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Blume 04.02.2013 13:13

Wenn es bei Meeriböcken stress gibt hilft es wohl auch nicht zu kastriren, entweder sie verstehen sich oder nicht. un dich habe durchaus schon von gruppen mit mädels und mehr als einem Bock gelesen die funktionieren. Das wir dman auch bei meeris nicht so pauschal sagen können

Aika 08.02.2013 14:15

Zitat:

Zitat von Blume (Beitrag 460849)
Wenn es bei Meeriböcken stress gibt hilft es wohl auch nicht zu kastriren, entweder sie verstehen sich oder nicht. un dich habe durchaus schon von gruppen mit mädels und mehr als einem Bock gelesen die funktionieren. Das wir dman auch bei meeris nicht so pauschal sagen können

Da gehört sehr viel Fingerspitzen-Gefühl und Kenntnisse dazu, um Meerschweinchen-Gruppen richtig zu halten:

Unkastrierte Böcke sind generell ein No-Go, obwohl das viele Züchter nach wie vor eifrig propagieren. Sie wollen damit ihre Böcke loswerden, möchten keine Kosten und reden ihren Kunden ein, dass man "problemlos" unkastrierte Böcke halten könne.

Die Wirklichkeit sieht anders aus:
Meist werden nur 2 unkastrierte Böcke zusammen gehalten. Wenn man Glück hat, vertragen sie sich länger als nur grad 6 - 8 Monate, auch nach der Pubertät noch.

Früher oder später kommt jedoch der erste Krankheits-Fall, Zahn-Probleme, Nierenschäden, und, und, und.
Was macht man? Man geht zum Tierarzt mit dem kranken Bock.
Vielleicht überlebt er die Krankheit, ziemlich sicher aber wird er nach seiner Rückkehr vom Tierarzt dann zu Hause von seinem Kumpel gehört gestresst, gemobbt, gebissen und terrorisiert.
Spätestens, wenn dieser gestresste Bock dann stirbt, hat man ein neues Problem:

Wohin mit dem alten, unkastrierten, schlecht sozialisierten Bock? (weil nur zu zweit)

Schlussfolgerung: Boy-Group ja, denn irgendwohin müssen die "überschüssigen" Böcke ja, aber nur als Kastraten, nicht als Böcke! Da stimme ich Amorously absolut zu!

Kastriert werden sie idealerweise natürlich im Alter von ca. 3 -4 Wochen, nicht schwerer als 250 gr, also Frühkastraten. Wenn man wartet, bis sie sich verprügeln, ist es bereits zu spät.

Kastraten kann man problemlos zu mehreren halten auf sehr grosser Fläche. Ich selber hatte schon 6 Kastraten in einer Gruppe, das war eine aktive, lustige Bande.

Auch mehrere Kastraten in einer Harems-Gruppe geht, aber am besten nur mit Frühkastraten, nicht mit voll ausgewachsenen, spät kastrierten Böcken.

@Sarah, ich schlage Dir vor, dass Du beide bei der Uebernahme sofort kastrieren lässt (gleichzeitig!!) und ihnen dann noch 2 Frühkastraten dazu holst, damit sie zu viert sind.

Erstens sind Meerschweinchen Rudeltiere, also sollte man mehr als nur grad zwei halten, zweitens hast Du dann keinen Notfall, wenn der erste stirbt.
Und drittens sollte man in Aussenhaltung/Kalthaltung nicht nur zwei Schweinchen halten, sondern sie brauchen das Rudel, um mehr Wärme zu erzeugen im Schutzhaus und um immer genügend in Bewegung zu bleiben.
Meerschweinchen sind viel empfindlicher auf Kälte als Kaninchen, weil sie nackte Füsschen und Ohren haben und einen viel kleineren Körper.
Unsere nasse Kälte in Mittel-Europa ist ganz was anderes als die trockene, kalte und sterile (starke UV-Bestrahlung) Umgebung in den Anden.

