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Plötzlich Krieg!Ihr Lieben, ich habe ein großes Problem. Seit 3 Jahren habe ich zwei Deutsche Riesen in Balkon-/Außenhaltung, Lilly und Milou. Beides Mädels, beide (wohl) nicht kastriert. Die beiden haben einen ständig offenen, gemeinsamen 3 - Etagen - Käfig, in welchem sich jedes Tierchen seine eigene Etage ausgesucht hat. Der Balkon gibt sonst insgesamt 6m² Lauffläche mit Häuschen und wechselndem Unterschlupf her. Seit 3 Jahren geht die Kombi gut. Gelegentlich gabs mal Streit, meistens im Frühjahr und nochmal im Herbst/Winter, auch mal mit blutigen Bisswunden. Bis auf kleinere Zickereien sind die beiden aber eher Kuschelhäschen untereinander. Von Menschen lassen sie sich nicht gern anfassen und bauen auch keine engere Bindung auf. ![]() Kommen wir zum Problem: Die Tage vor Weihnachten gab es viel Streit zwischen den beiden. Es nahm zwischenzeitlich die Gestalt an, dass Lilly Milou komplett in den Käfig gedrängt und nicht wieder heraus gelassen hat. Auch nicht zum essen. Infolgedessen musste ich Milou für zwei Tage immer das Futter in den Käfig legen, damit sie überhaupt fressen konnte. Heu- und Wasserzugang hatten beide aber durchgängig. Zwischendurch haben sie mal koexistiert ohne Streit und gekuschelt. Dann wieder Streit. Am 24.12. ist es dann völlig eskaliert. Ich fand Lilly mit tiefen Bisswunden und gespaltenem Ohr im Käfig. Milou hat sich offensichtlich gewehrt. Nach einem Nachmittag in der Tierklinik ging ich mit dem Tipp nach Hause, die beiden erst einmal zu trennen, aber so, dass sie sich sehen, riechen und hören können. Diesem bin ich entsprechend nachgekommen, sodass ich für Milou einen großen Hundekäfig auf den Balkon gestellt und eingerichtet habe und die Tierchen sich mit dem Auslauf abwechseln mussten. Lilly hat den selbstgebauten Etagenkäfig bekommen. Lillys Wunden habe ich seitdem behandelt und alles heilt schnell und gut. Nun, 2 Wochen später, besteht die Haltungssituation so fort. Die Tiere sind getrennt. Sie können sich sehen, riechen und hören und ein Tier kann jeweils ans Gitter des anderen. Durchs Gitter versuchen sie ausschließlich sich zu beißen und greifen sich an. Zusammensetzen ist unmöglich. Insbesondere ist Lillys Ohr noch dermaßen zerfetzt, dass ich sie schon allein wegen der Angst, die Verletzung werde sich verschlimmern, nicht zusammensetzen möchte. Gleichwohl ist die Haltungssituation unzumutbar für beide. Die beiden sind an Platz und ständigen Auslauf gewöhnt und nun haben sie ein Gitter vor der Nase. Wenn ich beobachte, wie sie sich durch das Gitter versuchen zu beißen, fällt mir aber partout keine Lösung ein. Lilly wirkt sehr aggressiv, Milou eher weniger. Habe nun die Käige hin und wieder mal getauscht, damit jedes Tier mal in den Genuss des Platzes kommt. Nun möchte ich euch fragen: Was kann ich tun? Ich möchte beide behalten. Es gäbe die Möglichkeit, in meinem Kleingarten ein größeres Gehege zu bauen im Frühjahr, das wäre aber eher die ultima ratio für mich. Ebenfalls bestünde die Möglichkeit, ein Tier über einen Zeitraum X zu meinem Papa zu geben und die Tiere so räumlich erstmal zu trennen. Langfristig möchte ich Einsamkeit und Platzmangel auf jeden Fall vermeiden. Von verschiedenen Tierärzten habe ich die Tipps eingesammelt, die Tiere eben nicht vollständig räumlich zu trennen, weil es dann gar nicht mehr klappt. Dieselbe Ärztin sagte auch, man könnte eine Kastration erwägen. Eine andere riet mir dazu, den Balkon aufzuteilen, sodass sich die beiden sehen können, aber jedes für sich zu halten. Da habe ich erhebliche Bedenken, ob sie dann nicht einsam wären und ob der Platz nicht viel zu klein wäre. Ebenso wurde mir die Behandlung des aggressiven Tieres mit Bachblüten zur Beruhigung empfohlen. Klingt experimentell. Aus dem Forum konnte ich aufschnappen, dass manche ihre Tiere für zwei Wochen vollständig getrennt haben und dass es dann wieder funktioniert hat oder aber (das wäre für mich notfalls mit neuem größeren Gehege im Garten eine Option) ein kastriertes Männchen dazu zu setzen. Erschwerend kommt hinzu, dass ich vom 18.01.-27.01. im Urlaub bin. Ich habe eine Hand voll kompetenter Babysitter für die beiden, aber ich wollte die zwei mindestens in einer nicht völlig unzumutbaren Haltungssituation zurück lassen. Auch hier die Frage: Was kann ich tun? Bitte helft mir! Ich bin für jeden Tipp dankbar!
