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EC Diskussion Hi Leute, ich bin jemand, der sich oft über Dinge gedanken macht, auch wenn sie mich nicht betreffen (zumindest noch nicht). Ich möchte euch einladen, hier mit mir zu diskutieren: 1.) Wenn man wissentlich ein EC-Träger-Tier hat und es vergesellschaften muss, ist es dann wirklich richtig, ein Tier aufzunehmen, das den Erreger möglicherweise noch nicht in sich trägt? Klar kann es sich überall anstecken, aber setzt man dann nicht ein gesundes Tier einem unnötigen Risiko aus? Wäre es nicht besser, wenn infizierte Tiere unter sich bleiben und jene, die EC nicht tragen, auch keinen Kontakt zu Trägern haben? 2.) Wie aussagekräftig ist die Titerbestimmung tatsächlich? Damit meine ich, stimmt das Ergebnis immer oder gibt es oft Fehlbestimmungen? 3.) Noch gibt es keinen Impfstoff gegen EC, aber könnte man theoretisch einen entwickeln? 4.) Nachdem EC eine Zoonose ist, die zum Beispiel auch auf Meerschweinchen übertragen werden kann, dürfte jemand mit EC-Tieren dann (aus rein ethischen Gründen) keine Meerschweinchen/Hamster/Mäuse aufnehmen? 5.) Bei manchen Tieren bricht EC aus, bei manchen nicht - von welchen Faktoren hängt das ab? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dabei nur Stress / das Immunsystem eine Rolle spielt, Snoopy war deutlich robuster gegen Krankheiten als Felix, der ständig etwas hat, und trotzdem hatte Snoopy einen Ausbruch und Felix noch nie... Gibt es Studien dazu? Gibt es möglicherweise eine genetische Veranlagung, die eine Rolle spielt? Nun ein paar Fragen bezüglich EC in der Kaninchenzucht: 6.) Verantwortungsvolle Züchter sollten sich ja einen EC-freien Bestand aufbauen, doch wie machen sie das? Gehen sie zu anderen Züchtern und lassen Proben von allen in Frage kommenden Kaninchen untersuchen? Wie sollen sie ihren Bestand vor einer EC-Infektion schützen? Besucher auf Abstand halten? Was ist mit der Übertragung durch Wiese? Zudem nehmen verantwortungsvolle Züchter ihre Tiere ja auch zurück, was, wenn dieses EC hat? Eine extra EC-Gruppe machen? Doch so strenge Hygiene, dass die Erreger nicht übertragen werden, kann doch niemand halten... Ich freue mich, wenn ihr eure Meinungen mit einbringt. Eigentlich wäre EC ja ein tolles Thema für eine VWA gewesen... tja, zu spät :). |
Will hier wirklich niemand mit mir diskutieren? Schade... |
Diskutieren möchte ich nicht, da fehlt mir die Zeit zu. Aber ich möchte Dir schreiben, wie ich es sehe/handhabe. Wenn ich zu Hause nachweislich gesunde Tiere habe, würde ich keinen nachgewiesenen EC-Träger dazu setzen. Ist aber nie auf EC getestet worden, würde ich auch einen EC-Träger dazu setzen, da die meisten Tiere den Erreger in sich tragen. Ich habe 7 Tiere aus unterschiedlichen Notfällen, die nie getestet wurden. Ergo würde ich auch einen EC-Träger aufnehmen. Ich hab in der Vergangenheit auch schon Tier mit EC-Ausbruch gehabt. Die jeweiligen Partnertiere haben sich rührend um die Kranken gekümmert, aber selbst nie einen Ausbruch gehabt. |
Danke für deine Meinung! Also würdest du auch nachweislich gesunde Tiere zu deinen EC-Trägern setzen? |
Zitat:
Nein, wenn sie nachweislich gesund sind, würde ich das nicht machen. Nur, wenn das bisher nicht getestet wurde. |
Das ist ein Thema wo sich die Meinungen sicher teilen. Jedes Kaninchen ist EC Träger, solange das Immunsystem strak ist bricht es nicht aus. Schwierige Frage ob man zu einem gesundem Tier einen nachweislich an EC erkranktes Tier dazu setzen würde?! Solange das gesunde Tier ein starkes Immunsystem hat sollte eigentlich alles gut laufen und es sollten keine Probleme auftreten. Aber ich würde mit meinem Gewissen in Konflikt geraten falls irgendwann durch eine Situation der EC auch bei dem gesundem Tier ausbrechen würde, also nein! Wissentlich würde ich kein nachweislich an EC erkranktes Tier zu einem gesundem setzten. Aber wie hier schon geschrieben wurde, mann kann in die Kaninchen nicht hinein sehen und sicher sitzen viele EC Kaninchen mit gesunden Tieren zusammen:wink5: |
