 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
13.02.2017, 11:02
| | | | Schmari, du müsstest sie nicht wirklich von den anderen isolieren für eine Kotprobe - zumindest nicht lange. Von den im Standardverfahren untersuchten Erkrankungen Kokzidien, Hefen und Würmer sind lediglich die Hefen nicht ansteckend - und die weist man in einer einfachen Kotprobe nach. Für Kokzidien und Würmer kannst du getrost von der gesamten Gruppe sammeln. Und zwar über die Tage verteilt zu mehreren Tageszeiten und von mehreren Orten wo sie sich versäubern, denn es köttelt nicht jeder überall hin. Hat ein Gruppenmitglied Kokis oder Würmer, muss ohnehin der gesamte Bestand behandelt werden.
Also bitte, mach das mit der Kotprobe. Es gibt wichtigen Aufschluss.
Zahnprobleme kann man nie ausschließen, auch nicht wenn es einem Kaninchen zwischenzeitlich besser geht. Der Grund: auch leichte Zahnprobleme können einen Hefenbefall und damit eine Aufgasung verursachen. Die tritt nicht immer gleich stark auf. Also: nachsehen lassen, mindestens mit dem Othoskop. Ist dann alles top, kann man erst mal an anderer Stelle weiter suchen, und gegebenenfalls später per Röntgenaufnahme nach den Zahnwurzeln schauen, wenn man anderswo nichts findet.
BeneBac ist ein zweischneidiges Schwert. Hat dich die Tierärztin darüber nicht aufgeklärt? Sowohl Kokzidien als auch Hefen verwerten Zucker. Und BeneBac enthält zwangsweise Zucker - irgendwie muss man ja die darin enthaltenen Darmbakterien am Leben halten. Da sie in der Gruppe lebt, hat sie die Chance ihren Artgenossen Blinddarmkot zu stibitzen, oder notfalls Hartkot von ihnen zu fressen. Da sind auch Darmbakterien drin enthalten.
Wenn es sich um einen hochdichten Bezoar handelt (wie bei meiner Jule), dann kann röntgen auch dann etwas ausrichten wenn die Sache nicht gerade akut ist. Der Bezoar bleibt nämlich im Magen, und verursacht die Beschwerden dann wenn er vor den Magenausgang rutscht. Jules Bezoar war so dicht, dass nicht einmal Kontrastmittel nötig war um ihn auf dem Röntgenbild zu entdecken. Es dürften übrigens nicht nur ihre eigenen Haare gewesen sein, sondern auch die ihrer Mitbewohnerin Wuschel (Langhaarkaninchen).
Anhand deiner Schilderung würde ich einen Bezoar im Moment als wahrscheinlichste Möglichkeit sehen, der erste Schritt ist - vorausgesetzt sie hört zwischenzeitlich nicht wieder auf zu fressen - aber auf jeden Fall die Kotprobe zu sammeln. Denn eine Möglichkeit von vorneherein einfach außer Acht zu lassen könnte im schlimmsten Fall tödlich enden, vor allem wenn man aus der Ferne abwägen muss. |