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Zufütterung von Trockenfutter ja/nein und Empfehlung auf Kaninchen Forum

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 17.10.2017
Beiträge: 226
Remus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.08.2020, 23:40

Das Ding ist, dass viele dieses hobbygezüchte nicht sonderlich gutheißen
Das ist hier ein Liebhaberforum, keines für die Zucht. Wobei meines Wissens verantwortungsvolle und informierte Züchter mit artgerechter Haltung hier auch willkommen sind

Meiner Meinung nach auch völlig gerechtfertigt, da es dabei echt zu schwerwiegenden genetischen Defekten kommen kann. Ich möchte dir, ohne dich zu kennen, nicht unterstellen, dass du dich nicht mit Genetik auskennst, aber diese Kenntnisse sind Grundlagen für eine verantwortungsvolle Zucht. Man muss weiträumig die Herkunft/Stammbäume seiner Tiere kennen, um gewisse Risiken ausschließen zu können.
Außerdem gibt es auf dieser Welt schon so viele Kaninchen, die kein (gutes) Zuhause haben. Da noch extra welche zu züchten finde ich alles andere als gut. Letztendlich kann man sich nämlich nicht sicher sein, wohin die übrigen Kaninchenjungtiere kommen, in welchen Verhältnissen sie leben werden und für wie lange.

Dass keines deiner Tiere jemals Zahnprobleme hatte ist natürlich sehr schön, in meinen Augen aber auch irgendwo Zufall. Mein Opa „züchtet“ (bzw vermehrt) seit Jahren Kaninchen für den eigenen Verzehr. Auch wenn er darauf achtet, welche er miteinander verpaart und seine Althasen augenscheinlich alle gesund sind, hatte er dieses Jahr einige dabei, die schon im jungen Alter massive Zahnfehlstellungen hatten und dann... naja schon etwas eher auf dem Teller gelandet sind

Ich glaube das Terry und Dangerschaf dir noch mitteilen wollten ist, dass es einfach gesündere Alternativen als Pellets für die Ninchen gibt, die auch zum Ziel führen und das Kaninchen zum Zunehmen bewegen.



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Benutzerbild von dangerschaf
Kaninchen
 
Registriert seit: 16.05.2014
Beiträge: 20.618
dangerschaf befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 16.08.2020, 00:21

Zitat:
Zitat von Remus Beitrag anzeigen
Ich glaube das Terry und Dangerschaf dir noch mitteilen wollten ist, dass es einfach gesündere Alternativen als Pellets für die Ninchen gibt, die auch zum Ziel führen und das Kaninchen zum Zunehmen bewegen.
Genau das ist der springende Punkt. Pellets haben für die Tiere keine Vorteile, die nicht auch andere Futtermittel mitbringen, angesehen davon, dass sie viele Nachteile haben.



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"Du mußt sie jetzt sagen,
Oder ewig 'rumtragen,
Deine Worte: Verzeih!
Hätt' ich doch! – Einerlei.
Könnt' ich doch noch!
– Vorbei."
(Reinhard Mey)
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[Danke, Tante Jessi]



Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 16.08.2020, 09:48

Zitat:
Zitat von Topsy Beitrag anzeigen
...
Ihr müsst keine Pellets verfüttern wenn Ihr nicht wollt, aber ich teile gerne meine guten Erfahrungen mit.
Wer sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat, weiß um die Probleme die durch Pellets verursacht werden. Es mag sein, dass du die Auswirkungen noch nicht bemerkt hast oder du zufällig ausgesprochen robuste Tiere hast.

Aber die falsche Kaubewegung ist nicht nur problematisch für den Zahnabrieb, sie fördert auch Kiefergelenksarthrosen (die nicht besonders leicht zu erkennen sind und so zu "unerklärlicher" Gewichtsabnahme führen können).

Darüber hinaus sind die klein gemahlenen Ausgangsprodukte von Pellets ein Problem für die Darmflora. Es herrscht dort - insbesondere im Blinddarm - ein Übermaß an kleinsten Partikeln mit zu kurzer Verweildauer. Wertvolle Teile der Darmflora verhungern geradezu.

Futtermittel, die selbst gekaut werden ohne weiter durch Flüssigkeitskontakt zerlegt zu werden, haben unterschiedliche Partikelgrößen und können so die gesamte Darmflora ernähren. Gleiches gilt für Extrudate, die aus unterschiedlich großen Partikeln bestehen.

Auf die Gefahr einer Magenüberladung wurde ja bereits hinreichend eingegangen.

Die Kalorienzufuhr kann man auch ohne Pellets problemlos sicherstellen, auch bei trächtigen oder laktierenden Häsinnen. Sonst wären die Kaninchen wohl sehr schnell ausgestorben



Rakete, dangerschaf and Remus like this.

Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 16.08.2020, 15:01

@Topsy:
Dann würde ich Dir auch dringendst Anraten, Dich mal bei Kaninchenwiese einzulesen. Gerade betreffend Zähne&Trockenfutter, Empfehlung über das Verständnis von Genetik etc. . Würdest Du Dich mit harten Fakten/Statistiken beschäftigen, dann hättest Du eine andere Einstellung.

@Minimannfrau
Zu den diversen Themen kannst Du Dch bei Kaninchenwiese.de genauestens einlesen.
Wie bereits geschrieben wurde, ist die Chance v.a. für Kokzidienbefall recht hoch, wenn sie viel zu früh abgegeben wurden und wenig zunehmen/wachsen. Im besseren Fall entsteht dadurch ein Entwicklungsrückstand. Im schlimmsten Fall führt es ohne Vorzeichen zum Tod eins Jungtieres.