Wenn Du alles gleichzeitig machst, also kastrieren lassen und dann gleich alle vier Schweinchen gleichzeitig ins neue, unbekannte Gehege, dann sollte das problemlos klappen.
Dann hast Du eine lebhafte Bubengruppe, die sich genügend in Bewegung hält.

sarahundkarlchen 08.02.2013 16:12

Danke für die Infos.
Mensch, mensch, ok, das mit der Kastration sehe ich ein. Ich sprech mit der jetztigen Besitzerin drüber, vielleicht teilen wir uns das. Ich habe viele Seiten über Bockgruppenhaltung gelesen und die, die mir am erfahrensten vorkamen, sind FÜR Kastration.

Ich habe jetzt auch auf vielen Seiten über Meeries gelesen und mir zwei Bücher (Wohlfühleheime gestalten/ und eine generelles Buch) geholt und arbeite mich durch.

Meint ihr, das mit dem dritten Bock der Nachbarn (noch unkastriert) ist generell nicht mal einen Versuch wert?

Wo bekommt man denn Frühkastraten her, wie kann ich mich darauf verlassen, dass es wirklich welche sind? Sollen die dann noch ganz jung sein oder können die auch älter sein? Ich würde wenn gerne eine Notstation in der Nachbarschaft entlasten.


Achja, wenn ich mich jetzt auf das Abenteuer "Jungsgruppe" einlasse, müsste ihr für mich da sein :) Es steht ja überall dran: "Nur für erfahrene Meerihalter".

Aika 09.02.2013 13:41

Zitat:

Zitat von sarahundkarlchen (Beitrag 463613)
Mensch, mensch, ok, das mit der Kastration sehe ich ein. Ich sprech mit der jetztigen Besitzerin drüber, vielleicht teilen wir uns das.

Das wäre wirklich sehr vernünftig!

Wenn jemand unkastrierte Böcke in einer Not-Station abgeben will, dann verlangt die Not-Station üblicherweise ebenfalls einen Kastrations-Beitrag.
Ich selber habe bisher erst einmal notfallmässig einen Einzelbock von einem Arbeitskollegen übernommen, der mir die gesamte Kastration bezahlt hat (ich kann sehr überzeugend argumentieren... :D )

Den dritten unkastrierten Bock hinzu zu nehmen, halte ich für rel. riskant... man kann es "probieren", aber ein Plan B (d.h. ein zweites Gehege) sollte vorhanden sein, bzw. Du müsstest blitzschnell eine Unterteilung erstellen können, falls nötig.
Auf solch einer grossen Fläche könntest Du es vielleicht schon mal versuchen, aber ich übernehme keine Garantie... :D

Wenn Du noch Frühkastraten nimmst, so wären das am besten noch kleine Jungs von einer seriösen Notstation (ja, auch bei Notstationen gibt es sone und sone...), aber wo findet man die? Vielleicht findest Du auch eine seriöse Züchterin, die prinzipiell alle ihre Böcklein frühkastriert? Auch das gibt es nämlich immer häufiger, zum Glück!

Vielleicht solltest Du Dich in unserem Schwester-Forum anmelden, da könnten Dir evtl. einige User Hinweise geben. In Deutschland kenne ich mich nicht aus mit Not-Stationen.
Du findest mich aber auch im Meerschweinchenforum unter demselben Namen.

Hier noch zwei Bücher-Tipps:

Ihr Hobby, Meerschweinchen, von Christine Wilde (die Verfasserin der Nager-Infos Diebrain):
[url]http://www.amazon.de/Ihr-Hobby-Meerschweinchen-Christine-Wilde/dp/3800175312/ref=ntt_at_ep_dpt_1[/url]

Traumwohnungen für Meerschweinchen (bezieht sich aber nicht nur auf Gehege-Bau, sondern enthält viele wertvolle Informationen):
[url]http://www.amazon.de/Traumwohnungen-meine-Meerschweinchen-Christine-Wilde/dp/3800157675/ref=ntt_at_ep_dpt_7[/url]

Zitat:

Zitat von sarahundkarlchen (Beitrag 463613)
Achja, wenn ich mich jetzt auf das Abenteuer "Jungsgruppe" einlasse, müsste ihr für mich da sein :) Es steht ja überall dran: "Nur für erfahrene Meerihalter".

