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Lissy06 01.03.2021 19:43

Was tun: Hodentumor, 9 Jahre alt, Zwergwidder
 
Hallo ihr,
ich hab, wie es schon im Titel steht, ein Problem mit meinem Zwergwidder.
Er wird in 2 Monaten 10 Jahre alt und wiegt 2,2kg (heute vom TA gemessen). Er hatte bisher noch nie gesundheitliche Probleme, außer letztes Jahr eine schlimme Verstopfung, die er aber zum Glück überlebt hat. Er ist also auf jeden Fall ein Kämper.

Also mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass die Hoden von meinem Kleinen gewachsen/ angeschwollen sind und das Fell dünn und matt ist. Außerdem haben seine Augen getränt und waren verklebt.

Deshalb waren wir heute beim Tierarzt und es wurde festgestellt, dass er eine Augenentzündung und einen Hodentumor hat. Die Augenentzündung können wir mit Augentropfen behandeln und da hoffen wir jetzt, dass die schnell wieder weg geht. das größere Problem ist eben der Hodentumor (wegen dem war auch das Fell so matt). Sie konnte aber mit Sicherheit sagen, dass er keine Schmerzen hat.

Die Tierärztin meinte, man kann jetzt entweder abwarten, ob die Hoden weiter, und wie schnell, wachsen (es sind beide betroffen) oder man kann das Kaninchen kastrieren. Sie meinte auch, beide Fälle sind nicht optimal, weil er bei der Kastration die Narkose nicht überleben könnte, weil er eigentlich schon fast zu alt ist. Wenn wir abwarten und ihn so noch leben lassen, kann es sein, dass sich der Tumor stark vergrößert und das Kaninchen Schmerzen bekommt oder dass er streut. Dann würden zuerst die Lungen angegriffen werden und das ist natürlich auch nicht gut und er hätte wahrscheinlich Schmerzen und man müsste ihn einschläfern. Natürlich könnte es auch sein, dass der Tumor so bleibt und er es alleine schafft und noch einige Jahre zu leben hat.

Ich weiß jetzt eben nicht, wie ich mich entscheiden soll, weil ich ja die Verantwortung für mein Kaninchen habe. Meine Eltern entscheiden natürlich auch mit, aber sie wissen auch nicht was besser ist und sie meinen, ich kenne mich besser mit Kaninchen aus (bin kein Kind mehr!).

Ich wollte jetzt mal fragen, was ihr von der ganzen Geschichte haltet und was ihr tun würdet. Danke fürs Durchlesen und die Antworten.

Lg, Lissy06

Fluffyfrdy 01.03.2021 19:53

Hmmmm eine echt schwierige Situation. Wenn er keine Schmerzen hat würde ich abwarten ob der Tumor entweder so bleibt, zurückgeht oder sich vergrößert. Falls sich der Tumor vergrössern sollte würde glaube ich nur einschläfern die richtige Situation weil er eine Kastration vielleicht nicht überleben würde ( glaube ich). Aber ich drücke dir die Daumen dass alles gut läuft :)

LG

marinahexe 01.03.2021 22:10

Ich würde schnellstmöglich kastrieren lassen. Ich hab auch ältere Tiere, die immer wieder mal in Narkose gelegt werden müssen. Jetzt bringt eine OP noch was. Wer weiß, wie es in ein paar Wochen aussieht.



Ich gehe davon aus, dass er allein lebt? Wenn er die Kastra + Kastrafrist überstanden hat, hol ihm bitte ein liebes Weibchen dazu. Kaninchen sind soziale Tiere und brauchen einfach einen Artgenossen.

Luke 01.03.2021 22:21

Ich würde ihn auch kastrieren lassen .

Selbst wenn er dabei friedlich einschläft , dann ist es immer noch besser als vielleicht an einem bösartigem Tumor sterben zu müssen, weil man nichts mehr für ihn tun kann .

Ich habe schon oft ältere Kaninchen in Narkose legen lassen . (wg.Zahnbehandlungen ) Es ist Gott sei Dank immer gut gegangen . Narkosezwischenfälle können auch bei jungen Tieren auftreten .

So hat er wenigstens noch die Chance evtl. gesund zu werden . Eine Kastra beim Männchen ist kein gr. Eingriff .

Lupine 01.03.2021 22:42

Ich würde ihn auch kastrieren lassen, so schnell wie möglich. Wenn er sonst noch gesund ist, wird er die Narkose wegstecken. Ist er es nicht, hat er dem Tumor vermutlich nicht viel entgegen zu setzen und du wirst ihn über kurz oder lang einschläfern lassen müssen. Da ist es doch besser, die Chance die er jetzt vielleicht noch hat zu nutzen. Streut ein Tumor, hat man quasi bereits verloren. Deshalb ist es besser, jetzt zu handeln.

Lissy06 01.03.2021 23:07

Zitat:

Zitat von marinahexe (Beitrag 1242269)
Ich gehe davon aus, dass er allein lebt? Wenn er die Kastra + Kastrafrist überstanden hat, hol ihm bitte ein liebes Weibchen dazu. Kaninchen sind soziale Tiere und brauchen einfach einen Artgenossen.

Ja, er lebt allein. Wir haben uns schon vor Jahren ein zweites Kaninchen dazu geholt. Dachten erst es sei ein Weibchen, beim Tierarzt ist dann rausgekommen dass es dann noch ein Männchen ist. Die beiden verstehen sich leider gar nicht, aber sie leben nebeneinander. Wir haben eh vor uns in nächster Zeit 2 Weibchen zu holen, die dann zu einem der beiden kommen oder eins zu jedem.

Angora-Angy 01.03.2021 23:45

Davon ab geht Kastra übrigens auch unter örtlicher Betäubung. Je nachdem wie ängstlich das Tier ist zusätzlich leichte Sedierung. Die Kastra an sich ist eine Sache von 10 Minuten.

Angora-Angy 01.03.2021 23:46

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1242279)
Ja, er lebt allein. Wir haben uns schon vor Jahren ein zweites Kaninchen dazu geholt. Dachten erst es sei ein Weibchen, beim Tierarzt ist dann rausgekommen dass es dann noch ein Männchen ist. Die beiden verstehen sich leider gar nicht, aber sie leben nebeneinander. Wir haben eh vor uns in nächster Zeit 2 Weibchen zu holen, die dann zu einem der beiden kommen oder eins zu jedem.

