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Kaninchen Weibchen immer aggressivHallo zusammen, wir haben unser Zwergkaninchenpärchen jetzt seit gut 6 Monaten. Beide haben tags und nachts einen Auslauf über ca. 7 qm (Außengehege im Garten) und oft lasse ich sie zusätzlich noch tagsüber stundenlang in unseren gesicherten Garten mit ca. 35 qm rumhüpfen. An Bewegung mangelt es ihnen nicht. Sie bekommt jeden Tag frisches Futter und getrocknetes Futter und Heu. Das Männchen war von Anfang an eher zutraulich und neugierig und leckt einem auch manchmal den Arm ab. Das Weibchen war schon immer das zurückhaltendere, welches schnell erschreckt. Irgendwann fing es an, dass es uns zwickte, sobald wir es streichelten und irgendwann auch mit dem Zwicken bei ihrem Partner anfing. Das wurde immer schlimmer, dasssie ihn kaum noch in Ruhe lies, was wohl an den Hormonen lag. Da der arme Kerl garkeine Ruhe mehr hatte und sich nicht wehrte, haben wir sie kastrieren lassen. Das ist mittlerweile gut 2 Monate her. Jetzt lässt sie ihn meinst in Ruhe, aber wenn er ihr z.B. im Weg ist, zwickt sie ihn immernoch und auch ihr Verhalten uns gegenüber hat sich nicht verändert. Bringt man ihnen morgens das Essen ins Gehege, kommt sie angerannt und versucht uns zu zwicken. Schafft sie das nicht, wird entweder ihr Partner gezwickt, oder sie nimmt irgendetwas, was sie finden kann (z.B. eine Karotte), nimmt sie in den Mund und schleudert sie voller Wut herum. Lasse ich die 2. draußen im Garten hoppeln und mache was an ihrem Gehege (z.B. Klo reinigen) , kommen beide irgendwann zu mir gelaufen. Er schnuffelt an meinem Fuß und was macht sie? Sie fängt an mein Bein anzubuddeln und beißt in meine Hose. Im Sommer war das ganz schlimm, weil sie da 2x Mal jeweils eines meiner Kids ins Bein gebissen hat. Ohne Grund. Mein Sohn stand im Garten, sie kam von hinten an und hat ihn gebissen. Kennt ihr sowas? Kann man was dagegen tun, oder ist das einfach ihre Art? Meine Kinder sind schon sehr enttäuscht und beschäftigen sich mittlerweile nurnoch mit dem Männchen. Wiegesagt ist ihr Partner da ganz anders. Achja, wir nehmen die 2 nur auf den Arm, wenn es sein muss. LG, Yvonne
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| Deine Kaninchendame wird erwachsen und verteidigt ihr Revier, von daher ein völlig normales Verhalten. Sie sieht sowohl den Freilauf, als auch das Gehege als ihr Eigentum an. Und Kinder sollten bei Kaninchen sowieso als erstes lernen, dass es Beobachtungs- und keine Kuscheltiere sind, auch wenn viele Kaninchen auch den Kontakt zum Menschen suchen bzw. sich auch gerne mal streicheln lassen. Ich selber habe eine Häsin, die es mal „erduldet“ gestreichelt zu werden und ihr Partner ist ein 100%iger „Rührmichnichtan“... ist so, jedes Kaninchen, jedes Tier und auch jeder Mensch hat seinen eigenen Charakter. Du hast mit Deiner Häsin eine etwas dominantere Dame erwischt.