Grins... klar sind wir für Dich da! ;)

Aika 09.02.2013 15:03

Guggst Du hier:

http://www.sos-meerschweinchen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3447

Entweder wohnst Du in ihrer Nähe oder sie kann Dir andere, ähnlich denkende Notstationen angeben.

Pepper Ann 10.02.2013 01:48

Hallo alle zusammen,

ich halte seit vielen Jahren Meerschweinchen und seit ein paar Monaten auch Kaninchen bei den Meerschweinchen. Ich habe mich zwar wegen den zwei Kaninchen hier angemeldet, aber ich kann auch viel zu den Meerschweinchen berichten.
Ich hatte alle möglichen Gruppenkonstellationen bei den Schweinchen, alle immer in ganzjähriger Außenhaltung. Am harmonischten sind Bockgruppen, bei denen beide kastriert sind oder das jüngere zu Beginn der Pubertät (mit ca. 400g) kastriert wird. Und dass beide zusammen aufwachsen (bzw. der jüngere beim älteren)- Ältere Tiere sind schwer zu vergesellschaften aber bei einigen Kastraten möglich. Das liegt daran dass Kastraten viel weniger Testosteron bilden und somit weitaus weniger aggressiv in der Pubertät (und später) sind und somit auch viel diplomatischer reagieren. Ich halte Kastration auch für sehr wichtig und eine Vorraussetzung für eine harmonische Bockgruppe. Kastrierte Meerschweinchenböcke sind im Gegensatz zu Meerschweinchenweibchen äußert kuschelbedürftig und sie bilden eine weitaus intensivere Bindung zu ihrem Partner als es Weibchen tun. SIe kuscheln auch häufiger und ich musste feststellen, seit ich meine Böcke größtenteils kastrieren lasse, kuscheln sie miteinander, und zwar nicht nur im Winter. Und sie sind weitaus interessierter an Neuerungen im Gehege als Weibchen und zeigen ihr Leben lang Spielverhalten, Weibchen nur in den ersten Lebenswochen bis -monaten.

Ich habe derzeit mehrere solcher Zweier-Bockgruppen einige schon seit ihrer Geburt bei mir. :) Auch in Außenhaltung und in hohem Alter alles kein Problem. Meerschweinchen sind sehr winterhart... dazu schreib ich später mehr. Will man mehr als zwei Tiere halten und ist v.a. Haltungsanfänger, würde ich eine gemischte Gruppe empfehlen. Habe sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn die Weibchen in Überzahl sind und alle Kastraten als kleine Jungböcke in die Gruppe kommen (ob Frühkastrat oder Kastrat mit bis zu 4 Monaten scheint hier völlig egal zu sein). Sinnvoll ist auch wenn man einen schon älteren gut sozialisierten (also selbst in einer Gruppenhaltung aufgewachsenen) ausgewachsenen Kastraten in der Gruppe hat, er sorgt dafür dass die kleinen Böcke lernen wie sie sich zu benehmen haben und er sorgt auch dafür, dass die Weibchen niemanden terrorisieren. Ein gut sozialisierter Kastrat ist sein Gewicht in Gold wert! :D