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| Hallo und herzlich Willkomme hier im Forum! Mir fallen spontan folgende "Stellschrauben" ein, an denen man drehen sollte/könnte: - ich bin ja kein Verfechter von prophylaktischer Weibchenkastration, aber wenn ein Weibchen so plötzlich derart aggressiv wird, würde ich auf jeden Fall überprüfen, ob nicht Gebärmutterveränderungen vorliegen und ggfs. dann auch eine Kastra durchführen lassen. - 6 qm für zwei Mädels halte ich einfach für viel zu klein, da müsste deutlich mehr Platz her, am besten auch noch ein Kastrat, der die Damen beschäftigt... - mehrstöckige Ställe sind und bleiben ein Problem, weil es hierbei zwangsläufig Sackgassen gibt, diese gerne in Reviere eingeteilt werden, etc., daher: weg damit und nur noch Häuschen mit mehreren Eingängen verwenden. - wenn es am Gitter schon zu Aggressionen kommt, würde ich zunächst für mehrere Wochen komplett trennen, ohne Sicht- und Riechkontakt, und dann - nach Möglichkeit in einem neuen, deutlich größeren Revier erneut vergesellschaften. Was die verschiedenen Tipps betrifft: Es gibt bei Kaninchen einfach keinen allgemein gültigen Weg oder eine einzige funktionierende Lösung, sondern man muss, manchmal auch aus dem Bauch heraus, versuchen, die Methode zu finden, mit der es dann auch klappt. Vor einiger Zeit (vgl. https://www.kaninchenforum.de/kaninchenhaltung-allgemeines/46516-vg-tipps-f%FCr-dominante-rammler.html) gab es z.B. in meiner Gruppe aus - für mich, wer weiß schon, welche Beleidigungen sich die beiden zuvor an den Kopf geworfen hatten - heiterem Himmel heftige Kämpfe zwischen zwei meiner Kastraten. Bei uns hat es letztlich damit geklappt, dass ein jeder zwei Wochen außerhalb der Gruppe verbringen musste. Wäre es damit nicht gegangen, hätte ich nach anderen Wegen gesucht bzw. letztlich auch über zwei Gruppen nachgedacht.
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| Zitat:
Am Gitter beißt Lilly Milou oder kratzt sie. Milou ist etwas passiver und geht Lilly aus dem Weg, schnuppert eher als zu beißen, reagiert aber auf Lillys Angriffe aggressiv.
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| Ich würde ein Weibchen für einige Wochen zu Deinem Vater geben, so dass die beiden keine Kontakt zueinander haben. Beim aggressiven Weibchen bitte die Gebärmutter schallen lassen und schnellstmöglich im Garten ein Gehege von mind. 12-15qm bauen (sh. Gehegeforum) und wenn es dann fertig ist, die beiden Damen plus einem neuen Kastraten dort zeitgleich reinsetzen. Alternativ könntest Du die beiden Weibchen nach einigen Wochen Trennung in freie Wohnungshaltung nehmen.