Intakte Rammler vertragen sich nunmal nicht und da sollte bitte auch kein intaktes weibliches Tier dazu...

Lissy06 02.03.2021 09:09

Zitat:

Zitat von Angora-Angy (Beitrag 1242285)
Intakte Rammler vertragen sich nunmal nicht und da sollte bitte auch kein intaktes weibliches Tier dazu...

Wir würden das wenn dann nur machen, wenn unsere Männchen beide kastriert sind und die Weibchen sind auf jeden Fall schon sterilisiert, weil wir sie höchstwahrscheinlich aus dem Tierheim holen würden.

Lissy06 02.03.2021 09:17

Zitat:

Zitat von Angora-Angy (Beitrag 1242283)
Davon ab geht Kastra übrigens auch unter örtlicher Betäubung. Je nachdem wie ängstlich das Tier ist zusätzlich leichte Sedierung. Die Kastra an sich ist eine Sache von 10 Minuten.

Mein Kaninchen ist an sich gar nicht ängstlich aber sobald er beim Tierarzt ist, wird es schlimm. Die konnten gestern noch nicht mal die Zähne und Augen anschauen ohne das er sich aufregt... Am Ende haben sie zwei Gehilfen gebraucht, damit das funktioniert hat. Ich weiß nicht, wie es dann bei einer Kastration wird, das hatten meine noch nie gebraucht...
Danke, für den Hinweis, ich werde mich heute sowieso nochmal mit dem Tierarzt in Verbindung setzen. Ich würde von ihr gerne wissen, wie die Chancen für ihn stehen wenn man in kastrieren lassen würde,... Außerdem hatten wir noch Fragen zu der Augenentzündung die er auch momentan hat, weshalb das gleich in einem geht.

Lupine 02.03.2021 09:31

Es gibt schonende Narkosearten, die aber leider immer noch nicht jeder Tierarzt anbietet. Mein Leo wurde mit Inhalationsnarkose kastriert und auch regelmäßig seine Zahnprobleme darunter behandelt, er hat das sehr gut toleriert. Für dein Angsthäschen wäre aber vermutlich eine Sedierung mit örtlicher Betäubung oder eine antagonisierbare (also aufhebbare) Injektionsnarkose geeigneter.

Wenn er sich so aufregt, wird es schwierig mit der Prognosestellung ohne dass er sediert werden muss - und dann kann er auch gleich entbömmelt werden. Für eine halbwegs gute Einschätzung wäre nämlich ein Röntgenbild notwendig um mögliche Metastasen aufzuspüren bzw. eine Biopsie, um festzustellen um welche Art Tumor es sich handelt. Da würde ich angesichts der verhältnismäßig unkomplizierten OP wirklich gleich kastrieren lassen. Dann muss er nicht zweimal schlafen gelegt werden.

Lissy06 02.03.2021 09:59

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1242302)
Es gibt schonende Narkosearten, die aber leider immer noch nicht jeder Tierarzt anbietet. Mein Leo wurde mit Inhalationsnarkose kastriert und auch regelmäßig seine Zahnprobleme darunter behandelt, er hat das sehr gut toleriert. Für dein Angsthäschen wäre aber vermutlich eine Sedierung mit örtlicher Betäubung oder eine antagonisierbare (also aufhebbare) Injektionsnarkose geeigneter.

Wenn er sich so aufregt, wird es schwierig mit der Prognosestellung ohne dass er sediert werden muss - und dann kann er auch gleich entbömmelt werden. Für eine halbwegs gute Einschätzung wäre nämlich ein Röntgenbild notwendig um mögliche Metastasen aufzuspüren bzw. eine Biopsie, um festzustellen um welche Art Tumor es sich handelt. Da würde ich angesichts der verhältnismäßig unkomplizierten OP wirklich gleich kastrieren lassen. Dann muss er nicht zweimal schlafen gelegt werden.


Das stimmt. Also die Tierärztin meinte gestern, sie kann nicht feststellen welcher Tumor es ist und ob dieser streuen kann.
Ich weiß auch nicht, wie sie ihn in Narkose legen würden, aber die Tierarztpraxis, bei der ich bin, hat schon viel Erfahrung mit Kastrationen von Kaninchen, Hunden, Katzen,... Allein als ich gestern da war wurden 4 kastrierte Tiere abgeholt. Also da denke ich kennen die sich besser aus als ich, wie sie ihn letztendlich in Narkose legen. Danke für deine Erfahrungen.

Von einer OP war gestern fast nicht die Rede, sie meinte lediglich, dass man ihn kastrieren könnte und dabei den Tumor entfernen. Es kann auch sein, dass das zwei separate Dinge sind oder eins, das kann ich leider nicht beurteilen, da ich mich erst seit gestern Abend mit dem Thema befasse..

Wegen einer Röntgenaufnahme hat die Tierärztin gar nichts gesagt. Das Thema habe ich hier aufgeschnappt. Hast du deine schonmal Röntgen lassen? Wie läuft das ca. ab, also besteht da Gefahr, dass er es nicht überlebt? Ich weiß, hört sich tragisch an, aber ich möchte nichts machen, was ein Risiko mitbringt und am Ende dann nichts bringt...

Lupine 02.03.2021 10:14

Mit OP meinte ich die Kastration. Alles, wo die Haut aufgeschnitten wird, ist eine Operation. Selbst dann, wenn nur die Hoden entfernt werden. Es gibt unkomplizierte OPs wie eine Rammlerkastration und kompliziertere, wie zum Beispiel eine Häsinnenkastration.

Lupine 02.03.2021 10:15

Und Röntgenaufnahmen sind bei Kaninchen nichts ungewöhnliches. Alleine Leo wurde in seinem Leben etliche Male geröntgt, das ist bei Zahnkaninchen notwendig.

Lissy06 02.03.2021 10:41

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1242311)
Und Röntgenaufnahmen sind bei Kaninchen nichts ungewöhnliches. Alleine Leo wurde in seinem Leben etliche Male geröntgt, das ist bei Zahnkaninchen notwendig.