Thema Winter und Meerschweinchen:
Meerschweinchen sind ideal auf die verschiedensten Temperaturen vorbereitet, einzig starke Temperaturschwankungen von warm nach eiskalt oder von kalt bis sehr heiß sorgen bei ihnen für Probleme.
Meerschweinchen sind durch ihr fehlendes Unterfell und die nackten Füße ideal auf wärmere Zeiten vorbereitet, da sie so nicht zu schnell überhitzen, dennoch mögen sie Temperaturen über 28 °C nicht sonderlich gerne. Tatsächlich kommen sie mit Minusgraden bedeutend besser zurecht. Das wiederum liegt an ihrem braunen Fettgewebe, dass je nach Bedarf ab 20 °C vermehrt angelegt wird und ständig Wärme produziert. Braunes Fettgewebe findet sich auch bei echten Winterschläfern (z.B. dem Eichhörnchen) und hält diese über den Winter in ihren Nestern warm. Kein braunes Fettgewebe besitzen die "nicht echten" WInterschläfer wie z.B. die Bären, die sich daher eine dicke Fettschicht (normales weißes Fettgewebe, wegen welchem unserer eins Diäten macht :o) anfressen müssen. Selbst unter langjährigen Meerschweinchenhaltern kursieren die Gerüchte man müsse Meerschweinchen fett für den Winter füttern. Tatsächlich ist das braune Fettgewebe aber nicht voluminös und fällt daher nicht auf. Es ist da und hält schön warm. Übergewicht und v.a. starke Gewichtsschankungen sind für Meerschweinchen vielmehr sehr gefährlich, da sie Gelenkerkrankungen im Alter fördern und ein übergewichtiges Schweinchen wird auch nicht alt, da der Stoffwechsel und die Leistungsfähigkeit der Organe stark in Mitleidenschaft gezogen wird.
Holt man nun also ein Schweinchen im WInter von Außenhaltung in das Innengehege wird kein weiteres braunes Fettgewebe mehr angelegt und das Schweinchen verliert seine Fähigkeit sich bei Kälte warm zu halten. Umgekehrt haben Innenhaltungsschweinchen nicht genug braunes Fettgewebe um sich bei spontanem Umsetzen ins Außengehege warm zu halten. Daher muss man ein Schweinchen, dass in Winter raus soll über mehrere Wochen allmählich "herabtemperieren" so wie es natürlichweise passiert, wenn der Herbst in den Winter übergeht.
Auch ist es völlig Blödsinn, dass Meerschweinchen mind. zu 3. oder 4. in Außenhaltung gehalten werden müssen. Leider behaupten das immer wieder Personen, die niemals Meerschweinchen selbst überwintert haben oder selber nur in großen Gruppen. Ich hatte nie auch nur irgendwelche Verluste im Winter und meine Tiere werden alle sehr alt. Und das seit über einem Jahrzehnt.
Sie brauchen, wie Kaninchen auch, Schutzhütten die sie mit ihrer Körpertemperatur aufheizen können. Und die Schutzhütten müssen garnicht einmal extra isoliert werden. mit 1,8 - 2 cm dicken Holzwänden ist die Schutzhütte ideal warm zu halten. Ich habe aber auch Schutzhütten mit 1 cm Wandstärke und auch hier halten die Tiere die Hütte gut warm.

Ich hoffe ich konnte etwas helfen und ein paar Fragen auf den vergangene Seiten klären. Ich habe mir allerdings nicht alles durchgelesen und falls ich hier schon berichtigtes wiederholt habe, tut es mir Leid. Aber ich habe viel Literatur gewälzt (dank meinem Studium in diesem Bereich ideal versorgt > Biologin) und ich berichte daher nicht nur aus Erfahrung. :)


Liebe Grüße
eure Anna

Aika 10.02.2013 11:19

Hallo Anna

Wir kennen uns ja bereits von früher! :D Herzlich willkommen im Forum!

Ich stimme Dir in allem zu, was Du geschrieben hast, ausser in einem Punkt:

Zitat:

Zitat von Pepper Ann (Beitrag 464224)
Auch ist es völlig Blödsinn, dass Meerschweinchen mind. zu 3. oder 4. in Außenhaltung gehalten werden müssen. Leider behaupten das immer wieder Personen, die niemals Meerschweinchen selbst überwintert haben oder selber nur in großen Gruppen. Ich hatte nie auch nur irgendwelche Verluste im Winter und meine Tiere werden alle sehr alt. Und das seit über einem Jahrzehnt.