Werden Kaninchen zu früh abgegeben, dann werden sie nicht durch ein erwachsenes Tier sozialisiert. Das macht sich dann bei Gleichgeschlechtlichen (kaum bei Paaren) irgendwann während der Pubertät bemerkbar. Sind es dazu noch Spätkastrate, dann wird es um Vielfaches schwieriger.

Mit 4 Monaten fängt die Pubertät erst an, da wird man eher noch nicht viel bemerken. Ab ca. 6-7 Monaten gibt es bereits bei der Mehrheit der Unkastrierten Rammler Unverträglichkeiten. Die Situation kann sich schlagartig ändern. Extreme Ausnahmen gibt's zwar mal, aber davon ist aus Tierschutzgründen dringend abzuraten, da das jederzeit eskalieren kann.

Du solltest Deine Rammler daher so schnell wie möglich kastrieren lassen, damit es nicht zu spät ist. Leider wird es aber trotz Kastration keine 100% Gewähr geben, dass sie sich langfristig verstehen werden. Das muss man einfach mal abwarten.

https://www.kaninchenwiese.de/soziales/wer-passt-zusammen/




Benutzerbild von Minimannfrau
Ninchen
 
Registriert seit: 12.08.2020
Beiträge: 4
Minimannfrau befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 16.08.2020, 23:13

Hi zusammen,

also wir haben nun einen Termin zum Vorgespräch bzgl. Kastration bei einem anderen TA vereinbart. Der erste wurde uns von einer Bekannten genannt und wir kannten bisher einfach keine anderen in der Gegend.
Dieses Mal habe ich mir vorher die Website angeschaut und ein sehr gutes Gefühl.
Es ist eine Kleintierpraxis mit 4 versch. Ärzten die für versch. Bereiche spezialisiert sind
Noch Verhalten die 2 sich echt süß miteinander, aber habe verstanden, dass dies von heut auf morgen anderst sein kann. Also wird die OP schnell nach dem Termin stattfinden. Auch eine Kotprobe geben wir dann dort ab.

Denke auch mit der Fütterung machen wir eig. alles soweit richtig und lassen die Pellets weg. Erbsenflocken und Haferflocken gibt es nur 1-2 Mal die Woche und nur nen EL voll.

Obst werden wir bisschen einschränken und neben dem bisherigen mehr nach Gemüsegrün, Kräuter und versch. Salaten schauen.

Bei Kaninchenwiese habe ich viel gelesen und uns eine Futterliste zu allen Bereichen ausgedruckt und auch was nicht gegeben werden darf

Werd euch nach dem Termin kurz berichten was Sache ist.




Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2020
Beiträge: 11
Hoppelhase20 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.08.2020, 13:10

Hallo,
Also meine Kaninchen genauso wie mein Zwerghamster lieben aus irgendeinem Grund Trockenfutter extrem. Das ist glaub ich von Tier zu Tier unterschiedlich. Ich denke mal dass du jederzeit eine gewisse Portion Trockenfutter dazu geben kannst, zum Beispiel Erbsenflocken. Habe hier einen interessanten Artikel gefunden, wo die verschiedenen Bestandteile der Kaninchen Ernährung genau erklärt sind:

link entfernt. Werbung bitte unterlassen.
Denke aber mal dass eine ausgewogene Ernährung wie bei uns Menschen immer am wichtigsten ist. Kaninchen brauchen auch nicht überfüttert werden.




Geändert von Selkie (19.08.2020 um 16:40 Uhr).

Benutzerbild von Honeymouse
Kaninchen
 
Registriert seit: 02.08.2013
Beiträge: 27.916
Honeymouse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.08.2020, 13:26

Einen Hamster mit einem Kaninchen zu vergleichen, ist wie Jacke und Hose zu vergleichen.
Dein Hamster braucht Körner und Samen, also Trockenfutter. Für ein Kaninchen ist es wiederum schädlich, da der Kiefer nicht darauf ausgelegt ist, Trockenfutter zu zerkleinern. Auch Erbsenfkocken fördern unnatürliche Ksubewegungenb und können schaden.
Also nein, Kaninchen brauchen, anders als Hamster, kein Trockenfutter und sollten es auch nicht bekommen.
Und Kaninchen kann man mit Wiese und Frischfutter nicht überfüttern und sollten blättriges (!) Frischfutter 24h am Tag zur Verfügung haben.



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Geändert von Honeymouse (19.08.2020 um 13:36 Uhr).

Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 19.08.2020, 14:26

Zitat:
Zitat von Hoppelhase20 Beitrag anzeigen
Hallo,
Also meine Kaninchen genauso wie mein Zwerghamster lieben aus irgendeinem Grund Trockenfutter extrem.
Das könnte daran liegen, dass vielen - vor allem minderwertigen - Trockenfuttern Lockstoffe zugesetzt sind. Dass das nicht gesund ist, dürfte wohl jedem klar sein.


Zitat:
Habe hier einen interessanten Artikel gefunden, wo die verschiedenen Bestandteile der Kaninchen Ernährung genau erklärt sind: ...
Du meinst nicht wirklich, dass eine Amazon-Partner-Seite, die Geld damit verdient potenzielle Käufer zu Amazon zu locken, eine gute, unvoreingenommene Informationsquelle ist, oder? Warum dann dieser Link?

Es gibt gute Seiten ohne einen solchen kommerziellen Hintergrund, wie kaninchenwiese.de. Wer es wissenschaftlicher mag, kommt bei kaninchen-wuerden-wiese-kaufen.de auf seine Kosten.


Wie schlecht die Seite ist, merkt man schon daran dass für Jungkaninchen Möhren und Fenchel als ideales erstes Frischfutter angepriesen werden. Richtig wäre Wiese.