Danke, dann werde ich den Tierarzt Mal fragen wie es mit den Röntgen aussieht, vielleicht lassen wir das dann doch zuerst machen.

Angora-Angy 02.03.2021 12:16

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1242299)
Wir würden das wenn dann nur machen, wenn unsere Männchen beide kastriert sind und die Weibchen sind auf jeden Fall schon sterilisiert, weil wir sie höchstwahrscheinlich aus dem Tierheim holen würden.

Ich kenne keinen Tierarzt, der sterilisiert. Wollte das bei meiner Hündin machen lassen, aber alle haben mich abgewiesen. Kastration oder nichts. Auch bei Kaninchen werden beide Geschlechter kastriert, wobei das bei der Häsin eine große OP mit Eröffnung der Bauchdecke ist und anschließen entsprechend langer Heilungsphase. Rammler stehen auf, schütteln sich und fressen, da passiert nichts weiter.

marinahexe 02.03.2021 13:02

Ich würde ihn in Narkose legen lassen und dann


  1. kastrieren lassen
  2. Röntgenbild des Körpers (Ausschluß von Metastasen, Beurteilung des Allgemeinzustandes, z.B. Spondylose/Arthrose Wirbelsäule)
  3. Röntgen des Kiefers
Du musst Dir das so vorstellen:
Du bringst ihn morgens in die Praxis. Er wird schlafen gelegt, und wenn er wieder aufwacht ist alles vorbei. Du wirst ihn am Nachmittag wieder abholen können, dann sollte er schon wieder richtig wach sein.



Eine Männchenkastra ist kein großer Aufwand, im Gegensatz zur Weibchenkastra. Du solltest auch das andere Männchen kastrieren lassen. 2-3 Wochen nach der Kastra fahren die Hormone runter und sie stinken nicht mehr so und markieren auch nicht mehr. Wenn nur die Weibchen kastriert sind, werden sie von den Böcken ständig besprungen. Das ist enormer Stress für die Weibchen.

Lissy06 02.03.2021 13:15

Zitat:

Zitat von marinahexe (Beitrag 1242332)
Ich würde ihn in Narkose legen lassen und dann
  1. kastrieren lassen
  2. Röntgenbild des Körpers (Ausschluß von Metastasen, Beurteilung des Allgemeinzustandes, z.B. Spondylose/Arthrose Wirbelsäule)
  3. Röntgen des Kiefers
Du musst Dir das so vorstellen:
Du bringst ihn morgens in die Praxis. Er wird schlafen gelegt, und wenn er wieder aufwacht ist alles vorbei. Du wirst ihn am Nachmittag wieder abholen können, dann sollte er schon wieder richtig wach sein.


Danke für die Erklärung. Worin genau liegt dann das Risiko? Es hat ja geheißen, man weiß nicht ob er aus der Narkose wieder aufwacht. Besser gesagt, kann man im Voraus etwas machen, damit er wieder aufwacht, bzw. woran kann man sagen, wie seine Chancen stehen?
Warum würdest du das Kiefer mit röntgen lassen? Die Zähne wurden gestern angeschaut und sie meinten, Zähne und Biss sind perfekt.

Lissy06 02.03.2021 13:21

Zitat:

Zitat von Angora-Angy (Beitrag 1242323)
Ich kenne keinen Tierarzt, der sterilisiert. Wollte das bei meiner Hündin machen lassen, aber alle haben mich abgewiesen. Kastration oder nichts. Auch bei Kaninchen werden beide Geschlechter kastriert, wobei das bei der Häsin eine große OP mit Eröffnung der Bauchdecke ist und anschließen entsprechend langer Heilungsphase. Rammler stehen auf, schütteln sich und fressen, da passiert nichts weiter.

Also unser Tierarzt macht das, das ist aber auch eine riesige Praxis. Und direkt daneben gibt es noch eine Tierklinik für Klein- und Großtiere.
Wir wissen es aber eh noch nicht genau, ob wir uns neue holen. Klar wäre es besser für unsere beiden aber die sin beide recht wild für ihr Alter und wir wissen nicht, wie sie reagieren, wenn sie auf einmal Mitbewohner hatten. Sie leben von Anfang an getrennt, haben aber trotzdem Freunde. Also der eine spielt immer mit einem Vogel im Garten und der beide mit den Nachbars Katzen. Natürlich nur, wenn einer von uns dabei ist und aufpasst, ansonsten ist ein Deckel auf dem Käfig. Das hat bisher alles immer super geklappt und es gab noch nie Zwischenfälle. Die würden sich gegenseitig nie etwas antun.

marinahexe 02.03.2021 13:47

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1242334)
Danke für die Erklärung. Worin genau liegt dann das Risiko? Es hat ja geheißen, man weiß nicht ob er aus der Narkose wieder aufwacht. Besser gesagt, kann man im Voraus etwas machen, damit er wieder aufwacht, bzw. woran kann man sagen, wie seine Chancen stehen?
Warum würdest du das Kiefer mit röntgen lassen? Die Zähne wurden gestern angeschaut und sie meinten, Zähne und Biss sind perfekt.


Das Risiko liegt generell in der Narkose. Das ist aber bei einem älteren Tier oder einem jungen Tier gleich. Deshalb - wenn Narkose - dann nach Möglichkeit alle Untersuchungen gleich machen lassen.



Man kann vorher nicht wirklich viel machen. Achte darauf, dass er vorher gut frisst. Im Gegensatz zu anderen Tieren dürfen Kaninchen nicht nüchtern sein.



Wenn man die Zähne nur anschaut, kann man nicht wirklich viel sehen. Die meisten Probleme sitzen an den Wurzeln, d.h. entweder eine Entzündung oder die Wurzeln wachsen zu lang in den Kiefer rein. Bei älteren Kaninchen verändert sich der Kiefer. Schau mal hier rein:
https://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/zahnerkrankungen/

Angora-Angy 02.03.2021 13:50

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1242335)
Also unser Tierarzt macht das, das ist aber auch eine riesige Praxis. Und direkt daneben gibt es noch eine Tierklinik für Klein- und Großtiere.