Ich selber hatte über 12 Jahre lang Aussenhaltung, weiss also sehr genau, worüber ich rede.
Wer mich kennt, der weiss, dass ich generell immer gegen Zweierhaltung bin, in Aussenhaltung natürlich erst recht.

Wenn in einer 2-Schwein Haltung eines von zweien krank wird, hat man sehr rasch ein gravierendes Problem:

- eines muss zum Tierarzt, das andere bleibt alleine draussen in der Kälte zurück

- bei längerer Krankheit mit Päppeln oder anderen Massnahmen kann man das kranke nicht dauernd von Wärme in Kälte und wieder zurück setzen

- eines stirbt, das zweite bleibt alleine zurück

Du weisst bestimmt, dass eine Vergesellschaftung mitten im Winter äusserst riskant ist. Es gibt Stress, evtl. darf "der Neue" nicht ins Haus rein oder Du musst zwei Häuser zur Verfügung stellen, wo dann jeweils eines alleine drin sitzen muss.

Vielleicht hattest Du einfach nur "Glück", dass Deine Krankheits- und Todesfälle nicht in den Winter fielen oder Du konntest einen übrig gebliebenen problemlos in eine andere Gruppe setzen. Ein Privat-Halter ist nicht so flexibel wie Du in der Zuchthaltung mit vielen Gruppen.

Als ich noch Aussenhaltung betrieb, habe ich rigoros mir selber einen Aufnahmestopp verschrieben: Von September bis Ende April gab es niemals Neu-Aufnahmen.

Deshalb bleibe ich nach wie vor bei meiner Aussage:
In Aussenhaltung immer mindestens 3 - 4, nicht weniger.

Ganz abgesehen davon, dass die 2-Schwein-Haltung nun mal für ein Rudeltier nicht besonders "prickelnd" ist und bei einem Todesfall sofort ein akuter Notfall entsteht.

Pepper Ann 10.02.2013 13:42

Hallo Aika,

nett dich hier zu treffen. :D Hast du also auch Kaninchen? Leben sie bei den Meerschweinchen?

Ich muss sagen, dass Zweier-Bockgruppen einfach Erfahrungsgemäß am harmonischten sind.

Ich habe in jedem meiner Gehege mehrere gut gepolsterte Häuschen, so dass jeder eine sichere Unterkunft findet, falls sich die Tiere wirklich einmal unbemerkt streiten sollten. Wenn das allerdings passiert, würde ich für die Tiere eine andere Konstellation suchen.

Tierarztbesuche machen meine Tiere immer mindestens zu zweit. Das ist viel stressfreier.

Außerdem sind gesunde Meerschweinchen nicht wirklich auf die Körperwärme durch andere Tiere angewiesen. Wichtig ist das braune Fettgewebe und eine Schutzhütte die sie problemlos mit ihrer eigenen Körpertempertur über Null halten können. Ich habe in meiner großen Gruppe immer wieder Tiere die sich bewusst eine Hütte ganz alleine aufsuchen und dort ruhen. Das machen bei mir dominante Weibchen, unauffällige Weibchen und rangniedrige Tiere. Auch meine Kastraten schlafen hin und wieder mal in einer anderen Hütte, aber sie sind deutlich öfter zu zweit zu sehen.

Desweiteren finde ich es wichtig, dass jeder Außenhalter für den Fall eines plötzlichen Todes oder des Erkrankens des Partners die Möglichkeit hat die Tiere ins Haus zu holen. Das habe ich hier auch und bei zwei Tieren ist das relativ einfach zu bewerkstelligen, denn so viel Platz nehmen sie nicht weg. Größere Gruppen sind da sicher für viele etwas problemtischer über den Winter im Haus geschlossen unter zu bringen.

