Guten Abend zusammen.
Lange lange war ich nicht mehr hier. Aber ich brauche dringend ein paar Daumendrücker und ein wenig Hilfe.
Eines meiner Kaninchen, Toffie, wird nächsten Monat 6 Jahre alt, und war bis vor einigen Wochen fast sein ganzes Leben (äußerlich) kerngesund.
Zur Vorgeschichte:
Juni/Juli trat plötzlich eine beidseitige Nickhautdrüsenentzündung auf, man hatte zwar in den Wochen zuvor immer mal wieder kurz die Nickhaut gesehen, die zog sich aber sofort wieder zurück (ist mir tatsächlich erst im Nachhinein bewusst geworden, beim Durchsehen von Bildern aus der Zeit). Dann trat sie plötzlich beidseits stark hervor und die Nickhautdrüse war laut TA entzündet.
Antibiotikagaben und Augentropfen (Floxal) brachten zunächst keine Besserung, weshalb ich ein Thoraxröntgen veranlasste, da ich gelesen hab, dass Herzprobleme eine Ursache sein könnten.
Es stellte sich dann tatsächlich heraus, dass das Herz vergrößert ist. Kein Wasser in der Lunge, keine Atemnot, keine Trägheit oder irgendwas, was darauf schließen könnte, dass ihm das Herz an sich jedoch Schwierigkeiten bereitet.
Eine Woche später ging die Entzündung der Nickhautdrüse zurück, ich hab die Augentropfen zu Ende gegeben und, da er dann beschwerdefrei war, die Behandlung mit einem letzten Kontrolltermin beim Tierarzt abgeschlossen. Beim Herz haben wir uns geeinigt, es erst mal so zu belassen, sollte mir jedoch etwas auffallen, könnte man einen Termin zum Herz-US machen.
Jetzt haben wir Anfang Oktober. Letzte Woche hat Toffie über 3 Tage wenig bis kaum gefressen, war jedoch nicht aufgegast oder sonstiges. Als ich zum Tierarzt wollte, fing er doch von selbst wieder völlig normal an zu fressen (Freitag). Montag Abend hab ich dann bemerkt, dass er völlig nass im Gesicht war und zudem mit roter Beete verschmiert (ich dachte bei dem Anblick erst, er niest/hustet Blut aus

und die Lunge macht vom Herzen jetzt doch plötzlich starke Probleme oder was anderes schlimmes). Ich hab ihn gesäubert und abgetrocknet, da ich zunächst nicht wusste, dass es Speichel war, sondern vermutete, er sei über dem Wassernapf eingeschlafen o.ä.
Eine halbe Stunde später war er jedoch wieder nass und ich hab bemerkt, dass er sich vollsabbert. Er saß dann manchmal dort und schmatzte so vor sich hin und leckte dann seine Vorderpfoten an und rieb sich durchs Gesicht, sodass erklärt war, wieso er so großflächig nass war.
Durch einen Notfall in der Familie hab ich es nicht vor heute geschafft, zum Tierarzt zu gehen. Er hat die ganze Zeit über gut gefressen (abgesehen von letzter Woche), wenn dem nicht so gewesen wäre, wäre ich notfallmäßig natürlich vorher gegangen..
Das zur "Vorgeschichte". Beim Tierarztbesuch heute wurde gewogen, abgetastet und mit einem Otoskop nach den Zähnen geschaut. Das erste was mich gleich schockiert hat, war das Gewicht. Hatte er im Juni/Juli noch 2040g gehabt, wog er heute nur noch 1650g. Und ich ärgere mich so sehr, dass ich sowas nicht selbst regelmäßig kontrolliere... Ich war zu sehr davon verwöhnt, dass meine beiden Plüschkugeln so selten krank sind.
Bei Abtasten stellte sich ein gefüllter Magen heraus, allerdings wenig Darminhalt.
Mit dem Otoskop konnte eine Verletzung am rechten Zungengrund festgestellt werden, etwa 1cm groß/lang, jedoch keine Zahnspitze zu sehen, die das verursacht haben könnte. An den Schneidezähnen vorne war an den Zahnfächern Eiter..
Ich hab jetzt für morgen früh einen Termin zur Narkose und genaueren Zahnuntersuchung und ggf. anschließender Korrektur. Vor der Untersuchung wird noch ein Kopfröntgen gemacht, um Tumore oder andere Veränderungen innerhalb auszuschließen, da er ja erst Probleme mit den Augen hatte, wofür die Ursache (sofern es nicht das Herz war) ja nicht klar war. Die Ärztin ließ schon mal verlauten, dass je nach Ergebnis eine Euthanasie vielleicht im Raum stehen könnte...
Ich weiß, dass Kaninchen lange keine Symptome zeigen, auch wenn es ihnen schlecht geht. Deswegen hab ich jetzt echt Angst, dass mich morgen früh schlimmeres erwartet, als ich mir erhoffe, trotz allem, dass er noch fleißig durch die Gegend hoppelt und frisst.
Ich weiß nicht wie erfahren die Tierärzte dort mit Zahngeschichten sind (das Röntgen hab ich direkt von mir aus vorgeschlagen, keine Ahnung ob sie es angesprochen hätte).
Sollte morgen kein Tumor zu sehen sein oder sonst was inneres, was schlecht/nicht behandelt werden kann, werde ich natürlich keiner Euthanasie zustimmen. Ich benötige allerdings, je nach Ergebnis, sicher Hilfe, wie ich weiter vorgehen soll, da ich selbst noch nie ein "Zahni" gehabt hab (oder was auch immer sich morgen als Ursache herausstellen wird).
Sollten sich tatsächlich "nur" Zahnprobleme als Ursache zeigen, bräuchte ich natürlich einen Zahnerfahrenen Tierarzt. Gibt es eine Liste oder ähnliches für sowas? Ich komme aus Herne/NRW.
Gibt es außer o.g. Ergebnissen beim Röntgen etwas, was für eine Euthanasie sprechen würde? Ich will ihn genauso wenig frühzeitig gehen lassen wie ich ihn unnötig leiden lassen möchte. Und ich hab jetzt schon richtige Angst vor morgen früh..
Ich glaub alle anderen Fragen werden sich erst morgen auftun, wenn ich (hoffentlich) eine Ursache für das Sabbern habe. Welche vermutlich sehr wahrscheinlich die Zähne sein werden. Dann stellt sich wiederum die Frage, was nach fast 6 Lebensjahren plötzlich die Zahnprobleme verursacht..
Sorry für den Roman, aber es ist so viel passiert in den letzten Wochen. Und ich glaub hier gibt es mehr Kaninchenspezialisten als in meinem Privatumfeld, die mich etwas beraten können und hoffentlich auch wenig beistehen.
Was auch immer morgen passiert, liegt die Entscheidung natürlich bei mir und meiner Einschätzung. Und es bricht mir jetzt schon das Herz, wenn ich meine beiden hier zusammen kuscheln sehe, daran zu denken, dass ich den einen morgen schlimmstenfalls nicht mehr lebendig mitbringe...
