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Weibchenkastration - Pro, Contra & Erfahrungen auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von Polly8
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.11.2016
Beiträge: 812
Polly8 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 14:06

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Auch eine Rammlerkastration könnte man als indikationslos bezeichnen. Schließlich könnte man ja statt dessen auch die Häsinnen kastrieren. Die Rammler sind auch von Hormonmangel betroffen. Warum stehst du der Rammlerkastration nicht ebenso kritisch gegenüber?

Ich bin ja kein Gegener von Kastration im Allgemeinen.
Aber sie sollte nur an Tieren durchgeführt werden, wo es eine klare Indikation gibt.


Und warum ich bei der Haltung eines Pärchens den Rammler kastrieren lasse und nicht die Häsin liegt ja wohl auf der Hand und muss ich hier nicht näher erläutern.


Von den ganz allgemeinen Risiken der wesentlich größeren OP, mit Problemen hinterher die Temperatur selbstständig halten zu können, Schmerzen, kein eigenständiges Fressen, Notwendigkeit einen Body zu tragen usw und ist die Kastration des Rammlers in der Gesamtgemengelage eben das kleinste Übel, denn über die Nachteile einen intakten Rammler mit einer kastrierten Häsin zusammen zu halten wurde hier ja ebenfalls schon genügend geschrieben.


Da ein intakter Rammler aber auch nicht mit anderen Rammlern zusammen gehalten werden kann, selbst dann nicht, wenn weit und breit keine Häsinnen in Riechweite sind, liegt hier eine ganz klare Indikation zur Kastration vor um ein artgerechtes Leben führen zu können.




Benutzerbild von dangerschaf
Kaninchen
 
Registriert seit: 16.05.2014
Beiträge: 20.618
dangerschaf befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 14:35

Zitat:
Zitat von Polly8 Beitrag anzeigen
Da ein intakter Rammler aber auch nicht mit anderen Rammlern zusammen gehalten werden kann, selbst dann nicht, wenn weit und breit keine Häsinnen in Riechweite sind, liegt hier eine ganz klare Indikation zur Kastration vor um ein artgerechtes Leben führen zu können.
Dafür gibt es aber auch Gegenbeispiele.



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Benutzerbild von Lupine
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Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 19.01.2021, 14:47

Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf diesem Niveau weiter zu schreiben. Auf die Pferde bezogen hattest du ursprünglich keine Bedingungen genannt für die Aussage, Hengste könnten nicht zusammen gehalten werden, dann kam die Anmerkung, du gingest von "realistischen Bedingungen" aus, plötzlich müssen dann Stuten in der Nähe sein (die im Übrigen auch nicht zwangsläufig zum Streit zwischen Hengsten führen, so lange sie nicht rossig sind - sonst hätten Thor und Tristan ihre nebeneinander liegenden Boxen sicherlich kurz und klein geschlagen bei den vielen Stuten die vor ihrer Stalltür her geführt wurden...)... wie gesagt, off topic.

Was deine Reaktion auf die Züchter betrifft: Ich hatte dich aufgefordert, selbst Kontakt zu entsprechend dein Wohlwollen findenden Züchtern aufzunehmen, und dort nachzufragen. Ich kenne deinen Anforderungskatalog nämlich nicht.



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Benutzerbild von Polly8
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.11.2016
Beiträge: 812
Polly8 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 15:01

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf diesem Niveau weiter zu schreiben.

Dann sind wir uns ja einig.


Finde diese Haarspalterei in ellenlangen Threads, wo aber dies und jenes angeblich funktioniert , nur um vom eigentlichen Thema abzulenken auch äusserst mühsam.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 17.10.2017
Beiträge: 226
Remus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 14:50

Zitat:
Zitat von dangerschaf Beitrag anzeigen
Dafür gibt es aber auch Gegenbeispiele.
Naja.. wird hier im Forum nicht immer von allen Seiten gepredigt, dass man, wenn man zwei Rammler hält, beide unbedingt kastrieren lassen sollte, da es sich sonst wie eine tickende Zeitbombe verhält?