Meine Tiere habe ich nie testen lassen, wenn ein Notfall war, habe ich den genommen bevor er irgendwo ausgesetzt wird. Ich denke, sollte sich wirklich ein Notfall mit einem EC Träger ergeben, würde ich das gerade nicht komplett ausschließen. Denn, ich gehe auch mal davon aus, dass fast alle Tiere den Erreger in sich tragen und soweit ich gelesen habe, gibt es keine 100%ige Methode das zu testen oder irre ich mich? Hätte ich einen EC Träger, der ein Zuhause sucht und ich weiß, dass er EC hat, würde ich das auf jeden Fall erwähnen. |
Ich denke, das Problem ist, dass eine Titerbestimmung bei den Tierheimtieren nicht aussagekräftig ist, weil sie durch den Kontakt zu den anderen Tierheimninchen infiziert werden könnten und diese Konstellationen nicht über einen Monat hinweg gleich bleiben (Titerbestimmung ist ab 28 Tagen spätestens aussagekräftig). Weiß jemand von euch, ob man mittlerweile weiß, inwiefern EC durch die Luft übertragen wird? |
Ob Tierheim oder Züchter, wer bitte macht denn schon den Test??? Ich kenne keinen Züchter und kein Tierheim, die darauf testen. Hinzu kommt, du nimmst ein Tier, läßt es testen, evtl dann negativ, aber habe auch schon von Fällen gelesen, wo der Test negativ ist und trotzdem bei einem Tier Ec oder Verdacht. Genauso gibt es Ninis, wo der Titer hoch war, aber nix von Ec zu merken. Deswegen gehe ich mit EC geduldig um, ich teste nicht, aber wenn es ausbricht, dann macht man alles, was gemacht werden muss |
Das EC durch die Luft übertragen wird ist mir unbekannt, es wird durch die Ausscheidungen wie Urin und Kot der Tiere übertragen bzw. wenn die kranken Tiere auf Futter, Wiese Kot hinterlassen und das gesunde Tier von der Wiese oder dem Futter futtert steckt es sich an. Ich halte es eher für unwahrscheinlich das es sich über Luft verbreitet aber ich glaube so genau weiß man das nicht?! |
Zitat:
Würmer fliegen auch nicht durch die Luft. |
Können wir vielleicht noch mal die Begrifflichkeit klären: Eine Zoonose bezeichnet eine Infektionskrankheit, die von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragen werden kann. Ja, EC kann eine Zoonose sein Die Parasiten, die EC auslösen sind allerdings Prozozoen (also tierische Einzeller) und damit ist es nicht möglich dagegen zu impfen. Impfungen wirken gegen Viren (und Ausnahmefällen Bakterien). Da die Protozoen, die EC auslôsen, entfernt ähnlich sind wie zb.Giardien (bei Hund und Katze) wird mit Fenbendazol (also panacur) behandelt. Ich persönlich würde meine Tiere nicht pauschal testen lassen, ob sie EC Träger sind oder nicht. Ein erkranktes Tier würde ich zu meinen klinisch gesunden Tieren allerdings nicht aufnehmen. Meine Haltung finde ich dafür zusätzlich zum Risiko für die anderen Tiere,ungeeignet.Sollte eines meiner Tiere erkranken, dann lässt sich eine Lösung finden. |
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Bei mir kommen aber alle Tiere sowieso erst mal in Quarantäne und ich hätte genug Zeit zu beobachten, wie sich der Stress auf das Tier auswirkt. Meine Kapazität für dauerhafte Mitbewohner bei uns ist derzeit auch voll, und das bleibt hoffentlich mindestens die nächsten zehn Jahre so. Der Waschküchen-Notfall-Platz ist momentan frei und was da kommt wird man sehen, da wäre es auch egal, was das Tier hat. |
