 | Kaninchen | | Registriert seit: 24.01.2012
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Geschrieben am
19.05.2012, 00:56
| | | | AW: Kaninchen ist öfters Scheinschwanger Habe ich auch mal gelesen, würde aber wie gesagt das Risiko nicht unbedingt eingehen, mit der OP unnötig lange zu warten, da jüngere Tiere sie besser wegstecken können. Man liest auch überall was anderes, z.B. dass nur 2 Scheinschwangerschaften noch normal sind statt wie hier erwähnt 4. Ein Auszug aus einem interessanten Infoblatt von einem sehr guten Tierarzt, das in meinen Augen eine Kastration eigentlich aller Mädels nahelegt:
* VERHÜTUNG von GEBÄRMUTTERKREBS: Dies ist der häufigste medizinische Grund
weibliche Kaninchen zu kastrieren. In manchen Kaninchenlinien liegt die Adenokarzinomrate
(eine bösartige Krebsart) der Gebärmutter, bei 80%. Man vermutet eine genetische
Verankerung bei Kaninchen. Obwohl wir die genetische Komponente unseres Kaninchens
bezüglich des Gebärmutterkrebses nicht kennen, ist es besser die Kastration als Krebsvorsorge
durchzuführen. Gebärmutter-Adenokarzinome können rasch in andere Organe streuen, so in
die Leber, die Lunge und die Haut und geraten hier als Metastasen außer Kontrolle. Solche
Fälle beobachten wir häufig jedes Jahr und traurigerweise hätte man dieses Problem vermeiden
können. Kaninchen unter 2 Jahren Alter sind sehr selten betroffen, so dass es am besten ist,
die weiblichen Tiere vor diesem Alter zu kastrieren.
* VERHÜTUNG von ANDEREN GEBÄRMUTTERERKRANKUNGEN: Obwohl der Krebs die
häufigste Erkrankung der Gebärmutter bei weiblichen Kaninchen ist, sehen wir doch häufiger
auch die PYOMETRA (eitrige Gebärmutterentzündung), HÄMMOMETRA (blutgefüllte
Gebärmutter) und die ENDOMETRITIS (entzündete Uterusschleimhaut). Wie auch der
Gebärmutterkrebs betreffen diese Erkrankungen meistens Kaninchen über 2 Jahre Lebensalter.
* VERHÜTUNG von SCHEINSCHWANGERSCHAFTEN: Weibliche Kaninchen können
ausgelöst durch hormonelle Eierstocksaktivitäten agieren, als seien sie schwanger, obwohl
keine Schwangerschaft vorliegt. Dieser Zustand ist medizinisch unbedenklich, kann aber für die
Kaninchendame sehr stressig sein, wenn es alle Schwangerschaftsstadien durchläuft. Dazu
gehören Nestbau, Milchproduktion und aggressives Territorialverhalten. Diese Aggressivität
macht es dem Kaninchenhalter während dieser Zeit häufig sehr schwer, das Tier
ordnungsgemäß zu versorgen. Manche Kaninchen fressen während der
Scheinschwangerschaft kaum und manche neigen zu Magen-Darm-Störungen.
* VERHÜTUNG von BRUSTDRÜSENERKRANKUNGEN: Brustkrebs findet sich nicht so
häufig bei Kaninchen, aber wenn er diagnostiziert wird, breitet er sich häufig rasch aus und ist
schwierig zu therapieren. Die häufigste Brustkrebsart beim Kaninchen ist das Mamakarzinom,
das fast immer mit Gebärmutterkrebs kombiniert auftritt. Brustdrüsenzysten sind eine weitere
Abnormalität der Brustdrüse. Obwohl diese Erkrankung gutartig ist - die Brustdrüsen sind mit
zystösem Gewebe durchsetzt -, kann sie das Wohlbefinden des Kaninchens beeinträchtigen.
Diese Brustdrüsenerkrankungen können durch eine Kastration vor dem zweiten Lebensjahr
verhindert werden.
* VERHÜTUNG von AGGRESSIVEM VERHALTEN: Wenn Kaninchen geschlechtsreif werden
, können sowohl Weibchen als auch Böcke plötzlich aggressives Verhalten zeigen. Viele
Kaninchen sind als Jungtiere niedlich und einfach zu halten, aber mit Beginn der
°Teenagerjahre° etwa im Alter von 6 bis 12 Monaten können sie quasi über Nacht zum
°Monster° werden. Dann wollen sie nicht mehr berührt oder hochgehoben werden und wollen
alles zerstören, was in ihr Blickfeld kommt. So lernen sie, sich, ihr Territorium und ihre
zukünftige Familie zu schützen, und sich ihren sozialen Rang in der großen Kaninchenwelt zu
sichern. Häufig jedoch zeigen sie diese Aggressivität auch gegenüber ihrem Pfleger. Sie
werden bissig, aufsässig, rammeln an Armen oder Beinen des Pflegers und jagen überstürzt
durch ihr Gehege. Daher ist es besser, sie vor oder kurz nach der Geschlechtsreife zu
kastrieren.
* VERHÜTUNG VON URIN SPRITZEN: Beide Geschlechter können an senkrechten Flächen
Urin verspritzen, um ihr Territorium zu markieren. Böcke machen das etwa 10 mal häufiger als
Weibchen. Zusätzlich hat der Urin des geschlechtsreifen Bockes einen für Menschen sehr
unangenehmen Geruch. Wenn das Urinspritzen über längere Zeit toleriert wird, ist es nicht
mehr möglich, dieses Verhalten ganz zu verhindern. Also ist es auch hier besser, die Bunnies
vor oder kurz nach der Geschlechtsreife zu kastrieren. |