Klar KANN es eine Zeit lang gut gehen, Clemens lebte auch als er noch nicht bei mir war 4 Jahre friedlich mit seinem ebenfalls unkastriert Bruder zusammen, bis dieser meinte ihn so lange berammeln zu müssen, bis er seine Hinterbeine komplett hinter sich herzog. Das Ende vom Lied: Schäden an der Wirbelsäule und an mehreren Bandscheiben.

Nach dem Motto „gibt ja genug Gegenbeispiele, wo unkastriert Rammler gut miteinander auskommen“ müsste man ja keinem Halter empfehlen, diese zu kastrieren, es könnte ja auch so funktionieren.



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Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 19.01.2021, 15:02

Zitat:
Zitat von Remus Beitrag anzeigen
Naja.. wird hier im Forum nicht immer von allen Seiten gepredigt, dass man, wenn man zwei Rammler hält, beide unbedingt kastrieren lassen sollte, da es sich sonst wie eine tickende Zeitbombe verhält?

...
Ja, das wird es, und auch aus gutem Grund. Es ist tatsächlich für Otto-Normal-Halter ganz und gar nicht empfehlenswert, weil es ein sehr hohes Risiko birgt. Nur wenn eine Kastration (noch) nicht durchgeführt werden kann (gesundheitliche Gründe) oder soll (Einsatz als Zuchttier), kann ein sehr erfahrener Halter (ausreichend Kenntnisse in der Beurteilung von Körpersprache!) trotzdem eine Gruppenhaltung wagen.

Hierfür gibt es strenge Voraussetzungen in Bezug auf Platz, Beschäftigung und vor allem Charakter.

Dass es nicht empfehlenswert ist, ohne zwingenden Grund auf die Rammlerkastration zu verzichten, steht außer Frage. Allerdings ist die pauschale Aussage, es sei unmöglich unkastrierte Rammler zusammen zu halten, falsch. Es gibt eben durchaus diese Ausnahmefälle. "Es geht nicht" ist eine falsche Aussage. "Lass die Finger davon, das Risiko ist immens" ist dagegen eine richtige Aussage.



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Registriert seit: 16.05.2014
Beiträge: 20.618
dangerschaf befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 15:10

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ja, das wird es, und auch aus gutem Grund. Es ist tatsächlich für Otto-Normal-Halter ganz und gar nicht empfehlenswert, weil es ein sehr hohes Risiko birgt. Nur wenn eine Kastration (noch) nicht durchgeführt werden kann (gesundheitliche Gründe) oder soll (Einsatz als Zuchttier), kann ein sehr erfahrener Halter (ausreichend Kenntnisse in der Beurteilung von Körpersprache!) trotzdem eine Gruppenhaltung wagen.

Hierfür gibt es strenge Voraussetzungen in Bezug auf Platz, Beschäftigung und vor allem Charakter.

Dass es nicht empfehlenswert ist, ohne zwingenden Grund auf die Rammlerkastration zu verzichten, steht außer Frage. Allerdings ist die pauschale Aussage, es sei unmöglich unkastrierte Rammler zusammen zu halten, falsch. Es gibt eben durchaus diese Ausnahmefälle. "Es geht nicht" ist eine falsche Aussage. "Lass die Finger davon, das Risiko ist immens" ist dagegen eine richtige Aussage.
Das meinte ich
Ging mir hier auch lediglich um Zuchtsituationen und NICHT um Kuschelkaninchenhalter!

Und schon gar nicht, habe ich von der Haltung zweier unkastrierter Rammler gesprochen!

Es war lediglich der Hinweis, dass es Zuchtrammler gibt, die in Gruppen mit kastrieren Rammlern gehalten werden, siehe z.B. AngoraAngy



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Registriert seit: 14.11.2016
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Polly8 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 15:11

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ja, das wird es, und auch aus gutem Grund. Es ist tatsächlich für Otto-Normal-Halter ganz und gar nicht empfehlenswert, weil es ein sehr hohes Risiko birgt. Nur wenn eine Kastration (noch) nicht durchgeführt werden kann (gesundheitliche Gründe) oder soll (Einsatz als Zuchttier), kann ein sehr erfahrener Halter (ausreichend Kenntnisse in der Beurteilung von Körpersprache!) trotzdem eine Gruppenhaltung wagen.



