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Weibchenkastration - Pro, Contra & Erfahrungen auf Kaninchen Forum

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 18.12.2019
Beiträge: 38
usagisnap befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 15:35

Ich beschäftige mich seit Tagen nun auch vermehrt mit dem Thema Weibchenkastration, vor allem, weil meine Häsin bereits einen Termin dazu hat (ist bei ihr leider medizinisch notwendig)

Die neue Tierärztin, bei der wir sind hat sehr gute Erfahrung in dem Bereich und ist auch der Ansicht, dass Weibchenkastrationen unbedingt notwendig sind, weil Kaninchen ja von Natur aus auf Vermehrung eingestellt sind und es deswegen Stress für sie bedeutet, wenn sie diesem Drang nicht nachkommen können...bin mir nicht so recht sicher, was ich von dieser Aussage halten soll

Neben anderen Problemchen hat sie auch gemeint, dass dies der Grund ist, warum sich unser Weibchen mit dem Neuen (kastriert) nach 2 Wochen kuscheln plötzlich zerstritten hat, weil er bei ihren "Bedürfnissen nach Vermehrung" nicht helfen konnte

Was haltet ihr von solchen Aussagen? :/

Mir kamen sie etwas seltsam vor, da mein Weibchen die letzten Jahre völlig friedlich mit einem Kastraten zusammengelebt hat, ohne "gestresst durch Hormone" zu wirken...und ich glaube ohne medizinische Notwendigkeit würde ich sie allein deshalb wohl nicht kastrieren lassen




Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 16:39

Zitat:
Zitat von usagisnap Beitrag anzeigen
Ich beschäftige mich seit Tagen nun auch vermehrt mit dem Thema Weibchenkastration, vor allem, weil meine Häsin bereits einen Termin dazu hat (ist bei ihr leider medizinisch notwendig)

Die neue Tierärztin, bei der wir sind hat sehr gute Erfahrung in dem Bereich und ist auch der Ansicht, dass Weibchenkastrationen unbedingt notwendig sind, weil Kaninchen ja von Natur aus auf Vermehrung eingestellt sind und es deswegen Stress für sie bedeutet, wenn sie diesem Drang nicht nachkommen können...bin mir nicht so recht sicher, was ich von dieser Aussage halten soll

Neben anderen Problemchen hat sie auch gemeint, dass dies der Grund ist, warum sich unser Weibchen mit dem Neuen (kastriert) nach 2 Wochen kuscheln plötzlich zerstritten hat, weil er bei ihren "Bedürfnissen nach Vermehrung" nicht helfen konnte

Was haltet ihr von solchen Aussagen? :/

Mir kamen sie etwas seltsam vor, da mein Weibchen die letzten Jahre völlig friedlich mit einem Kastraten zusammengelebt hat, ohne "gestresst durch Hormone" zu wirken...und ich glaube ohne medizinische Notwendigkeit würde ich sie allein deshalb wohl nicht kastrieren lassen
Solche Aussagen finde ich sehr fragwürdig.

„Auf Vermehrung eingestellt“ sind alle Tiere, auch wir Menschen, und zumindest bei uns würde niemand auf die Idee kommen, diese Gefühle als „Stress“ zu bezeichnen oder gar zur Kastra zu raten, dabei wäre es auf unserer Welt bestimmt deutlich friedlicher, wären wir alle derart ruhig gestellt...

Und Gründe für Streit unter Kaninchen gibt es hunderte, auch Kastraten können sich blutig beißen.

Kastra aus medizinischer Notwendigkeit muss sein, ich kann auch verstehen, wenn jemand wegen schlechter Erfahrungen prophylaktisch kastrieren lässt, aber dieses Gleichsetzen von ganz natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen mit Stress und der Glaube, dass eine Kastra alle Probleme löst, will mir nicht in den Kopf.




Benutzerbild von crazy curry
Kaninchen
 
Registriert seit: 13.05.2013
Beiträge: 9.398
crazy curry befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 19:21

Zitat:
Zitat von Diabi Beitrag anzeigen
Solche Aussagen finde ich sehr fragwürdig.

„Auf Vermehrung eingestellt“ sind alle Tiere, auch wir Menschen, und zumindest bei uns würde niemand auf die Idee kommen, diese Gefühle als „Stress“ zu bezeichnen oder gar zur Kastra zu raten, dabei wäre es auf unserer Welt bestimmt deutlich friedlicher, wären wir alle derart ruhig gestellt...