Magst du mir verraten, wie der TA heißt? Gern per PN. Meiner hat mir gesagt dass es bei Sterilisation schlechte Langzeiterfahrungen gäbe, weil die sehr häufig in Gebärmutterentzündungen endeten und dann doch noch kastriert werden müsste.



Zitat:

Wir wissen es aber eh noch nicht genau, ob wir uns neue holen. Klar wäre es besser für unsere beiden aber die sin beide recht wild für ihr Alter und wir wissen nicht, wie sie reagieren, wenn sie auf einmal Mitbewohner hatten. Sie leben von Anfang an getrennt, haben aber trotzdem Freunde. Also der eine spielt immer mit einem Vogel im Garten und der beide mit den Nachbars Katzen. Natürlich nur, wenn einer von uns dabei ist und aufpasst, ansonsten ist ein Deckel auf dem Käfig. Das hat bisher alles immer super geklappt und es gab noch nie Zwischenfälle. Die würden sich gegenseitig nie etwas antun.
Die spielen nicht nett mit den anderen Tieren, die sind einsam und verzweifelt und zeigen Verhaltensstörungen. Sie brauchen auf jeden Fall einen Artgenossen. Warte mal ab wie sie sich nach der Kastration verhalten.
Käfig klingt immer verdächtig. Zu wenig Platz ist Grund Nummer 1, wenn sich zwei Kaninchen scheinbar nicht vergesellschaften lassen. Zeig doch mal.

Lupine 02.03.2021 14:10

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1242335)
Also unser Tierarzt macht das, das ist aber auch eine riesige Praxis. Und direkt daneben gibt es noch eine Tierklinik für Klein- und Großtiere.

Bist du dir da wirklich sicher, dass dort Sterilisationen durchgeführt werden?

Es gibt viele Leute, die meinen bei einem Männchen hieße es Kastration und das gleiche bei einem Weibchen hieße Sterilisation.

Das stimmt aber nicht.

Bei einer Sterilisation werden die Samenleiter beim Männchen beziehungsweise die Eileiter beim Weibchen durchtrennt oder verklebt. Die Hoden beziehungsweise die Eierstöcke bleiben im Körper.

Bei einer Kastration werden Hoden beziehungsweise Eierstöcke entfernt.

Und genau das ist bei einer Häsin gewünscht, wenn man sich für diese Operation entscheidet. Nicht die Verhütung steht hier im Vordergrund, sondern die Verhinderung einer Krebserkrankung beziehungsweise einer schweren Entzündung. Meist geht man sogar noch einen Schritt weiter und entfernt auch die Gebärmutter, das heißt dann Ovariohysterektomie.

Ich habe bisher noch keinen Tierarzt erlebt, der eine Sterilisation einer Häsin oder eines Rammlers durchführen würde.

Rammler sollten, soweit sie nicht zur Zucht bestimmt sind, immer kastriert werden. Eine artgerechte Haltung ist sonst nicht möglich.

Häsinnen sollten nach Nutzen-Risiko-Abwägung kastriert werden wenn es ratsam erscheint.


Zitat:

...Klar wäre es besser für unsere beiden aber die sin beide recht wild für ihr Alter und wir wissen nicht, wie sie reagieren, wenn sie auf einmal Mitbewohner hatten. Sie leben von Anfang an getrennt, haben aber trotzdem Freunde. Also der eine spielt immer mit einem Vogel im Garten und der beide mit den Nachbars Katzen. Natürlich nur, wenn einer von uns dabei ist und aufpasst, ansonsten ist ein Deckel auf dem Käfig. Das hat bisher alles immer super geklappt und es gab noch nie Zwischenfälle. Die würden sich gegenseitig nie etwas antun.
Ein Vogel oder eine Katze ist ebenso wenig wie ein Mensch ein Ersatz für Artgenossen, das ist leider nun einmal so.

Kaninchen brauchen Artgenossen. Dafür muss man die Rammler kastrieren, 6 Wochen warten bis sie nicht mehr zeugungsfähig sind, ein ausreichend großes Gehege anbieten (in Außenhaltung mardersicher!) was pro Kaninchen mindestens 3 qm groß ist (für 2 Kaninchen also 6 qm, für 3 Kaninchen 9 qm und so weiter). Dieses Gehege ist das ständige Zuhause der Kaninchen. Handelsübliche Ställe oder Käfige sind für Kaninchen ungeeignet, weil sie ein Bewegungsbedürfnis haben das mit dem einer Katze vergleichbar ist.

marinahexe 07.03.2021 12:00

Warst Du schon beim TA?

Lissy06 09.03.2021 13:46

Zitat:

Zitat von marinahexe (Beitrag 1242906)
Warst Du schon beim TA?

Wir haben morgen einen Termin um ihn zu kastrieren, eher ging leider nicht.
Er hat allerdings seit ein paar Tagen am Bauch so kleine Huggel und es kann sein, dass der Tumor gestreut hat. dann würde er morgen eingeschläfert werden. :(

Lissy06 09.03.2021 14:00

Zitat:

Zitat von Angora-Angy (Beitrag 1242337)
Käfig klingt immer verdächtig. Zu wenig Platz ist Grund Nummer 1, wenn sich zwei Kaninchen scheinbar nicht vergesellschaften lassen. Zeig doch mal.

Käfig ist nicht der richtige Ausdruck dafür. Unsere beiden haben jeweils einen eigenen Stall mit den Maßen wie auf dem Link, sonst sieht er aber anders aus (https://www.fressnapf.de/p/anione-woody-castle-220-braun-1321271/). Dort leben sie in der Nacht und untertags sind sie einem Freilaufgehege. Das eine Häschen, namens Tiger, hat darauf eben einen Deckel. Die Auslaufgehege sind beide sehr groß und sie dürfen auch regelmäßig (getrennt) frei im Garten laufen, da wir einen guten Zaun haben unter dem sie nicht durchschlüpfen können. Das aber immer nur unter Aufsicht von einer Person meiner Familie. Also platz haben sie genügend.