Hi, ich habe heute auf Wikipedia ( https://de.m.wikipedia.org/wiki/Encephalitozoonose ) diese Aussage gefunden und hoffe, dass mir das vielleicht jemand eeklären kann. Es geht um die Diagnosestellung von EC durch einen Antikörpernachweis im Serum. Zitat:
Und wenn EC vom Immunsystem toleriert wird, ist das dann etwas Gutes oder Schlechtes? Ich denke mir, eher schlecht, weil sich der Erreger dann ja ungehindert ausbreiten könnte, oder? Aber andererseits, dann hätte ja jedes Kaninchen, das im Mutterleib mit EC angesteckt worden ist, einen Ausbruch? So ganz verstehe ich das nicht... |
Bezüglich der Selbsttoleranz kann ich auch nur auf Wikipedia verweisen: Als Selbsttoleranz wird die Fähigkeit der Immunsysteme höherer Organismen bezeichnet, körpereigene Stoffe als solche zu erkennen, um sie von abzuwehrenden körperfremden Stoffen zu unterscheiden. Um Krankheitserreger, wie Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten abwehren zu können, muss es einem Organismus möglich sein, sie eindeutig als fremd zu erkennen. Antigene, die als körpereigen identifiziert werden, werden hingegen vom Immunsystem toleriert. Die Ausbildung einer Selbsttoleranz geschieht sowohl zentral als auch peripher. Und es ist dann wohl tatsächlich so, dass man nie sagen kann, ob ein Tier EC in sich trägt oder nicht, da meines Wissens bei Verdacht bislang nur gesucht wird, ob Antikörper vorhanden sind, der Nachweis, dass der Erreger vorhanden ist, lässt sich kaum erbringen. Andererseits konnte man ja auch bisher bei einem EC-Träger nie sicher sein, ob EC überhaupt jemals ausbricht, so dass sich an der Situation für uns Halter nicht wirklich was ändert. Welcher Auswirkungen es hat, wenn EC nicht als körperfremd erkannt wird, wird dir wohl niemand sagen können. Es ist ja noch nicht einmal klar, warum bei manchen nie EC ausbricht, bei manchen schon, völlig unabhängig davon, ob Antikörper festzustellen sind und wie hoch der Titer ist... Selbst bei uns Menschen ist ja im Zusammenspiel zwischen unserem Körper und diversen Bakterien oder Parasiten noch vieles ungeklärt, man denke nur an Heliobacter, der einerseits für Magenkrebs- und geschwüre verantwortlich gemacht wird, dessen Vorhandensein aber andererseits vor Reflux und Speiseröhrenkrebs schützen soll, wobei 80 % der mit Heliobacter infizierten Menschen ohnehin ihr Leben lang beschwerdefrei bleiben... Da EC wohl schon genauso lange in Kaninchen vorkommen dürfte, wie Heliobacter bei uns Menschen, werden sich auch da im Laufe der Zeit Kaninchen und EC miteinander arrangiert haben, so dass es nur bei wenigen Kaninchen tatsächlich zu krankhaften Symptomen kommt... |
Ich denke, das sind dann die Tiere, die sehr früh daran sterben. Ohne Antikörper kann sich ec ja ungehemmt ausbreiten und ich bezweifel, dass das ein Kaninchen lange überlebt. Allgemein glaube ich, dass ec oft durch Vererbung weiter gegeben wird. Zwei meiner Tiere aus dem gleichen Wurf hatten einen sehr hohen Titel und sind beide an den Folgen des ecs gestorben. Bei beiden war rein die Niere ohne andere Symptome betroffen. |
Ich hatte einen schnupfenden Kastraten, der einen leichten EC- Ausbruch hatte (zumindest gehe ich davon aus, den hatte er in Ruhestellung oft ein Kopfzucken und der Titer war extrem hoch), so dass wir damals mit Therapie begannen. Mein 2. Kastrat war ein stärkerer Schnupfer mit massiven Nasen-/Augenproblemen. Erst über 1 Jahre später erkrankte er (starke Abmagerung, Durchfall, seltenes Umkippen). Ich ließ ihn testen und er war negativ! Was ja gemäß Internet möglich ist, auch wenn er mit einem EC-Partner zusammen gelebt hatte. Ob sein schlechtere Zustand aufgrund von Pasteurellen