Ich schalte mich als Katzenhalterin hier mal ein

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Ich denke, es kommt in diesen Fällen immer auf die konkrete Wohn- und Nachbarschaftssituation an. Ich wohne ländlich am Dorfrand und in unserer Nachbarschaft gibt es einige Freigängerkatzen (allein in unserer Straße würde ich unseren mitgerechnet mal mindestens auf 10 kommen). Aber komischerweise gab es noch nie Probleme. Keine Katzenkämpfe, keine gefressenen Haustiere, keine Katzenkacke in Gärten so lange ich hier lebe (und das sind immerhin schon 20 Jahre).
Mein vermuteter Grund: Die Katzen haben Platz. Vieeeel Platz. Hinter den Häusern der Straße sind nur noch Wälder und Felder. So können sich die Freigängerkatzen aus dem Weg gehen, wenn sie nicht auskommen, sich andere Klos als die Blumenbeete der Nachbarn suchen (oder -wie unser Mimöschen- dafür reinkommen und aufs Katzenklo gehen), und auf den Feldern Mäuse fangen, Bäume erklettern und "Tiger spielen" statt in den Gärten auf Kaninchen und Teichfische zu lauern.
Wenn ich in unserer Gegend Kaninchen frei im Garten hätte, wären die Katzen meine geringste Sorge. Hier muss man eher gegen Füchse, Greifvögel, Marder, Dachse und co. absichern.
Im Vergleich dazu jetzt mal die klassische Stadtrandwohnsiedlung. Rundherum Häuser mit kleinen gepflegten Gärten. Dicht bebaut. Straßen. Kaum vernünftiges "Mäusejagd- und Auspowerterrain" für die Katzen. Jedes zweite Haus hat eine oder mehr Mietzen -> viele, viele teils gelangweilte Katzen auf recht engem Raum ohne viel Beschäftigung. Und was macht eine gelangweilte Katze, die nicht beschäftigt wird? Sie beschäftigt sich selbst. Mangels Alternativen eben mit den Kaninchen, Meerschweinen und Teichfischen der Nachbarn, mit Raufereien mit Artgenossen um ihre winzigen Reviergrenzen und mangels Alternativen kackt man in Nachbars Garten.
Ist daran jetzt die Katze schuld? Nö.
Meine Idelavorstellung wäre ja, dass man sich als Bewohner einer solchen Siedlung vor der Anschaffung einer Katze ma umsieht. Gibt es in der Gegend schon 50 Freigänger, die sich kloppen, Haustieren auflauern und in Gärten pullern, sollte man sich vielleicht zum eigenen und dem wohl der Katze lieber für eine Wohnungskatze (auch die können ein tolles und abwechslungsreiches Leben haben, wenn man sich ihrer Bedürfnisse annimmt und nicht meint ein Futternapf und ein Katzenklo reichen völlig!) oder gegen eine Katze entscheiden.