Genau das gleiche gilt eben auch für Hengste.
Für Otto-Normal-Halter unter realistischen Bedingungen, was Platz und Stuten in der Nähe angeht, ist es absolut nicht empfehlenswert diesen Versuch zu wagen.
Selbst ohne Stuten in der Nähe klappt das in der Regel nicht und wird auch seltenst überhaupt versucht.
Für Boxenhaltung benachbarter Hengste gilt das gleiche wie für Buchtenhaltung.
Davon auf natürliche Verhaltensweisen zu schließen finde ich armselig.
Und diese seltenen Beispiele, wo es von Experten versucht wird, als Beweis anzuführen, dass es problemlos funktionieren würde empfinde ich als ablenkende Haarspalterei deinerseits.


Hierfür gibt es strenge Voraussetzungen in Bezug auf Platz, Beschäftigung und vor allem Charakter.

Dass es nicht empfehlenswert ist, ohne zwingenden Grund auf die Rammlerkastration zu verzichten, steht außer Frage. Allerdings ist die pauschale Aussage, es sei unmöglich unkastrierte Rammler zusammen zu halten, falsch. Es gibt eben durchaus diese Ausnahmefälle. "Es geht nicht" ist eine falsche Aussage. "Lass die Finger davon, das Risiko ist immens" ist dagegen eine richtige Aussage.

Vielleicht willst du auch unbedingt falsch lesen was ich schreibe.




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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.11.2016
Beiträge: 812
Polly8 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 15:16

Und bzgl meiner Frage an Lauri, ob sie auf Wunsch eines Besitzers auch einem gesunden Hund die Milz entfernen würde um einem späteren Milztumor vorzubeugen würde ich mich über weitere Meinungen hierzu freuen.




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Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 19.01.2021, 15:30

Ich habe mir gerade spontan mal hauskaninchen.com herausgegriffen, habe leider momentan nicht die Zeit für alle angegebenen Seiten.

Bei hauskaninchen.com fallen zwei Dinge ins Auge. Punkt 1 ist, dass zwar die geschlechtsinternen Rangordnungen herausgestellt werden, eine geschlechtspbergreifende Rangordnung aber nicht verneint wird, sondern im Gegenteil dieAussage zu finden ist: "Innerhalb der Gruppe herrscht eine strikte Rangordnung." Als Gruppe wurde zuvor definiert: "
Kaninchen bilden unter natürlichen Bedingungen große Kolonien, wobei Hunderte in enger Nachbarschaft leben können. Innerhalb dieser großen Gruppen finden sich im Frühjahr Kleingruppen von bis 10 Tieren zusammen, welche eine soziale Einheit bilden und ein gemeinsames Territorium mit Erdhöhle verteidigt.". Dazu muss ich mir bei Gelegenheit die Ursprungsquellen näher ansehen.

Punkt 2 ist die klare Aussage: "Gruppenfremde Kaninchen werden immer angegriffen, ungeachtet des Geschlechtes."

Wenn das Geschlecht nicht maßgeblich für den Angriff ist, würde eine Kastration - selbst dann, wenn sie das Erkennen des Geschlechtes erschweren würde - irrelevant sein.

Darüber hinaus heißt es: "Mit dem Beginn des Frühjahrs besetzen die Weibchen, insbesondere solche, die schon einmal Junge aufgezogen haben, die Baue. Sobald ein Bau gewählt wurde, beginnen andere Kaninchen damit, in den Bau zu schlüpfen oder sich in dessen Nähe aufzuhalten. Anfangs werden sie vom Weibchen vertrieben, mit der Zeit wird jedoch eine bestimmte Anzahl von Tieren geduldet. Dadurch bilden sich Gruppen... "

Folgt man diesen Aussagen, ist eine völlig unspektakuläre Vergesellschaftung eher kein natürliches Verhalten (möglicherweise aber ein Hinweis darauf, dass insbesondere die Häsin eher nicht-dominant ist).

"Jagen sich zwei Kaninchen, aufgrund eines Konfliktes oder aus sexuellem Interesse, greift der ranghöchste Rammler ein und beendet die Jagd (Lehmann 1991). "

Übrigens genau das Verhalten, was ich dir zuvor von Leo beschrieben habe. Trotz Kastration.

