopfmagen wohl 6 Stunden ohne Futter die Grenze sind. Frischfutter leg ich immer noch hin, wenn ich los zur Arbeit mach, aber er schafft gar nichts bis wenige Bissen, was nicht reicht, um den Darm in Bewegung zu halten. Maximal geht getrockneter Löwenzahn, den ich dann aber mit einer Schere nochmal extra klein schneiden muss, den frisst er- die sind aber auf Dauer eine Belastung für die Harnblase und die kann ich auch nicht jeden Tag füttern.


Das Dilemma:
Ich werde es momentan noch weiter versuchen, ich hänge sehr an ihm und würde für den kleinen Mann durch die Hölle gehen. Allerdings glaube ich, dass alles außer Breifutter abgehakt werden kann. Meine Frage ist halt, ob ich ihn an diesem Punkt lieber erlösen sollte, da er wirklich nur noch Brei fressen kann und ich nicht einschätzen kann, wie hoch sein Schmerzpegel ist.
Meine Tierärztin meint, medizinisch hätte sie einer Erlösung nichts entgegenzusprechen. Allerdings muss ich als Besitzerin letztendlich selbst einschätzen, ob er noch Lebensqualität hat, jedes Tier steckt Dinge unterschiedlich weg. Ich habe jahrelang in einer Tierarztpraxis gearbeitet und damals haben wir teilweise schon Häschen an einem schlechten Zahn verloren (aufgegeben, sich zurückgezogen, Zahn wurde nicht besser, keine Nahrungsaufnahme mehr etc etc), der kleine Mann machts aber schon über drei Jahre mit einem komplett kaputten Gebiss..
Auch habe ich Tiere gesehen, die kurz vor der Erlösung standen. Die waren zurückgezogen oder aggressiv, schlapp, und sahen auch sehr mitgenommen aus, da es ihnen wirklich nicht gut ging.
Das sehe ich bei meinem Häschen aber weiterhin nicht. In gewisserweise wird er es überspielen, da bei ihm medizinisch wirklich nichts mehr geht und die Röntgenbilder sind wirklich jenseits von Gut und Böse. Aber er ist auch im Moment unverändert mega aktiv, extrovertiert, verkuschelt und macht Unfug. Den Futterbrei frisst er auch selbst aufgeregt vom Tellerchen- füttern mit Spritze ist nicht nötig.

Dennoch- Frischfutter bzw. alles außer Breifutter wird denke ich nichts mehr. Ich weiß auch letztendlich nicht, wie viel Schmerzen er hat. Laut Röntgenbildern müssen es einige sein- sein Verhalten sagt aber etwas anderes. Meine Gedanken pendeln immer wieder hin und her. Wenn ich daran denke, wie schlimm die Röntgenbilder aussehen, denke ich "Erlösen". Dann seh ich ihn buddeln, Haken schlagen und nach Kopfkraulen betteln und denke "Nein.. der will noch". Andererseits ist er auch ein Fluchttier und die Verstecken gerne Schmerzen... und Fressen geht ja auch nur Brei... aber dann klettert er wieder auf den Möbeln, verlangt nach Kuscheleinheiten oder macht Unfug... er frisst zwar nichts Festes aber den Brei frisst er selbstständig.... aber dann denk ich wieder an die Röntgenbilder. Versteht ihr, was ich meine.

Ich bin komplett hin und hergerissen, und, dass die Tierärztin die Entscheidung für eine Erlösung in meine Hand legt, machts auch nicht besser. Ich will auch nicht selbstsüchtig sein, weil ich ihn so sehr lieb hab und ihn am liebsten immer um mich rum haben möchte. Bisher dachte ich "ach, aber er frisst ja auch noch Salat. Solange unterstütz ich ihn noch, wir erlösen ihn nicht". Jetzt, wo das mit dem Frischfutter dazugekommen ist, bin ich zusätzlich verunsichert bezüglich seiner Lebensqualität und weiß gar nicht mehr wo oben und unten ist.

Wie würdet ihr die Lebensqualität einschätzen, soll ich weiter versuchen oder wäre eine Erlösung in euren Augen besser...was würdet ihr vielleicht tun, wenn ihr so einen Fall bei euren Hasen hättet?
Ich brauche echt mal nüchternes Input von anderen, außenstehenden KaninchenhalterInnen.
Keine Angst, ich werd jetzt hier nicht losrennen und blind irgendwas machen, was mir vorgeschlagen wird, ich brauche einfach andere Meinungen, um das selbst für mich auszuwerten. Es dient einfach als Reflexionshilfe, die ich gerade echt brauche. Mein Umfeld kann mir da auch bedingt weiterhelfen, da die meisten Reaktionen das Wort "Eintopf" oder "Grill" beinhaltet haben und ja... muss ich nichts zu sagen. Andere Meinungen würden mir da glaube ich echt helfen.

Bei Fragen, fragt gerne.

marinahexe 31.07.2024 23:18

Es ist eine schwierige Situation, vor der ich auch schon einige Male stand. Aber er sagt Dir klar und deutlich, dass er noch nicht gehen will:


Zitat:

Das sehe ich bei meinem Häschen aber weiterhin nicht. In gewisserweise wird er es überspielen, da bei ihm medizinisch wirklich nichts mehr geht und die Röntgenbilder sind wirklich jenseits von Gut und Böse. Aber er ist auch im Moment unverändert mega aktiv, extrovertiert, verkuschelt und macht Unfug. Den Futterbrei frisst er auch selbst aufgeregt vom Tellerchen- füttern mit Spritze ist nicht nötig.

Er mag seine Schmerzen zum Teil verstecken können. Aber wenn es ihm richtig dreckig gehen würde, würdest Du es merken. Du kennst Dein Tier. Welchen Brei gibst Du? Hast Du es mal mit Wiese, Löwenzahn & Co. versucht? Oder Möhrengrün, Dill, Petersilie, Kohlrabiblätter? Wenn man die in kleine Streifen reißt/schneidet, kann selbst ein Kaninchen ohne Zähne dies fressen. vielleicht einfach vor der Schnute damit rumwedeln, bis er vor Wut reinbeißt. Vielleicht kommt er so wieder auf den Geschmack.



Im Moment würde ich keinen Grund sehen, ihn auf die Reise zu schicken.