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Schau mal, vor kurzem gab es einen ähnlichen Thementhread. Die Bandbreite der Meinungen, die eintrudelten, fand ich sehr hilfreich: http://www.kaninchenforum.de/kaninchenhaltung-allgemeines/43562-kaninchendame-greift-mich.html Grüße, ![]() Aen
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| Naja, ich laß meine Maus ja jetzt auch kastrieren, obwohl sie zumindest laut Utraschall keine Veränderungen an der Gebärmutter hat, und die ist jetzt dann 8 Monate jung. Und prinzipiell lasse ich sie aus denselben Gründen kastrieren, wie es bei Ron&Minnie der Fall war.. Laut TA Dr. Rückert in Ulm, welcher einer der empfohlenen Tierärzte ist, tendiert man mittlerweile dazu, Kaninchenweibchen schon früher als mit 13 Monaten zu kastrieren: http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=20100 @Ron&Minnie Ich würde auch mal versuchen, Deinen Stand bei Deinem Weibchen klarzumachen. Meine Maus hat das mir gegenüber in ihrer ganz schlimmen Phase auch mal kurzzeitig versucht und hat nach mir geschnappt. Da habe ich sie eben mal kurz runtergedrückt - natürlich nicht so, daß es ihr weh tut, aber schon so deutlich, daß sie gemerkt hat, wer quasi der Stärkere ist. Seitdem hat sie es bei mir nicht mehr versucht.
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| Dr.Rückert ist kein Kaninchen Ta. Kaninchenerfahrene Ta haben mit ausgewachsenen Kaninchen keine Probleme und würden auch nie nur die Eierstöcke entfernen, so wie er es schreibt.
__________________ Liebe Grüße Heike
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http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=20100 >> So sehr ich ein Gegner der pauschalen, prophylaktischen oder gar zu frühen Kastration bei Hunden bin, so sehr befürworte ich diese Operation beim weiblichen Kaninchen. Auf dem Foto sieht man genau das, was man fast immer vorfindet, wenn man ein Kaninchen mit mehr als 2 oder 3 Jahren ovarhysterektomiert (totaloperiert): Eine massiv entzündete Gebärmutter, die mit Sicherheit bereits schwerwiegende, chronische Beschwerden verursacht hat. Ebenfalls nicht selten sind bei Häsinnen mittleren Alters die bei anderen Haustierarten kaum vorkommenden und bösartigen Adenokarzinome der Gebärmutterschleimhaut. Auch zystische oder bösartige Veränderungen der Ovarien (Eierstöcke) findet man recht häufig vor. Die Fortpflanzungsorgane des weiblichen Kaninchens scheinen offenbar mit dem durch die Haltungsform als Hobbytier erzwungenen "Leerlauf" gar nicht gut zurecht zu kommen. Außerdem berichten viele Kaninchenhalter von drastischen Verhaltensänderungen mit zunehmender Aggression gegenüber gemeinsam gehaltenen Partnerkaninchen, aber auch gegenüber Menschen. Speziell kastrierte Männchen haben oft massiv unter der Aggressivität der mit ihnen gehaltenen und unkastrierten Weibchen zu leiden. Im Wikipedia-Artikel über Hauskaninchen steht der Satz: "Aggressives Verhalten bei Häsinnen ist hingegen charakterbedingt oder rührt aus negativen Erfahrungen her." Das würde ich so nicht unterschreiben wollen, denn so gut wie alle Besitzer berichten, dass dieses Verhalten durch die Kastration komplett behoben oder zumindest deutlich abgemildert wird. Ob nun in erster Linie hormonelle Ursachen oder aber chronische Schmerzzustände hinter der so häufig beobachteten Grundgereiztheit weiblicher Kaninchen über 18 Monaten stecken, vermag ich nicht sicher zu sagen, aber die Kastration scheint auf jeden Fall sehr effektiv Abhilfe zu schaffen. Ich persönlich neige zu der Ansicht, dass die "Weltmeister im Verstecken von Schmerzen" tatsächlich so gereizt und bösartig werden, weil sie chronisch leiden. Warum hat man sich früher kaum getraut, den Besitzern diesen Eingriff anzuraten, macht das inzwischen aber sehr wohl? Das ist auf die durchschlagende Verbesserung des Narkoserisikos bei Kaninchen in den letzten 15 Jahren zurückzuführen. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, in denen man - wenn man ehrlich zu sich selbst war - mit mindestens einem narkosebedingten Todesfall auf fünfzig Eingriffe rechnen musste. Das war für eine als vermeintlichen (!) Wahleingriff zu betrachtende OP einfach zu viel. Heutzutage haben Kaninchen in den Händen von Tierärzten, die die für diese Tierart empfehlenswerten Narkoseverfahren beherrschen, ein mindestens (!) um den Faktor 10 verbessertes Risiko. Auch wenn das noch immer deutlich schlechter ist als beim Hund oder gar bei der Katze, kann man damit doch guten Gewissens arbeiten. << [Hervorhebung von mir] Folgt man der Prämisse im Fettdruck, spricht das durchaus für eine "frühere" Operation. Mir gefällt sein sorgfältiges Abwägen aller Aspekte zu diesem Punkt: >> Etwas unsicher bin ich mir allerdings bezüglich des richtigen Zeitpunkts. Einige Kolleginnen und Kollegen empfehlen auch bei Häsinnen eine relativ frühe Operation mit etwa 8 Monaten, weil sich der Eingriff in diesem Alter durch noch geringe Fetteinlagerungen in der Bauchhöhle technisch einfacher gestaltet und zudem in den meisten Fällen nur eine Ovarektomie (Entfernung der Eierstöcke unter Belassung der Gebärmutter) und keine Ovarhysterektomie (Totaloperation) durchgeführt werden muss. Ich habe bisher dazu geraten, die Kastration spätestens beim Auftreten aggressiven Verhaltens mit etwa 1,5 bis 2 Jahren durchführen zu lassen, bin aber aufgrund der selbst in diesem Alter bereits häufig anzutreffenden entzündlichen Veränderungen an der Gebärmutter inzwischen am Grübeln, ob früher nicht tatsächlich besser wäre, um den Tieren unnötige Schmerzen zu ersparen. << Geändert von Aen (03.11.2017 um 23:40 Uhr).
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Bei ihm wird auch die OP von Mäusle durchgeführt und wenn man sich seine Berichte über Kaninchen durchliest sowie mal bei ihm ist, merkt man sofort, daß er sich sehr gut mit Kaninchen auskennt. Er wird auch nicht umsonst in der hiesigen Tierarztliste aufgeführt, nehme ich mal an. Bei Weibchenkastrationen spalten sich jedoch immer die Meinungen. Edit: Hab grad nochmal nachgesehen, Dr. Rückert wird bei sweetrabbits und bei kaninchenwiese aufgeführt. Geändert von CindyH (04.11.2017 um 09:17 Uhr).
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| Kleintier ist nicht kleines Heimtier , da habe ich mich etwss ungenau ausgedrückt. Ich kenne seine Blogs und halte ihn für einen Ta der sich wirklich interessiert, nich wie leider so viele andere. Aber ja , OPs können sie dennoch machen, aber trotzdem immer eine komplette Kastra, nicht nur Eierstöcke. Das wäre Quatsch, denn dann müsste die große OP nochmal gemacht werden, wenn die Gebärmutter vereitert oder einen Tumor hat. Zitat Dr. Rückert : .... und zudem in den meisten Fällen nur eine Ovarektomie (Entfernung der Eierstöcke unter Belassung der Gebärmutter) und keine Ovarhysterektomie (Totaloperation) durchgeführt werden muss.
__________________ Liebe Grüße Heike
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Ich verstehe den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang so, dass die Gebärmutter bei früher Kastration unoperiert bleiben kann, weil die Wucherungen in der Gebärmutter erst dann entstehen, wenn die Eierstöcke zu lange im "Leerlauf" und mithin hormonell fehlgeleitet in Betrieb sind. Entfernt man die Eileiter frühzeitig, schafft man sozusagen erst die Voraussetzungen, dass die Gebärmutter im weiteren unbeschadet bleiben kann. Deshalb muss sie sinnigerweise bei einer „frühen“ Kastration auch nicht mitentfernt werden - kann es aber freilich.