Außerdem bauen wir momentan einen Carport für ein Auto und an die Rückwand bauen wir bald ein großes Gehege für die beiden hin. Inklusive neuer Stall, Auslaufgehege, "Hindernisse", Sand, Gras, erde,... Alles was sie sich wünschen. Dort können sie dann Tag und Nacht so viel rumlaufen wie sie wollen. Die Ausflüge in den Garten bleiben ihnen aber weiterhin.

Wir holen uns im Sommer auch wahrscheinlich kleine neue Kaninchen die dann auch dort wohnen werden. Wenn unser Senior das morgen überlebt, dann bekommt er eine Dame dazu wenn wir eine passende finden. Der andere wird auch eine als Gesellschaft bekommen.

Lissy06 09.03.2021 14:04

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1242339)
Rammler sollten, soweit sie nicht zur Zucht bestimmt sind, immer kastriert werden. Eine artgerechte Haltung ist sonst nicht möglich.

Wir waren kurz nachdem wir uns den ersten geholt haben beim Tierarzt und die meinten mehrmals, dass wir ihn nicht kastrieren müssen. Sie meinte sogar, wenn sie sich ihn so ansieht würde sie es auch nicht machen lassen. Begründung hat sie keine genannt, aber ich vertraue da ihrem Urteil.

Lissy06 09.03.2021 14:07

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1242339)
Bist du dir da wirklich sicher, dass dort Sterilisationen durchgeführt werden?

Nicht zu 100% aber schon ziemlich sicher. Unsere Nachbarn hatten früher auch Kaninchen und meinten sie haben das machen lassen. Unsere TA hat das auch mal angesprochen, als wir dort waren und über Vergesellschaftung gesprochen haben.

Remus 09.03.2021 14:53

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1243062)
Wir waren kurz nachdem wir uns den ersten geholt haben beim Tierarzt und die meinten mehrmals, dass wir ihn nicht kastrieren müssen. Sie meinte sogar, wenn sie sich ihn so ansieht würde sie es auch nicht machen lassen. Begründung hat sie keine genannt, aber ich vertraue da ihrem Urteil.

Das ist leider totaler Unsinn.
Für Hobbyhalter empfiehlt man schon lange, die Rammler kastrieren zu lassen, da es einfach wesentlich harmonischer abläuft, wenn die Hormone erstmal heruntergefahren sind.

Potente Rammler können sich bis auf den Tod bekämpfen. Ich selber hatte einen Bock gerettet, der mit seinem (ebenfalls unkastrierten, aber dominanteren) Bruder sein Leben lang zusammen lebte. Dementsprechend sah er auch aus, durch das ständige berammelt-werden war sein Rücken so ziemlich hinüber.

Wenn man nicht unbedingt ein verantwortungsvoller Züchter ist oder es aus medizinischer Sicht absolut nicht möglich ist (aber bitte mit ausführlicher Begründung dafür..), empfiehlt sich immer Rammler zu kastrieren.
Häsinnen werden zumeist nur kastriert, wenn Veränderungen an der Gebärmutter vorliegen. Das ist auch ein viel schwerwiegender Eingriff mit mehr Risiken als bei einem Rammler.

Wenn du es nicht schon hast würde ich den Tierarzt wechseln, für mich klingt er leider gar nicht gut :(

Lupine 09.03.2021 14:58

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1243061)
Käfig ist nicht der richtige Ausdruck dafür. Unsere beiden haben jeweils einen eigenen Stall mit den Maßen wie auf dem Link, sonst sieht er aber anders aus (https://www.fressnapf.de/p/anione-woody-castle-220-braun-1321271/). Dort leben sie in der Nacht und untertags sind sie einem Freilaufgehege. ...

Wie Angora-Angy schon ausgeführt hat, liegt es meist am Platz wenn eine Vergesellschaftung nicht klappt.

Bei so einem winzigen Stall brauchst du dich nicht zu wundern wenn es kracht. Der hat eine Grundfläche von einem halben Quadratmeter. Für 2 Kaninchen ist die Mindestfläche aber 6 Quadratmeter auf einer Ebene - das ist eine Fläche von 12 solcher Ställe aneinander gestellt.

Zitat:

Wir holen uns im Sommer auch wahrscheinlich kleine neue Kaninchen die dann auch dort wohnen werden. Wenn unser Senior das morgen überlebt, dann bekommt er eine Dame dazu wenn wir eine passende finden. Der andere wird auch eine als Gesellschaft bekommen.
Dann braucht ihr ein Gehege für 4 Kaninchen (die beiden vorhandenen plus Partnerinnen) plus die neuen Kaninchen. Angenommen, ihr holt noch 2 Kleine dazu, dann habt ihr 6 Kaninchen. 3 qm mindestens pro Kaninchen mal 6 Kaninchen macht 18 qm. Das Gehege muss also dann die Grundfläche eines handelsüblichen Einzel-Carports haben.

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1243062)
Wir waren kurz nachdem wir uns den ersten geholt haben beim Tierarzt und die meinten mehrmals, dass wir ihn nicht kastrieren müssen.

Sie haben euch aber vermutlich nicht gesagt, dass potente Rammler sich gegenseitig umbringen können, oder? Die beißen sich gegenseitig die Hoden ab, und verbluten an solchen Verletzungen.

Zitat:

Sie meinte sogar, wenn sie sich ihn so ansieht würde sie es auch nicht machen lassen. Begründung hat sie keine genannt,
Diese Aussage würde bedeuten, dass sie euch aufgefordert hat, ihn tierschutzwidrig zu halten. Potente Rammler sind nur unter größten Schwierigkeiten in Gesellschaft zu halten, das würde damit Einzelhaltung bedeuten und das ist ein Verstoß gegen die Vorschriften des Tierschutzgesetzes, sozial lebenden Arten arttypisches Sozialverhalten zu ermöglichen.

Zitat:

aber ich vertraue da ihrem Urteil.
Ich fürchte, sie hat sich schlicht und einfach eine so simple Operation nicht zugetraut. Das wäre nicht der erste Tierarzt, der die Hosen voll hat weil er genau weiß dass er von Kaninchen so viel Ahnung hat wie eine Kuh vom Schreibmaschine schreiben.