4Chaoten 01.08.2024 16:57

Ich sehe da auch noch keinen Grund, ihn gehen zu lassen:blush5:

Meine Freundin hat aktuell ein Tier von ich glaube ca 8/9 Jahre, der seid fast 3 Jahren palliativ behandelt wird, auch Zähne, mittlerweile hat er 2 Partner überlebt und lebt gut mit Schmerzmitteln und seinen Cunis. Er frisst auch teilweise noch geraspeltes Gemüse (bekommt er damit er sein Gewicht hält)

Ich selber habe Tiere nur erlöst, wenn sie es mir gezeigt haben, d. h. kein Fressen mehr, den Futterbrei etc nicht mehr genommen, auch nicht per Zwangsfütterung und nur noch apathisch in einer Ecke gelegen haben

Edit: Sie hatte auch mal ein Tier wo vom Kiefer nicht mehr viel zu sehen war. Dieses Weibchen hat noch ca 2 - 3 Jahre ein glückliches Kaninchenleben gehabt, bevor es dann soweit war. Die Tiere zeigen es eigentlich nach meiner Erfahrung

lightwoodmiau 01.08.2024 18:04

Was mir noch einfallen würde: Hast du schonmal versucht geraspeltes/trockenkräuter unter den Brei zu mischen? Evtl könnte man ihn so auch durch langsames erhöhten an das geraspelte Futter gewöhnen?

widdermoehrchen 01.08.2024 21:17

Danke für die liebe Antwort und deine Einschätzung!
Solange er noch will, werd ich auf jeden Fall weiterkämpfen.. deshalb bin ich froh, dass hier viele auch einschätzen, dass er auch noch nicht aufgegeben hat. Die Diagnose und die momentane Lage sind echt sehr verunsichernd für mich.

Er bekommt verschiedene Breisorten. Wir rotieren zwischen HerbiCare Plus von Tierarzt24, Alfavet Rodicare und dem von JR Farm, manchmal wird er einer Sorte überdrüssig und dann wechseln wir (was ich nach mittlerweile 7 Wochen hauptsächlich Brei auch verstehen kann). Die mag er sehr gern und die verträgt er auch zum Glück sehr gut und sein Gewicht hält er bisher auch. Das wechsel ich dann meist auch mit püriertem Grünfutter ab (das wird aber auch leider sehr schnell sehr eklig, weshalb über den Arbeitstag stehen lassen auch keine Option ist).

Das mit den Futter-Streifen habe ich heute mal probiert, in Kombo mit den anderen Tipps!
Normalerweise checkt er nicht, dass es Futter ist. Ich habe sein Lieblings-Frischfutter mal in kleine Streifen geschnitten und das in den Brei gelegt, da bliebs abgelutscht liegen. Jetzt hab ich eben aber was von seinen Lieblings-Trockenkräutern draufgestreut, wie Parmesan auf Pasta- und da hat er tatsächlich eine kleine Portion gegessen! Ich werds so einfach mal weiter probieren, wenn ich ihn so an die Streifen gewöhnen könnte, wäre das echt genial. Ich geb dann auf jeden Fall nochmal Feedback!! Tausend Dank!!

marinahexe 01.08.2024 21:53

Wenn Du noch eine Geschmacks-Alternative brauchst, versuch mal Cuni Adult Complete von Versele Laga. Das sind Extrudate, die man sehr gut mit Wasser oder Tee/Saft einweichen kann. Sind eigentlich auch sehr beliebt.

Rakete 05.08.2024 09:49

Die Cunis kann ich auch wärmstens empfehlen.

Meine Seniorin hat sich zuletzt an die 1.5 Jahre ausschliesslich davon ernährt, zuletzt nur noch das. Die Darmflora ist trotz Aufbau konstant entgleist, respektive die Verdauung wollte nicht mehr und sie hatte wohl oft Bauchweh mit Matschkot. Als sie dann gar nichts mehr fressen wollte (massiver Hefebefall), habe ich sie erlösen lassen, weil es mit allen Erkrankungen dann doch zuviel war. Sie war aber noch „relativ“ fit, aber Zwangsfütterung hätte nichts mehr gebracht.

Bei ihr war immer das Kriterium von der Klinik in den letzten Jahren: wenn sie nicht mehr fressen will oder nur reduziert, ist der Zeitpunkt zum Erlösen da. Sie war eine starke Kämpferin und hat in den letzten Jahren wegen Schnupfen und Augenerkrankung sehr viel Leiden müssen. Vor dem Einschläfern hat sie mich noch in der Transportbox kurz abgeschleckt und sich geputzt, etwas was sie als eher scheues Kaninchen sonst kaum je machte. Sie durfte also in Würde mit 11.5 Jahre gehen.

HarzerBrockensteig 06.08.2024 08:14

Spannende Frage, stand ich auch schon öfter ratlos davor.

Mein Erlösungszeitplan ist mittlerweile, wenn sie sich nicht mehr wie ein normales Kaninchen verhalten.

Bsp: ich hatte mal eines, welches Atemprobleme durch eine Verdickung in der Luftröhre hatte.
Wurde in der TiHo aber erst durch die Autopsie festgestellt, vorher war es ein: "Joah, CT zeigt da " iiirgendwas", kann der Grund sein für seinen in die Luft gereckten Kopf, aber muss nicht."
So, bau auf der Grundlage mal ne Entscheidung..
Er sass viel, war rangniedrig im Pärchen, frass aber normal.
Nur ein Leben hatte er halt nicht und offenbar erschwerte Atmung.
Das habe ich ein halbes Jahr (Diagnosephase) so angeschaut, im Rückblick hätte ich ihn gern eher erlöst.
Ebenso meine Schnupferin, die ich letzte Woche ziehen lassen müsste;sie bekam noch gut Luft und frass normal.
Alles andre war aber heruntergefahren; kein Spiel mehr, kein Klo ausbuddeln, sie war einfach nicht mehr die Alte.
Ein CT zeigte dann,warum: Ohrenveränderung, Kiefer fast durch. Also 1/2 wegen Schnupfens (da war die aber austjerapiert, total antibiotikaresistens) und wegen retrograden Zahnwachstums, obwohl sie ihr Leben lang keine Zahnprobleme hatte (wurde immer mal wieder geröngt, beim Kaninchentüv abgetastet usw)

Lange Rede, kurzer Sinn: wenn dem Kaninchen das Leben erkennbar keinen Spass mehr macht und laut kaninchenkundiger TÄ alle sinnvollen Mittel ausgeschöpft sind, verzichte ich auf leidensverlängerndes "herumdoktoren" und lasse meine Lieben gehen.