Man kann gesunde Tiere auch sehr gut im Winter wieder nach draußen gewöhnen, wichtig ist dass man sie langsam über mehrere Wochen herab temperiert. Ich hatte hier leider den Fall, dass ich einmal zwei männliche Babyschweinchen mit der Hand aufziehen musst und dass Ende Dezember. Sie kamen nach den ersten schwierigen Tagen in eine 15-18 °C warmen Raum, dann in einen 8-10 °C warmen Raum und schließlich raus ... zusammen mit ihrem bis dahin gefundenen Bockpartner aus Außenhaltung. Bei Babymeerschweinchen ist natürlich einfacher, da sie von Anfang an braunes Fettgewebe haben und man nur dafür sorgen muss, dass es weiterhin angelegt wird. Aber ich hatte auch einen erwachsene Bock als Erzieher mit den Babys reingeholt und es war kein Problem auch ihn mit dieser Herabtemperiermethode wieder raus zu gewöhnen. Wobei ich sagen muss, dass ich natürlich immer nach Gesundheit und Alter der Tiere entscheiden würde, ob ich sie raussetze oder lieber bis zum Frühjahr im Haus behalte.

Zum Risiko von Gesellschaftungen kann ich sagen, dass ich bisher keine Probleme damit hatte, nur die Weibchen haben bisher bei mir Probleme in diesem Punkt gemacht. :rolleyes: Sind halt doch die größeren Zicken. :p Aber ich habe auch hier die Möglichkeit eingerichtet, dass ich Vergesellschaftungen von Kleingruppen in einem hellen Kellerraum bei 8-10 °C durchführen kann und die Gruppe bzw.das Paar dann im Gesamten nach den ersten Tagen zurück setzten kann. Wobei ich auch keine kleingruppe so lassen würde, die Probleme bei der Vergesellschaftung macht. Bin sehr glücklich mit meinen Bockgruppen.

LG Anna :)

Pepper Ann 10.02.2013 14:27

Zitat:

Zitat von Aika (Beitrag 464244)
Vielleicht hattest Du einfach nur "Glück", dass Deine Krankheits- und Todesfälle nicht in den Winter fielen oder Du konntest einen übrig gebliebenen problemlos in eine andere Gruppe setzen. Ein Privat-Halter ist nicht so flexibel wie Du in der Zuchthaltung mit vielen Gruppen.

Sehe ich ja jetzt erst. Ich habe aber keine "Zuchthaltung" in dem Sinne, hatte ich nie. Wenn bei meinen Bockgruppen der Kastrat stirbt, muss auch ich von außerhalb ein Partnerböckchen dazu holen.

Aika 10.02.2013 16:43

Zitat:

Zitat von Pepper Ann (Beitrag 464306)
nett dich hier zu treffen. :D Hast du also auch Kaninchen? Leben sie bei den Meerschweinchen?

Ja, seit 2 Jahren habe ich auch (wieder) Kaninchen, obwohl ich "eigentlich" nicht wollte.
Bei Bekannten von mir sass jedoch ein letztes, einsames Kaninchen (alle andern von selber gestorben oder vom Fuchs geholt, 10 kleine Negerlein sozusagen... :( ), das ich zu vermitteln versuchte.

Die Leute wollten das Kaninchen aber um keinen Preis in eine Not-Station geben, sondern "zwangen" mich sozusagen dazu, es zu übernehmen. Das war Margrithli (die wildfarbene auf meinem Profil-Bild).
Ich holte ihr natürlich gleichzeitig einen Kastraten aus dem Tierheim.
Die beiden leben ebenfalls im Hobbyraum auf über 4 qm, aber nicht im gleichen Gehege wie die Schweinchen.

Zu den Bock-Gruppen:
Ich bin nach wie vor gegen die 2-Schwein-Haltung, denn die ist einfach öde und langweilig und unnatürlich.
Ich weiss aber, dass grad Böcke sich entweder völlig zerstreiten (dann muss man sie trennen) oder eben im besseren Fall sich gut vertragen.

