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EC Diskussion auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von Kaninchenherz28
Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 1.476
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.05.2019, 12:38

EC Diskussion


Hi Leute,

ich bin jemand, der sich oft über Dinge gedanken macht, auch wenn sie mich nicht betreffen (zumindest noch nicht). Ich möchte euch einladen, hier mit mir zu diskutieren:

1.) Wenn man wissentlich ein EC-Träger-Tier hat und es vergesellschaften muss, ist es dann wirklich richtig, ein Tier aufzunehmen, das den Erreger möglicherweise noch nicht in sich trägt? Klar kann es sich überall anstecken, aber setzt man dann nicht ein gesundes Tier einem unnötigen Risiko aus? Wäre es nicht besser, wenn infizierte Tiere unter sich bleiben und jene, die EC nicht tragen, auch keinen Kontakt zu Trägern haben?

2.) Wie aussagekräftig ist die Titerbestimmung tatsächlich? Damit meine ich, stimmt das Ergebnis immer oder gibt es oft Fehlbestimmungen?

3.) Noch gibt es keinen Impfstoff gegen EC, aber könnte man theoretisch einen entwickeln?

4.) Nachdem EC eine Zoonose ist, die zum Beispiel auch auf Meerschweinchen übertragen werden kann, dürfte jemand mit EC-Tieren dann (aus rein ethischen Gründen) keine Meerschweinchen/Hamster/Mäuse aufnehmen?

5.) Bei manchen Tieren bricht EC aus, bei manchen nicht - von welchen Faktoren hängt das ab? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dabei nur Stress / das Immunsystem eine Rolle spielt, Snoopy war deutlich robuster gegen Krankheiten als Felix, der ständig etwas hat, und trotzdem hatte Snoopy einen Ausbruch und Felix noch nie... Gibt es Studien dazu? Gibt es möglicherweise eine genetische Veranlagung, die eine Rolle spielt?

Nun ein paar Fragen bezüglich EC in der Kaninchenzucht:

6.) Verantwortungsvolle Züchter sollten sich ja einen EC-freien Bestand aufbauen, doch wie machen sie das? Gehen sie zu anderen Züchtern und lassen Proben von allen in Frage kommenden Kaninchen untersuchen? Wie sollen sie ihren Bestand vor einer EC-Infektion schützen? Besucher auf Abstand halten? Was ist mit der Übertragung durch Wiese? Zudem nehmen verantwortungsvolle Züchter ihre Tiere ja auch zurück, was, wenn dieses EC hat? Eine extra EC-Gruppe machen? Doch so strenge Hygiene, dass die Erreger nicht übertragen werden, kann doch niemand halten...

Ich freue mich, wenn ihr eure Meinungen mit einbringt. Eigentlich wäre EC ja ein tolles Thema für eine VWA gewesen... tja, zu spät .



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Benutzerbild von Kaninchenherz28
Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 1.476
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2019, 14:15

Will hier wirklich niemand mit mir diskutieren? Schade...



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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 20.220
marinahexe hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Geschrieben am 12.05.2019, 18:59

Diskutieren möchte ich nicht, da fehlt mir die Zeit zu. Aber ich möchte Dir schreiben, wie ich es sehe/handhabe.


Wenn ich zu Hause nachweislich gesunde Tiere habe, würde ich keinen nachgewiesenen EC-Träger dazu setzen. Ist aber nie auf EC getestet worden, würde ich auch einen EC-Träger dazu setzen, da die meisten Tiere den Erreger in sich tragen. Ich habe 7 Tiere aus unterschiedlichen Notfällen, die nie getestet wurden. Ergo würde ich auch einen EC-Träger aufnehmen.


Ich hab in der Vergangenheit auch schon Tier mit EC-Ausbruch gehabt. Die jeweiligen Partnertiere haben sich rührend um die Kranken gekümmert, aber selbst nie einen Ausbruch gehabt.



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Benutzerbild von Kaninchenherz28
Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 1.476
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2019, 19:20

Danke für deine Meinung! Also würdest du auch nachweislich gesunde Tiere zu deinen EC-Trägern setzen?