widdermoehrchen 15.09.2024 16:00

Hallo! Ein kurzes Update:

Er lebt noch und ihm geht es wieder prima. Zwar besteht seine Ernährung mittlerweile zu 80% aus Futterbrei, allerdings nimmt er auch gerne getrocknete Kräuter aus einem Napf, nachdem ich sie klein geschnitten habe. So können wir gut die Zeit, wo ich auf der Arbeit bin überbrücken- bis zur nächsten Breigabe (und ich muss mir keine Sorgen machen, dass er sich verschluckt o.ä.). Am Abend frisst er auch schon ein wenig Romana, auch wenn nicht sehr erfolgreich, aber so ein halbes Ding kriegt er dann doch noch weg.
Zwar keine Bilderbuchernährung, aber es funktioniert- auch ohne Verdauungsprobleme oder Harnprobleme. Er ist super aufgeweckt und putzmunter, noch mehr als sonst- er ist beim Unfug machen auch wieder vorne mit dabei :)

Ich bin doch ganz froh, dass ich mich erstmal dagegen entschieden habe, ihn zu erlösen. Wir schauen mal, was die Zeit bringt, aber fürs erste funktioniert es so für uns.
Danke nochmal für euer Feedback!

marinahexe 15.09.2024 17:25

Das liest sich gut. Wünsche euch noch eine lange, gemeinsame Zeit!

4Chaoten 15.09.2024 19:23

Das freut mich:blush5:
Versuche das Grün noch mal klein geschnitten anzubieten, in Streifen
Vielleicht klappt das ja

widdermoehrchen 18.10.2024 15:37

Puh, im Moment ist es wieder sehr schwierig. Er switched ständig zwischen Rückzug, wahrscheinlicher Schmerz/ nichts essen und Rumhoppeln als wär nichts. Wir waren jetzt die letzte Woche viermal beim Tierarzt, wo aber auch nichts zusätzliches festgestellt werden konnte (mehrfach Kot/ Röntgenuntersuchung alles unauffällig, Zähne im Mundraum sind auch soweit unauffällig). Seit 2 Tagen gehts nur wieder mit Päppeln, selbstständig frisst er vom Brei nur noch wenige Bissen und lässt es dann (trotz Höchstdosis Metacam). Er sitzt fast den ganzen Tag nur allein in der Ecke, normalerweise schläft er tagsüber aber neben oder zumindest in der Nähe der Partnerin. Ab und zu verhält er sich dann so 30 min normal und dann ist wieder stundenlanger Rückzug und Zähneknirschen angesagt. Ich würde morgen nochmal eventuell einen Bluttest machen, um wirklich alles auszuschließen, was nicht die Grunderkrankung ist (Entzündungen, EC etc) und dann ansonsten wahrscheinlich doch zur Erlösung tendieren, weil ich glaube, er mag nicht mehr...

Ich hab auch mal die Cunis bestellt, um zu gucken, ob vllt darauf Lust hat, aber dieses Zurückziehen/Schmerz zeigen trotz Schmerzmittel zerreist mir gerade wirklich das Herz. Neben dem Metacam habe ich zusätzlich noch Novalgin gegeben (Metacam = Schmerzen & Fieber, eher auch für Knochen/Kiefer/ Novalgin = für Bauchweh) aber keins scheint Besserung zu bringen, was es eigentlich tun sollte. Uff uff uff

marinahexe 18.10.2024 17:40

Wieviel Schmerzmittel kriegt er wie oft am Tag? Was wiegt er?

4Chaoten 18.10.2024 18:58

Ich kenne deine Tiere leider nicht, meine waren aber tagsüber eher faul und inaktiv. Da gab es nur mal eine kurze Zeit, wo sie ein wenig gefressen haben und das Klo aufsuchten ,anschl. sofort wieder in/an den Schlafplatz
Kaninchen sind eher Nacht- dämmerungsaktiv, tagsüber ist hier nicht viel passiert

Wiegst du regelmäßig, ob er sein Gewicht hält? Kannst du jetzt evtl. feststellen, ob er gegen Abend aktiver wird?
Mein Zahnpatient bekam und auch die meiner Freundin bekommen Inflacam, allerdings muss man die Dosierung gut beachten, denn es macht die Tiere auch Müde und schlappt. Bei meiner Freundin lebt ihr dauerhafter und schon aufgegebener Zahnpatient gut damit

widdermoehrchen 18.10.2024 19:37

Meloxicam 1.5mg für 1.8kg > 1ml/1x Tag (Hält ja 24h), ist aber nach 2024er Forschungsstand das absolute Maximum, alles andere ist organschädigend. Meine TA ist halt komplett auf Kaninchen und Nager spezialisiert, ich vertrau ihr da komplett.
Evtl. wär beim Novalgin noch was zu machen, ich hab morgen noch einen Termin, da frag ich mal. Laut der Untersuchungen kommen die Schmerzen aber wahrscheinlich nicht aus der Magen/Darm Region, da wär Novalgin auch schon wieder komplett obsolet. ._.
Also quasi, wenn sich alles andere ausschließen lässt, geht das Problem auf sein Gebiss zurück, bei dem wir aber medikamentös/operativ alle Ressourcen ausgeschöpft haben.

Tagsüber ist er zwar müde, aber schläft immer in der Gruppe mit den anderen. Momentan schläft er mit dem Po in die Ecke gedrückt ganz verkrampft- komplett untypisch und auch in komplett untypischen Ecken.. Und nachts sowie bei Dämmerung schläft er auch durch. :( Da er bald 6 wird auch nicht so schlimm, aber dass er sich dabei isoliert und sich super untypisch verhält, mit Schmerzanzeichen und ohne Appetit…

Ich hab halt mal geguckt wegen Inflacam, das ist der identische Wirkstoff wie Meloxicam/Metacam, nur von einer anderen Firma :( Gibt halt leider noch nicht wirklich viel zugelassenes für Hasen leider.

marinahexe 18.10.2024 20:36

Versuch mal das Metacam auf morgens und abends zu verteilen. Kaninchen verstoffwechseln schneller. Bei 2maliger täglicher Gabe + zusätzlich ca. 4x Novalgin wäre die Schmerzabdeckung gleichmäßiger verteilt.