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| Ja, so hab ich seine Aussage auch verstanden. Trotzdem werde ich Montag jetzt doch nochmal lieber nachfragen ;-) Tierärzte mit der Qualifikation "Heimtiere" sind aber auch nicht leicht zu finden, wenn man nicht gerade stundenlang mit den Karnickeln fahren will; vor allem, wenn man öfter zum TA muß. Mein Standard-TA hat die Qualifikation auch nicht, bildet sich aber selbst immer weiter und wir haben über die letzten Jahre beide sehr viel dazu gelernt, wenn ich auch an manchen Stellen noch merke, daß man dies oder jenes noch verbessern müßte. Aber er ist wirklich am Tierwohl interessiert, wie es auch Dr. Rückert scheint, und das macht sehr viel wett.. alles andere kann man absprechen, nachlesen oder mit Kollegen Rücksprache halten.
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| Hmm, irgendwie frage ich mich schon, was in den letzten 30 Jahren in die Kaninchen hinein gezüchtet wurde, dass Gebärmutterveränderungen bei weiblichen Kaninchen nunmehr die Regel sein sollen? Meine erste Kaninchengruppe hatte ich in den 80er Jahren, damals war eine Weibchen-Kastra überhaupt kein Thema. Ronnie und Carry waren bis ins hohe Alter stets die Liebenswürdigkeit in Person, allenfalls Raja hätte man eine "Grundgereiztheit" unterstellen können, wenn man ihre Vorliebe, lieber einen Ast durchzubeißen, als außen rum zu gehen, als Aggressivität werten wollte. Komischerweise wurden diese Mädels alle 11 Jahre und noch älter, kein einziges starb an Gebärmutterveränderungen, und auch in der Nachbarschaft, in der mehrere Kaninchengruppen lebten, war weder eine besondere Aggressivität der Weibchen, noch die Gefahr von Gebärmutterveränderungen je ein Thema. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass immer mehr Verhaltensweisen pathologisiert werden, die eigentlich zum völlig normalen Verhaltensrepertoire eines Kaninchens gehören? Es liegt nun mal in der Natur eines Kaninchens, Tunnel zu graben, mit Rammeleien die Rangordnung auszutragen bzw. den Geschlechtstrieb auszuleben, mit Urin und co das Revier zu markieren. Warum muss ich das unterbinden? Damit sich das Kaninchen mehr meiner aufgeräumten und frisch geputzten Wohnung anpasst bzw. ich mich an Kaninchen erfreuen kann, die immer nur miteinander kuscheln und mir die Illusion einer Friede-Freude-Eierkuchen-Welt geben? Vielleicht kann ich mich mit meiner Außenhaltung ja etwas entspannter zurücklehnen, aber auch mich nervt es zuweilen, wenn ich im Garten einen halben Meter tief einsacke, weil das letzte Tunnelprojekt meiner Langohren doch etwas größer ausfiel, als gedacht. Und auch ich wurde schon angeknurrt, wenn ich Löcher zuschaufelte, komischerweise aber nicht nur von den Mädels, sondern auch von den Kastraten, die sich, ganz im Widerspruch zu den landläufigen Meinungen, trotz Kastra und obwohl sie Männchen sind, immer eifrigst an den Bauprojekten beteiligen und beim Wegschaffen meiner Bretter und sonstiger Sicherungsmaßnahmen noch eifriger sind, als die Damen... Ich weiß auch nicht, warum ich es so problematisch finden sollte, wenn Luna oder eine der anderen Mädels alle paar Monate mal hitzig wird und dann die Kaninchengruppe aufmischt - erstens haben sie genug Platz, um sich auszuweichen, und zweitens erledigt sich das ganze doch innerhalb weniger Tage von selbst, spätestens wenn Rufus der jeweiligen Dame vor Augen hält, dass ER der Rammler ist. Lange Rede, kurzer Sinn: wenn eine medizinische Indikation besteht, sollte man natürlich handeln und ggfs kastrieren, aber nur weil einem das Verhalten missfällt, meiner Meinung nach sicherlich nicht. Und wenn wir uns alle mal an der eigenen Nase packen, können