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Wie ist in meinem Fall die beste Ernährung!? auf Kaninchen Forum

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Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 10.07.2013, 21:49

Zitat:
Zitat von roerchen Beitrag anzeigen
Wie du ja weißt, versuch ich meine gerade auf Grün umzustellen, hatte aber noch das vorher gekauft. Sie haben pro Tier nur ca. 30g bekommen, was einen kleinen Napf voll entspricht und sie sind so satt, dass sie die Petersilie und der Salat, der zu Testzwecken im Käfig gerade liegt noch nicht mal beschnuppert haben.
Wobei viele Kaninchen Salat nicht mögen. Bei Kaninchen gilt auch oftmals das Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht" zu.
Gib ihnen mal Löwenzahn oder Spitzwegerich, das werden sie sicherlich lieber fressen als Salat.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 08.07.2013
Beiträge: 41
roerchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.07.2013, 21:52

Zitat:
Zitat von Benny Beitrag anzeigen
Wobei viele Kaninchen Salat nicht mögen. Bei Kaninchen gilt auch oftmals das Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht" zu.
Gib ihnen mal Löwenzahn oder Spitzwegerich, das werden sie sicherlich lieber fressen als Salat.
Ist in Arbeit, muss ja auch erstmal beschafft werden.

Allerdings kennen sie ja gar nichts




Benutzerbild von saloiv
Moderatorin
 
Registriert seit: 06.08.2009
Beiträge: 4.686
saloiv befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.07.2013, 00:09

Wenn wir uns anschauen, wie viel Beta-Carotin (Vorstufe zu Vitamin A) Kaninchen benötigen, wird es schon sehr schwierig, da die Angaben sehr stark schwanken.
Von knapp 600 IE bis 6000 IE Vitamin A je kg Futter ist alles vertreten (also die zehnfache Dosis).
Die Futtermittelhersteller setzen meistens etwa 10.000 IE je Kilo den Futtersorten zu, in Ausnahmefällen bis zu 20.000 IE (Activia), also eine wahnsinnige Überdosierung.

Kurz gesagt: Man weiß bis heute nicht, wie viel die Kaninchen an Beta-Carotin benötigen.

Ich halte eine solche Überdosierung für genauso bedenklich wie einen Mangel. Eine Überdosierung mit Beta-Carotin aus den Pflanzen ist nicht schädlich, überdosiertes synthetisches Vitamin A hingegen schon.
Nach Fakete (1993) kommt es bereits bei der 10fachen Überdosierung zu Folgeschäden. Es kommt dadurch beim Kaninchen zu folgenden Krankheiten:
- Fetusresorptionen (Feten werden zurückgebildet und vom Körper resorbiert)
- Aborte (Fehlgeburten)
- Untergewicht bei den Kaninchenjungen
- Hydrozephalus (Wasserkopf) bei den Nachkommen = krankhafte Zunahme der Gehirnflüssigkeit, meist kommt es dadurch zur geistigen Behinderung und Nervenstörungen.
- Stark erhöhte Vitamin-A-Blutwerte
- Konzentration an Vitamin A in der Leber um das 180-fache erhöht
- Verminderte Futteraufnahme
- Körpermassezunahme herabgesetzt

ß-Carotin in µg je 100g (Wildkräuter hervorgehoben)
Brennnessel 2400.00
Stangensellerie 2900.00
Mangold 3530.00
Pimpinelle 4000.00
Rübenblatt 4500.00
Spinat 4687.00
Fenchel 4700.00
Sauerampfer 5000.00
Grünkohl 5169.00
Petersilie 5413.00
Kerbel 5500.00
Dill 6100.00
Rüben 7794.00
Karotte 7794.00
Wurzel- und Knollengemüse-Gemisch 7794.00
Löwenzahn 7900.00

Wenn man sich das anschaut, kann man anhand dieser Werte bereits sehen, dass ein Mangel an ß-Carotin (Vorstufe zu Vitamin A) bei einer Ernährung aus Gemüse, Kräutern, Heu, Zweigen usw. auch ohne Wiese bedarfsdeckend sein kann. Die äußeren Kohlblätter enthalten übrigens die 100-fache Menge als die innen-liegenden Blätter. Die Menge schwankt also nicht nur von Gemüse zu Gemüse sondern auch je nach Gemüseteil erheblich.

Bei Vitamin A geht es also darum, synthetische Vitamine zu vermeiden und keinesfalls eine Überdosis zu provozieren. Synthetisches Vitamin A kann nur bei einem Mangel im Blut empfohlen werden.
Im Gegenzug geht es um eine gute Versorgung mit Carotin, damit der Bedarf gedeckt wird.
Synthetische Vitamine sind übrigens mit den natürlichen nicht identisch sondern unterscheiden sich chemisch. Zudem haben sie nicht den gleichen Effekt auf den Körper, wie natürliche Vitamine, wie man heute weiß.