Hier hast Du mal aktuelle Dosierungen von verschiedenen Medikamenten:
https://kaninchenpraxis.de/hausapotheke.html

gerti 19.10.2024 11:28

Meloxicam kann bis 1,5mg/kg gegeben werden das stimmt. Der Tip es auf morgens und abends aufzuteilen, den würde ich auch einmal testen. Zusätzlich Novalgin verteilt über den Tag, auch da musst du dich herantasten.
Im Hinterkopf würde ich auch immer EC behalten, eines meiner Kaninchen konnte über 4 Wochen lang nicht selbst fressen obwohl er furchtbar Hunger hatte. Ihn hab ich über Wochen ausschließlich mit Brei gefüttert bis er dann von einen auf den anderen Tag wieder selbst fressen konnte. Er hatte begleitend EC Behandlung bekommen. Das einzige was auf EC hindeuten hätte können, war dass er mit einem Hinterbein etwas gelahmt hat.
Ansonsten wirst du sehn wann der Zeitpunkt gekommen ist, irgendwann geht es nicht mehr und es ist klar.

widdermoehrchen 19.10.2024 14:10

Danke für euer liebes Feedback!

Ich kenne Meloxicam persönlich auch nur 1x tgl. wegen Halbwertszeitgedöns, kann aber sein, dass diese Vorgabe auch wieder veraltet ist. Ich werde es auf jeden Fall beim nächsten Tierarzttermin mal ansprechen, ob das eine Option wäre, zumal er auch eine sehr hohe Dosis bekommt und ich vom eigenständig Dosieren lieber die Finger lasse (dafür hat der Tierarzt ja studiert).

Die Blutwerte kommen nächste Woche, da schaun wir mal. Da wird er auch auf EC oder Entzündungen getestet. Heute ist er zum Glück ein bisschen besser drauf, hat auch ein paar weiche Cunis geknuspert und ist wieder bei seiner Partnerin, aber das ändert sich leider gerade echt alle paar Stunden.

widdermoehrchen 22.10.2024 15:47

Update: Blutwerte waren alle normal, also auch keine Bauchgeschichten oder was organisches.
Leider lässt sich an der Medikation auch nichts rütteln oder aufteilen, da die Dosis zu hoch ist.

Er hat sich mittlerweile wieder gefangen und frisst/hoppelt seit Sonntag wieder, aber wir haben jetzt mit der TA besprochen, dass, falls er noch einmal dieselben Symptome über Tage hinweg zeigt (Rückzug und offensichtlicher Schmerz, nichts Essen, auch keinen Futterbrei), ich ihn dann erlösen werde. Die Ursache sind nämlich dann so starke Kieferschmerzen durch Abszesse u.ä., dass diese auch trotz der Schmerzmitteldosis für ihn unerträglich sind. Und das will ich ihm nicht antun.

Wann das sein wird, weiß ich nicht. Der Kleine ist ja immer für Überraschungen gut und hat gestern ohne Vorwarnung einfach wieder einen ganzen Chicoree weggeknuspert, obwohl ich ihm bis Samstag fast 2 Wochen lang zugefüttert habe- das hat er seit Mai nicht mehr gemacht. Aber zumindest weiß ich jetzt, wann der Zeitpunkt sein wird und fühle mich etwas sicherer (auch wenn sehr traurig, aber die Trauer ist eigentlich schon ein wenig seit der Palliativ-Diagnose immer etwas da). :( Mal schaun.

Ich fühl mich auch ein bisschen schuldig, dass ich ihn noch durch die 2 Wochen durchgezwungen habe wegen den Tests (um anderes auszuschließen), ich will mir die Schmerzen nicht vorstellen. Aber ich versuche jetzt noch die restliche Zeit mit ihm zu genießen, da es ihm gerade ganz gut zu gehen scheint. Vielleicht gibts jetzt auch das ein oder andere Bananenstück mehr. Er ist jetzt fast 6 (oder schon 6, die Angaben von der Vorbesitzerin waren etwas komisch) und seine Lebenserwartung wurde auf 2-3 Jahre geschätzt. Eigentlich hatten wir ja schon sehr viel extra Zeit, aber ich glaube, er könnte auch 50 Jahre alt werden und es wär trotzdem noch zu wenig.

Rakete 22.10.2024 18:42

Erlebe jeden Tag bewusst, wo es noch gut geht und sei dankbar dafür. Das habe ich auch so gemacht. Und gerade bei meiner kürzlich eingeschläferten Häsin wusste ich, dass sie nicht alt wird und jeder Tag der letzte hätte sein können (in den letzten 1.5 Jahren). Gerade dieses Jahr war es für mich letztendlich nicht mehr schwer sie gehen zu lassen, auch wenn ich mir in den vielen guten Phasen natürlich immer Hoffnung gemacht habe. Aber irgendwann ist es einfach besser für das Tier loszulassen.

widdermoehrchen 22.10.2024 20:22

Danke für den Ratschlag, und auch mein Beileid an deine Häsin.
Ja, das mache ich seit er in palliativ ist schon jeden Tag, trotzdem kommt es mir so surreal vor, zu denken, dass er bald wirklich nicht mehr da sein wird. Dass keiner das Köpfchen auf meinen Schoß legt, wenn ich auf dem Sofa sitze, um zu kuscheln. Dass keiner mir meinen Apfel aus der Hand klaut, wenn ich esse und ich nicht mehr im Wäschekorb gucken muss, ob wer drin liegt, bevor ich wasche, weil er sich gern eine Höhle aus der Wäsche baut.
Andererseits habe ich ihn jetzt wirklich in diesem Zustand erlebt, wo es ihm so schlecht ging, dass er nur noch in der Ecke gelegen hat vor Schmerz, und da verstehe ich deinen Kommentar vollkommen. Irgendwie fühlt es sich richtig an, egal wie schmerzhaft es ist, die Schnuffis gehen zu lassen. Ich hoffe trotzdem, dass wir noch ein bisschen eine glückliche Zeit für uns haben dürfen...

widdermoehrchen 26.10.2024 18:18

Puh... bei ihm ist jetzt noch eine extreme Mittel- und Innenohrentzündung mit dazugekommen, wo sich innerhalb der letzten 3 Tage so ein großer Abszess gebildet hat, dass sein Schlappohr jetzt nach oben steht. Auch in seinem Maul sind jetzt wieder Abszesse geplatzt. Obwohl es ihm die letzten Tage richtig gut ging und ich wieder Hoffnung hatte. Die TA hat mir jetzt von sich aus zur baldigen Eutha geraten, da selbst den Ohrenabszess zu operieren nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein wäre... er durfte heute nochmal mit nach Hause und Montag ist der Termin. Das war jetzt um einiges weniger Zeit, als ich gehofft hatte. Alles doof ey.

gerti 26.10.2024 21:25

Oje, das hört sich nicht gut an! Dann würde ich jetzt schauen, dass er gut mit Schmerzmittel abgedeckt ist, also zusätzlich zum Metacam das Novalgin geben. Versuch hm noch seine Lieblingsfressereien anzubieten und umsorg ihn die Zeit die er noch da ist.
Wirklich doof, dass es jetzt so schnell schlecht geworden ist!