Zitat:
Kaninchen brauchen auch nicht überfüttert werden.
Vorsicht mit solchen Aussagen! Kaninchen müssen IMMER, rund um die Uhr, Futter zur Verfügung haben!

Dass man sie nicht mit Knollengemüse, Wurzelgemüse, Obst, Getreide oder anderen stark stärke- oder zuckerhaltigen Dingen vollstopfen darf, ist richtig.

Aber Wiese, alternativ Bittersalate und/oder Kohl und gutes Heu müssen selbstverständlich IMMER zur Verfügung stehen!

Ansonsten riskiert man potenziell tödliche Verdauungsstörungen.




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 19.08.2020, 14:42

Zitat:
Zitat von Hoppelhase20 Beitrag anzeigen
...Habe hier einen interessanten Artikel gefunden, wo die verschiedenen Bestandteile der Kaninchen Ernährung genau erklärt sind: ...

Da hat mich meine Erinnerung doch nicht im Stich gelassen, du hast schon einmal so fragwürdige "Tipps" gepostet und ein Mod hat einen Link aus deinem Beitrag entfernen müssen:


Zitat:
Zitat von Hoppelhase20 Beitrag anzeigen
...
Wenn du Fragen hast, wie du deinen Kaninchen optimal die Sonne genießen lässt, kannst du hier lesen -
Ich habe deinen Beitrag entsprechend gemeldet. Schleichwerbung für kommerzielle Seiten ist hier - wie in anderen Foren auch - nämlich unerwünscht.

Edit: Die Seite kommt mir äußerst bekannt vor, nachdem ich dort den Bereich Außenställe mal angeschaut habe...

Die Mods können, soweit ich weiß, alle Änderungen an Posts sehen, also wahrscheinlich auch den entfernten Link. Sollte das wirklich die Seite sein, die schon einmal entfernt wurde, wäre das wirklich mehr als dreist!




Geändert von Lupine (19.08.2020 um 14:52 Uhr).

Benutzerbild von Honeymouse
Kaninchen
 
Registriert seit: 02.08.2013
Beiträge: 27.916
Honeymouse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.08.2020, 14:52

Ich hab's auch schon gemeldet, mit der selben Erinnerung



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Ninchen
 
Registriert seit: 29.04.2020
Beiträge: 26
Topsy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.08.2020, 23:29

Hallo Leute
Wenn man den ersten Eintrag liest, wo jemand um Rat und Hilfe bittet und dann so über die verschiedenen Antworten gleitet, muss ich sagen, es wird hier mehr genörgelt und kritisiert, anstatt eine sachliche, problembezogene Antwort zu äussern.
Es geht hier nicht nur um mich, sondern auch um andere. Es wird geurteilt, obwohl man nur einen Bruchteil kennt und jeder weiss es besser, ja das ist menschlich. Und wo wir schon bei menschlich sind, die TA, die Buchautore, die Züchter, die Tierschützer... ja das alles sind auch Menschen, die Ihren Beruf sicher gut verstehen, aber auch die machen Fehler und haben nicht immer Recht.
Natürlich habe ich Kaninchenbücher gelesen, auf Kaninchenwiese eingelesen usw.
Aber ich verlasse mich nie 100% auf so einen Text. Wie oft wurde das Gesundheits-Ideal in den letzten Jahren schon geändert, weil irgendwelche Wissenschaftler immer noch etwas besseres herausfinden wollen.
Deshalb braucht es da noch einen gesunden Menschenverstand.
Habt Ihr schon gesehen wie meine Kaninchen die Pellets fressen?
Wisst Ihr was in meinen Pellets drin ist?
Und Ihr wisst wohl auch woher meine Kaninchen stammen? Und wie ihre Genetik ist, wisst Ihr auch!
Toll, Ihr seid ja richtige Hellseher.

Dummerweise sind meine Kaninchen trotz dieser Pelletszufütterung und trotz dieser furchtbaren Genetik so furchtbar alt geworden, und dies erst noch fast ohne Tierarztbesuche!!!! - wie schade!!!

Nein jetzt mal im Ernst! Dieses Forum ist doch zum Helfen da, nicht zum nörgeln. Und zum Teilen von eigenen Erfahrungen.

Hauptsache den Kaninchen geht es gut, und sie haben ein schönes, gesundes Leben.




Benutzerbild von -Flöckchen-
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 22.04.2019
Beiträge: 799
-Flöckchen- befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.08.2020, 00:09