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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 20.220
marinahexe hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Geschrieben am 12.05.2019, 19:34

Zitat:
Zitat von Kaninchenherz28 Beitrag anzeigen
Danke für deine Meinung! Also würdest du auch nachweislich gesunde Tiere zu deinen EC-Trägern setzen?



Nein, wenn sie nachweislich gesund sind, würde ich das nicht machen. Nur, wenn das bisher nicht getestet wurde.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 11.08.2018
Beiträge: 79
DW-Mama befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2019, 19:59

Das ist ein Thema wo sich die Meinungen sicher teilen.
Jedes Kaninchen ist EC Träger, solange das Immunsystem strak ist bricht es nicht aus.
Schwierige Frage ob man zu einem gesundem Tier einen nachweislich an EC erkranktes Tier dazu setzen würde?!

Solange das gesunde Tier ein starkes Immunsystem hat sollte eigentlich alles gut laufen und es sollten keine Probleme auftreten. Aber ich würde mit meinem Gewissen in Konflikt geraten falls irgendwann durch eine Situation der EC auch bei dem gesundem Tier ausbrechen würde, also nein! Wissentlich würde ich kein nachweislich an EC erkranktes Tier zu einem gesundem setzten.

Aber wie hier schon geschrieben wurde, mann kann in die Kaninchen nicht hinein sehen und sicher sitzen viele EC Kaninchen mit gesunden Tieren zusammen




Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 20.02.2019
Beiträge: 905
4Chaoten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2019, 20:40

Meine Tiere habe ich nie testen lassen, wenn ein Notfall war, habe ich den genommen bevor er irgendwo ausgesetzt wird.

Ich denke, sollte sich wirklich ein Notfall mit einem EC Träger ergeben, würde ich das gerade nicht komplett ausschließen.

Denn, ich gehe auch mal davon aus, dass fast alle Tiere den Erreger in sich tragen und soweit ich gelesen habe, gibt es keine 100%ige Methode das zu testen oder irre ich mich?

Hätte ich einen EC Träger, der ein Zuhause sucht und ich weiß, dass er EC hat, würde ich das auf jeden Fall erwähnen.




Benutzerbild von Kaninchenherz28
Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 1.476
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2019, 21:55

Ich denke, das Problem ist, dass eine Titerbestimmung bei den Tierheimtieren nicht aussagekräftig ist, weil sie durch den Kontakt zu den anderen Tierheimninchen infiziert werden könnten und diese Konstellationen nicht über einen Monat hinweg gleich bleiben (Titerbestimmung ist ab 28 Tagen spätestens aussagekräftig).

Weiß jemand von euch, ob man mittlerweile weiß, inwiefern EC durch die Luft übertragen wird?



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 20.02.2019
Beiträge: 905
4Chaoten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2019, 22:35

Ob Tierheim oder Züchter, wer bitte macht denn schon den Test???
Ich kenne keinen Züchter und kein Tierheim, die darauf testen.


Hinzu kommt, du nimmst ein Tier, läßt es testen, evtl dann negativ, aber habe auch schon von Fällen gelesen, wo der Test negativ ist und trotzdem bei einem Tier Ec oder Verdacht.
Genauso gibt es Ninis, wo der Titer hoch war, aber nix von Ec zu merken.


Deswegen gehe ich mit EC geduldig um, ich teste nicht, aber wenn es ausbricht, dann macht man alles, was gemacht werden muss




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 11.08.2018
Beiträge: 79
DW-Mama befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2019, 22:35

Das EC durch die Luft übertragen wird ist mir unbekannt, es wird durch die Ausscheidungen wie Urin und Kot der Tiere übertragen bzw. wenn die kranken Tiere auf Futter, Wiese Kot hinterlassen und das gesunde Tier von der Wiese oder dem Futter futtert steckt es sich an.

Ich halte es eher für unwahrscheinlich das es sich über Luft verbreitet aber ich glaube so genau weiß man das nicht?!