4Chaoten 27.10.2024 20:04

Oh nein, das tut mir sehr leid:sad:

Das hätte jetzt nicht auch noch sein müssen, aber leider kann man es sich nicht aussuchen. Ich kann mir vorstellen wie es dir geht
Letztlich ist aber wichtig, dass ein Tier mit Schmerzen, dem man nicht mehr helfen kann, erlöst werden sollte. Für mich war dieser Weg auch immer schwer und auf dich kommt sicher eine schwere Zeit zu, denn man vermisst die Kleinen
Viel Kraft

widdermoehrchen 27.10.2024 20:40

danke, ja, ich bin immer noch unter schock. zumal wir ja erst die woche zuvor am samstag blut abgenommen haben und die entzündungswerte da noch (für seine maulabszesse) im normalen bereich lagen. er hat auch wieder super gefressen und auch sogar feste sachen, was er ewig nicht gemacht hat, bis dann freitag abend sein öhrchen nach oben stand und er von jetzt auf gleich nicht mal mehr brei oder cunis wollte. was mich zermürbt ist, dass theoretisch ja noch die option einer OP da ist, aber die TA meinte, dass die Schmerzen vom Abszess und der Wunde in den Kiefer ziehen würden und die ohnehin schon nicht mehr mit der Höchstdosis Metacam in den Schach zu kriegenden Schmerzen nochmal verschlimmern- und das Eutha jetzt der humane Schritt wäre, da es nur noch Leid wär, zumal seine Grunderkrankung jetzt von alleine schon zu viel ist- laut der Tierärztin sollte er gar nicht mehr essen können (er ist aber halt ein Kämpfer). Ein Teil von mir schreit "aber wenn wir es versuchen, vielleicht wird es doch noch besser" aber wenn eine Kaninchen-Kieferspezialistin, die ihn seit Jahren behandelt und eigentlich nur Tiere retten will, mich quasi um eine Eutha bittet... muss ich glaube ich das emotionale Denken jetzt ausschalten. Alle anderen Tierärzte (wir haben zum Glück 3 Kaninchen-TA in der Stadt), hätten ihn schon vor 3 Jahren allein wegen seiner Grunderkrankung erlöst... deshalb... ja. Ich glaube das ist einfach Verhandlungs-Stadium der Trauer- für mein Gewissen frage ich aber morgen nochmal nach, ob es in ihren Augen die beste Lösung ist. Auch wenn ich die Antwort schon kenne...

Er hat gestern für das Wochenende erhöhte Medikamentendosen bekommen, sodass er keine Schmerzen hat. Davon ist er am Samstag sehr benommen gewesen. Heute geht es wieder einigermaßen und er frisst auch kleinere Essensportionen ohne Zwang, was mich freut. Er bekommt jetzt alles, was er sonst nicht darf. Banane, Apfelmus (Apfel ging nicht weil zu hart), Beerenpürree, Pastinakenpürree, das ganze ungesunde Zeug. Mini-Portionen, aber besser als nichts. er wurde bis eben noch etwas zugefüttert, eben hat er aber schon wieder ein paar cunis gegessen, worüber ich sehr froh bin, da das zufüttern ihn so gestresst hat.
Ich bin immer noch total fertig, aber ihn nochmal mit nach hause zu nehmen und zu betütteln hat echt geholfen. einige freunde und familie sind auch heute nochmal gekommen, um tschüß zu sagen, das fand ich echt süß.

ich versuche einfach gerade dankbar zu sein, dafür dass ich ihn überhaupt treffen durfte und dass wir nach der palliativdiagnose vor 3 jahren doch noch viel zeit hatten und diese nutzen konnten. und auch noch jetzt eine richtig schöne letzte woche zusammen hatten, trotz der schlimmen zwei wochen davor. er konnte letzte woche nochmal beherzt in seinen geliebten chicoree reinhauen konnte, wir auf der couch gekuschelt haben und er mit seiner partnerin so viele tolle kuschelstunden hatte und blödsinn machen konnte, bevor es jetzt morgen soweit sein wird. ich hoffe, die andere seite der regenbogenbrücke ist so schön, wie er es verdient.

widdermoehrchen 27.10.2024 21:11

entschuldigung, wenn ich hier so viel schreibe. aber irgendwie hilft es mir, das aufzuschreiben. der kleine bedeutet die welt für mich und ich fühle mich hier sehr verstanden. deshalb auch noch einmal danke an euch alle, die immer so liebe kommentare geschrieben haben und versucht haben, zu helfen (emotional oder mit Ratschlägen).

4Chaoten 27.10.2024 22:02

Du musst dich nicht entschuldigen und schreibe soviel wie du möchtest

Jedes meiner Tiere war die Welt für mich und auch nach Jahren denke ich an jedes einzelne Tier und frage mich immer noch, ob es die richtige Entscheidung war, aber leider musst man mit dieser Entscheidung leben, zum Wohl der Tiere

widdermoehrchen 29.10.2024 15:48

mein kleiner schatz ist gestern für immer eingeschlafen. es war sehr friedlich, er hat in der narkose sogar noch von essen geträumt. alles ohne schmerz oder panik. ich durfte ihn von anfang bis ende halten und er war dadurch auch sehr beruhigt, was mich gefreut hat.

er hat sein lieblingsfutter bekommen und am letzten abend ist er nochmal plötzlich rumgehoppelt, zu mir aufs sofa und hat den abend dann mit seiner partnerin verbracht. am nächsten morgen hat er sich jedoch wieder zurückgezogen gehabt. er saß trotz Schmerzmittel über der oberen grenze wieder nur in der ecke und wollte nicht mehr. selbst banane hat er nur kurze bissen genommen und es dann gelassen, dabei hätte er mich früher für ein stück banane eingetauscht. dann wusste ich auch für mich, dass es das richtige ist. ich wollte gern, ich hätte mehr zeit gehabt, aber ich bins ihm auch schuldig, dafür zu sorgen, dass er nicht leidet.