Prinzipiell stimme ich ja zu, dass oft schon genörgelt wird, weil viele hier einfach alteingesessene sind, viele Jahrzehnte teilweise Erfahrung haben und sie sehen hier einfach tagtäglich Menschen die es auch gar nicht besser machen wollen.
Diese Leute hier lieben Kaninchen. Es ist ihnen hier unheimlich wichtig wie es den KANINCHEN geht und das schätze ich hier. Manchmal will man Dinge nicht hören, man denkt "Ist doch nichts passiert" als man dies und das getan hat. Ändert aber häufig nichts an den Umständen warum es einem Kaninchen nicht gut geht.
Pellets. Ein Thema das minimal sein sollte, aber immer riesig aufgeschlagen wird. Ich habe eine klare Meinung dazu gebildet aufgrund der Erfahrung mit Flöckchen. Nein. Weder Pellets noch Cunis kommen mir ins Gehege. Ich habe in Flöckchen seinem Bauch, er war auch unterernährt zu dem Zeitpunkt dank Kokizidien, Pellets GESPÜRT. Im Bauch. Einzelne geschwollene Pellets. Daraufhin hab ich sie, schon vor diesem Forum, entfernt. Restlos. Ich war schockiert und verängstigt. Ich gestehe es gibt Pellets die nicht quellen. Die Züchterin wo ich Aviv herhabe, hat diese benutzt und ich hab es zuhause getestet mit einem Quelltest. Nicht gequellt. Auch nicht nach 10min. Einfach zerfallen. Tolle Sache müsste man meinen. Füttern wir das doch einfach mal drauf los. Und dann schauen wir uns ein Kaninchen Gebiss mal an. Kaninchen mahlen ihre Mahlzeiten. Das eine. Du sagst wir wissen das nicht, nehmen wir mal an sie Mahlen TATSÄCHLICH die Pellets die du gibst. Wie lange? Der Zahnabrieb von Kaninchen sollte pro Futtermahlzeit mindestens 3 bis 4 Minuten mümmeln. Wie viele Pellets steckt man rein, dass es wirklich so viel mümmelt. Wiese mümmeln sie übrigens bis zu 9-12 min.,dass heißt ein 9-12 minutiger Abrieb entsteht. Unmöglich durch Pellets zu erreichen. Sie fressen bis zu 80 kleine Mahlzeiten am Tag. Das heißt optimal wäre mindestens 3x80 min mümmeln, würde ich mal grob ausrechnen. Denn der Zahnabrieb entsteht übrigens nicht durch das Nahrungsmittel, sondern durch die Zähne die aneinander reiben hauptsächlich. Natürlich hilft bei Wiese die Erde zusätzlich beim Zahnabrieb (Silizium ist darin enthalten umd und hart genug die Zähne mitzuschleifen). Das heißt selbst wenn die Pellets den Magen nicht kaputt machen, sind sie ungeeignet für das sensible, auf blättrige Nahrungsmittel geschulte Gebiss eines Kaninchen.
Normalerweise bin ich ruhig beim Pelletthema, aber es stört mich wenn man Pellets in den Schutz nimmt.
Kann gut sein das du Glück hattest und es wirklich keine Probleme gab, kann gut sein das deine Kaninchen es super versteckt haben und eigentlich Zahnweh hatten.
Und von Genetik reden wir gar nicht erst, denn die ist wirklich sehr kompliziert von Kaninchen und ich hab da von der Züchterin damals sehr viele Infos bekommen worauf man achten muss und man nicht machen sollte. Zum Beispiel die Scheckenverpaarung aufgrund Megacolonkaninchen. Ein Leihe kann das nicht einfach so. Genetik ist kein Spielplatz wo ich einfach sage "Boah der weiße ist aber hübsch und der kleine ist so klein und süß, verpaaren wir sie!", sondern es gibt extrem viele Kriterien wann welches Kaninchen und wie lange zur Zucht geeignet ist. Wenn wir mal außen vor lassen wie viele Kaninchen es schon gibt.
Ich freu mich wirklich, dass es bei dir alles gut gelaufen ist, aber das ist leider ganz und gar nicht die Norm. Und dadurch auch nicht sehr hilfreich für irgendwen der hier still mitliest oder neu im Gebiet Kaninchen ist. Fakt ist, Kaninchen brauchen keine Pellets.
Übrigens sind Kaninchen FRISCHKÖSTLER. Oder hat hier jemand schon mal Pellets auf einen Baum wachsen sehen? Ich noch nicht. In freier Natur gibt es nur frisches, veganes Futter. Wiese, Kräuter, Äste, Wurzeln, ja manchmal klauen sie auch vom Feld den Weizen, aber in geringen Mengen und nicht dauernd. Ihr Körper besteht zu 60% aus Wasser und sie benötigen jede Menge Wasser zusätzlich. Das schaffen sie mit bloßen Wasserschüsseln nicht. Wenn sie übrigens nicht genug Frischfutter bekommen, dadurch nicht genug Wasser aufnehmen, steigt die Gefahr auf Nierenprobleme, Blasengries und Blasensteine extrem an. Meine Tierärztin sagte mir als sie Flöckchen seine 100% Frischfutterblase sah, dass sie LEIDER noch nie so eine saubere Kaninchenblase gesehen hat und sie wunderschön ist (Ärzte mögen das eben). Und die Lebensdauer sollte man doch bestmöglich erhöhen. Gebe meinem Hund doch auch Futter wo ich auf die Nährstoffe schaue, welches Fleisch drinnen ist ect. Ich finde das ist wie bewusstes Essen für den Mensch. Nur das man das beim Tier macht.

Liebe Grüße von jemanden der noch daran arbeitet die Weisheit mit Löffeln gefuttert zu haben im Bereich Kaninchen
Edit: entschuldigt für den langen Text seh ich grade xD Kann übrigens auch sein das die 3-4min mindestens zu wenig sind.



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Geändert von -Flöckchen- (21.08.2020 um 00:19 Uhr).

Ninchen
 
Registriert seit: 29.04.2020
Beiträge: 26
Topsy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.08.2020, 00:52

@ Flöckchen
Ich danke dir, dass du noch "mit normalem Ton"antwortest.
Wahrscheinlich hast du mein anderer Beitrag nicht gelesen, bei dem ich geschrieben habe, dass sie hauptsächlich Frischfutter und Heu bekommen, dann am Abend die Pellets.

Hätte eines meiner Kaninchen Schmerzen in den Zähnen, so hätte es immer noch andere Nahrungsmittel zur Verfügung gehabt als die Pellets, welche sie aber immer gefressen haben.
Übrigens meine Pellets verringern das Ausbrechen von Kokzidienbefall.
Und wegen der Zucht, habe ich die Vorsteherin des Zuchtverbandes an meiner Seite.
Ich habe auch schon Not-Kaninchen aufgenommen. Es war eine intensive Zeit mit ihm und als Problemfall wollte ich ihn nicht weitervermitteln. Ein Jahr habe ich gebraucht, bis ich ihn mit gutem Gewissen weitergeben konnte.
Bei der eigenen Zucht weiss ich was ich habe. Da wird nicht gebissen, geknurrt, gekratzt, sondern man ist lieb, zahm und nicht geschädigt (d. fehlerhafte Haltung). Die zukünftigen Besitzer schätzen dies sehr.