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Geändert von saloiv (11.07.2013 um 00:15 Uhr).

Benutzerbild von Bibi&Tina
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Registriert seit: 23.10.2012
Beiträge: 554
Bibi&Tina befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.07.2013, 08:37

Ich denke auch, dass es doch eigentlich ausreichend Gemüsesorten gibt, in denen ß-Carotin vorhanden ist und die man ganzjährig zur Verfügung hat. Wozu dann also das künstliche Vitamin A, wenn dort die Gefahr einer Überdosierung sehr hoch ist, die beim ß-Carotin nicht möglich ist?



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Mitleid mit den Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, dass man zuversichtlich behaupten darf: Wer gegen Tiere grausam ist, kann kein guter Mensch sein. (Arthur Schopenhauer)



Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 11.07.2013, 08:42

Zitat:
Zitat von Bibi&Tina Beitrag anzeigen
Ich denke auch, dass es doch eigentlich ausreichend Gemüsesorten gibt, in denen ß-Carotin vorhanden ist und die man ganzjährig zur Verfügung hat. Wozu dann also das künstliche Vitamin A, wenn dort die Gefahr einer Überdosierung sehr hoch ist, die beim ß-Carotin nicht möglich ist?
Mir persönlich geht es bei der Zufütterung eines Alleinfuttermittels bei einer dauerhaften Heu/Gemüseernährung nicht nur um das Vitamin A, sondern auch um die Mineralien und die anderen Vitamine.

Aber das ist Ansichtssache. Ich konnte auf über 30 Jahre keinerlei Nachteile für meine Tiere erkennen durch die Zufütterung mit einem Alleinfuttermittel, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es allgemein so schlecht ist, wie es hier gemacht wird.




Benutzerbild von W.Rabbit
Kaninchen
 
Registriert seit: 08.04.2013
Beiträge: 1.612
W.Rabbit befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.07.2013, 08:48

Zitat:
Zitat von Benny Beitrag anzeigen
Mir persönlich geht es bei der Zufütterung eines Alleinfuttermittels bei einer dauerhaften Heu/Gemüseernährung nicht nur um das Vitamin A, sondern auch um die Mineralien und die anderen Vitamine.

Aber das ist Ansichtssache. Ich konnte auf über 30 Jahre keinerlei Nachteile für meine Tiere erkennen durch die Zufütterung mit einem Alleinfuttermittel, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es allgemein so schlecht ist, wie es hier gemacht wird.
Es geht ja hier hauptsächlich darum, ob das Alleinfuttermittel, also Strukturfutter/Trockenkräuter mit Vitaminen zugesetzt werden sein sollte (also die Überdosis) oder ob das Alleinfutter ohne Zusätze mit einigen natürlichen Vitaminen PLUS ergänzend Gemüse den Bedarf nicht schon auf natürliche Weise deckt.
Ich verlasse mich auf die letztere Variante, du auf die erste. Ich denk halt nicht das das nötig ist, Zusätze zu geben. Aber wenn du es machst und das seit Jahren und das klappt ist das ja auch ok ;D



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Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 11.07.2013, 08:50

Zitat:
Zitat von W.Rabbit Beitrag anzeigen
Es geht ja hier hauptsächlich darum, ob das Alleinfuttermittel, also Strukturfutter/Trockenkräuter mit Vitaminen zugesetzt werden sein sollte (also die Überdosis) oder ob das Alleinfutter ohne Zusätze mit einigen natürlichen Vitaminen PLUS ergänzend Gemüse den Bedarf nicht schon auf natürliche Weise deckt.
Ich verlasse mich auf die letztere Variante, du auf die erste. Ich denk halt nicht das das nötig ist, Zusätze zu geben. Aber wenn du es machst und das seit Jahren und das klappt ist das ja auch ok ;D
Wenn keine Zusätze in einem Trockenfutter sind, ist es kein ALLEINfutter mehr, sondern ein Ergänzungsfutter.




Benutzerbild von Tinachen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.09.2010
Beiträge: 11.070
Tinachen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.07.2013, 08:53

Zitat:
Zitat von Benny Beitrag anzeigen
Mir persönlich geht es bei der Zufütterung eines Alleinfuttermittels bei einer dauerhaften Heu/Gemüseernährung nicht nur um das Vitamin A, sondern auch um die Mineralien und die anderen Vitamine.
Ein "nachgebautes" Futtermittel kann nie die Ausgewogenheit an essentiellen Stoffen bieten wie es ein natürlich gewachsenes beinhaltet. Dazu ist das Zusammenspiel viel zu komplex.