wir auch mal darüber nachdenken, dass viele Verhaltensweisen von uns eigentlich auch nur hormongesteuert sind, von Zickereien unter weiblichen Mitarbeitern angefangen über übersteigerte Putzwut (Nestbautrieb?) bis zu aufgemotzten Autos (der Pfau lässt grüßen...) und illegalen Straßenrennen.... Und was die tierärztlichen Ansichten zu dieser Thematik betrifft, so sollte man sich auch immer vor Augen halten, dass ein Tierarzt naturgemäß immer nur die kranken Tiere sieht, nicht aber diejenigen, die ein hohes Alter ganz ohne gesundheitliche Beschwerden erreichen. Zudem dürfte es auch nirgendwo hinreichende Untersuchungen dazu geben, welch´Folgen eine frühe Weibchenkastration auf andere Organe/Gesundheitsbereiche hat. Bei Menschen wurde z.B. schon festgestellt, dass mit Hormongaben zwar manche Krebsarten weniger oft zu beobachten waren, dafür traten dann aber andere gehäufter auf. Auch birgt jede Operation im Bauchraum die Gefahr, dass sich dort Verwachsungen bilden mit entsprechend negativen Auswirkungen auf andere Organe, wie z.B. den Magen-Darm- oder den Harntrakt. Womöglich bekommt mein Kaninchen dann zwar keinen Gebärmutterkrebs mehr, hat aber dann stattdessen Verdauungsprobleme oder ständig Blasensteine?
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Alles richtig. Nur kann ich ohne weiteres nachvollziehen, dass ein Tierarzt, der mit statistischer Häufung weibliche Kaninchen mit zerwucherter und entzündeter Gebärmutter auf dem Behandlungstisch hat und sozusagen „rückrechnet“, wie lange das Tier bei diesem Krankheitsbild bereits chronische Schmerzen leidet, entsprechende Überlegungen anstellt. Und daraufhin prophylaktische Maßnahmen in den Blick nimmt. Der hier in Rede stehende Tierarzt scheint seine Abwägungen sorgfältig und gerade nicht erkennbar interessengeleitet anzustellen. Ist ja schon mal was. Aus Haltersicht bleibt das Thema schwierig - Du beschreibst das Für und Wider, wie ich finde, sehr triftig - und ist von den Raumverhältnissen, in denen sich die Tiere und die Halter mit dem "Problem" auseinandersetzen müssen, mE nicht zu trennen. Insofern würde ich Dir zustimmen: ja, ich glaube, da kann man sich mit Kaninchen in Außenhaltung „entspannter zurücklehnen“. Grüße, Aen Geändert von Aen (04.11.2017 um 12:01 Uhr).
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| @Diabi Weitestgehend stimme ich Dir zu. Ich kann mich ebenfalls nicht daran erinnern, daß irgendein Kaninchenweibchen von mir jemals Probleme mit der Gebärmutter gehabt hätte, und ich denke auch ganz allgemein, daß wir, unabsichtlich weil eigentlich gutmeinend, mit immer mehr Wissen, was wir über Kaninchen erlangen, diese dann doch oftmals kränker reden als sie eigentlich wären. Nur, zumindest für meinen Fall möchte ich da doch etwas klarstellen. Würden sich die Hormone bei Mäusle einzig so äußern, wie Du geschildert hast, würde ich sie niemals kastrieren lassen. Von mir aus darf sie buddeln, wie sie will; sie könnte auch mit Urin markieren, ohne, daß ich deswegen Panik bekommen würde (hatt ich alles schon, ist zwar nicht schön, aber meine Wohnung stinkt deswegen trotzdem nicht nach Urin, man kann alles wegputzen). Auch würde es mich nicht weiter stören, wenn sie Faxe berammeln würde oder es ab und an mal richtig kracht. Alles kein Problem, alles kein Grund, solch eine OP durchführen zu lassen. Aber wenn sie offensichtlich selbst unter ihren Hormonschüben leidet, was sich an allgemeinem Unwohlsein etc zeigt, und wenn sie im Wechsel von Minuten mal schmust, dann wieder völlig aggressiv auf Faxe losgeht, ist das keine Lösung mehr. Bei mir haben beide bekanntermaßen auch genügend Platz zur Verfügung, aber wenn sie