sein partnerkaninchen leidet nun sehr stark. sie hat ihn abgöttisch geliebt. sie hat sich gestern nacht die stellen gesucht, wo er gelegen hat die letzten tage und hat da geschlafen- obwohl sie da sonst nie ist. das bricht mir richtig mein herz. ich konnte ihn noch einmal mit nachhause nehmen, bevor er heute abgeholt wurde und hab sie schnüffeln lassen. ich habe aber die befürchtung, dass sie das nicht ganz verstanden hat, weil sie mit ihm umgegangen ist, als würde er schlafen. sie versucht auch ständig in die anderen räume zu gehen, um ihn zu suchen. heute verkriecht sie sich vollkommen, frisst aber bisher noch ganz gut. ich mach mir echt sorgen... hase nummer 3 mussten wir vor kurzem (bevor der neue krankheitsschub angefangen hatte) abgeben, da er nicht wirklich zu den zwei finden konnte, da die ihn einfach ignoriert haben (auch nach monaten), weil sie ja schon so dicke waren. jetzt ist sie aber vollkommen alleine. wir zwei sind auch nicht sehr dicke, sie war immer sehr partnertierbezogen, menschen toleriert sie nur, kuscheln bitte nur auf ausdrücklichen nachdruck ihrerseits. für sie bin ich glaub ich nur personal/kräuterhalter, aber das ist okay, solange ja bisher immer ihren geliebten partner hatte.

sie bricht mir grade sehr das herz, deshalb habe ich schon eine anzeige geschaltet, um einen passenden kumpel für sie zu finden- lange will ich ihr das alleinsein nicht antun, obwohl ich weiterhin trauere und mich dabei schlecht fühle. ich muss aber jetzt an sie denken. bisher habe ich irgendwie nur sehr dubiose anfragen bekommen, ich hoffe, es ergibt sich trotzdem schnell ein netter kandidat. wir haben 2 tierheime in der nähe aber die vermitteln gerade entweder nur schon vergesellschaftete pärchen (wo sie dann das 3. rad am wagen wäre) oder sehr dominante männchen, die sie aber unterbuttern würden. wenn jemanden jemand im Raum leipzig/halle kennt, evtl. auch dresden, der gerade ein kaninchen vermittelt, würde ich mich freuen. fressen tut sie zum glück ganz gut, ich verwöhne sie auch gerade mit ihren lieblingssnacks.

4Chaoten 29.10.2024 18:38

Gute Reise Kleiner🌈 Ich bin sehr traurig, aber mit der Krankengeschichte, auch für uns (Menschen) nicht viel zu machen. Er hatte zumindest ein gutes Zuhause

Fühl dich gedrückt von mir. Ich weiß, wie schwer sowas ist aber bevor er noch mehr leidet, ist es besser ihn gehen zu lassen

Ja, der Partner:frown: damit hat man leider oft nur Zeit, wenn die letzte Entscheidung gefallen ist. Ich habe meinen Tieren, manchmal, nicht immer, den Partner noch gezeigt, aber sie verstehen es nicht. Erst dann, wenn keiner mehr da ist.

Ich bin bei dir, so schnell wie möglich, einen Partner für sie zu finden, manchmal lohnt es sich aber auch, ein Kaninchen zu nehmen, welches "augenscheinlich" dominant ist. Neues Revier, andere Konstellation, können was im Verhalten ändern. Ansonsten, solange sie gut frisst, lass dir die Zeit

lg Ines

marinahexe 29.10.2024 18:53

Das tut mir sehr leid. Für ihn ist es sicherlich besser so, da er jetzt keine Schmerzen mehr hat. Fühl Dich mal aus der Ferne gedrückt.


Es ist gut, dass Du nach einem Partnertier suchst. Tiere stecken den Verlust des Partners unterschiedlich weg. Einigen scheint es nicht viel auszumachen, andere trauern extrem. Wo hast Du eine Anzeige geschaltet? Ich kenne viele Pflegestellen (auch weiter weg). Müsste nur wissen, was genau Du suchst.

marinahexe 29.10.2024 19:59

Bist Du bei FB? Dann wende Dich bitte mal an Lisa Jana. Sie ist Pflegestelle in Halle und hat ein paar Kastraten da, die allerdings die Frist noch nicht abgesessen haben. https://www.facebook.com/lisa.jana.9

widdermoehrchen 29.10.2024 20:11

Dankeschön ihr Lieben, hier zu reden tut mir echt gut. Mein Umfeld versucht zwar empathisch zu sein, aber ich glaube, sie können es auch nicht richtig nachvollziehen- das Forum hilft gerade sehr.

Echt, kann die Dominanz echt so Umweltabhängig sein? Das wusste ich gar nicht.

Ich habe eine Anzeige auf Kleinanzeigen erst einmal gemacht. Leider bekomme ich gerade viele Anfragen von Leuten mit sehr alten Tieren/ von Gnadenhöfen mit geringer Lebenserwartung (ich hätte aber gern wen ca. Gleichaltriges, damit sie sich noch etwas haben) und einige unerwartete Würfe oder arme Häschen, wo man merkt, dass die den Besitzern lästig sind und bitte bitte schnell weg sollen (was doof ist, da es mir wichtig ist, mit den Besitzern in Kontakt bleiben zu können und das Häschen ein gutes Plätzchen sicher weiß, auch wenn die Vergesellschaftung nicht klappt).

Es gab auch schon einen netten und evtl. passenden Kandidaten, der ist aber ein richtiges Kaninchen mit 4,5kg (würde auch passen, meine Liese ist ein großes Zwergkaninchen mit fast 3kg).. aber er ist auch 4 Jahre alt ähnlich wie sie- und bei den mittleren Rassen habe ich etwas Angst wegen der Lebenserwartung.. ich konnte dazu auch nichts im Internet finden, wisst ihr da was?

