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Frage zu Kaninchenzucht auf Kaninchen Forum

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  • 3 Post By Kaninchenherz28
  • 3 Post By marinahexe
  • 1 Post By WoolooPlush

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 15.09.2021
Beiträge: 55
WoolooPlush befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.09.2024, 14:47

Frage zu Kaninchenzucht


Hallo,


Nur damit die Frage nicht falsch verstanden wird.


Nein, ich will nicht züchten.


Allerdings habe ich mich über das Thema Qualzucht schlau gemacht und war erstaunt wie viele Kaninchenrassen doch davon betroffen waren.


Was ich mich gefragt habe ist:


Gibt es überhaupt noch Kaninchen, die nicht total verzüchtet sind? Aufgelistet waren Rexkaninchen, Widder, Zwergkaninchen, Löwenkopf- und Angora/Teddykaninchen, aber auch Hermelin/Albinokaninchen.


Das ist ja eine ganze Menge.


Gibt es denn heutzutage noch eine Möglichkeit ein Kaninchen zu kaufen ohne, dass dieses auf Qualzucht basiert? (Und ich rede hier wirklich von seriösen Züchtern oder halt Tierheimen. Nichts Dubioses wie Zoohandlung, usw.)


War einfach schockiert über die Liste, denn das waren (bis auf zwei Rassen, die ich Mal hatte) fast alles Kaninchen, die wir aktuell haben und auch schon hatten.


Wisst ihr darüber Bescheid?


Freue mich sehr auf eure Antworten.



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Kaninchen
 
Registriert seit: 25.01.2016
Beiträge: 2.189
Kaninchenherz28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.09.2024, 16:15

Hallo WoolooPlush,

tatsächlich haben die meisten Kaninchen, aber auch ganz generell die meisten Rassetiere (Hunde, Rassekatzen,...) irgendwelche rassetypischen Gesundheitsprobleme. Das liegt daran, dass es einen Rassestandard gibt, den man als Züchter so gut es geht erfüllen will - und das geht oft ins Extreme.

Die meisten Kaninchen in Zoohandlungen oder aus Privatvermehrungen sind keine Rassetiere und trotzdem alles Andere als gesund. Denn die betreffenden Tierfabriken und Vermehrer haben oft wenig oder gar keine Ahnung von Genetik und setzen zusammen, wer "süß" ist. Inzucht ist keine Seltenheit und selbst Hobbyzüchter (gibt's vor allem für NHD und Zwergwidder) selektieren in den seltensten Fällen nach Gesundheit und prüfen nach, dass in der Linie auch die ein paar Jahre älteren Tiere keine Probleme entwickeln. Manchmal fehlt es an Ahnung, oft an Geld und Motivation.

Ich persönlich kenne keine einzige Zucht, die meine Kriterien einer verantwortungsvollen und guten Kaninchenzucht erfüllen würde.

Wenn du gesunde Tiere möchtest, beziehe sie von einer Pflegestelle. Da werden sie durchgecheckt und die Pflegestellenbetreiber:innen sind fast immer super erfahren und engagiert. Manche Tierheime machen das auch.

Ansonsten ist jedes Kaninchen ein kleines Überraschungspaket, auf das man ein Auge haben sollte. Wobei, bei Tierhandlungen weiß man noch am ehesten, was man bekommt: Ein viel zu junges Tier mit schlechtem genetischen Hintergrund, ein paar mitgeschleppten Krankheitserregern und Parasiten. Sorry, das war gemein. Ist aber so.

Übrigens, wusstet ihr, dass Hybrid-Hühnern quasi ein paar Gene fürs Sozialverhalten abgezüchtet wurden? Deswegen verletzen sie sich in den Geflügelbetrieben oft gegenseitig. Weil es bei der Auslese nur um Leistung ging. Bei Kaninchen geht es meistens nur ums Aussehen. Ich hoffe sehr, dass wir nicht auch irgendwann das Problem sozial und gesundheitlich komplett zerstörter Tiere haben.

Tut mir leid, dass die Antwort so negativ geworden ist. Lass sie mich positiv enden: Viele Kaninchen da draußen mögen nicht 100-prozentig gesund sein, aber sie sind absolut Zucker und man leistet einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz, wenn man sie aus Pflegestellen oder Tierheime übernimmt.



marinahexe, gerti and WoolooPlush like this.
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Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!