Benutzerbild von -Flöckchen-
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 22.04.2019
Beiträge: 799
-Flöckchen- befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.08.2020, 01:23

Nein hab tatsächlich nicht, ich hab nur die E-Mail für diese Antwort bekommen und war schockiert, dass wenn das wer unerfahrenes liest, derjenige leider zum schluss kommen könnte Pellets sind toll und Genetik ist leicht.
Leider schmecken die meisten Pellets, weil da viele Zusatzstoffe enthalten sind und sie auch häufig mit Nährstoffen zugebombt werden. Eine überversorgung ist dadurch leicht zu erreichen. Cuni Complete werden hier als gut empfunden, sie haben auch eine bessere zusammensetzung, aber aus eigener Erfahrung bin ich zu sehr getriggert von Trockenfutter in egal welcher Pelletform. Muss dazu sagen, Flöckchen bekam nicht mal stinknormales Heu wo ich ihn herhabe. Die trächtige Mutter eine Portion Stroh fürs Nest- wie nett....
Aviv seine Züchterin macht zwischendurch eine Kokzidienkur. Auf Wunsch kann das Kaninchen, wie Aviv, sie mitmachen. Hab aber, aufgrund mangels Vertrauen in Menschen, trotzdem eine Kotprobe abgeben. War aber Kokizidienfrei. Immerhin musste ich sie nicht bezahlen, da war ich skeptisch
Wobei es auch Kräuter gibt zum vorbeugen von Kokizidien oder Würmern und Hefen können leider dirch jegliches Trockenfutter gefördert werden, sogar durch frisch Futter wie Knollen. Natürlich heißt es nicht, dass wenn jemand Pellets füttert, er seine Tiere nicht liebt. Deshalb finde ich es wichtig die Leute darüber in Kenntnis zu setzen, manche stellen ihren Kaninchen die Cunis dauerhaft hin und die Kaninchen schlingen kein einziges mal die runter. Aber wie gesagt, ich sehe einfach so viele Probleme durch dieses Futter verursacht, dass der Name oder ob Pellet, Extrudate, Cunis oder von mir aus in Herzform zusammengepresstes Superfutter, dass ich es kritisch und gefährlich sehe, dass gerade auf jahrelange Sicht zu füttern. Aviv hat davon bisschen genascht, kaum zu verhindern wenn die Mutter es bekommt. Und es war schon ein sehr ungutes Gefühl. Je mehr fachliches Wissen man dazu liest über Kaninchen, desto unheimlicher wird das ganze. In ner Zucht ist es schwer darauf zu verzichten, man muss ja eine gewisse Bande 'satt' bzw 24/7 füttern können. Dennoch würde ich vielleicht überlegen auf mehr Frischfutter zu setzen, wenn es möglich ist.
Ja, da wird ja selektiert sozusagen. Flöckchen war ein jeder dürfte Mal ran Kandidat und ich hab Glück, dass er so ein liebenswürdiger Kuschelkandidat geworden ist. Vermutlich hat das viel mit der Zeit zu tun die ich mit ihm verbracht habe. Denn sein Vater war übrigens, durch die enge Zwergkaninchenbucht, ein sehr aggressiver Zeitgenosse. Nicht mal der wo sie zum schlachten vermehrt, fässt da unnötig rein.... Ziemlich traurig und schockierend...

In Krankheitsfällen werden auch mal zermantsche Cunis empfohlen sogar. Auch zum päppeln sollen sie geeignet sein. Dennoch schaue ich mich auch da nach anderem um, Critical Care soll auch nicht das Gelbe vom Ei sein. Ich versuche es einfach so natürlich wie möglich zu halten, da Kaninchen ja eben so empfindlich sind und Pellets so ein großes Nein bei mir schreit. Man kann ja sowieso keinen Zwingen die Ansichten zu teilen. Man kann versuchen sein fachliches Wissen zu nutzen, hab tatsächlich mich in letzter Zeit sehr intensiv mit dem Kaninchengebiss, Frischfutterernährung und Gewicht beschäftigt, und hoffen das es wem nützt oder anregt etwas anders zu machen. Gebe auch ungefragt im Kölle meinen Senf ab, wenn ich Käfigempfehlungen sehe oder Pellets von "....." sind soo toll und dann schaut man die Zusammensetzung an- ja da kann ich meinem Kaninchen gleich die Zähne ziehen. Es gibt schon grausam schlechte Zusammensetzungen, da wird mir beim Lesen schon übel. Würde ich nicht mal meinem ärgsten Feind zum essen geben.

Edit: Dennoch muss ich anmerken, dass ich auch den harschen Ton hier schätze zwischendurch xD Einfach weil ich so immer eine deutliche Reaktion zu einem Thema sehe. Wie wichtig ein Thema ist, erkennt man hier am Ton sehr schnell und daran wie eindringlich es thematisiert und erwähnt wird! Natürlich trifft es jemanden mit anderer Meinung hart, gerade bei vermeidbaren Sachen wie Pelletfütterung. Salatfütterung ist zum Beispiel nicht perfekt, wird aber geschätzt und angenommen, auch Tipps gegeben, da es wichtiges blättriges Frischfutter ist und einen guten Ersatz bietet. Pellets ist einfach ein, auch zu Recht, negatives Thema in einem Liebhaberforum. Die Leute hier wollen ihre Kaninchen möglichst lange behalten, am besten 12 Jahre. Mindestens. Mehr ist ja besser.