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1243064)
Nicht zu 100% aber schon ziemlich sicher. Unsere Nachbarn hatten früher auch Kaninchen und meinten sie haben das machen lassen.

Wie oben schon ausgeführt, wissen längst nicht alle Leute was sie haben machen lassen, weil sie die Begriffe nicht auseinander halten können.

Zitat:

Unsere TA hat das auch mal angesprochen, als wir dort waren und über Vergesellschaftung gesprochen haben.
Sollte ein Tierarzt zum Zweck der Vergesellschaftung eine Sterilisation vorschlagen, wäre ich äußerst misstrauisch, aus den schon näher ausgeführten Gründen. Für Rammler kommt es nicht in Frage weil das Aggressionspotenzial zu hoch bleibt, bei Häsinnen macht man es nicht, weil eine große Bauch-OP keinen Sinn machen würde wenn man nur die Zeugungsfähigkeit unterbinden will - dafür kastriert man ja die Rammler. Das ist wesentlich weniger risikobehaftet.

Lissy06 09.03.2021 15:08

Zitat:

Zitat von Remus (Beitrag 1243066)
Das ist leider totaler Unsinn.
Für Hobbyhalter empfiehlt man schon lange, die Rammler kastrieren zu lassen, da es einfach wesentlich harmonischer abläuft, wenn die Hormone erstmal heruntergefahren sind.

Potente Rammler können sich bis auf den Tod bekämpfen. Ich selber hatte einen Bock gerettet, der mit seinem (ebenfalls unkastrierten, aber dominanteren) Bruder sein Leben lang zusammen lebte. Dementsprechend sah er auch aus, durch das ständige berammelt-werden war sein Rücken so ziemlich hinüber.

Wenn man nicht unbedingt ein verantwortungsvoller Züchter ist oder es aus medizinischer Sicht absolut nicht möglich ist (aber bitte mit ausführlicher Begründung dafür..), empfiehlt sich immer Rammler zu kastrieren.
Häsinnen werden zumeist nur kastriert, wenn Veränderungen an der Gebärmutter vorliegen. Das ist auch ein viel schwerwiegender Eingriff mit mehr Risiken als bei einem Rammler.

Wenn du es nicht schon hast würde ich den Tierarzt wechseln, für mich klingt er leider gar nicht gut :(


Danke erstmal für deine Hilfe. Also ich habe meinen zum fünften Geburtstag geschenkt bekommen (und ich möchte jetzt nichts hören, von wegen, dass ich zu jung war). damals kannte ich mich noch nicht so gut mit Kaninchen aus, also klar Haltung, Füttern, Pflegen, etc konnte und wusste ich alles, aber über Krankheiten und Kastrationen und sowas war ich nicht gut informiert, was in dem later auch klar ist.
Ich hab mich dann mit 9 oder 10 Jahren wirklich ernsthaft damit beschäftigt und weiß deshalb jetzt ziemlich gut Bescheid. Zu diesem Zeitpunkt war mein Kaninchen schon 5/ 6 Jahre alt und der Tierarzt meinte, er ist damit schon fast zu alt für eine Kastration und da es nicht notwendig war, haben wir es nicht machen lassen.
Falls wir uns jedoch nochmal Kaninchen zulegen werden, lasse ich diese auf jeden fall gleich am Anfang kastrieren.

Lissy06 09.03.2021 15:30

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1243067)
Wie Angora-Angy schon ausgeführt hat, liegt es meist am Platz wenn eine Vergesellschaftung nicht klappt.

Bei so einem winzigen Stall brauchst du dich nicht zu wundern wenn es kracht. Der hat eine Grundfläche von einem halben Quadratmeter. Für 2 Kaninchen ist die Mindestfläche aber 6 Quadratmeter auf einer Ebene - das ist eine Fläche von 12 solcher Ställe aneinander gestellt.

Wir haben versucht sie zu vergesellschaften als sie in einem fast 10 Quadratmeter großem selbstgebauten stabilen Auslaufgehege waren. Der Platz war wie gesagt auf keinen Fall das Problem.

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1243067)
Dann braucht ihr ein Gehege für 4 Kaninchen (die beiden vorhandenen plus Partnerinnen) plus die neuen Kaninchen. Angenommen, ihr holt noch 2 Kleine dazu, dann habt ihr 6 Kaninchen. 3 qm mindestens pro Kaninchen mal 6 Kaninchen macht 18 qm. Das Gehege muss also dann die Grundfläche eines handelsüblichen Einzel-Carports haben.

Das wissen wir. Wir haben keinen Carport gekauft, sondern einen Doppel-Carport extra anfertigen lassen. Dieser ist ein Stückchen größer als ein Handelsübliche.
Das Hasen Gehege würde MINDESTENS über die hälfte der Rückwand gehen und dann weit von der Wand weg. Wir haben vor Kaninchenställe an die Rückwand zu stellen, in einer Reihe. Dann geht es weit davon weg über unsere Wiese. Insgesamt haben sie also SEHR viel platz. Mit und ohne Stall.
Falls sich die einen nicht mit den verstehen, so werden wir Unterteilungen bauen. Es wären aber immer mindestens zwei Hasen gemeinsam da.

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1243067)
Sie haben euch aber vermutlich nicht gesagt, dass potente Rammler sich gegenseitig umbringen können, oder? Die beißen sich gegenseitig die Hoden ab, und verbluten an solchen Verletzungen.

Stimmt, das haben sie uns nicht gesagt. Es waren aber insgesamt drei Erwachsene Personen dabei, die die Rammler auseinandergenommen hätten, wenn sie sich so angegangen wären und ja, das hätte funktioniert.
Wir haben sie auch nicht einfach gemeinsam in das Gehege gesetzt, falls du das meinst. Sie wurden sich davor in getrennten Ausläufen mit einem Gitter dazwischen "vorgestellt". Da haben sie schon angefangen sich zu beißen, etc. durch das Gitter durch. Wir haben sie danach noch gemeinsam in das Gehege gelassen, doch relativ schnell wieder getrennt, weil sie einen ziemlich großen abstand zueinander hatten, durch den das dünne Gitter von uns locker gepasst hat. Damit war die Sache für uns erledigt, weil wir keinen der beiden verletzen wollten.


Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1243067)
Sollte ein Tierarzt zum Zweck der Vergesellschaftung eine Sterilisation vorschlagen, wäre ich äußerst misstrauisch, aus den schon näher ausgeführten Gründen. Für Rammler kommt es nicht in Frage weil das Aggressionspotenzial zu hoch bleibt, bei Häsinnen macht man es nicht, weil eine große Bauch-OP keinen Sinn machen würde wenn man nur die Zeugungsfähigkeit unterbinden will - dafür kastriert man ja die Rammler. Das ist wesentlich weniger risikobehaftet.

Es kann gut sein, dass die Tierärztin nicht allzu gut darüber informiert war. Die Praxis wurde ca. ein Jahr nach unserem Besuch wegen zu schlechtem Einkommen geschlossen. Seitdem sind wir bei einer sehr guten Tierarztpraxis, weshalb das Thema an dieser Stelle für mich abgeschlossen ist. Wir können schließlich eh nichts mehr daran ändern. ;)

Angora-Angy 09.03.2021 15:51

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1243061)
Käfig ist nicht der richtige Ausdruck dafür. Unsere beiden haben jeweils einen eigenen Stall mit den Maßen wie auf dem Link, sonst sieht er aber anders aus (https://www.fressnapf.de/p/anione-woody-castle-220-braun-1321271/). Dort leben sie in der Nacht und untertags sind sie einem Freilaufgehege. Das eine Häschen, namens Tiger, hat darauf eben einen Deckel. Die Auslaufgehege sind beide sehr groß und sie dürfen auch regelmäßig (getrennt) frei im Garten laufen, da wir einen guten Zaun haben unter dem sie nicht durchschlüpfen können. Das aber immer nur unter Aufsicht von einer Person meiner Familie. Also platz haben sie genügend.

Da haben wir das Problem. Das Ding ist keinesfalls für die dauerhafte Haltung auch nur eines Kaninchens geeignet. Ich hab solche als Quarantäneställchen für kurze Übergangszeiten. Momentan sitzt einer da drin seine Kastrationszeit ab. Ständige Revierwechsel sind ein Stressfaktor. "Sehr groß" ist ein sehr relativer Begriff. Wenn man teilweise so liest, was als "Sehr groß" oder "XXL" angeboten wird, kräuseln sich die Fußnägel...

Lissy06 09.03.2021 16:01

Zitat:

Zitat von Angora-Angy (Beitrag 1243071)
Da haben wir das Problem. Das Ding ist keinesfalls für die dauerhafte Haltung auch nur eines Kaninchens geeignet. Ich hab solche als Quarantäneställchen für kurze Übergangszeiten. Momentan sitzt einer da drin seine Kastrationszeit ab. Ständige Revierwechsel sind ein Stressfaktor. "Sehr groß" ist ein sehr relativer Begriff. Wenn man teilweise so liest, was als "Sehr groß" oder "XXL" angeboten wird, kräuseln sich die Fußnägel...

Wie gesagt unsere waren über Nacht in den Ställen, weil wir keine andere Möglichkeit hatten. Wir befassen uns jetzt schon lange mit dem Thema und sind auch dabei den Bau des neuen großen Stalles (hab ich in einem anderen Kommentar beschrieben) zu planen und danach zu bauen.
Ich finde es toll, dass du dich so sehr für artgerechte Haltung der Ninchens einsetzt, aber ob du es glaubst oder nicht, unseren geht es super (bis auf das Problem mit dem Tumor :( ). Und wenn wir mit dem neuen stall fertig sind, dann haben sie ein riesiges Gehege mit allem drum und dran.
Mich würde es echt interessieren, wie deine so leben. Könntest du mir vielleicht ein Foto über die Pn schicken oder mir dort beschreiben, wie es bei euch zuhause aussieht? Vielleicht finde ich da noch die ein oder andere Idee für das neue zuhause von meinen. c:

Angora-Angy 09.03.2021 16:10

Das ist sehr schön, dass du neu baust und die künftigen Änderungen vor dir siehst. Die Tiere leben im Hier und Jetzt und haben nichts von Zukunftsplänen. Die können sich nicht schonmal darauf freuen, dass es bald anders wird. Die wissen auch nicht, dass "es gerade nicht anders geht", die handeln ihrer Natur nach und vereinbaren keinen Kompromiss "für die Übergangszeit".

Dass Kaninchen schweigsam sind, heißt übrigens nicht dass es ihnen super geht. Ich behaupte auch nicht, dass bei mir alles in allerbester Ordnung ist, besser geht immer und auch ich kann den Insassen meiner Quarantäneställe nicht verklickern, dass das nur vorübergehend ist.

Meine Haltung kannst du sehr gern in meinem Thread nachschauen. Ich habe auch mit sehr ungenügenden Ställen angefangen und mich verbessert. Es gibt selbstverständlich bei mir auch Kritikpunkte, das leugne ich nicht. Ich behaupte nicht perfekt zu sein. Ich habe 2x 16m² Außengehege, 1x 12m² Laufstall, 4x 4m² Rammlerboxen und wie gesagt den einen oder anderen Quarantänestall, teils selbstgebaut, teils geschenkt bekommene Fertigställe.

Remus 09.03.2021 16:10

Ich verurteile dich nicht für das Alter, wo du die Kaninchen bekommen hast :)

Ich habe mein erstes auch zum Schuleingang bekommen, also mit 6Jahren.
In so einem Alter liegt die Verantwortung jedoch bei deinen Eltern, die sich im besten Fall vorher darüber informiert haben sollten, was für Tiere sie sich ins Haus (oder in den Garten) holen. Aber darauf möchte ich jetzt gar nicht weiter herumreiten, ist ja jetzt eh zu spät und aus Fehlern lernt man :)

5/6Jahre wäre noch ein gutes Alter gewesen, um ihn zu kastrieren. Auch 9/10 Jahre sollten noch im Rahmen sein.
Mein Clemens wurde auch in dem Alter kastriert, er hatte auch einiges an Vorerkrankungen (auch „Hubbel“ (Tumore vermutlich), Probleme mit den Zähnen und eine chronische Entzündung. Er hat’s gut überstanden und hatte dann noch 2 schöne Monate in Gesellschaft :)

Zum Thema platz hast du ja schon viel gehört, auch über die Nacht ist so ein handelsüblicher Stall blöd für die Ninchens, gerade da sind sie ja am aktivsten.

