Hallo an alle,
ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich ratlos. Wir haben unsere Vierergruppe (1xW, 1xW kastriert, 2xM kastriert) im August vergesellschaftet und nach wenigen Tagen haben alle Kaninchen zusammen gefressen und auch alle mehr oder weniger häufig miteinander gekuschelt. Jedenfalls war es vollkommen harmonisch, eine absolute Traumgruppe.
Jetzt waren wir letzte Woche in Urlaub und als wir Sonntag wieder kamen, fanden wir unsere beiden Häsinnen völlig zerbissen vor. Gretchen (W, unkastriert) hat am Rücken richtig viel Fell eingebüßt und Unmengen Kratzer, sowie einige tiefere Bisswunden an Rücken und in den Ohren, ist aber vergleichsweise gut weggekommen. Unsere Finja (W, kastriert) hat es deutlich schlimmer erwischt. Ihr linkes oberes Augenlid ist zerrissen, man sieht kaum noch das Auge vor lauter Eiter, Schwellungen und Hautfetzen. Und in den Ohren gibt es auch etliche tiefe Bisse, teilweise durchgehend. Beim Notdienst wurde am Sonntag 1h lang der Eiter aus den Wunden gespült

. Nach Abheilung muss ihr Augenlid chirurgisch korrigiert werden. Es geht ihr aber schon besser.
Wir sind jetzt mit der Situation gerade ziemlich überfordert und wissen nicht wirklich, wie wir kurz- und langfristig am besten mit der Situation umgehen sollen. Tatsache ist, Finja, die derzeitim Haus im Krankenkäfig sitzt, muss so schnell wie möglich wieder nach draußen und in Gesellschaft eines anderen Kaninchens.D.h. unser Gehege und die Gruppe müssen wir bis die Wunden verheilt sind erst einmal trennen.
Die Jungs verstehen sich beide mit beiden Damen, wobei Bjarne wesentlich mehr Nähe zu anderen Kaninchen sucht als Horst. Wir hatten jetzt geplant den ruhigeren Bjarne erst einmal zu Finja und den aufgeweckteren Horst zu Gretchen zu setzen. Unser langfristiges Ziel ist natürlich, dass die vier wieder eine Gruppe bilden und gemeinsam das Gehege benutzen können. Ich hoffe wirklich uns gelingt das. Es tut mir echt weh, dass unser Kaninchenparadies gerade so in eine Katastrophe schlittert
Folgende Fragen:
- Sollten wir die beiden Gruppen fest bestehen lassen, oder die Jungs zwischendurch umsetzen, sodass sie zumindest mit beiden Häsinnen in Kontakt blieben und sich weiterhin verstehen?
- Sollten wir die Gruppen abwechselnd in den Gehegehälften unterbringen, sodass keine Revieransprüche entstehen können oder ist es besser jeder Gruppe ihre Hälfte zu lassen?
- Wie ist es mit Auslauf im Garten? Der wurde natürlich von allen 4 Kaninchen genutzt. Wie können wir das handhaben?
- - glaubt ihr, dass eine Kastration von Gretchen vor einer erneuten Vergesellschaftung die Chancen auf einen Erfolg erhöhen würde?
Wenn ihr noch weitere Tipps und Ratschläge habt, freue ich mich sehr darüber. Es fällt mir gerade wirklich schwer zu entscheiden, was wohl das beste für unsere Patienten ist und gleichzeitig uns nicht die Chance auf eine erfolgreiche zweite Vergesellschaftungsrunde verbaut. Hat jemand in einer ähnlichen Situation positive Erfahrungen gemacht?
Die Frage, die uns mit am meisten beschäftigt ist natürlich, warum es zwischen den beiden Mädels auf einmal so geknallt hat, nachdem sie bei unserer Abreise noch kuscheln nebeneinander lagen. Liegt es vielleicht sogar an uns, dass wir sie durch unsere Abwesenheit und die fremden Personen im Gehege verunsichert haben? Ich wüsste einfach gerne, warum, damit wir solche heftigen Streitereien in Zukunft umgehen können

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Viele Grüße, Maike