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Grüße von den Kuschelninchen Flöckchen und Aviv


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Geändert von -Flöckchen- (21.08.2020 um 01:36 Uhr).

Benutzerbild von Honeymouse
Kaninchen
 
Registriert seit: 02.08.2013
Beiträge: 27.916
Honeymouse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.08.2020, 06:14

Auch Kaninchen mit Zahnproblemen fressen lange Zeit ganz normal weiter, es ist ihr Instinkt. So lange wie möglich überdecken, dass was nicht stimmt.
Und Pellets mit Kokzidienkur bringen auch nicht sonderlich viel außer Resistenzen - es wurden schon mehr als ein Tier von sogenannten Züchtern gerettet, wonsie ebenfalls solche Pellets bekamen. Und? Kokzidien ohne Ende.
Lässt du deine Tiere jährlich röntgen, um auch did Zahnwurzeln beurteilen zu können? Denn die sind die, die zuerst Probleme bereiten und mit dem bloßen Auge kann man sie nicht sehen und beurteilen.

Du kannst gerne weiter deine Pelletws füttern, wenn du meinst, dass sie gut sind, aber wir werden solche für Anfänger fatalen Tipps sicher nicht unkommentiert stehen lasswn.



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Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 21.08.2020, 09:37

Zitat:
Zitat von Topsy Beitrag anzeigen
...
Aber ich verlasse mich nie 100% auf so einen Text. Wie oft wurde das Gesundheits-Ideal in den letzten Jahren schon geändert, weil irgendwelche Wissenschaftler immer noch etwas besseres herausfinden wollen.
Die Wissenschaft ist niemals statisch, deshalb ist es absolut natürlich dass das, was gestern galt, heute eben in Frage gestellt wird. Das ist gut so! Nur so kann man nach und nach anfangen zu verstehen.

Würde man das nicht tun, wären wir heute noch überzeugt, die Erde sei eine Scheibe und Darwins Evolutionstheorie eine Einflüsterung des Teufels

Zitat:
Deshalb braucht es da noch einen gesunden Menschenverstand.
Ja, den braucht es. Und zwar in beide Richtungen: hinterfragen, was "immer schon so war und keinem geschadet hat" und hinterfragen, was "der letzte Stand der Wissenschaft ist". Dabei gilt: je mehr Fachkompetenz jemand tatsächlich hat, desto mehr Gewicht sollte man seiner Aussage beimessen. So würde ich einem Tierarzt, der sich regelmäßig in Bezug auf die entsprechende Tierart fortbildet mehr Bedeutung beimessen als einem Züchter, der schöne Preise auf irgendwelchen Ausstellungen abräumt.

Zitat:
Habt Ihr schon gesehen wie meine Kaninchen die Pellets fressen?
Nein. Aber ich habe meine Mädels von einer Züchterin gehabt, und sie bekamen Züchterpellets. Während der Umstellungsphase habe ich sie beim Fressen genau beobachtet, und dabei festgestellt, dass sie die Pellets zunächst zerbeißen.

Da mein Vater Zahnarzt war, ist das Thema Zähne für mich etwas vertrautes. Ich selbst bin Knirscherin, habe deshalb eine Schiene. Ich weiß, welche unglaublich hohen Kräfte bei kräftigem Zubeißen auf die Zähne wirken. Beim Menschen sind das Tonnen, beim Kaninchen sicherlich weniger - aber sie haben die zarteren Kiefergelenke als der Mensch. Für beide gilt: so harte Dinge wie Pellets zu zerbeißen, belastet Zähne (und damit nicht nur den sichtbaren Zahn, sondern vor allem auch die Zahnwurzel! Ich habe nicht umsonst Schmerzen im Bereich der Backenzahnwurzeln bekommen durch das knirschen!) und Kiefergelenke (eine Kieferklemme ist definitiv nicht lustig...)

Der massive Druck bei diesem Zerbeißen der Pellets kann außerdem das retrograde Wurzelwachstum fördern. Es entstehen durch den Druck ständig Reize auf die Zahnwurzel und das umliegende Gewebe. Diese Veränderungen sieht man erst nach Jahren, sie sind aber nur auf eine einzige Art überhaupt therapierbar: durch eine Extraktion. Aber ein zahnloses Kaninchen? Schon der Verlust weniger Zähne ist ja ein Problem, da die Gegenspieler regelmäßig durch den Tierarzt abgeschliffen werden müssen. Betrifft das die überwiegende Zahl der Zähne, muss man sich die ernste und sehr harte Frage stellen, inwieweit das Leben so für das Tier auf Dauer lebenswert ist.

Ich habe auch über die Zeit einen sehr feinen Blick für die Kaubewegungen meiner Kaninchen bekommen. Denn das dritte war ein Zahni (übrigens von den Vorbesitzern bei einer "liebevollen Hobbyzüchterin" erworben - ein sehr umgängliches kleines Kerlchen das weder gekratzt noch gebissen hat ). Ich konnte, nicht zuletzt auch wegen der Beobachtungen der Mädels damals, schon nach kurzer Zeit anhand der veränderten Kaubewegungen feststellen, ob er wieder für die Zahnsanierung fällig war. Und zwar sehr zuverlässig. Einmal kam ich wieder zum Tierarzt mit Leo, und teilte ihm mit es wäre wieder soweit. Der Tierarzt hatte damals sein Endoskop nicht zur Verfügung, und schaute lediglich mit dem Othoskop. "Ich kann nichts problematisches sehen." war seine Aussage. Dann ein prüfender Blick zu mir: "Ich vertraue ihnen. Wenn sie sagen, da ist was, dann ist da was. Wir legen ihn in Narkose." Als ich Leo wieder abholte, zeigte er sich von dem Ausmaß der Probleme an den hinteren Backenzähnen regelrecht geschockt, ohne Narkose und nur mit dem Othoskop waren diese Schäden aber nicht in ausreichendem Umfang sichtbar.