Ich hab eine kleine Liste geschrieben in der Anzeige, ich copy-paste die mal gerade:

Liese ist fast 4, weiblich-kastriert, 2,8kg, ruhig und entspannt, unterwürfig, sehr verkuschelt zu Partnertieren, EC-Positiv

(Bei EC bin ich mir nicht sicher, da es ja heißt, man soll nur EC zu EC vermitteln. Ihr Partner hatte sich aber nach ihrem Ausbruch nie bei ihr angesteckt- viele ehemalige Patienten aus der Praxis, wo ich gearbeitet habe, hatten auch Großgruppen mit einzelnen EC-Häschen, wo sich auch niemand angesteckt hat. deshalb bin ich etwas verunsichert, zumal das die möglichen partnertiere noch weiter einschränken würde. der 4,5 kg kandidat wäre aber schonmal ec kontakttier)

Wir suchen:
-(Zwerg)Kaninchen (Rasse egal, gerne auch ein größeres Häschen, Liese ist ein recht großes Zwergkaninchen)
- männlich kastriert/ vorzugsweise schon geimpft
- möglichst Raum Leipzig/ Halle
- ruhiger, verkuschelter, oder auch unterwürfiger Typ. Keine aufbrausenden Männchen, damit kommt sie gar nicht klar.
- Im Alter von 2-4 (plus minus ein paar Jahre wäre aber auch okay, wenn es passt- Jungtiere sonst auch okay)
- Die Möglichkeit, mit den Haltern in vorerst Kontakt zu bleiben und auch die Rücknahme des Kaninchens durch Vorbesitzer, sollte die Vergesellschaftung scheitern. Ich möchte keinen Hasen ins Tierheim geben müssen
- Wenn möglich offen für Menschen

Nice to haves (muss aber nicht):
- Stehohren
- Innenhaltung gewöhnt

widdermoehrchen 29.10.2024 20:13

danke! das mit der frist ist nicht so schlimm, meine liese ist schon kastriert.

ich habe nur leider kein facebook, hat sie eventuell noch andere social media accounts? sonst kann ich mir aber auch rasch ein konto machen

marinahexe 29.10.2024 20:42

Magst Du mir Deine WA-Nr. schicken? Dann kann sie Dir gleich die Kastraten vorstellen. Ich gehe davon aus, dass sie schon geimpft sind oder die Impfung jetzt ansteht. Unsere Pflegestellen können auch bei der VG unterstützen und nehmen die Tiere selbstverständlich zurück, wenn die VG nicht klappt oder die Haltung aufgegeben wird.

gerti 30.10.2024 07:04

Wirklich sehr traurig wenn ein so trauriges Partnertier zurückbleibt. Mein letztes eingeschläfertes Kaninchen lag über Stunden bei seiner Partnerin, das kannte ich so nicht. Sie hat ihn eng bekuschelt und auch geputzt, wir haben ihn dann als sie kurz mal weggehoppelt ist weggenommen, und sie war offensichtlich sauer auf uns.

Ich drück dir die Daumen, dass du bald einen passenden Partner für sie findest!

widdermoehrchen 31.10.2024 18:30

Hallo, ich schreibe nochmal. Achtung, heavy.
Ich habe gerade ein paar liebe Partnertiere in Aussicht, auch dank marinahexe.

Ich versuche mich gerade für meine Witwerin zu einem Treffen mit neuen Hasis durchzuringen, aber ich fühle mich persönlich dabei einfach sehr schlecht, da ich mich nicht bereit fühle, so schnell ein neues Häschen bei mir in der Wohnung zu begrüßen, weil ich den frischen Tod noch nicht verarbeitet habe und noch sehr daran nagen werde. mich bricht immer noch ein bisschen eine Welt zusammen, er war mein allererstes eigenes Haustier. Da sich auch mein gesamter Alltag um die Verpflegung von meinem Palliativ-Hasi gedreht hat, ist gerade alles anders. Meine Arbeitszeiten waren um ihn geplant, ich habe meine Wecker zur Critical Care Gabe in der Nacht, Kiloweise Chicoree im Kühli, den er irgendwie noch gekaut bekommen hat, Arten wie ich das Frischfutter immer geschnitten habe, dass er da noch was essen konnte. All das ist von jetzt auf gleich weg. Auch der Platz auf der Couch neben mir ist seit Montag leer, seine Partnerin kommt leider nie kuscheln.

Auch habe ich nun Gewissensbisse wegen der Eutha. Seine Grunderkrankung war zwar infaust und Endstadium, jeder TA hat das bisher gesagt, aber er hat sich trotzdem bisher immer wieder zusammengerappelt und sich durchgeschlagen und hatte noch aktive Phasen. Was wäre, wenn ich mich gegen die Tierärztin gestellt hätte und doch auf die OP gepocht hätte? Vielleicht hätten wir dann doch noch ein paar nette Wochen oder sogar Monate gehabt. Ich fühle mich, als hätte ich ihn im Stich gelassen, dadurch, dass ich ihn habe gehen lassen, ohne noch mehr zu kämpfen. Wir haben ja vorher auch bis aufs Mark gekämpft, hätte ich das weiter tun sollen und habe ihm jetzt doch noch Zeit geraubt? Jedoch habe ich auch alte Videos von ihm gefunden, als es ihm noch besser ging. Zwar hat sich das Verhalten in seinen guten Phasen nicht geändert, allerdings konnte er nichts mehr, von den Dingen, die er mal geliebt hat, essen. Nur ein paar Bisse Chicoree und Critical Care/ Cunis, und das auch nur mit höchster Dosis Schmerzmittel. Das Leckerli-Spielzeug musste ich wegräumen, da er sich an harten Leckerlis zur Befüllung verschluckt hat. Er hatte eine Kahle stelle vom Kratzen durch die Kieferprobleme und schmerzhaft aussehenden Lippengrind, den ich immer eingecremt und entfernt habe. Dann in den letzten Wochen immer wieder Eiter aus geplatzten Abszessen im Mund- dennoch hat er gegessen. Sich dann aber auch in der letzten Woche sehr zurückgezogen. Dann denke ich wieder, vllt habe ich auch zu sehr geklammert? Meine Gedanken rasen einfach, weil er mir so viel bedeutet hat. Meine TA hat zwar auf Eutha gepocht, wie andere vor ihr auch (sogar noch früher in der Behandlung), aber ich frage mich dennoch, ob es richtig war und bin total verwirrt und sauer auf die Welt. Eine zweite (bzw. sechste) Meinung hätte denke ich auch nichts genützt, seine HausTA ist die Spezialistin, die von anderen TAs in der Stadt angerufen wird, wenn sie sich zu Hasen nicht sicher sind. Also war auf sie zu hören richtig? Ich kann einfach mit den Ereignissen keinen Frieden finden und somit auch nicht beginnen, zu heilen.