oder EC war, konnte nicht heraus gefunden werden. Hätte aber EC nicht vorher akut ausbrechen müssen, gerade wenn der Titer noch negativ war und das Immunsystem derart schlecht war? 1 Jahr danach, scheint mir doch gar lang...! Weitere Beispiele: Die Ex-Partnerin von meinem jetzigen Übernahme-Kastraten starb an EC. Er ist bis heute symptomfrei geblieben. Auch hatte ich einen Senior von einer Kollegin aufgenommen, der angeblich durch Rückenverletzung nicht mehr richtig Hoppeln konnte. Während der VG fand ich dann heraus, dass er blind, taub war und akut an EC litt. Ich musste ihn einschläfern, weil der Zustand sich drastisch verschlechterte. Die Häsin hat er trotzdem nicht angesteckt. Ich glaube nicht, dass ein akut erkranktes Tier ein anderes derart schnell ansteckt, Noch habe ich davon gehört...Ein akut erkranktes Tier würde ich trotzdem vorsichtshalber in der akuten Phase sicherlich nicht wissentlich mit einem Gesunden zusammen setzen. Ist EC aber wieder im Griff, dann schon. Wäre EC derart hoch steckend, dann müsste es massiv mehr kranke Tiere geben. Was letztendlich der Auslöser einer Erkrankung ist, wird man kaum je wissen. Vermutlich spielen einfach mehrere Faktoren zusammen: Immunsystem, Stress, Umweltfaktoren und Gene. |
Hmm... es ist leider ein wirklich schwieriges Thema, ich mag so etwas gar nicht, wenn es für ein Problem keine Lösung gibt... Einerseits ja, wenn es keine Antikörper gibt, könnte sich EC theoretisch ungehindert ausbreiten. Andererseits - ein Parasit möchte seinem Wirt nicht schaden. Wir kennen das von Darmparasiten, wo man sagt, dass eine geringe Menge förderlich für das Immunsystem wäre. Dementsprechend wäre es für EC selbst ein Nachteil, den Wirt, also das Kaninchen, zu schädigen. @Rakete: Dein Beispiel mit den beiden Kastraten finde ich sehr interessant. Denn man sagt ja, dass EC schon durch bloßes Abschnuppern der Köttel übertragen werden könnte. Andererseits könnte es natürlich sein, dass der Kastrat mit dem negativen Titer bereits im Mutterleib angesteckt wurde... Mit der Ansteckung gebe ich dir teilweise Recht. Klar, durch Urin und Kot wird EC nur in bestimmten Krankheitsphasen ausgeschieden. Würde es ständig ausgeschieden werden, müsste tatsächlich fast jedes Kaninchen schon irgendwie durch Kleidung, Futter etc angesteckt worden sein. Ein paar Fragen, die ich mir noch stelle: - Haben Kaninchen keine Plazentaschranke? Oder wie kann das sein, dass die Erreger im Mutterleib übertragen werden? Sind die Erreger etwa so klein? - Unter Rassekaninchenzüchtern soll die Durchseuchungsrate bei nur ca. 5% liegen. Wenn nun aber das Titerergebnis nicht aussagekräftig sein soll, was, wenn bereits die Urururgroßeltern der Kaninchen EC hatten und so der ganze Bestand EC hat, ohne dass es jemand bemerkt, weil der Titer ja aufgrund der intrauterinen Übertragung negativ ist? Ich weiß nicht, ob ihr versteht, was ich meine... - Was sollte eurer Meinung nach ein guter Züchter zur Verhinderung von EC-Ausbrüchen tun? Der Antikörpertest scheint ja nicht wirklich aussagekräftig zu sein. Zuchttiere nur aus augenscheinlich EC-freien Linien zu übernehmen und auch nur Kontakt mit Nicht-EC-Tieren zulassen? Trotzdem kann da ja ein unbemerkter EC-Träger dabei sein... oder ist es mit EC womöglich wie mit dem Herpes-Virus bei Menschen: Fast jeder trägt ihn in sich, aber nur bei wenigen kommt er zum Ausbruch, also nach der Devise "Die Ansteckung kann man im Prinzip nicht verhindern (nur die Gefahr durch gesunde Hygiene etc verringer), aber man kann durch eine artgerechte Haltung die Rahmenbedingungen schaffen, damit es zu keinem Ausbruch kommt? |