Alle verwendeten Zitate stammen von: http://www.hauskaninchen.com/Seiten/Wildkaninchen/Verhalten.html



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.11.2016
Beiträge: 812
Polly8 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 15:47

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ich habe mir gerade spontan mal hauskaninchen.com herausgegriffen, habe leider momentan nicht die Zeit für alle angegebenen Seiten.

Bei hauskaninchen.com fallen zwei Dinge ins Auge. Punkt 1 ist, dass zwar die geschlechtsinternen Rangordnungen herausgestellt werden, eine geschlechtspbergreifende Rangordnung aber nicht verneint wird, sondern im Gegenteil dieAussage zu finden ist: "Innerhalb der Gruppe herrscht eine strikte Rangordnung." Als Gruppe wurde zuvor definiert: "
Kaninchen bilden unter natürlichen Bedingungen große Kolonien, wobei Hunderte in enger Nachbarschaft leben können. Innerhalb dieser großen Gruppen finden sich im Frühjahr Kleingruppen von bis 10 Tieren zusammen, welche eine soziale Einheit bilden und ein gemeinsames Territorium mit Erdhöhle verteidigt.". Dazu muss ich mir bei Gelegenheit die Ursprungsquellen näher ansehen.

Punkt 2 ist die klare Aussage: "Gruppenfremde Kaninchen werden immer angegriffen, ungeachtet des Geschlechtes."

Wenn das Geschlecht nicht maßgeblich für den Angriff ist, würde eine Kastration - selbst dann, wenn sie das Erkennen des Geschlechtes erschweren würde - irrelevant sein.

Darüber hinaus heißt es: "Mit dem Beginn des Frühjahrs besetzen die Weibchen, insbesondere solche, die schon einmal Junge aufgezogen haben, die Baue. Sobald ein Bau gewählt wurde, beginnen andere Kaninchen damit, in den Bau zu schlüpfen oder sich in dessen Nähe aufzuhalten. Anfangs werden sie vom Weibchen vertrieben, mit der Zeit wird jedoch eine bestimmte Anzahl von Tieren geduldet. Dadurch bilden sich Gruppen... "

Folgt man diesen Aussagen, ist eine völlig unspektakuläre Vergesellschaftung eher kein natürliches Verhalten (möglicherweise aber ein Hinweis darauf, dass insbesondere die Häsin eher nicht-dominant ist).

"Jagen sich zwei Kaninchen, aufgrund eines Konfliktes oder aus sexuellem Interesse, greift der ranghöchste Rammler ein und beendet die Jagd (Lehmann 1991). "

Übrigens genau das Verhalten, was ich dir zuvor von Leo beschrieben habe. Trotz Kastration.

Alle verwendeten Zitate stammen von: http://www.hauskaninchen.com/Seiten/Wildkaninchen/Verhalten.html

"Bei dem Prozeß der Gruppenbildung verhalten sich Weibchen gegenüber anderen Weibchen aggressiv und Männchen gegenüber anderen Männchen aggressiv (Leicht 1979)"


"Die Rangordnung ist jeweils geschlechtsgebunden (Myers und Poole 1961)"



ebenfalls Zitate von hauskaninchen.com




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Kaninchenfreund
 
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Beiträge: 812
Polly8 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 15:58

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen

Bei hauskaninchen.com fallen zwei Dinge ins Auge. Punkt 1 ist, dass zwar die geschlechtsinternen Rangordnungen herausgestellt werden, eine geschlechtspbergreifende Rangordnung aber nicht verneint wird, sondern im Gegenteil dieAussage zu finden ist: "Innerhalb der Gruppe herrscht eine strikte Rangordnung." Als Gruppe wurde zuvor definiert: "
Kaninchen bilden unter natürlichen Bedingungen große Kolonien, wobei Hunderte in enger Nachbarschaft leben können. Innerhalb dieser großen Gruppen finden sich im Frühjahr Kleingruppen von bis 10 Tieren zusammen, welche eine soziale Einheit bilden und ein gemeinsames Territorium mit Erdhöhle verteidigt.". Dazu muss ich mir bei Gelegenheit die Ursprungsquellen näher ansehen.