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Benutzerbild von crazy curry
Kaninchen
 
Registriert seit: 13.05.2013
Beiträge: 8.428
crazy curry befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2019, 08:41

Zitat:
Zitat von DW-Mama Beitrag anzeigen
Das EC durch die Luft übertragen wird ist mir unbekannt, es wird durch die Ausscheidungen wie Urin und Kot der Tiere übertragen bzw. wenn die kranken Tiere auf Futter, Wiese Kot hinterlassen und das gesunde Tier von der Wiese oder dem Futter futtert steckt es sich an.

Ich halte es eher für unwahrscheinlich das es sich über Luft verbreitet aber ich glaube so genau weiß man das nicht?!
Dann wäre jede Überlegung.was setzt ich zu wem, unnötig und da Zoonosen zu den Parasiten zählen, ist es sehr unwahrscheinlich.
Würmer fliegen auch nicht durch die Luft.



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Liebe Grüße Heike



Benutzerbild von Lara004
Kaninchen
 
Registriert seit: 08.03.2012
Beiträge: 3.049
Lara004 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2019, 10:24

Können wir vielleicht noch mal die Begrifflichkeit klären:

Eine Zoonose bezeichnet eine Infektionskrankheit, die von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragen werden kann. Ja, EC kann eine Zoonose sein

Die Parasiten, die EC auslösen sind allerdings Prozozoen (also tierische Einzeller) und damit ist es nicht möglich dagegen zu impfen. Impfungen wirken gegen Viren (und Ausnahmefällen Bakterien).

Da die Protozoen, die EC auslôsen, entfernt ähnlich sind wie zb.Giardien (bei Hund und Katze) wird mit Fenbendazol (also panacur) behandelt.

Ich persönlich würde meine Tiere nicht pauschal testen lassen, ob sie EC Träger sind oder nicht. Ein erkranktes Tier würde ich zu meinen klinisch gesunden Tieren allerdings nicht aufnehmen. Meine Haltung finde ich dafür zusätzlich zum Risiko für die anderen Tiere,ungeeignet.Sollte eines meiner Tiere erkranken, dann lässt sich eine Lösung finden.




Benutzerbild von dangerschaf
Kaninchen
 
Registriert seit: 16.05.2014
Beiträge: 15.956
dangerschaf befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2019, 10:34

Zitat:
Zitat von Lara004 Beitrag anzeigen

Ich persönlich würde meine Tiere nicht pauschal testen lassen, ob sie EC Träger sind oder nicht. Ein erkranktes Tier würde ich zu meinen klinisch gesunden Tieren allerdings nicht aufnehmen. Meine Haltung finde ich dafür zusätzlich zum Risiko für die anderen Tiere,ungeeignet.Sollte eines meiner Tiere erkranken, dann lässt sich eine Lösung finden.
Nur aus Neugier.. würdest du denn ein Tier aufnehmen, das selbst nie erkrankt war aber mit einem erkrankten Tier zusammengelebt hat?



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Du bist mein Licht in dieser Dunkelheit,
du bist mein Anker in dieser stürmischen Zeit,
du bist das Feuer, das meine Seele wärmt.
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[Danke, Tante Jessi]



Benutzerbild von Lara004
Kaninchen
 
Registriert seit: 08.03.2012
Beiträge: 3.049
Lara004 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2019, 10:44

Zitat:
Zitat von dangerschaf Beitrag anzeigen
Nur aus Neugier.. würdest du denn ein Tier aufnehmen, das selbst nie erkrankt war aber mit einem erkrankten Tier zusammengelebt hat?
Das würde ich pauschal nicht ausschließen. Ich würde mir die Situation ganz genau ansehen und auch das Tier, die Haltungsform, sonstigen Gesundheitszustand. Käme aufgetaut an wie dringend das Tier einen Platz braucht.

Bei mir kommen aber alle Tiere sowieso erst mal in Quarantäne und ich hätte genug Zeit zu beobachten, wie sich der Stress auf das Tier auswirkt.

Meine Kapazität für dauerhafte Mitbewohner bei uns ist derzeit auch voll, und das bleibt hoffentlich mindestens die nächsten zehn Jahre so.
Der Waschküchen-Notfall-Platz ist momentan frei und was da kommt wird man sehen, da wäre es auch egal, was das Tier hat.