Durch die Plazentaschranke gehen kleine Sachen wie Antikörper, Vitamine, Gifstoffe etc. locker durch. Alles Größere wird schon gefiltert. Aber gemäß Google schaffen es auch größere Sachen wie Bakterien oder Protozoen über Umwege da durchzukommen. Z. B. mittels Diapedese : hier durch die Bewegung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Die Plazentaschranke filtert also vieles heraus, aber leider nicht alles. Woher hast Du die niedrige Anzahl der Infiszierten bei Rassekaninchen? Ehrlich gesagt, kann ich mir das niemals vorstellen, da gerade auch bei der Zucht permanent wieder neue Kaninchen ausgetauscht werden. Und es wird kaum jedes Kaninchen getestet. zudem ist die generelle Durchseuchungsrate heutzutage durch einen regen Austausch derart hoch (den es in dem Maße vor über 30 Jahre ohne Internet nicht gab...) Vielleicht wurde früher bei den Züchtern sämtliche Kaninchen getötet, wenn es einen EC- Ausbruch gab? Das verhinderte natürlich sehr effektiv eine weitere Ausbreitung. Zumindest gemäß Inernet wurde das so früher bei Kaninchenschnupfen gehandhabt. Wie heute die Praxis aussieht mit der generellen Tötung des gesamten Bestandes aussieht, weiß ich nicht... Gemäß neustem FB- Beitrag von Kaninchenwiese gibt es jetzt Labors, die einen differenzierteren Nachweis der Antikörpern anbieten, d.h. Unterteilung von IgG, IgM etc., damit man zwischen akutem Ausbruch und vorausgegangener Infektion unterscheiden kann. (Es gibt in Kürze dazu ein Update auf der HP). Ehrlich gesagt habe ich mich bis anhin gewundert, wieso es bis anhin keine Unterteilung der div. Antikörpern gab, da das sonst bei allen humanen Erkrankungen üblich ist. Aber vielleicht ein Problem der Nachfrage auf dem Markt... PS: gerade im heutigen Zeitalter ist es meiner Meinung nach unmöglich, überhaupt noch EC- oder Pasteurellenfreie Kaninchen zu haben. Ausbrechen tun die Krankheiten deswegen noch lange nicht bei allen. Die Rahmenbedingungen wie Hygiene oder Ernährung zur Verhinderung sind möglichst einzuhalten, aber gegen schlechte Gene (Zucht oder Vermehrung) kann man nichts tun, außer Radikallösungen wie töten oder zumindest nicht mehr weiter vermehren. Nur da viele Halter Notfalltiere oder Liebhabertiere haben, ist das töten keine Option. |
Ich hatte bisher 4 Kaninchen (2 Pärchen aus kastrierter Rammler und Häsin). Bei beiden Pärchen waren die Weibchen jünger und aufgedrehter als die Männchen. Die Kerle waren ruhiger und scheinbar entspannter. Bei meinem ersten Pärchen bekam das Weibchen EC und bei meinen jetzigen beiden das Männchen. Deshalb finde ich es auch schwierig zu erkennen, wodurch EC bei Kaninchen ausbricht. Die Voraussetzungen wären bei meinen ja im Grunde die gleichen. Ich habe meine Tiere nicht testen lassen. Zum einen, weil ich vor meinem ersten EC-Fall noch nie etwas von der Krankheit gehört hatte, und zum anderen, weil viele Tiere infiziert sind, aber keine Symptome zeigen. Ich habe in einem Kaninchen - Ratgeber gelesen, dass vermutlich 80% der Hauskanichen infiziert sind. Da die Krankheit nur behandelt werden kann, wenn Symptome auftreten, kann man als Halter nicht viel tun. Um einen Ausbruch zumindest nicht zu begünstigen, versuche ich Stress für meine Tiere möglichst zu vermeiden und ich beobachte vorallem meinen EC-Patienten mit Adleraugen, um bei den ersten Anzeichen sofort reagieren zu können. Das hat ihm das letzte Mal vermutlich das Leben gerettet, da eine schnelle medizinische Behandlung bei EC sehr wichtig ist, damit es erst gar nicht zu einem schweren Verlauf der Krankheit kommen kann. |
Ich weiß nicht, ob das interessant zu dem Thema ist, aber kaninchenwiese hat vor ein paar Tagen auf Facebook das hier gepostet: http://blusheep.de/img/9962e08ac82843427a9b446f59381e3a [Quelle: Beitrag von Kaninchenwiese auf facebook] |