Ich selber hatte eine 6-er Gruppe von Kastraten (unter anderem), welche im Laufe der Jahre zusammenschmolz, bis es nur noch 2 waren.
Diese beiden haben sich überhaupt nicht vertragen, das ging gar nicht, obwohl sie vorher über 5 Jahre lang gemeinsam in derselben Boy-Group lebten.
Schliesslich musste ich die beiden trennen, jeder durfte "Karriere machen" als Harems-Führer. Jetzt sind die alten Herren glückliche Harems-Besitzer mit je 4 Mädels geworden. :D

Es ist halt schwierig vorher zu sagen, wie es mit einer Boy-Group klappt. Das ist völlig individuell.
Deshalb empfehle ich in der Regel, dass nur erfahrene Schweini-Halter sich an eine Boy-Group heranwagen sollten, weil man ziemlich viel über Verhalten und Stress-Anzeichen wissen muss, um richtig einschätzen zu können, wie lange man zuschauen darf und wann man trennen sollte.

sarahundkarlchen 15.02.2013 17:05

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Die beiden Herren ziehen morgen ein. Das Gehege unten habe ich mal provisorisch vorbereitet, morgen kommt meine Freundin natürlich mit ihrer ganzen Ausrüstung. Mir fehlt vor allem noch die Heuraufe. Ich hoffe auch, dass meine Freundin noch höhere Gitterelemente hat.

Die beiden werden erst bei mir kastriert, danach schauen wir mal weiter nach zwei weiteren Kastraten. Ich habe auf die schnelle im Umkreis keine jungen Frühkastrataten für Außenhaltung finden können.

Der Plan ist, dass sie sich erstmal eingewöhnen und wissen, wo sie hingehören und dann hole ich ein paar Röhren zum Passieren zwischen den Zonen :)

Das letzte Bild ist aus "Meerschweinchensicht".


Achja, ich habe "Ihr Hobby" Meerschweinchen gekauft und "Wohlfühlheime gestalten", letzteres ist Mist, es empfiehlt einen 1,20 Käfig als ausreichend:(

Aika 15.02.2013 18:19

Toll, wie Du alles eingerichtet hast! :D Da werden sich die beiden Herren wohl fühlen. Ist alles abgesichert, dass kein Marder eindringen kann? Es sieht so "offen" aus.

Zitat:

Zitat von sarahundkarlchen (Beitrag 466851)
Achja, ich habe "Ihr Hobby" Meerschweinchen gekauft und "Wohlfühlheime gestalten", letzteres ist Mist, es empfiehlt einen 1,20 Käfig als ausreichend:(

Da hast Du Dich wohl "vergriffen"... ich hatte Dir ja ein anderes Buch angegeben, nicht diese "Wohlfühlheime"...

Meine Empfehlung lautete:

Traumwohnungen für Meerschweinchen, von Christine Wilde, s. meinen vorherigen Link.

Viel Spass mit den beiden Herren und natürlich viel Glück für die Kastration!

Konntest Du Dich mit der Vorbesitzerin einigen, wer wieviel übernimmt?

Amorously 15.02.2013 19:06

Hi, sieht schon ganz gut aus :) Vielleicht könntest du noch eine gute Tränke anbringen, damit sie es sich aussuchen können. Meeris trinken viel lieber aus Tränken, da sie aus dem Napf nicht so gut trinken können. ;) Aber man sollte immer beides anbieten. Nager sind halt doch ein wenig anders als Kaninchen.

Kimba 15.02.2013 19:18

Zitat:

Zitat von Amorously (Beitrag 466898)
Hi, sieht schon ganz gut aus :) Vielleicht könntest du noch eine gute Tränke anbringen, damit sie es sich aussuchen können. Meeris trinken viel lieber aus Tränken, da sie aus dem Napf nicht so gut trinken können. ;) Aber man sollte immer beides anbieten. Nager sind halt doch ein wenig anders als Kaninchen.

Meiner Meinung nach stimmt das nicht so gut. Eine Tränke bietet auch eine unnatürliche Kopfhaltung. Natürlich sollte der Rand des Napfes nicht so hoch sein, dass sie nicht drankommen.