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Pinkie
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 11.07.2013, 08:55

Zitat:
Zitat von Tinachen Beitrag anzeigen
Ein "nachgebautes" Futtermittel kann nie die Ausgewogenheit an essentiellen Stoffen bieten wie es ein natürlich gewachsenes beinhaltet. Dazu ist das Zusammenspiel viel zu komplex.
Schaffst du es aber im Winter (oder auch bei Wiesenfütterung mit kleiner Auswahl) das Futter, über Frischfutter so zusammen zustellen damit die Tiere alles nötigen Mineralien und Vitamine haben?
Ich nicht... Und dann füttere ich doch lieber ein Futter mit den nötigen Zusatzstoffen.



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Geändert von Pinkie (11.07.2013 um 08:57 Uhr).

Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 11.07.2013, 08:57

Zitat:
Zitat von Tinachen Beitrag anzeigen
Ein "nachgebautes" Futtermittel kann nie die Ausgewogenheit an essentiellen Stoffen bieten wie es ein natürlich gewachsenes beinhaltet. Dazu ist das Zusammenspiel viel zu komplex.
Wenn du mit "natürlich gewachsenes" Wiese meinst, gebe ich dir vollkommen Recht.



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Benutzerbild von Bibi&Tina
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 23.10.2012
Beiträge: 554
Bibi&Tina befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.07.2013, 08:54

Zitat:
Zitat von Benny Beitrag anzeigen
Mir persönlich geht es bei der Zufütterung eines Alleinfuttermittels bei einer dauerhaften Heu/Gemüseernährung nicht nur um das Vitamin A, sondern auch um die Mineralien und die anderen Vitamine.

Aber das ist Ansichtssache. Ich konnte auf über 30 Jahre keinerlei Nachteile für meine Tiere erkennen durch die Zufütterung mit einem Alleinfuttermittel, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es allgemein so schlecht ist, wie es hier gemacht wird.
MMn geht es hier doch gar nicht darum, die eine oder andere Sache schlecht zu machen. Wir haben doch alle nur das Ziel, unsere Kaninchen so gut wie möglich zu ernähren.
Und ich finde, dass in dieser Diskussion einfach nur jeder sein Wissen beiträgt und wir so versuchen, die Wahrheit aus den verschiedenen "Fütterungsmythen" rauszufiltern, um möglichst wenig falsch zu machen!



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Registriert seit: 06.08.2009
Beiträge: 4.686
saloiv befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.07.2013, 09:52

Zitat:
Zitat von Benny Beitrag anzeigen
Aber das ist Ansichtssache. Ich konnte auf über 30 Jahre keinerlei Nachteile für meine Tiere erkennen durch die Zufütterung mit einem Alleinfuttermittel, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es allgemein so schlecht ist, wie es hier gemacht wird.
Das liegt an deiner guten Haltung. Bei Tieren, die im Garten freilaufen oder eine große Gartenfläche haben, kann man fast alles füttern ohne Verdauungsprobleme zu bekommen. Ich kenne auch Tiere die im Garten freilaufen und zusätzlich den letzten Müll bekommen - ohne gesundheitliche Folgen. Durch freie Selektion im Garten wird sehr viel ausgeglichen.
Anders sieht es aus, wenn die Kaninchen in einem Gehege leben und deshalb nur auf das Futter zurück greifen können, das sie angeboten bekommen. In diesem Fall kommt es sehr oft zu Folgeproblemen bei Trockenfutter-Fütterung, je nach Art des Trockenfutters stärker oder schwächer. Strukturfutter ansich ist gesund und (gerade im Winter) sehr empfehlenswert. Allerdings gilt auch hier je hochwertiger, desto besser. Eine Kräutervielfalt mit Saaten, Wurzeln usw. ist hier sehr sinnvoll, eine Fütterung mit Luzerne, Getreide und Trockengemüse/Johannesbrot nicht so ideal wie erstgenanntes. Die künstlichen Vitaminzusätze sind je nach Dosierung auch sehr kritisch. Wenn ein Mangel besteht und dieser mit künstlichen Vitaminen aufgefüllt wird, sind sie hilfreich. Als Standardgabe ohne Mangel oder durch Vermutungen nicht. Dann besteht nämlich immer die große Gefahr der Überdosierung (gerade deshalb, weil auch meistens im Futter viel zu viel zugesetzt ist) und das hat wiederum gesundheitliche Nachteile.
http://www.noppeney.de/grafiken/Merkblatt/Unterschied%20zwischen%20natuerlichen%20und%20synt hetischen%20Vitaminen.pdf



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Stichworte
ernährung, futter, kaninchen, stadt, wiese



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