Genau diesen Beitrag habe ich vorhin gemeint. Ich habe ihn zuerst nur nicht mehr gefunden, obwohl ich ihn abfotografiert habe... Diese differenzierte Titerbestimmung macht Sinn, weil man so die akuten Ausbrüche erkennt., respektive das exakte Stadium der Erkrankung. |
Wow, danke! Doofe Frage, aber woher kommt man auf die Zahl mit den 80% infizierten, wenn doch Tiere, die bereits im Mutterleib infiziert wurden, keine Antikörper aufweisen? Müsste dann nicht die Zahl der tatsächlichen EC-Träger noch höher sein? Das mit den 5% Durchseuchungsrate bei Züchtern habe ich in einem Züchterforum gelesen. Aber auch, dass im Falle eines Ausbruchs sehr schnell auch geschlachtet wird. Zudem wird dort die Ansteckungsgefahr durch Urin nicht besonders hoch sein, wenn die Tiere höchstens zu zweit in Buchten leben... andererseits sind sehr viele der dortigen Tiere irgendwie miteinander verwandt. Wenn also Zuchttiere EC-Träger wären, würde man es wahrscheinlich nicht einmal bemerken, weil die Übertragung dann intrauterin stattgefunden hat und somit keine Antikörper nachgewiesen werden können... |
So sicher bin ich mir da wegen möglicher Ansteckung bei Züchtern auch nicht... Da müsste jede Box gründlich gereinigt werden, wenn man ein neues hinzu setzt. Zudem reinigt man die Boxen auch und wäscht zwischendurch sicherlich keine Hände. Theoretisch könnte es durchaus auch Ansteckungen über den Halter geben. Keine Ahnung, wie die diversen Studien gemacht wurden. Generell an toten Tiere hinterher oder an lebenden... Und wer und wie die Studien gemacht wurden, dürfte auch eine Rolle gespielt haben. Statistiken und Zahlen können so durchaus auch komplett anders aussehenden. Von den Pasteurellen- Studien weiß ich, dass die ausschließlich in Zucht- oder Mastbetrieben gemacht wurde. Also wo viele Tiere in einem Raum abgetrennt sitzen. Da gab es durchaus auch Züchter ohne Pasteurellen im Bestand. Dafür aber auch solche, da war der ganze Bestand komplett durchseucht. Also total unterschiedliche Ergebnisse... |
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Was ich mit der Pasteurellen- Studie vermute: einmal eingeschleppt, wird wohl irgendwann der gesamte Bestand angesteckt. Das ist vermutlich eher eine Frage der Zeit: vielleicht Monate oder Jahre... Es wäre da interessant gewesen, die Durchseuchungsrate später nochmals zu testen, ob die dann auch zugenommen hat... Was ich aber aufgrund einer anderen Pasteurellen-Studie weiß: wurden die Kaninchen in separaten Räumen gehalten und jeweils die gesamte Kleidung/ Schuhe gewechselt und Hände gewaschen, dann wurde die andere Gruppe nicht angesteckt. Also Verhinderung durch extrem strikte Hygiene- Maßnahme. Beide Studien sind schon älteren Darums und wurden vom Tierspital Zürich veröffentlicht. Ob sich das auf EC ausweiten lässt? Vielleicht kennt ja jemand eine Studie, die sich nicht nur auf Hören Sagen berufen lässt (wie im Züchter Forum). Oder hatte es da Eine Quellenangabe? |
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Pasteurellen sind doch einer der Erreger für Kaninchenschnupfen, oder? |
Genau. Pasteurella multocida ist der Haupterreger. Inzwischen geht man von einer ähnlich hohen Trägerrate wie bei EC aus: an die 80%. Ist leider nicht immer nachzuweisen, außer man seziert die Toten Tiere. |