Zitat:
Wisst Ihr was in meinen Pellets drin ist?
Für die Partikelgröße und die Härte ist das irrelevant. Pellets sind qua definitionem grundsätzlich aus einem gleichförmig gemahlenen Mehl unter hohem Druck zusammengepresst, das reicht schon um Probleme zu verursachen.

Einen Inhaltsstoff hast du aber genannt, und das habe ich zum Glück gerade noch registriert, ich wollte dir nämlich eigentlich vorschlagen als Selbstversuch dir mal ein paar von den Dingern zwischen die eigenen Zähne zu stecken und zu zerbeißen damit dir klar wird, wie viel Kraft man dafür aufwenden muss.

Da die Dinger aber Kokzidiostatika enthalten, würde ich das keinem empfehlen Toltrazuril beispielsweise darf nicht in den Menschen gelangen, ist deshalb für Legehennen und alle Tiere die zum Verzehr bestimmt sind, verboten. Es darf auch bei trächtigen Kaninchen nicht angewendet werden.

Bei Pellets mit Kokzidiostatikazugabe platzt mir regelmäßig der Kragen, muss ich sagen. Das Problem: der Wirkstoff ist zu gering dosiert um tatsächlich zu wirken. Und das weit größere Problem: dadurch werden Resistenzen verursacht! Hier in der Gegend, wo solche Pellets früher massenhaft verwendet wurden (und ich fürchte, heute auch noch verwendet werden), ist Baycox schon beinahe wirkungslos geworden. Die Tierärzte müssen bereits auf Retardon ausweichen. Und wofür? Für eine scheinbare Sicherheit von Leuten, die lieber Chemie füttern statt sich des Themas Kokzidienvorbeugung anderweitig anzunehmen. Das mach mit traurig und - ehrlich gesagt - auch sehr wütend.

Zitat:
Und Ihr wisst wohl auch woher meine Kaninchen stammen? Und wie ihre Genetik ist, wisst Ihr auch!
Toll, Ihr seid ja richtige Hellseher.
Du hast bei Flöckchen ihre sachliche Antwort gelobt. Ich fände es gut, wenn du dir an ihr ein Beispiel nehmen würdest.

Zitat:
Dummerweise sind meine Kaninchen trotz dieser Pelletszufütterung und trotz dieser furchtbaren Genetik so furchtbar alt geworden, und dies erst noch fast ohne Tierarztbesuche!!!! - wie schade!!!
Siehe letzte Bemerkung. Niemand hat dir vorgeworfen, du hättest keine Ahnung von Genetik, es wurde lediglich - angesichts deiner eigenen Aussage du hättest eine Hobbyzucht auch absolut berechtigt - nachgefragt. Da das Thema so umfangreich und auch schwierig ist (allein am mendeln scheitern jedes Jahr etliche Tausend Biologieschüler), und es nur wenige Hobbyzüchter gibt die sich erst mal ein oder zwei Jahre hinter die Bücher hocken bevor sie einen Rammler auf eine Häsin lassen, treffen wir mit diesen Fragen recht regelmäßig ins Schwarze. Deine heftige Reaktion macht mich übrigens ein wenig stutzig, meist reagieren nämlich die Leute, die tatsächlich Ahnung haben, auf solche Fragen eher gelassen oder sogar recht belustigt. Aber sicher warst du nur durch die Pellets-Diskussion ein wenig aufgebracht. Und du hast ja auch einen Profi an deiner Seite.

Übrigens hätte ich bei einem Züchter grundsätzlich halbjährliche Tierarztbesuche erwartet, nämlich zum impfen. Oder meintest du lediglich erkrankungsbedingte Tierarztbesuche?

Zitat:
Nein jetzt mal im Ernst! Dieses Forum ist doch zum Helfen da, nicht zum nörgeln. Und zum Teilen von eigenen Erfahrungen.
Ja, und zum diskutieren. Nicht alles, was scheinbar nicht schadet, ist auch wirklich unschädlich. Helmut Schmidt hat sich eine Zigarette an der anderen angesteckt, und ist steinalt geworden. Viele andere bekamen bzw. bekommen Lungenkrebs, wie mein Großvater. Eigene Erfahrungen sind durchaus Momentaufnahmen, sozusagen Studien im Kleinformat. Erst wenn man die Summe vieler solcher Erfahrungen abgleicht (und zu so etwas ist ein Forum da!), kann man eine Tendenz ausmachen. In der Wissenschaft wäre das Pendant am ehesten eine Meta-Studie Und beim Thema Pellets hat diese Tendenz eine sehr eindeutige Richtung.

Zitat:
Hauptsache den Kaninchen geht es gut, und sie haben ein schönes, gesundes Leben.
Genau darum geht es.

Zitat:
Zitat von Topsy Beitrag anzeigen
@ Flöckchen
Ich danke dir, dass du noch "mit normalem Ton"antwortest.
Ich möchte mich dem Lob für Flöckchen in der Form anschließen, als nicht nur der Tonfall super ist, sondern auch der Inhalt.

Flöckchen, danke dir dass du dir so viel Mühe gemacht hast. Dein Beitrag enthält enorm viele wichtige Aussagen!

Zitat:
Wahrscheinlich hast du mein anderer Beitrag nicht gelesen, bei dem ich geschrieben habe, dass sie hauptsächlich Frischfutter und Heu bekommen, dann am Abend die Pellets.
Das ist gut, so sind die Auswirkungen zumindest nicht ganz so krass wie bei reiner Pelletfütterung. Aber es gibt trotzdem Auswirkungen.