Und Gründe für Streit unter Kaninchen gibt es hunderte, auch Kastraten können sich blutig beißen.

Kastra aus medizinischer Notwendigkeit muss sein, ich kann auch verstehen, wenn jemand wegen schlechter Erfahrungen prophylaktisch kastrieren lässt, aber dieses Gleichsetzen von ganz natürlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen mit Stress und der Glaube, dass eine Kastra alle Probleme löst, will mir nicht in den Kopf.
Na ja, die Ärztin hat schon recht. Katzen werden rollig, Hunde läufig. Es ist dann schon Stress, weil sie dann regelrecht auf sich aufmerksam machen müssen um gedeckt zu werden. Nicht umsonst werden auch diese Tiere kastriert. Auch bei ihnen besteht die erhöhte Gefahr von Mamatumoren oder Gebärmutterkrebs, sollten sie nicht kastriert werden.



__________________
Liebe Grüße Heike



Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 22.12.2018
Beiträge: 634
Tamou befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 20:35

Zitat:
Zitat von crazy curry Beitrag anzeigen
Na ja, die Ärztin hat schon recht. Katzen werden rollig, Hunde läufig. Es ist dann schon Stress, weil sie dann regelrecht auf sich aufmerksam machen müssen um gedeckt zu werden. Nicht umsonst werden auch diese Tiere kastriert. Auch bei ihnen besteht die erhöhte Gefahr von Mamatumoren oder Gebärmutterkrebs, sollten sie nicht kastriert werden.
Wobei das bei "Raubtierrn" ja sogar noch geht. Für die, bspw Wölfe/Hunde ist es normal, dass sie sich unter Umständen gar nicht fortpflanzen. Im Wolfsrudel gilt das zB für die rangniederen Tiere.

Kaninchen sind als Beutetiere da natürlich mehr auf möglichst schnell möglichst viel Nachwuchs von der Natur vorgesehen. Das könnte dann neben Stress/psychisch also auch rein physisch die Probleme verursachen. Alles läuft bei der Häsin hormonell auf Hochtouren und schließt dann aber nie wie von der Natur mehrfach im Jahr vorgesehen ab.
Aber um mir da ein Urteil zu bilden, fehlen mir Zahlen. Fraglich ist auch, ob es denn tatsächlich seltener zu Gebärmutterproblemen kommen würde, wenn die Häsinnen ihr Leben lang häufig Nachwuchs bekommen (von dann möglichen anderen Problemen ganz abgesehen).

Aber Fakt ist wohl, dass es bei Häsinnen leider zu häufig zu Gebärmutterveränderungen kommt, warum ist dann fast egal. Daher machen wir uns ja überhaupt die Gedanken, wie frühzeitig oder ob man lieber an eine Kastra denken sollte.



__________________
Viele Grüße, Susanne



Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.01.2020, 20:35

Zitat:
Zitat von crazy curry Beitrag anzeigen
Na ja, die Ärztin hat schon recht. Katzen werden rollig, Hunde läufig. Es ist dann schon Stress, weil sie dann regelrecht auf sich aufmerksam machen müssen um gedeckt zu werden. Nicht umsonst werden auch diese Tiere kastriert. Auch bei ihnen besteht die erhöhte Gefahr von Mamatumoren oder Gebärmutterkrebs, sollten sie nicht kastriert werden.
Ist das bei uns denn anders, wenn sich die Mädels in coole Outfits werfen oder die Herren mit dicken Autos posen? Ich glaube aber nicht, dass dies irgendein Mensch als Stress bezeichnen würde...

Und was die Krebsgefahr betrifft, so gibt es auch bei Hund und Katze Widerspruch, sowohl was die Glaubwürdigkeit der Studien zum Ausmaß der erhöhten Gefahr von Gebärmutterkrebs betrifft, als auch in Hinblick auf Nebenwirkungen durch die OP bzw. die erhöhte Gefahr anderweitiger Krebserkrankungen nach bzw begünstigt durch die Kastration.

Ich denke, dass man zum Für und Wider einfach noch nicht genug weiß, deswegen halte ich auch jegliche einseitigen Beratungen für problematisch: jeder muss seine Entscheidung selbst treffen, sollte dabei aber auch alle Meinungen abwägen können.



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