Das mit den Rassekaninchen kann Ich mir nicht vorstellen, dann müsste bei JEDEM Neugeborenen Blut abgenommen werden. Das es weniger als ich vermehre mal mit ..., ok, aber nicht um soviel. Inzwischen geht man davon aus, daß 80 % aller Kaninchen mit E.C und Schnupfenerregern infiziert sind. Schon von Geburt an. Ergo kann man sich nie sicher sein, was man sich ins Haus holt. Blutuntersuchung schön und gut , aber das wird kein Verkäufer oder Käufer oder TH machen bevor es Tiere abgibt, kauft. Diese Untersuchung ist etwas teurer und wer sonst den Ta scheut, wird das auch nicht machen. Und was geschieht dann mit den Tieren? |
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Man wird es im heutigem Zeitalter nicht mehr verhindern können, dass irgendwann sämtliche Kaninchen Träger von EC und Pasteurellen sind. Wenn kein Nachwuchs aus den Erkrankten vorhanden ist, dann besteht irgendwann die Möglichkeit, dass die Evolution durchgreift und die Tiere selbst dagegen resistent werden. Was sicherlich nicht so schnell passiert. Jedes Mal wenn ich zur Behandlung ins Tierspital Zürich gehe (und nicht zu meinem TA), kriege ich die Aussage, dass Kaninchen heutzutage eh nicht mehr so alt werden wie früher werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung von 8-12 Jahren war einmal... Was ich zumindest mal mit meinen Kaninchen bestätigen kann. Lediglich nur 3 Kaninchen erreichten das stolze Alter von 8, alle anderen verstarben früher. Und das trotz ständigen TA- Besuche... |
Schau mal hier findest du alles mögliche an Publikationen. Da kannst du dich dusselig lesen...ich versumpfe regelmäßig drin. Man muss sich bisschen reinfinden und bei Bedarf auch einen Übersetzer verwenden.... Hab dir hier schon was herausgesucht, aber es gibt sehr viele Publikationen....z.B. auch, dass getestet wurde, dass EC auch über das Auge übertragbar ist. https://www.researchgate.net/publication/248866511_Encephalitozoon_cuniculi_infection_in_ra bbits |
Danke Gerti! Das mit der Lebenserwartung ist traurig, aber wohl wahr... Weiß jemand, wie es bei Wildkaninchen mit EC ist? Teilweise spricht man von bis zu 25% Durchseuchungsrate (z.B. Wikipedia), woanders liest man, dass EC bei Wildkaninchen nicht nachgewiesen werden konnte? |
Hallo, auch Kaninchenwiese ist jetzt ein neues Video über EC, wo sie nicht nur raten, bei jedem Kaninchen auf Antikörper zu testen, sondern auch, positive Tiere bei Stress vorsorglich Panacur zu geben sowie vor Impfungen, da diese dann besser greifen würden. Bei Kaninchen, die häufig EC-Ausbrücke haben, ist mir diese Vorgehensweise bekannt. Aber bei klinisch gesunden Tieren? Ist das dann nicht eher schädlich, einfach mal vorbeugend Medikamente zu geben? Laut Kaninchenwiese wurde bewiesen, dass eine Panacurgabe für die kommenden vier Monate gegen EC schützt. Was ich micht dadurch frage: Könnte man also durch eine Panacurkur dreimal jährlich die Kaninchen ihr ganzes Leben lang vor einem EC-Ausbruch schützen? Werden womöglich in den geschützten Zeiträumen auh keine Erreger ausgeschieden und wird somit eine Ansteckung verhindert? Zudem habe ich durch eine Freundin erfahren, dass Antikörper nicht heißen, dass man Erreger tatsächlich in sich trägt, sondern auch davon kommen können, dass man in Kontakt mit dem Erreger war, der Körper diesen aber erfolgreich abwehren konnte. Könnte das der Grund sein, warum so viele Kaninchen EC-positiv sind, aber keine Symptome zeigen? |
