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Bevorstehende Einschläferung??? auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 02.08.2020, 19:45

ich würde Mori den Stress des Vergesellschaftens nicht antun. Auch nicht mit einem Leihkaninchen, da man auch die Situation des neuen Partnertieres nicht vernachlässigen sollte.
Ich habe einen Schwerpflegefall Mäxli, er muss seit seinem Kieferbruch von 2016 täglich dauergepäppelt werden. Dann kamen aber noch weitere Baustellen dazu wie Arthrose und grauer Star und jetzt schläft er am liebsten 20 stunden am Tag. Seine jüngere Partnerin Susi war im letzten halben Jahr sichtlich todunglücklich mit der Situation und auch Mäxli war sehr gestresst durch das Putzen, vor dem er eigentlich entfliehen wollte es aber nicht schaffte, vom Rammeln und vom vollpinkeln seines Bettchens.
Susi wurde sichtlich depressiv, sie ging nicht mehr ins Außengehege, sie hat sich exzessiv geputzt und saß nur traurig im Tunnel. Ich habe sie Anfang Juli an Arren vermittelt und es ist so schön, dass sie jetzt mit 2 Kumpels so glücklich ist.
Zu meiner großen Verwunderung ist Mäxli wohl auch glücklich mit der Situation.
Er kann jetzt ungestört schlafen, frisst bei den Mahlzeiten wesentlich besser (er hat seit Susis Auszug schon 150 gramm zugenommen) und macht überhaupt keinen unglücklichen Eindruck.
Warum habe ich ihn noch niocht einschläfern lassen? Ganz einfach, ich habe Angst, dass er anfängt zu kämpfen!!
Ich habe das schon mal erlebt, als mir der TA wegen Tumoren und Wasser in der Lunge zum sofortigen Einschläfern geraten hatte.
Das war ein Fehler! Schweini hat in meinen Armen so sehr um ihr Leben gekämpft, das war furchtbar für mich. Das ertrage ich nicht noch ein zweites mal.
Bei Mäxli bin ich mir nicht sicher, ob er das wirklich möchte, so begeistert wie er den Päppelbrei annimmt und so entspannt wie er schläft und schläft.



__________________



Benutzerbild von Ranmaru
Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 28.11.2012
Beiträge: 95
Ranmaru befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2020, 07:34

Hallo liebe Kaninchenfreunde,


wir wollten uns nochmal für alle eure Antworten herzlich bedanken und auch für eure Hilfe in den vergangenen Jahren, wenn man Fragen hatte, wg. Vergesellschaftungen oder Erkrankungen. Ihr seid uns immer mit einem freundlichen Rat zur Seite gestanden.


Wir versuchen das vergangene immernoch zu verharbeiten. Ich kann immernoch nicht wirklich schlafen, bin meist vor sechs Uhr früh wach und nur am arbeiten. Ich habe das ganze Wohnzimmer renoviert die letzten Tage, damit ich etwas zu tun habe und nicht die große leere Stelle des Zimmers sehe, an denen unsere Lieblinge über 11 Jahre lebten.




Schnuu begann plötzlich umzufallen, immer wieder. Sie konnte selbstständig nicht mehr aufzustehen und hatte Herzrasen. Leider kam es zu keiner Besserung. Sie ließ sich von uns helfen. Wir beschlossen die TA anzurufen um einen Termin für den letzten Hausbesuch zu vereinbaren. Wir sagten ihr, sie soll drei Medikamente mitnehmen.


Jet Li konnte immer noch nicht selbstständig wieder essen. Er wollte den Brei auch nicht mehr und knirschte wenn ich ihm etwas geben wollte. Am Tag des Hausbesuchs, drückte er morgens wieder sein Po wg. den Nieren herab. Wir wussten, es würde nur noch schlimmer werden.



05.08.2020

Als die TA und ihre Assistentin eintrafen, setzten wir uns erstmal gemütlich zu den 4 auf den Boden zu den Kleinen und redeten. Ich zeigte, wie es Schnuu geht und wie Jet Li knirscht, wenn er Essen musste. Bei Mori war sie erstaunt, wie sich seine Demenz und alles auswirkte. In der Praxis, meinte Sie, hätte sie das niemals vermutet, da er sich immer ganz normal verhielt. Sie sagte, er hat neurologisch ziemlich starke Probleme. Er ist fast nie anwesend. Ihre Assistentin fand es auch heftig, wie dement und abwesend er fast durchgehend wirkt.



Sie standen bei der Entscheidung zu 100 Prozent hinter uns und meinten es wäre an der Zeit und in Ordnung sie gehen zu lassen. Sie würden eine solche Entscheidung auch nur unterstützen, wenn es wirklich notwendig wäre so wie hier und es keine Alternativen mehr gibt. Wir wussten wenn es noch irgendwas gab, hätte unsere TA es uns gesagt und wir hätten für sie gekämpft. Das half uns sehr, denn als Halter zweifelt man natürlich innerlich trotz getroffener Entscheidung doch immernoch.



Ich muss hier wirklich anfügen, dass wir keine bessere TA haben konnten und auch keine bessere Assistentin.



Die Einschläferungen wurden mit soviel Liebe und Herzlichkeit durchgeführt und zum Glück nicht wie damals bei Jackie. Es wurden so viele liebevolle Worte ausgesprochen und Trost gespendet.