anfängt, ihn überall hin zu verfolgen, ihm keine Verschnaufpause gibt, ihn nur noch verkratzt - bis es ihm irgendwann reicht und es dann wieder Verletzungen gibt, die gleich tierärztlich behandelt werden müßen - und das alles vor dem Hintergrund, daß es chronische Schnupfer sind, wo dieser Streß absolut kontraproduktiv ist, dann sehe ich mich dazu gezwungen, daß ich an diesem Zustand etwas ändern muß, weil sonst beide nur immer weitere Krankheiten anschleppen, da ihr Immunsystem einerseits mit dem Schupfen schon genug belastet ist und dann dieser Dauerstreß aufgrund ihrer permanent vorhandenen Hormonschübe die Krönung des Ganzen ist. Man sollte also immer auch die Gesamtumstände betrachten, welche zu einer Kastration bei Weibchen führen, wenn es keine direkte medizinische Indikation bzgl der Gebärmutter gibt. Ich stimm jedoch zu, daß man sicherlich nicht operieren lassen sollte, nur, weil man selbst die Verhaltensweise des Weibchens als nicht angenehm empfindet. Wobei ich trotzdem nicht denke, daß ein Vergleich zum Menschen hier hilfreich ist. Karnickel sind schließlich immens aufs Fortpflanzen gepolt, sicherlich sehr viel mehr als es ein Mensch ist, weshalb ich mir vorstellen kann, daß Kaninchen unter ihren Hormonschüben selbst auch sehr viel mehr leiden als wir. Ein paar Mal im Jahr wäre das hinnehmbar, aber wenn es einfach nicht mehr aufhört, leidet das Weibchen doch selbst darunter.
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| @Cindy: es mag durchaus auch mal in Ausnahmefällen Gründe für eine Kastration ohne medizinische Indikationen geben, aber der zitierte Tierarzt rät ja generell zur prophylaktischen Weibchen-Kastration, und das verursacht bei mir einfach ein Unwohlsein... Die Situation Deiner Kaninchen kannst letztlich nur Du beurteilen, andererseits denke ich, dass auch der von Dir beschriebene Wechsel zwischen Schmusen und Aggressivität bei pubertierenden Kaninchen noch normal ist, das beobachtete ich bei meinen Langohren auch des öfteren, so lange sie noch in der Pubertät waren, aber bislang wurden noch alle ruhiger, und es gab auch bei allen genügend Phasen, in denen Harmonie herrschte... Wahrscheinlich ist es auch immer problematischer, wenn man nur ein Pärchen hält, weil sich die Aggressivität dann immer nur auf ein Kaninchen richten kann, das damit nicht immer zurecht kommt. Als z.B. Luna pubertierte, ging sie als "Chefin" reihum auf alle anderen los, jedes hatte aber auch mal Ruhe, weil sie gerade mit einem anderen beschäftigt war, und Rufus ist halt, dank seinem Hasenkaninchenblut, auch ein Rammler, der sie dann wieder in die Schranken weisen konnte, ein anderer wäre vielleicht zitternd in der Ecke gesessen. Was ich aber definitiv nicht glaube, ist, dass Kaninchen unter ihren Hormonschüben leiden - wieso denn, wo der Fortpflanzungstrieb doch völlig natürlich ist? Unglücklich wirkten bei mir in solchen Situationen allenfalls die Kaninchen, die gejagt wurden, nicht aber dasjenige, das gerade hitzig war. Genauso wenig würde ich unterschreiben, dass wir Menschen weniger auf Fortpflanzung gepolt sind, als Kaninchen, dazu gibt es zum einen schon viel zu viele wissenschaftliche Erkenntnisse, die z.B. belegen, dass eine Frau in ihrer fruchtbaren Phase, überspitzt formuliert, eher mit dem typischen Macho-Mann den Kontakt sucht (bessere Gene), und in den anderen Phasen den fürsorglichen Softie bevorzugt (Versorger des Nachwuchses), dass wir Menschen "schön" und sympatisch finden, die gewisse körperliche Idealproportionen haben, usw. usf., zum anderen zeigt auch die aktuelle Sexismus-Debatte schon sehr deutlich, wie sehr auch uns Menschen jegliche Vernunft abhanden kommen kann....