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Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.09.2024, 22:19

Meine eigenen Tiere kommen alle aus Notfällen: Haltung im Vogelkäfig, aus Beschlagnahmungen, aus Animal-Hoarding, aus Kinderzimmern und, und, und. Die meisten Tiere sind sozial daneben und teilweise ängstlich bzw. das andere Extrem: bissig. Es ist so schön zu sehen wie sie sich entwickeln. Ein einstmals bissiges Kaninchen baut Vertrauen zu mir auf und wird zum Kuschelhasen, der abends auf die Couch kommt und seine Streicheleinheiten einfordert.
Ein ausrangierter Zuchtrammler (total verstört/panisch), der immer an den Ohren aus der Bucht gezogen wurde, möchte vertrauen traut sich aber nicht. Schoko hat 5,5 Jahre gebraucht, bis er dann eines abends neben mir auf dem Boden saß und mich ganz vorsichtig angestubst hat. Bis dahin hat er fast ausschließlich unter der Eckbank gelebt, wo ihn keiner berühren konnte.
Oder aktuell mein Jerry. War ein unkastrierter Bock aus Käfighaltung, der eigentlich nur ein paar Tage bei mir geparkt werden sollte, bis die Pflegestelle ihn abholen konnte. Die erste Nacht musste er im Käfig bleiben. In der zweiten Nacht durfte er im Schlafzimmer laufen. Nachts bin ich wach geworden, da lag er an meinem Oberschenkel und hat sich angekuschelt. Klar, dass der nicht mehr ausgezogen ist.


Die Tiere aus dem Tierschutz sind so dankbar für alles, was man ihnen gibt.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 15.09.2021
Beiträge: 55
WoolooPlush befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2024, 13:19

Da kann ich auch mitsprechen. Wir hatten damals Flöckchen aufgenommen. Ein ausgesetztes Albinohermelin-Kaninchen, was Niemand mehr wollte. Sie hat uns dauernd geküsst vor Dankbarkeit. Sie konnte auch super mit den anderen vergesellschaftet werden und hat sogar in der Schwester meines ja leider verstorbenen Kaninchens, eine gute Freundin gefunden.


Ebenso wie Medoly. Also ihre Vorbesitzerin war lieb. Nur leider hatte sie ihr Partnertier verloren. Doch sie hatte eine traurige Vorgeschichte. Sie wurde ständig grob am Nacken gepackt. Mittlerweile lässt sich Medoly sogar von uns streicheln und bittet sogar darum (Kopf gegen Hand drücken). Ich glaube sie spürt, dass wir ihr hier viel Liebe und Geborgenheit geben.



Makorus wäre als Rexkaninchen wohl irgendwann geschlachtet worden, wie die meisten männlichen Kaninchen auf einem Hof. Entweder werden sie weiter zum Züchten verwendet oder halt das. Habe durch ihn nicht nur einen Freund fürs Leben (also nicht wortwörtlich, ihr wisst wie ich das meine ) gefunden, sondern ihm auch ein Zuhause geben können. Medoly ist ja sowieso seine Seelenpartnerin. Die beiden können nicht ohneinander.


Mein Bruder hatte damals auch ein Widderkaninchen gehabt, was er leider auch durch einen Abszess in der Wirbelsäule verloren hat, aber Bobby war ihm so dankbar, weil er auch ausgesetzt wurde. Traurig, wie viele Tiere ausgesetzt werden.



Und ich hab mir die Antwort durchgelesen. Es ist echt schade wie viel gezüchtet wird. Mir tun auch die Tiere in anderen Ländern leid. Die werden ja teilweise auch getötet, weil es zu viele sind und viele auch auf der Straße landen. Natürlich ist es ernüchternd zu lesen. Gleichzeitig bin ich froh, dass es so viele Auffangstellen gibt. Na ja, wir haben hier jetzt noch zwei Generationen Kaninchen (Makorus und Medoly mit 6 1/2 Jahren und unsere Zwergis mit 3 Jahren). Wie es in Zukunft aussieht kann ich noch nicht sagen, da das auch noch einige Jahre hin sind.


Doch ich bereue es nicht damals mir Muffin und Lucky geholt zu haben. Ja, da war ich noch nicht informiert genug (Zoohandlung Tiere), doch ich hab beide so geliebt und auch wenn es in dem Sinne "falsch" war konnten die beiden ja auch nichts für ihre Herkunft.


In Zukunft würden wir auch nur noch bei Tierheimen und Pflegestellen schauen. Soweit ich weiß gibt es ja auch in Tierheimen Würfe (?) Denn ich glaube ich wäre psychisch nicht in der Verfassung mich um ältere, kranke Tiere zu kümmern. Mich nimmt ja auch die Sache mit Makorus sehr mit (wie man in meinem Thread lesen kann).


Was das mit den Hühnern angeht: Das wusste ich. Die Eltern meines Mannes hatten damals Hühner gehalten. Dadurch hab ich auch ein wenig was über die Hühnerhaltung gelernt. Meine Eltern hatten zwar auch Mal Hühner und Enten, aber da war ich noch zu jung um das zu begreifen.



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