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Benutzerbild von Kaninchenherz28
Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 1.476
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.08.2019, 00:06

Hi,

ich habe heute auf Wikipedia ( https://de.m.wikipedia.org/wiki/Encephalitozoonose ) diese Aussage gefunden und hoffe, dass mir das vielleicht jemand eeklären kann. Es geht um die Diagnosestellung von EC durch einen Antikörpernachweis im Serum.

Zitat:
Kaninchen, die sich bereits im Mutterleib infiziert haben, weisen meist keine Antikörper auf, da der Erreger nicht als fremd erkannt wird (→ Selbsttoleranz).
Das würde dann doch bedeuten, dass man nie wirklich sicher sein kann, ob ein Tier EC trägt oder nicht, oder?
Und wenn EC vom Immunsystem toleriert wird, ist das dann etwas Gutes oder Schlechtes? Ich denke mir, eher schlecht, weil sich der Erreger dann ja ungehindert ausbreiten könnte, oder? Aber andererseits, dann hätte ja jedes Kaninchen, das im Mutterleib mit EC angesteckt worden ist, einen Ausbruch? So ganz verstehe ich das nicht...



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Kaninchen
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.309
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.08.2019, 12:09

Bezüglich der Selbsttoleranz kann ich auch nur auf Wikipedia verweisen:

Als Selbsttoleranz wird die Fähigkeit der Immunsysteme höherer Organismen bezeichnet, körpereigene Stoffe als solche zu erkennen, um sie von abzuwehrenden körperfremden Stoffen zu unterscheiden. Um Krankheitserreger, wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten abwehren zu können, muss es einem Organismus möglich sein, sie eindeutig als fremd zu erkennen. Antigene, die als körpereigen identifiziert werden, werden hingegen vom Immunsystem toleriert. Die Ausbildung einer Selbsttoleranz geschieht sowohl zentral als auch peripher.

Und es ist dann wohl tatsächlich so, dass man nie sagen kann, ob ein Tier EC in sich trägt oder nicht, da meines Wissens bei Verdacht bislang nur gesucht wird, ob Antikörper vorhanden sind, der Nachweis, dass der Erreger vorhanden ist, lässt sich kaum erbringen.

Andererseits konnte man ja auch bisher bei einem EC-Träger nie sicher sein, ob EC überhaupt jemals ausbricht, so dass sich an der Situation für uns Halter nicht wirklich was ändert.

Welcher Auswirkungen es hat, wenn EC nicht als körperfremd erkannt wird, wird dir wohl niemand sagen können. Es ist ja noch nicht einmal klar, warum bei manchen nie EC ausbricht, bei manchen schon, völlig unabhängig davon, ob Antikörper festzustellen sind und wie hoch der Titer ist...

Selbst bei uns Menschen ist ja im Zusammenspiel zwischen unserem Körper und diversen Bakterien oder Parasiten noch vieles ungeklärt, man denke nur an Heliobacter, der einerseits für Magenkrebs- und geschwüre verantwortlich gemacht wird, dessen Vorhandensein aber andererseits vor Reflux und Speiseröhrenkrebs schützen soll, wobei 80 % der mit Heliobacter infizierten Menschen ohnehin ihr Leben lang beschwerdefrei bleiben...

Da EC wohl schon genauso lange in Kaninchen vorkommen dürfte, wie Heliobacter bei uns Menschen, werden sich auch da im Laufe der Zeit Kaninchen und EC miteinander arrangiert haben, so dass es nur bei wenigen Kaninchen tatsächlich zu krankhaften Symptomen kommt...



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Benutzerbild von Arren
Kaninchen
 
Registriert seit: 04.06.2018
Beiträge: 1.521
Arren befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.08.2019, 13:21

Ich denke, das sind dann die Tiere, die sehr früh daran sterben. Ohne Antikörper kann sich ec ja ungehemmt ausbreiten und ich bezweifel, dass das ein Kaninchen lange überlebt.

Allgemein glaube ich, dass ec oft durch Vererbung weiter gegeben wird.
Zwei meiner Tiere aus dem gleichen Wurf hatten einen sehr hohen Titel und sind beide an den Folgen des ecs gestorben.
Bei beiden war rein die Niere ohne andere Symptome betroffen.



