 | Moderatorin | | Registriert seit: 06.08.2009
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Geschrieben am
11.07.2013, 00:09
| | | | Wenn wir uns anschauen, wie viel Beta-Carotin (Vorstufe zu Vitamin A) Kaninchen benötigen, wird es schon sehr schwierig, da die Angaben sehr stark schwanken.
Von knapp 600 IE bis 6000 IE Vitamin A je kg Futter ist alles vertreten (also die zehnfache Dosis).
Die Futtermittelhersteller setzen meistens etwa 10.000 IE je Kilo den Futtersorten zu, in Ausnahmefällen bis zu 20.000 IE (Activia), also eine wahnsinnige Überdosierung. Kurz gesagt: Man weiß bis heute nicht, wie viel die Kaninchen an Beta-Carotin benötigen. Ich halte eine solche Überdosierung für genauso bedenklich wie einen Mangel. Eine Überdosierung mit Beta-Carotin aus den Pflanzen ist nicht schädlich, überdosiertes synthetisches Vitamin A hingegen schon.
Nach Fakete (1993) kommt es bereits bei der 10fachen Überdosierung zu Folgeschäden. Es kommt dadurch beim Kaninchen zu folgenden Krankheiten:
- Fetusresorptionen (Feten werden zurückgebildet und vom Körper resorbiert)
- Aborte (Fehlgeburten)
- Untergewicht bei den Kaninchenjungen
- Hydrozephalus (Wasserkopf) bei den Nachkommen = krankhafte Zunahme der Gehirnflüssigkeit, meist kommt es dadurch zur geistigen Behinderung und Nervenstörungen.
- Stark erhöhte Vitamin-A-Blutwerte
- Konzentration an Vitamin A in der Leber um das 180-fache erhöht
- Verminderte Futteraufnahme
- Körpermassezunahme herabgesetzt ß-Carotin in µg je 100g (Wildkräuter hervorgehoben) Brennnessel 2400.00
Stangensellerie 2900.00
Mangold 3530.00 Pimpinelle 4000.00
Rübenblatt 4500.00
Spinat 4687.00
Fenchel 4700.00 Sauerampfer 5000.00
Grünkohl 5169.00
Petersilie 5413.00
Kerbel 5500.00
Dill 6100.00
Rüben 7794.00
Karotte 7794.00
Wurzel- und Knollengemüse-Gemisch 7794.00 Löwenzahn 7900.00
Wenn man sich das anschaut, kann man anhand dieser Werte bereits sehen, dass ein Mangel an ß-Carotin (Vorstufe zu Vitamin A) bei einer Ernährung aus Gemüse, Kräutern, Heu, Zweigen usw. auch ohne Wiese bedarfsdeckend sein kann. Die äußeren Kohlblätter enthalten übrigens die 100-fache Menge als die innen-liegenden Blätter. Die Menge schwankt also nicht nur von Gemüse zu Gemüse sondern auch je nach Gemüseteil erheblich.
Bei Vitamin A geht es also darum, synthetische Vitamine zu vermeiden und keinesfalls eine Überdosis zu provozieren. Synthetisches Vitamin A kann nur bei einem Mangel im Blut empfohlen werden.
Im Gegenzug geht es um eine gute Versorgung mit Carotin, damit der Bedarf gedeckt wird.
Synthetische Vitamine sind übrigens mit den natürlichen nicht identisch sondern unterscheiden sich chemisch. Zudem haben sie nicht den gleichen Effekt auf den Körper, wie natürliche Vitamine, wie man heute weiß.
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Geändert von saloiv (11.07.2013 um 00:15 Uhr).
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