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| Natürlich spielt die Fortpflanzung auch bei uns eine große Rolle, wie bei jedem Lebewesen, aber es ist meiner Ansicht nach doch ein Unterschied. ZB ein unkastrierter Rammler, der hat fast 24 Stunden am Tag nichts anderes im Sinn als eben zu rammeln, was auch immer ihm vor die Füße kommt, wenn kein Karnickelweib in der Nähe ist. Daß das bei uns nun auch so dermaßen stark ausgeprägt ist, konnte ich bisher noch nicht feststellen..und die aktuelle Sexismusdebatte hat auch wenig mit Trieben etc zu tun, sondern vielmehr mit der politischen Lage, was aber ein ganz anderes Thema ist. Ob ein Kaninchen unter seinem Trieb leidet oder nicht, ist davon abhängig, ob es ihn ausleben kann. Im Normalfall können sie dies bei uns ja nicht - also enormer Streß durch unbefriedigte starke Triebe - und ich seh es an meiner Maus, definitiv fühlt sie sich selbst auch nicht wohl damit, von Faxe ganz zu schweigen. Ich bin relativ gespalten, was eine grundsätzlich prophylaktische Kastration angeht. Gespalten hauptsächlich deshalb, weil ich mir auch Gedanken darüber gemacht habe, was die OP vielleicht für Spätfolgen zeitigen könnte. Andererseits erscheint es mir doch auch irgendwo sinnvoll, denn seit ich Kaninchen habe, habe ich von Tierärzten immer wieder gehört, daß es massig Problemfälle aufgrund der Gebärmutter geben solle, auch, wenn ich selbst bis dato noch keine derartigen Fälle hatte. Bis vor ein paar Jahren allerdings waren sehr viele von uns auch noch gar nicht im Weltnetz unterwegs, um dort ihre Geschichte bzw die Geschichte ihrer Karnickel zu erzählen; vielleicht wirkt es deshalb auch nur so, als ob die Weibchenkastras dermaßen zugenommen hätten, weil es früher eben keine Plattform gab, wo jeder aus allen Teilen Deutschlands und darüber hinaus davon erzählen konnte.
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| Das Problem ist, glaube ich, die extreme Zucht, die dann eben auch durch gewollte Inzucht zu vermehrten Problem in allen Organen führen kann. Hauptsache das Tier entspricht dem „Kindchenschema“, hat Hängeohren wo es aufgrund der Größe drauftreten kann, oder ein langhaariges Fell womit es sich selber nie vernünftig pflegen kann. In meine Augen alles sog. Qualzuchten. Dazu die Vermehrungen in osteuropäischen Ländern die hier in Zoogeschäften und Baumärkten verramscht werden. Alles das führt dazu, dass die Kaninchen heute für alles anfälliger werden. Ich hab meine erste Häsin am GB-Tumor mit Streuung in der Lunge verloren, sie war allerdings „schon“ acht Jahre alt. Eine weitere hab ich mit dreizehn Monaten aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten kastrieren lassen, sie hatte schon bösartige Veränderungen an der GB. Eine Pflegie-Häsin hatte dieses mit knapp acht Monaten usw. seitdem wird bei mir jede Häsin bei den kleinsten Auffälligkeiten kastriert, allerdings nicht grundsätzlich prophylaktisch.
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