Vor ca 8 Jahren (damals kannte ich so etwas wie ec noch nicht) nahm ich einen Kastraten bei mir auf, er kam aus einer Tierschutzstelle und musste zuhause noch 2 Wochen seiner kastrafrist absitzen bevor er zu meiner Dame durfte. als ich ihn in der pflegestelle abholte war er super drauf, er hoppelte durchs gehege, war neugierig etc zuhause angekommen setzte ich ihn in sein gehege und er war wie verändert. im ersten Moment sagte ich mir dass es die angst ist, die Aufregung, neues zuhause, die fahrt etc. nach 2 Tagen saß er aber nur in der ecke und wirkte aphatisch, gefrssen hat er nur wenn ich es ihm vor die nase hielt. ich rief bei der Tierschutzstelle an und schilderte die Situation, die Fraue beruhigte mich und sagte ich solle ihm zeit lassen, er muss sich eingewöhnen, ich solle ruhig schon das Weibchen hinzusetzen. dumm, unerfahren und naiv... tat ich das und sie fing sofort an sich um ihn zu kümmern, aber er blieb apatisch. Mein Bauchgefühl sagte mir dass etwas nicht stimmt, ich hatte schon Tiere die neu waren, die ängstlich waren, aber er war anders.. er wirkte so als sei er gar nicht richtig hier, also entschloss ich mich zum Arzt zu fahren. im Wartezimmer traf mich der schock als ich in die transportbox schaute, er war total nass gesabbert, das maul stand offen und der kopf war zur seite gedreht. Die ärtzin holte ihn aus der Box und er bekam einen Krampfanfall. ich stand immer noch total unter schock, er wirkte zuhause zwar apatisch und geistig nicht anwesend, aber die 30 min später beim Arzt wirkte er fast tot... die ärtzin vermutete einen Gehirnschlag und schläferte ihn ein. immernoch fassungslos fing ich zuhause an zu Googlen und fand relativ schnell ec und war mir danach 100%ig sicher dass er ec hatte. bei ihm war also der 1. ausbruch.. die fahrt von der pflegestelle bis nach hause.. und der 2. ausbruch beim Tierarzt. im nachhinein machte ich mir vorwürfe dass ich der ärtzin vertraut habe und man ihn hätte vllt retten können. meine Dame hingegen die mit ihm kontakt hatte, verstarb vor 2 Wochen im alter von 12 jahren und wurde nie krank. |
Habe den Beitrag jetzt erst entdeckt. Ich teste meine Tiere nur bei Verdacht auf EC. Der Test ist recht teuer und das kann man einfach nicht bei allen Pflegetieren machen. Ich habe ja gerade ein EC Patient mit Partnerin bei mir. Die Partnerin wäre sicher EC Positiv. Wenn Knuffel nun versterben würde dann hätte ich keine Bedenken die Partnerin in meine Gruppe zu setzen. Kann ja sein das die auch den Erreger in sich tragen. Genauso würde ich zu Knuffel auch ein augenscheinlich gesundes Tier dazu setzen. Hätte ich jetzt ein nachweislich positiv getestets und ein anchweislich negativ getestetes Tier zuhause würde ich da aber vermutlich keine Zusammenführung machen. Lulu hat nun 3 Tage vor der Kastra auch Panacur zur Sicherheit bekommen. Bekommt es jetzt noch 5 Tage. Ob man damit vorsorglich EC vermeiden kann kann ich mir kaum vorstellen. Panacur sollte auch nicht zu oft gegeben werden soweit ich weiß. |
Aki hat vor und während der Vergesellschaftung panacur und Vitamin B vorsorglich bekommen. Trotzdem gingen die Nierenschädigungen vermutlich auf ec und den Stress zurück :( Ich glaube nicht, dass eine Kur alle 4 Monate dauerhaft schützt. Wobei ich auch schon gelesen habe, dass manche ein paar Tage jeweils im Monat Panacur geben. Die Quelle finde ich auf die Schnelle gerade nicht mehr. |
Bei aller „Angst“ um die Tiere, bitte nicht vergessen, dass es sich bei Panacur um ein hochwirksames Entwurmungsmittel handelt. |
Eben, das dachte ich mir auch. Daher finde ich die Aussage auf Kaninchenwiese, in Stresssituationen allen Seropositiven Tieren Panacur vorbeugend zu geben, auch ziemlich fragwürdig. Andererseits hat Panacur angeblich auch bei zehnfacher Überdosierung noch keine Nebenwirkungen - die Darmflora zerstört es trotzdem, nehme ich an? Interessant fand ich auch, dass bei der Testung von Kaninchen, die mit nachweislich sereopositiven Kaninchen zusammenlebten, nur zwei Drittel ebenfalls seropositiv waren... (die Anzahl der getesteten Kaninchen war aber nicht hoch). |
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