Aika 15.02.2013 19:52

Zitat:

Zitat von Amorously (Beitrag 466898)
Meeris trinken viel lieber aus Tränken, da sie aus dem Napf nicht so gut trinken können. ;)

Hmmmm, wie kommst Du denn darauf? :confused:

Ich biete meinen Meeries niemals Wasserflaschen an, daraus trinken sie nämlich viel zu wenig. Ausserdem ist das unbequem für sie, mit so einer unnatürlichen Kopfhaltung zu trinken.

Alle meine Meeries trinken ganz normal aus Näpfen, was sollte denn daran schwierig sein?

Amorously 15.02.2013 20:36

Meine Meeris konnten daraus nie richtig trinken, an der Flasche ging das viel schneller. Die haben sich schwer getan, das dort raus zu schlabbern weil sie so eine extrem kleine Zunge haben. Außerdem haben sie ihren Wassernapf als Klo missbraucht. ;) Mein Hamster trinkt auch nur aus der Tränke. Hatte mal eine Zeit lang einen Wassernapf, hat er nie angerührt, weil er immer mit dem ganzen Gesicht rein gestürzt ist (hat das Wasser nicht gesehen), hat ihm dann nichtmehr so gefallen.

E: Wenn die Tränke weit genug unten ist, und man eine sehr gut verarbeitete Tränke hat, können sie bequem fast ganz gerade trinken. Ich hatte so eine gute Tränke. Der Kopf war nie wirklich in Schräglage.

Aika 15.02.2013 20:50

Zitat:

Zitat von Amorously (Beitrag 466932)
Die haben sich schwer getan, das dort raus zu schlabbern weil sie so eine extrem kleine Zunge haben.

Sie läppeln das Wasser ja nicht mit der Zunge wie Katzen oder Hunde, sondern "schlürfen" es sozusagen ein.

Auch meine Hamster und Rennmäuse haben immer Näpfe, nie Flaschen.

Böhnli liegen natürlich häufig drin, das ist klar. Einerseits hängen ihnen Böhnchen an den Pfoten, wenn sie sich aufstützen am Napf, andererseits fliegen die Köddel halt auch mal im hohen Bogen durchs Gehege, wenn sie ihre verrückten 5 Minuten haben.

Das ist der "Nachteil" eines Napfes, aber ich ersetze das Wasser halt mindestens 1-mal pro Tag, manchmal auch zweimal (und zwar bei 5 Meerie-Gehegen und 1 Kaninchen-Gehege).

Amorously 15.02.2013 21:11

Naja ich denke es liegt auch an den Tieren, was sie gewöhnt sind oder was sie lieber haben, ich lasse sie da selbst entscheiden. Meine Kaninchen zb. mochten noch nie Tränken, sie haben Wassernäpfe.

sarahundkarlchen 15.02.2013 22:35

Das Gehege ist rundherum mit Volierendraht abgesichert. Da wohnen ja auch meine Kaninchen drin. Die muss ich gegen Marder, Wiesel, Iltisse, Füchse, meinen Hund und eine Schleiereule absichern ;)

Vielleicht krieg ich die Flasche ja morgen noch mitgeliefert :) Sie bringt halt alles mit.

LG, Sarah


Ach ja, die Bücher hatte ich vorher schon gekauft, wollte das nur kurz sagen.

sarahundkarlchen 16.02.2013 23:09

Die Meeries sind da :)

Elvis und Murphy heißen sie. Wenn sie sich zeigen würden, würde ich auch ein Bild von ihnen einstellen ;) Nur leider wollen sie nicht aus dem Häusschen kommen.

Sie werden frisch gefüttert, bekommen zusätzlich diese getreidenfreien Pellets. Die kann ich ja dann langsam absetzen, oder?
Kann ich dann auch zu Kohlrabiblättern übergehen und langsam Kohl anfüttern?

Vielleicht kann ich sie nächste Woche heimlich auf Film bannen ;)


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