Lupine 09.03.2021 16:35

Zitat:

Zitat von Lissy06 (Beitrag 1243070)
...

Stimmt, das haben sie uns nicht gesagt. Es waren aber insgesamt drei Erwachsene Personen dabei, die die Rammler auseinandergenommen hätten, wenn sie sich so angegangen wären und ja, das hätte funktioniert.

Da habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Das kann nach 5 Minuten passieren, nach 5 Stunden, nach 5 Tagen, nach 5 Wochen, vielleicht auch erst nach 5 Jahren.

Ich weiß von einem Fall, wo die Halterin auch darauf vertraut hat dass eine Kastration zweier Rammler nicht notwendig sei. Nach über 2 Jahren fand sie ein Blutbad vor, und nur durch Zufall war sie rechtzeitig da und beide überlebten. Aber es war unglaublich knapp, 5 Minuten später und mindestens einer der beiden wäre tot gewesen.

Edit: auch Platzmangel vor der Vergesellschaftung kann zu übersteigertem Revierverhalten führen. Da hat man jetzt endlich Platz, den verteidigt man dann natürlich wie ein Löwe gegen alles und jeden.

Zitat:

Wir haben sie auch nicht einfach gemeinsam in das Gehege gesetzt, falls du das meinst. Sie wurden sich davor in getrennten Ausläufen mit einem Gitter dazwischen "vorgestellt". Da haben sie schon angefangen sich zu beißen, etc. durch das Gitter durch. Wir haben sie danach noch gemeinsam in das Gehege gelassen, doch relativ schnell wieder getrennt, weil sie einen ziemlich großen abstand zueinander hatten, durch den das dünne Gitter von uns locker gepasst hat. Damit war die Sache für uns erledigt, weil wir keinen der beiden verletzen wollten.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum ihr es nach den Aggressionen am Gitter überhaupt probiert habt statt die beiden kastrieren zu lassen, 4 Wochen zur Ruhe kommen zu lassen und es dann zu versuchen. Macht es in Zukunft bitte besser.


Zitat:

Es kann gut sein, dass die Tierärztin nicht allzu gut darüber informiert war. Die Praxis wurde ca. ein Jahr nach unserem Besuch wegen zu schlechtem Einkommen geschlossen. Seitdem sind wir bei einer sehr guten Tierarztpraxis, weshalb das Thema an dieser Stelle für mich abgeschlossen ist. Wir können schließlich eh nichts mehr daran ändern. ;)
Ich hoffe sehr, dass die Praxis jetzt besser ist.

Wann sind die beiden denn letztmalig geimpft worden und mit welchem Impfstoff? Jetzt in der Sorge um den einen könnte das leicht untergehen, dass vielleicht die Auffrischung nötig ist, und das würde möglicherweise zu einer Tragödie führen. Deshalb: trotz allem eben einen Blick in den Impfpass werfen.

marinahexe 09.03.2021 18:02

Ich drück für morgen die Daumen.:thumbsup: Er packt das!

Terry 09.03.2021 23:23

Ich drücke auch alle Daumen für morgen!

Eins möchte ich aber zu bedenken geben... im Erstpost schreibt die TE dass die Eltern ihr alleine die Verantwortung für die Tiere übergeben haben, da sie ja kein Kind mehr sei
Zitat:

Zitat von Lissy06
Ich weiß jetzt eben nicht, wie ich mich entscheiden soll, weil ich ja die Verantwortung für mein Kaninchen habe. Meine Eltern entscheiden natürlich auch mit, aber sie wissen auch nicht was besser ist und sie meinen, ich kenne mich besser mit Kaninchen aus (bin kein Kind mehr!)

. Jetzt schreibt sie
Zitat:

Zitat von Lissy06
Also ich habe meinen zum fünften Geburtstag geschenkt bekommen

und das Tier (wenn ich es richtig verstanden habe) ist gut neun Jahre alt.... das bedeutet die TE ist jetzt 14/15 Jahre alt (passt auch zum Nick „06“), also auf das (finanzielle) „Goodwill“ ihrer Eltern noch angewiesen...

Das sollte man bei allen Beratungen einfach im Hinterkopf behalten, auch wenn man natürlich trotz allem darauf hinwirken soll, dass die Tiere (zumindest zukünftig) artgerecht gehalten werden....

Lissy06 10.03.2021 09:48

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 1243076)

Ich hoffe sehr, dass die Praxis jetzt besser ist.

Wann sind die beiden denn letztmalig geimpft worden und mit welchem Impfstoff? Jetzt in der Sorge um den einen könnte das leicht untergehen, dass vielleicht die Auffrischung nötig ist, und das würde möglicherweise zu einer Tragödie führen. Deshalb: trotz allem eben einen Blick in den Impfpass werfen.

Das ist mir jetzt etwas peinlich, wenn ich ehrlich bin, aber unsere beiden wurden noch nie geimpft. Wir waren regelmäßig 2x im Jahr beim Tierarzt und dieser hat sie jedes mal genaustens angeschaut und keine Probleme feststellen können. Wäre dort etwas herausgekommen, hätten wir sie sicher impfen lassen. Außerdem gibt es bei uns momentan so gut wie keine Viren etc. die unsere Ninchens angreifen könnten. Sicher könnte es sein, aber dann hätten wir von den Umliegenden anderen Besitzerin von Kaninchen etwas mitbekommen, oder das Tierheim (2 Straßen weiter) hätte ein Schreiben rausgegeben. In so fern warren wir ziemlich sicher.
Falls wir uns aber weitere holen sollte, so werden diese auf jeden Fall geimpft. c:

Lupine 10.03.2021 09:54

Jetzt ist erstmal das Sorgenhäschen wichtig heute. Über die Impfungen können wir auch morgen oder übermorgen noch reden. Das Sorgenhasi kann ohnehin in diesem Zustand nicht geimpft werden, der muss sich erst mal erholen.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:27 Uhr.



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