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Liebe Grüße von Arren, Eva und Alfi



Ihr bleibt für immer in Erinnerung
Neya, Zeki & Aki



Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 1.173
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.08.2019, 18:03

Ich hatte einen schnupfenden Kastraten, der einen leichten EC- Ausbruch hatte (zumindest gehe ich davon aus, den hatte er in Ruhestellung oft ein Kopfzucken und der Titer war extrem hoch), so dass wir damals mit Therapie begannen.

Mein 2. Kastrat war ein stärkerer Schnupfer mit massiven Nasen-/Augenproblemen. Erst über 1 Jahre später erkrankte er (starke Abmagerung, Durchfall, seltenes Umkippen). Ich ließ ihn testen und er war negativ! Was ja gemäß Internet möglich ist, auch wenn er mit einem EC-Partner zusammen gelebt hatte. Ob sein schlechtere Zustand aufgrund von Pasteurellen oder EC war, konnte nicht heraus gefunden werden.

Hätte aber EC nicht vorher akut ausbrechen müssen, gerade wenn der Titer noch negativ war und das Immunsystem derart schlecht war? 1 Jahr danach, scheint mir doch gar lang...!

Weitere Beispiele:
Die Ex-Partnerin von meinem jetzigen Übernahme-Kastraten starb an EC. Er ist bis heute symptomfrei geblieben.

Auch hatte ich einen Senior von einer Kollegin aufgenommen, der angeblich durch Rückenverletzung nicht mehr richtig Hoppeln konnte. Während der VG fand ich dann heraus, dass er blind, taub war und akut an EC litt. Ich musste ihn einschläfern, weil der Zustand sich drastisch verschlechterte. Die Häsin hat er trotzdem nicht angesteckt.

Ich glaube nicht, dass ein akut erkranktes Tier ein anderes derart schnell ansteckt, Noch habe ich davon gehört...Ein akut erkranktes Tier würde ich trotzdem vorsichtshalber in der akuten Phase sicherlich nicht wissentlich mit einem Gesunden zusammen setzen. Ist EC aber wieder im Griff, dann schon.

Wäre EC derart hoch steckend, dann müsste es massiv mehr kranke Tiere geben.

Was letztendlich der Auslöser einer Erkrankung ist, wird man kaum je wissen. Vermutlich spielen einfach mehrere Faktoren zusammen: Immunsystem, Stress, Umweltfaktoren und Gene.



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Benutzerbild von Kaninchenherz28
Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 1.476
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2019, 00:36

Hmm... es ist leider ein wirklich schwieriges Thema, ich mag so etwas gar nicht, wenn es für ein Problem keine Lösung gibt...

Einerseits ja, wenn es keine Antikörper gibt, könnte sich EC theoretisch ungehindert ausbreiten. Andererseits
- ein Parasit möchte seinem Wirt nicht schaden. Wir kennen das von Darmparasiten, wo man sagt, dass eine geringe Menge förderlich für das Immunsystem wäre. Dementsprechend wäre es für EC selbst ein Nachteil, den Wirt, also das Kaninchen, zu schädigen.

@Rakete:
Dein Beispiel mit den beiden Kastraten finde ich sehr interessant. Denn man sagt ja, dass EC schon durch bloßes Abschnuppern der Köttel übertragen werden könnte. Andererseits könnte es natürlich sein, dass der Kastrat mit dem negativen Titer bereits im Mutterleib angesteckt wurde...

Mit der Ansteckung gebe ich dir teilweise Recht. Klar, durch Urin und Kot wird EC nur in bestimmten Krankheitsphasen ausgeschieden. Würde es ständig ausgeschieden werden, müsste tatsächlich fast jedes Kaninchen schon irgendwie durch Kleidung, Futter etc angesteckt worden sein.

Ein paar Fragen, die ich mir noch stelle:
- Haben Kaninchen keine Plazentaschranke? Oder wie kann das sein, dass die Erreger im Mutterleib übertragen werden? Sind die Erreger etwa so klein?