Punkt 2 ist die klare Aussage: "Gruppenfremde Kaninchen werden immer angegriffen, ungeachtet des Geschlechtes."


Woraus genau liest du, dass sie immer angegriffen werden?
Ich lese hier, dass die KleinGruppen sich jedes Frühjahr neu zusamensetzen insofern VGs für Kaninchen nichts ungewöhnliches sind.




Wenn das Geschlecht nicht maßgeblich für den Angriff ist, würde eine Kastration - selbst dann, wenn sie das Erkennen des Geschlechtes erschweren würde - irrelevant sein.



Das Geschlecht ist eben doch maßgeblich


Darüber hinaus heißt es: "Mit dem Beginn des Frühjahrs besetzen die Weibchen, insbesondere solche, die schon einmal Junge aufgezogen haben, die Baue. Sobald ein Bau gewählt wurde, beginnen andere Kaninchen damit, in den Bau zu schlüpfen oder sich in dessen Nähe aufzuhalten. Anfangs werden sie vom Weibchen vertrieben, mit der Zeit wird jedoch eine bestimmte Anzahl von Tieren geduldet. Dadurch bilden sich Gruppen... "

Folgt man diesen Aussagen, ist eine völlig unspektakuläre Vergesellschaftung eher kein natürliches Verhalten (möglicherweise aber ein Hinweis darauf, dass insbesondere die Häsin eher nicht-dominant ist).





"Jagen sich zwei Kaninchen, aufgrund eines Konfliktes oder aus sexuellem Interesse, greift der ranghöchste Rammler ein und beendet die Jagd (Lehmann 1991). "

Übrigens genau das Verhalten, was ich dir zuvor von Leo beschrieben habe. Trotz Kastration.

Alle verwendeten Zitate stammen von: http://www.hauskaninchen.com/Seiten/Wildkaninchen/Verhalten.html

Du liest sehr selektiv, was du lesen möchtest.
Es wird mehrfach darauf eingangen, dass es eine geschlechtsgebundene Rangordnung zwischen den Männchen und den Weibchen gibt aber nirgendwo , dass es eine unter gegengeschlechtlichen Tieren gäbe.
Wenn für dich das Gegenteil bedeutet, dass es nicht nochmal extra ausdrücklich verneint wird finde ich das eine sehr seltsame Art der Interpretation.
"Die Erde ist eine Kugel " bedeutet also nicht, dass sie keine Scheibe ist solange da nicht ausdrücklich dahinter seht "und die Erde ist keine Scheibe".
Demnach müssen wohl etliche , wenn nicht fast alle wissenschaftlichen Texte grundlegend überarbeitet werden.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 17.10.2017
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Remus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 18:17

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Ja, das wird es, und auch aus gutem Grund. Es ist tatsächlich für Otto-Normal-Halter ganz und gar nicht empfehlenswert, weil es ein sehr hohes Risiko birgt. Nur wenn eine Kastration (noch) nicht durchgeführt werden kann (gesundheitliche Gründe) oder soll (Einsatz als Zuchttier), kann ein sehr erfahrener Halter (ausreichend Kenntnisse in der Beurteilung von Körpersprache!) trotzdem eine Gruppenhaltung wagen.

Hierfür gibt es strenge Voraussetzungen in Bezug auf Platz, Beschäftigung und vor allem Charakter.

Dass es nicht empfehlenswert ist, ohne zwingenden Grund auf die Rammlerkastration zu verzichten, steht außer Frage. Allerdings ist die pauschale Aussage, es sei unmöglich unkastrierte Rammler zusammen zu halten, falsch. Es gibt eben durchaus diese Ausnahmefälle. "Es geht nicht" ist eine falsche Aussage. "Lass die Finger davon, das Risiko ist immens" ist dagegen eine richtige Aussage.
Sollten wir hier aber wirklich um Ausnahmefälle diskutieren?
Ich verstehe deinen Punkt, allerdings erscheint mir auch das als wenig Zielführend.