Wir fingen mit Schnuu an, da sie die meisten Schmerzen hatte. Ihre Assistentin hielt die die kleine Liebevoll im Arm, als die Narkose wirkte. Ich kuschelte unsere Kleine liebevoll die ganze Zeit bis sie einschlief. Halten konnte ich sie nicht, dass hätte mir das Herz gebrochen. Ich bin Edith unendlich dankbar. Edith und ich weinten zusammen als sie das Mittel bekam und sie einschlief. Zum ersten Mal entspannten sich ihre Muskeln und sie wirkte wirklich erlöst und entspannt. Ich legte sie eingewickelt in eine Kuscheldecke auf den vorbereiteten Tisch.



Danach kam mein kleines Sorgenkind Jet Li. Er wuselte natürlich erst ein wenig rum. Dann schlief er ein und ich musste ihn gehen lassen. Ich streichelte zum letzten Mal sein wunderschönes buntes Fell und verabschiedete mich. Ich wickelte ihn in die zweite Decke und legte ihn behutsam neben Schnuu. Ich versuchte nicht komplett loszuheulen, denn ich wusste, ich muss durchhalten. Ich muss ein letztes Mal stark für die kleinen sein. Ich streichelte über die zwei leblosen Körper und schluchzte. Meine TA fragte ob wir kurz Pause machen sollten. Ich ging schneuzen und nahm kurz meine Maske ab um durchzuatmen.



Sie hatten soviel liebevolle und tröstende Worte für uns. Edith tröstete mich und wir wussten gemeinsam, dass sie nun auf einer wunderschönen Wiese waren. Gesund und glücklich, ohne Schmerzen.



Dann holten wir Mori. Er war verwirrt und zappelte erst ein wenig. Die TA nahm ihn zu sich und tröstete und beruhigte ihn. Ich streichelte ihm beruhigend über seine flauschigen Ohren und er schlief langsam ein. Er bekam das letzte Medikamente und machte sich auf den Weg zu den anderen um gemeinsam mit ihnen auf der Wiese zu umherzuspringen und glücklich zu sein.


Wir wissen es war zu 100 Prozent die richtige Entscheidung.
Der Verlust schmerzt uns extrem und die Trauer ist einfach nicht in Worte zu fassen. Die leere in unserer Wohnung, in der wir nie ohne die Kleinen gelebt haben...Es ist plötzlich so still. Mein Tagesablauf ist plötzlich so leer, da ich sie immer jeden Tag 2-5 mal gepflegt habe. Wahrscheinlich bin ich deswegen permanent am rumräumen und arbeiten. Ich kann es noch nicht ertragen still zu sitzen oder nichts zu tun. Dann werde ich unsagbar traurig und fange an zu weinen ...menschliche Gesellschaft ertrag ich irgendwie auch noch nicht, außer von Stefan, der dasselbe innerlich durchmacht.



Unsere kleinen Engel fehlen uns und wir vermissen sie sehr. Es wir dauern bis wir das Geschehene verarbeitet haben.





"Begleitet mich dahin, wohin ich gehen muss.
Nur - bitte bleibt bei mir bis zum Schluss.
Und haltet mich fest und redet mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh.


Mit der Zeit - ich bin sicher - werdet ihr es wissen,
es war eure Liebe, die ihr mir erwiesen.
Vertrauendes Kuscheln ein letztes Mal.
Ihr habt mich befreit von Schmerz und Qual."


"Wer die Liebe kennt, weiß was wir verloren haben."


Eure Ranmaru




Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 10.09.2019
Beiträge: 628
Manu1978 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2020, 09:53

Das tut mir unendlich leid mein Beileid
ihr hab alles möglich getan und ich bewundere dich viele hätten schon lange aufgegeben

Die süßen hatten bei dir sicher ein schönes Leben mit viel Liebe erfahren dürfen fühl dich ganz fest gedrückt

Wünsche dir alles gute

Mein herzliches Beileid
Lg.Manu




Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 19.05.2020
Beiträge: 629
Tintenherz befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2020, 11:08

Das tut mir wahnsinnig leid für euch. Ich binir sicher, die Entscheidung war richtig. Ganz viel Kraft für die nächste Zeit wünsche ich euch.
Liebe Grüße




Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2020, 11:47

Mein Beileid!


Wenn alle Tiere von jetzt auf gleich nicht mehr da sind, finde ich das besonders schlimm. Und ich kann auch gut nachvollziehen, dass Du Dich durch Arbeit und Putzen ablenken willst. Irgendwann wird der Schmerz nachlassen und ihr könnt an die schönen Zeiten zurück denken.



Vielleicht ziehen aber bald auch neue Kaninchen ein, die euch über den Verlust hinweg helfen. Sie können eure 3 Schätze nicht ersetzen, aber sie können euch ablenken, auf andere Gedanken bringen.



Ich wünsche euch ganz viel Kraft für diese schwere Zeit!




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 28.06.2020
Beiträge: 52
Sannchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2020, 13:19

Beim lesen Deiner Zeilen hatte ich einen dicken Klops im Hals.

Du hast Deinen 3 bis zur letzten Sekunde alles gegeben....und gerade deshalb tut es jetzt so verdammt weh....bis irgendwann der Tag kommt, wo Du genau darin Trost findest....in der Tatsache, alles getan zu haben.

Ich kann gut verstehen, dass die Stille so laut ist und die Leere so voll......voll mit Erinnerungen.

Ich habe in kurzer Zeit meinen Mann und meinen Hund an den Tod verloren....der Schmerz vergeht.....Narben bleiben.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und eine starke Schulter.

Suse




Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2020, 23:03

Mein Beileid!
Auch ich schicke Dir Kraft für die schwere Zeit...
Ihr habt richtig entschieden FÜR Eure Liebsten.



Antwort



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