- Unter Rassekaninchenzüchtern soll die Durchseuchungsrate bei nur ca. 5% liegen. Wenn nun aber das Titerergebnis nicht aussagekräftig sein soll, was, wenn bereits die Urururgroßeltern der Kaninchen EC hatten und so der ganze Bestand EC hat, ohne dass es jemand bemerkt, weil der Titer ja aufgrund der intrauterinen Übertragung negativ ist? Ich weiß nicht, ob ihr versteht, was ich meine...

- Was sollte eurer Meinung nach ein guter Züchter zur Verhinderung von EC-Ausbrüchen tun? Der Antikörpertest scheint ja nicht wirklich aussagekräftig zu sein. Zuchttiere nur aus augenscheinlich EC-freien Linien zu übernehmen und auch nur Kontakt mit Nicht-EC-Tieren zulassen? Trotzdem kann da ja ein unbemerkter EC-Träger dabei sein... oder ist es mit EC womöglich wie mit dem Herpes-Virus bei Menschen: Fast jeder trägt ihn in sich, aber nur bei wenigen kommt er zum Ausbruch, also nach der Devise "Die Ansteckung kann man im Prinzip nicht verhindern (nur die Gefahr durch gesunde Hygiene etc verringer), aber man kann durch eine artgerechte Haltung die Rahmenbedingungen schaffen, damit es zu keinem Ausbruch kommt?



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 1.173
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.08.2019, 10:11

Durch die Plazentaschranke gehen kleine Sachen wie Antikörper, Vitamine, Gifstoffe etc. locker durch. Alles Größere wird schon gefiltert. Aber gemäß Google schaffen es auch größere Sachen wie Bakterien oder Protozoen über Umwege da durchzukommen. Z. B. mittels Diapedese : hier durch die Bewegung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Die Plazentaschranke filtert also vieles heraus, aber leider nicht alles.

Woher hast Du die niedrige Anzahl der Infiszierten bei Rassekaninchen?
Ehrlich gesagt, kann ich mir das niemals vorstellen, da gerade auch bei der Zucht permanent wieder neue Kaninchen ausgetauscht werden. Und es wird kaum jedes Kaninchen getestet. zudem ist die generelle Durchseuchungsrate heutzutage durch einen regen Austausch derart hoch (den es in dem Maße vor über 30 Jahre ohne Internet nicht gab...)

Vielleicht wurde früher bei den Züchtern sämtliche Kaninchen getötet, wenn es einen EC- Ausbruch gab? Das verhinderte natürlich sehr effektiv eine weitere Ausbreitung. Zumindest gemäß Inernet wurde das so früher bei Kaninchenschnupfen gehandhabt. Wie heute die Praxis aussieht mit der generellen Tötung des gesamten Bestandes aussieht, weiß ich nicht...

Gemäß neustem FB- Beitrag von Kaninchenwiese gibt es jetzt Labors, die einen differenzierteren Nachweis der Antikörpern anbieten, d.h. Unterteilung von IgG, IgM etc., damit man zwischen akutem Ausbruch und vorausgegangener Infektion unterscheiden kann. (Es gibt in Kürze dazu ein Update auf der HP). Ehrlich gesagt habe ich mich bis anhin gewundert, wieso es bis anhin keine Unterteilung der div. Antikörpern gab, da das sonst bei allen humanen Erkrankungen üblich ist. Aber vielleicht ein Problem der Nachfrage auf dem Markt...

PS: gerade im heutigen Zeitalter ist es meiner Meinung nach unmöglich, überhaupt noch EC- oder Pasteurellenfreie Kaninchen zu haben. Ausbrechen tun die Krankheiten deswegen noch lange nicht bei allen. Die Rahmenbedingungen wie Hygiene oder Ernährung zur Verhinderung sind möglichst einzuhalten, aber gegen schlechte Gene (Zucht oder Vermehrung) kann man nichts tun, außer Radikallösungen wie töten oder zumindest nicht mehr weiter vermehren. Nur da viele Halter Notfalltiere oder Liebhabertiere haben, ist das töten keine Option.



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Geändert von Rakete (10.08.2019 um 10:19 Uhr).
 
 
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