Zitat:
Hätte eines meiner Kaninchen Schmerzen in den Zähnen, so hätte es immer noch andere Nahrungsmittel zur Verfügung gehabt als die Pellets, welche sie aber immer gefressen haben.
Das ist ein übler Trugschluss. Gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen verstecken Kaninchen ihre Krankheiten so lange es irgend geht. Zum anderen ist es aber so, dass gerade Kaninchen mit Schmerzen beim Fressen Pellets und andere extrem energiereiche Dinge wie "harte" Möhre bevorzugen! So müssen sie weniger Kaubewegungen ausführen um ihren Energiebedarf zu decken.

Zitat:
Übrigens meine Pellets verringern das Ausbrechen von Kokzidienbefall.
Dazu habe ich weiter oben schon geschrieben. Im Interesse deiner Kaninchen solltest du SOFORT auf eine Sorte ohne Kokzidostatika umstellen (oder idealerweise komplett auf die Pellets verzichten), um im Fall der Fälle überhaupt noch eine ausreichend wirksame Behandlungsmöglichkeit zu haben.

Übrigens ist inzwischen klar dass der Darm bei Mensch und Tier sehr wesentlichen Anteil am Funktionieren des Immunsystems hat. Genauer gesagt: die Darmflora hat diesen Anteil am Immunsystem. Wenn du die Darmflora, wie ich schon im vorherigen Beitrag ausgeführt habe, durch die Gabe solch gleichförmig gemahlener Futtermittel schädigst, ist das Immunsystem auf Dauer weniger leistungsfähig. Ein weniger leistungsfähiges Immunsystem und eine geschädigte Darmflora erhöhen aber ihrerseits massiv das Risiko eines Kokzidienbefalls. Dem versuchen die Hersteller der Futtermittel durch den Einsatz der Kokzidiostatika entgegenzuwirken. Man verursacht also einen Schaden durch industriell hergestelltes Futter, und versucht die dadurch entstehenden Nachteile durch Chemie auszugleichen.



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Geändert von Lupine (21.08.2020 um 10:04 Uhr).

Ninchen
 
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Topsy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.08.2020, 09:38

Naja, das ist ja heutzutage auch ein Problem und man nennt es auch noch Tierliebe. Ja in der Natur müssen die Tiere manchmal qualvoll zu Ende gehen, das könnte einem das Herz zerreissen, würde man Alles mitbekommen.
Aber ich verstehe überhaupt nicht, dass man mit seinem Kaninchen ohne jegliche Anzeichen zum TA geht, das Tier verängstigt und stresst, um dann irgendwelche 1000-mögliche Krankheiten zu suchen. Das ist als würde ich selbst jeden Monat zum Arzt, um zu fragen, ob ich wirklich immernoch keine Krankheit habe.
Das zweite, sein Kaninchen möglichst lange halten wollen, ja ist gut und schön, solange das Kaninchen gesund ist. Aber wenn ich sehe, wie viel da operiert und herumgedoktert wird, was dem Kaninchen Stress und Schmerzen zuführt, so ist das bei mir keine Tierliebe mehr, sondern ein egoistisches Verhalten des Besitzers. Ich hatte auch schon Kaninchen, die sehr alt wurden, glücklicherweise eine gute Gesundheit hatten, aber wenn bei mir eines erkrankt und ihm ein langer Prozess bevorsteht, so wird es erlöst.
Die Frage ist, wie viel da Tierliebe mit dem Tierwohl noch zu tun hat. Man macht eine Riesensache über Pellets (übrigens kaufe ich die NICHT in einem Tierfachgeschäft), ok, wenn es bei euch nur so Zusatzstoff-Pellets mit Getreide gibt, würde ich das auch nicht verfüttern, aber bei Wohnungshaltung sagt niemand ein Wort, was ich persönlich sehr schlecht finde.




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Kaninchen
 
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Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 21.08.2020, 09:49

Du würdest also ein Kaninchen, was 4 - 6 Mal im Jahr in Narkose gelegt wird um die Zähne zu schleifen, ansonsten aber ein gutes, zufriedenes Leben hat, erlösen, und halbjährliche Impfungen lehnst du wegen des Stresses für das Tier ab?

Du fütterst ein industriell hergestelltes Futter, dessen Inhaltsstoffe zunächst zermahlen wurden bis zur Unkenntlichkeit, danach unter hohem Druck zusammengepresst, möglicherweise in einem Format das leicht zu Verschlucken führen kann, das überdies auch noch fortlaufend mit einem potenziell leber- und nierenschädigenden Medikament versetzt ist, hälst aber freie Wohnungshaltung mit Buddelkiste etc. für schlecht, weil es sich nicht um eine natürliche Umgebung handelt?

Oder habe ich da jetzt was falsch verstanden?

Bin gerade wirklich verwirrt.



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Geändert von Lupine (21.08.2020 um 10:12 Uhr). Grund: Schreibfehler. Wer noch welche findet, darf sie gerne behalten ;-)

Ninchen
 
Registriert seit: 29.04.2020
Beiträge: 26
Topsy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.08.2020, 09:59

@ lupine
Nein ich war genervt, weil jeder schon besser weiss was man hat und tut, und dann urteilt, obwohl sie in Wirklichkeit nur einen Bruchteil wissen.




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Kaninchen
 
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Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 21.08.2020, 10:08

Aha. Danke für die Aufklärung.

Kleine Frage zum Abschluss: Woher weißt du so genau, welches Wissen derjenige am anderen Ende der Leitung hat oder nicht hat? Ist das nicht genau das, worüber du dich so vehement beschwert hast: Hellseherei?



 
 
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