Mir ist leider kein Züchter bekannt, der intakte Rammler zusammen hält, ich kenne nur welche, die ihre Zuchtrammler entweder zusammen mit kastrierten Häsinen halten oder mit einem (Früh-)Kastrierten, recht unterwürfigen Rammler. Vermutlich einfach aus dem Grund, dass es eine sicherere Gruppenkonstellation ist, als alle Zuchtrammler zusammenzusetzen, da dies ja auch Gefahren und ggf. Geldverlust (entweder beim Tierarzt oder der Verlust eines der Tiere) bedeuten kann.
Aber vielleicht gibt es diese Haltungsform auch, ausschließen möchte ich das nicht.


Zitat:
Zitat von Dangerschaf
Das meinte ich
Ging mir hier auch lediglich um Zuchtsituationen und NICHT um Kuschelkaninchenhalter!

Und schon gar nicht, habe ich von der Haltung zweier unkastrierter Rammler gesprochen!

Es war lediglich der Hinweis, dass es Zuchtrammler gibt, die in Gruppen mit kastrieren Rammlern gehalten werden, siehe z.B. AngoraAngy
Dann haben wir wohl aneinander vorbeigesprochen.
Wie ich aus dem Zitat in deiner Antwort herauslesen kann, ging es Polly darum, dass man keinen intakten, also unkastrierten Rammler, mit einem anderen zusammenhalten kann/sollte.
Von der vorherigen Diskussion über die Hengste ging ich nun davon aus, dass es sich hierbei auch um zwei unkastrierte Tiere handelt.

Wie bereits oben geschrieben ist es mir bekannt, dass man einen Kastraten durchaus mit einem intakten Rammler halten kann und ich finde es begrüßenswert, dass immer mehr Züchter umdenken und auch die Zuchtrammler, die sonst vereinsamen, ihren Anschluss finden.
Auch AngoraAngys Haltungsform ist mir durchaus bekannt




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Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
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Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 19.01.2021, 21:17

Zitat:
Zitat von Remus Beitrag anzeigen
Sollten wir hier aber wirklich um Ausnahmefälle diskutieren?
Ich verstehe deinen Punkt, allerdings erscheint mir auch das als wenig Zielführend.

...
Es ist schwer zu sagen, ob das zielführend ist oder nicht. Das kommt auf die Gedankengänge des Einzelnen an. Grundsätzlich bin ich dafür, so präzise wie möglich zu sein und eben nicht zu sagen: "Das ist unmöglich.", sondern statt dessen: "Das ist extrem risikobehaftet und kann deshalb absolut nicht empfohlen werden."

Sonst kommt nämlich einer an und hat einen Bekannten wie Polly8 auch, und sagt zu Recht: "Das ist falsch, was ihr da sagt! Und ich kann es beweisen weil ich jemanden kenne bei dem es klappt!" Derjenige wird in diesem Fall wohl kaum Vertrauen in weitere Aussagen derselben Person zu ähnlichen Themen entwickeln, wenn er einen einmal bei solch einer "Falschaussage" erwischt hat.



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Honeymouse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.01.2021, 16:29

Ich werf mal eine Studie zur Sichtbarkeit von pathologischer Uterusveränderungen beim Röntgen und Sonographie ein. Ich hab mir allerdings gerade lediglich die Zusammenfassung durchgelesen, fand aber den Punkt spannend, wo es um die Darstellbarkeit geht. Dort steht, dass der Uterusbereich von 130 Kaninchen beim Röntgen sichtbar war, und davon gut 3/4 eine auffällige pathohistologische Untersuchung hatten (S. 122).

Quelle: https://elib.tiho-hannover.de/receive/tiho_mods_00000092?fbclid=IwAR0uVjCKOoMcrFlhBfZhCC QWEjj9iXNTkFtKDJuqiPVwe-mrYssvAkOdFFg



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GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten.
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Kaninchenfreund
 
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Beiträge: 812
Polly8 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.01.2021, 14:57

Zitat:
Zitat von dangerschaf Beitrag anzeigen
Dafür gibt es aber auch Gegenbeispiele.

Stimmt eine Kollegin von mir hält 2 unkastrierte Rammler zusammen.
In einem herrkömmlichen Kaufstall.
Seit 8 Jahren. Denke aber nicht, dass solche Ausnahmen jetzt hier als Beispiel dienen sollten.



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