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| Ohne starke Veränderungen an der Haltung wird es auch meiner Meinung nach nicht funktionieren. Deutliche Gehegevergrösserung mit Kastration tönt für mich nach der besten Option. Allerdings auch möglich, dass es ohne Kastration trotz den Bedingungen auch nicht mehr geht. Im schlimmsten Fall sogar auch mit Kastra nicht mehr, falls es bereits zu sehr eskaliert ist. Versuchen würde ich die VG aber nur mit deutlich vergrößertem Gehege (mind. 12 qm).
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| So ihr Lieben, es gibt Neues! Die oben beschriebenen Zustände haben sich verändert. Auf den vielfachen Tipp hin habe ich nun das vermeintlich aggressive Tier letzte Woche kastrieren lassen. Es geht ihr mittlerweile wieder richtig gut, sie ist munter und fit. Gegenwärtig wohnt sie - anweisungsgemäß - bei uns im Badezimmer und wartet auf das Fädenziehen am Samstag. Das andere Tier ist nun seit dem 15.01. bei meinem Papa. Die Häschen sind damit auch seit dem 15.01. räumlich vollständig getrennt. Ebenso ist sas Balkongehege damit seit letztem Donnerstag tierfrei. Bis die beiden sich wiedersehen möchte ich einige Änderungen vornehmen, zu denen mir u.a. hier geraten wurde, wie etwa alle Sackgassen im Etagenkäfig auflösen und noch ein zweites großes Haus dazu stellen. Die Etagen im Käfig werde ich komplett erneuern. Vielleicht noch Kartons und neues Spielzeug. Ich möchte den Versuch wagen, die beiden dort noch einmal zusammenzusetzen. Und da kommen wir auch schon zu meiner Frage: Wo und wie kann ich zwei sich bereits kennende Tiere vergesellschaften? Da die Tiere in den letzten Wochen/Monaten/Jahren mal bei jedem Familienmitglied zur Urlaubsbetreuung waren, habe ich leider ein Problem mit dem neutralen Raum, der für die Vergesellschaftung ja so zentral ist. Andererseits frage ich mich, wie notwendig dieser neutrale Raum ist, bei zwei Tieren, sie sich bereits kennen und deren Geruch vermutlich noch auf dem Balkon ist. Wie würdet ihr das anstellen? Jeder Tipp hilft mir! Meine gegenwärtige Idee: Nach Vornahme der Änderungen würde ich beide Tiere gleichzeitig auf den Balkon lassen, viel Futter verstreuen und hoffen, dass sie sich nicht zerfleischen.
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| Ich persönlich würde es mit 6qm und Tieren, die so aggressiv zueinander waren, wirklich nicht riskieren. Ich bin noch nicht sehr kaninchenerfahren. Vielleicht sind auch mal einige Platzvorstellungen etwas übertrieben, denke ich manchmal. Aber in deinem Fall ist es glaube ich echt zu wenig Platz. Unser Gehege ist etwas größer als 4qm und es leben zwei Zwerge von gerade 1,5kg und 1,8kg darin, die sich lieb haben und viel kuscheln. Ohne zusätzlichen Whg-Auslauf hätte ich trotzdem kein gutes Gefühl, bzw wäre es zu wenig, finde ich. Die beiden verstehen sich sehr gut, aber zu aktiven Zeiten entsteht da echt ordentlich Dynamik. Oder wenn Maja Moritz mal wieder rammelt und er sie anschließend kurz jagt. Ich mag mir nicht vorstellen, wie das wäre, wenn sie sich nicht so mögen würden. Vermutlich hilft dir das jetzt wenig. Lässt sich nicht irgendeine Möglichkeit für ein größeres Gehege finden? Ich kann schon verstehen, dass Schrebergarten ungünstig ist. Da hat man dann ja kaum noch Kontakt zu den Kaninchen.
__________________ Viele Grüße, Susanne
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| Ich kann mich da auch nur wiederholen: definitiv zuwenig Platz, wenn es bereits starke Probleme im vornerein gab! Gleichgeschlechtliche brauchen deutlich mehr.
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| Stichworte |
| aggression, haltung, hormone, streit, verletzung |
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