Hallo ihr Lieben!
Im Moment ist alles anstrengend... 3 Monate hab ich mit Willi gegen E.C. gekämpft. Er hält sich tapfer.
Vor einem Monat hatte ich endlich das Gefühl, dass alles wieder soweit ok ist und ich nicht mehr mit Bauchschmerzen in den Stall muss, da finde ich plötzlich, dass Fine so einen Schlafzimmerblick hat.
Am nächsten Tag war es schlimmer, also Montag ab zum Tierarzt. Behandelt wurde sie auf Bindehautentzündung. Da war mir allerdings schon klar, dass es keine war, da sie sich schon seit Wochen "irgendwie anders" verhielt.
Ich mach's kurz, bis Samstag war ihr Auge fast aus der Höhle rausgedrückt, über Nacht war das plötzlich komplett angeschwollen.
Der Tierarzt schickte mich zur Tierklinik mit den Worten "Das Auge muss raus!". Was?
In der Tierklinik die gleiche Aussage. Hinter dem Auge sei ein Abszess, der das Auge rausdrückt. Ich sollte Fine da lassen zur OP. Allerdings würden sie erst noch röntgen um zu sehen, woher der Abszess kommmt.
Das Auge müsste allerdings raus, weil einfach alles entzündet war...
Der Abszess wurde ausgelöst durch eine Zahnwurzel. Also haben sie das Auge rausgenommen, den Zahn gezogen (OHNE mit mir Rücksprache zu halten!) und mir Fine am nächsten Tag mit den Worten: "Ja, das wird wahrscheinlich nichts mehr..." zurückgegeben. DANKE!
Durch die Zahnwurzel hatte sie auch noch eine Knochenmarksentzündung im Kiefer.
Ich bin in Schockstarre nach Hause gefahren und hätte fast gekotzt, bei der Vorstellung, was ich meinem Tier antue.
Eine Woche später war die Wunde wieder vollständig voller Eiter, trotz AB (Baytril..., wann hat das jemals geholfen)
Beim Tierarzt haben die 4ml rausgeholt... Der spritzte ihr dann eine komische Antibiotikalösung ins Auge und meinte, würde es nicht besser werden, würde sie beim nächsten Besuch eingeschläfert.
Am nächsten Tag war abzusehen, dass das nichts brachte.
Und da packte mich dann der Kampfgeist, weil Fine überhaupt nicht den Eindruck machte, als hätte sie Lust morgen spontan zu sterben.
Gegen den Rat von 2 Tierärzten die Wunde zu spülen, wegen "offene Wunde", "Infektionsgefahr (witzig...)" im "unhygienischen Kaninchenstall", bin ich in die Apotheke, habe mich mit
20 Einwegspritzen,
500ml Rivanol,
Hekla Lava (homöopathisches Mittel bei Knochenmarksentzündung),
Doxycyclin (der antibiotische Hammer, beim Arzt auf ein Rezept bestanden)
Lactogel (für die Darmflora)
Zellstoff
und Desinfektionsmittel ausgestattet.
500ml Kochsalzlösung kochte ich 3x täglich selber.
Ich habe mit desinfizierter Schere und Pinzette zwei Fäden gelöst, damit ich dran kam und die Wunde 3x täglich gespült, anschließend mit Rivanol "ausgefüllt" und Fine mit AB und dem HPM behandelt.
Das mache ich jetzt seit 3 Wochen täglich im 12Std. Abstand.
Seit heute morgen ist kaum noch Eiter da, und die Wunde ist rosa. Ich habe zwar keine Ahnung, wie es dahinter aussieht, aber Fine ist aktiv und frisst massig.
Das Fell (der halbe Kopf war rasiert) wächst langsam nach. Die Fäden habe ich selbst gezogen und die Wunde wächst langsam zu, das Auge stand auch nie offen, sondern schloß sich nach jedem spülen von selbst.
Hofft mit mir, dass sie es packt, und dass es die richtige Entscheidung war. Ich hab immer noch Gewissensbisse und frage mich, ob ich ihr helfe oder sie nur unnötig quäle...
Traurige und gestresste Grüße,
Sarah
EDIT: Sorry, falsche Rubrik... War lange nicht mehr da