Trotz der Tatsache, dass ich absolut nicht bereit für jemanden Neues bin, braucht seine Partnerin trotzdem dringend wen Neues, sie frisst und köttelt zwar weiterhin sehr gut, aber sitzt ansonsten nur niedergeschlagen in der Ecke- oder sucht nachts ihren Partner. Ich habe versucht, sie ein wenig zu kuscheln, da sie aber kaum menschenbezogen ist, hat sie das nur genervt. Ich kann eben keinen Hasen ersetzen, auch nicht temporär. Ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, sie zu vermitteln, aber ihr jetzt nachdem sie ihren Partner verloren hat auch noch das gewohnte Zuhause, in dem sie groß geworden ist, zu nehmen, könnte ich mir glaube ich nie verzeihen. Und eigentlich möchte ich auch Kaninchen. Ich habe aber auch Angst, dass ich, weil ich nicht bereit bin, mich nicht mit dem Neuen anfreunden könnte und wir nie miteinander warm werden- und dann eher neben meinen Kaninchen lebe als mit. Und das wärs ja auch nicht.

Keine Ahnung, was ich tun soll. Auf jeden Fall alles doof im Moment. Vielleicht sollte ich es doch erst einmal mit der VG probieren. Hattet ihr sowas auch schonmal nach einer Erlösung oder bin ich einfach zu fimschig?

Ich habe mal in anderen Ressourcen geschaut, bezüglich der Gewissensbisse nach der Euthanasie, aber die meisten schrieben dann über ihre 20 Jahre alten Hunde mit Krebs, Inkontinenz und nur noch 2 Beinen oder so, alles auf einmal, wo die Antwort irgendwie sofort klar ist. Und da finde ich mich einfach nicht wieder. Ist sowas normal, oder ist das ein Zeichen, dass ich falsch gehandelt habe?

widdermoehrchen 31.10.2024 18:44

ich wünschte, man könnte einfach mit seinen tieren reden und sie fragen, wie es ihnen geht. das würde alles so viel einfach machen.

marinahexe 31.10.2024 19:27

Was Du gerade durchmachst - auch die Zweifel - ist völlig normal. Ein Menschenherz ist groß, da ist viel Platz für unterschiedliche Tiere. Am Anfang wirst Du den neuen Partner mit Deinem Seelentier vergleichen. Du wirst im Laufe der Zeit feststellen, dass er eine ganz andere, eigene Persönlichkeit. Klammheimlich wird er sich in Dein Herz schleichen, ohne dass Du es merken wirst. Merken wirst Du es, wenn er mal krank wird.



Beschäftige Dich viel mit dem neuen Tier, das lenkt Dich ab. Drück die Daumen!:thumbsup:

4Chaoten 31.10.2024 19:30

Es tut mir sehr leid, ich weiß, wie du dich fühlst, all das habe ich schon einige Male hinter mir, wie sicherlich viele im Forum.

Da ist dann plötzlich diese Leere, vieles an Medis oder Futter wird nicht mehr benötigt etc. Hinzu kommt, es kommt keiner mehr an gehoppelt und fordert sein Leckerli etc und die immer wiederkehrende Fragen "war es die richtige Entscheidung"

Was wäre aber gewesen, wenn du ihn hättest operieren lassen, mit seiner ganzen Krankengeschichte? Wenn er die OP überstanden hätte, hätte er die nach Versorgung, den Stress der Hin- und Herfahrerei, die Medigaben etc gehabt. Evtl nur dafür, dass WIR ihn noch ein paar Wochen oder, mit Glück einen oder zwei Monate länger bei uns gehabt hätten?
Für mich ist es besser, den Tieren eine schöne Zeit zu machen und sie lieber erlösen, als sie weiter zu stressen und evtl zu quälen, nur weil ich mich nicht trennen kann

Du musst dich auch nicht unter Druck setzten, wenn es ihr soweit gut geht und sie frisst, würde ich mir da jetzt die Zeit lassen


Ich hatte auch 2 Mal das "Glück" sehr zeitig einen Partner zu finden, es ist schwer. Ich saß während der VG da und dachte, den/die wollte ich nicht, ich will mein Tier wieder haben. Hört sich hart an, ist aber ein normaler Vorgang. Es hat gedauert, aber irgendwann wirst du den neuen Partner genauso lieben, wie dein verstorbenes Tier. Du wirst genauso um sein Leben kämpfen, wie du es jetzt gemacht hast

widdermoehrchen 02.11.2024 17:08

Dankeschön, das hat mir echt geholfen. Ihr sprecht mir aus der Seele. Die Leere gerade ist auch einfach sehr schwer zu ertragen.
Und auch mein Beileid an eure Regenbogen-Hasis.
Ich konnte jetzt alles auf jeden Fall etwas mehr sacken lassen, obwohl es noch wehtut. Das wird es glaube ich auch noch sehr lange.

Leider hat meine Witwe nun einen EC Schub durch die Trauer bekommen, den wir zeitgleich behandeln, weshalb ich mich jetzt doch irgendwie dazu zwinge, weiterhin zeitnah wen zu suchen. Leider sind 3 vielversprechende Kandidaten doch nicht mehr verfügbar, aus unterschiedlichen Gründen. Sämtliche Tierheime und Pflegestellen in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben nur sehr wenige Tiere, die idR nicht kompatibel oder schon vergesellschaftet, ziemlich krank oder alles gleichzeitig sind.. Wir haben echt Pech gerade. Vor einem halben Jahr hatte unser Tierheim erst 60 Kaninchen bekommen mit super viel Auswahl, die sind aber alle schon vermittelt (toll für die Hasis, schlecht für uns).

Selbst die Pärchen sind auch idr männlich-kastrat und weiblich-unkastriert, also kaum Chancen. Bzw habe ich auch Angst, dass sie wegen ihrer Schüchternheit bei einem schon etablierten Pärchen außen vor bleibt, selbst wenn die mk-mk sind.

Männlein sind auch recht rar, wenn dann nur als Jungtiere unkastriert, da weiß ich aber nicht wegen das Altersunterschieds von teils 3 Jahren (Kastra könnte ich ja im Zweifel schnell beim TA machen lassen, meine ist ja schon kastriert, da müsste die Wunde ja nur abheilen und ich könnte direkt VG machen). Oder meint ihr, das ginge noch, ihr mit ihren fast 4 noch einen jungen Hüpfer als Freund vorzusetzen? Sie ist ja nicht Madonna...

Ich halte meine Daumen gedrückt, 2 Pflegestellen wollten vllt nochmal auf mich zurückkommen.

Gibt es sonst vllt noch irgendwelche Partnerbörsen-Seiten für Kaninchen? Hasen-Tinder?


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 19:55 Uhr.



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