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Lebensgefährliche Folgen einer Häsinnen-Kastration auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By 4Chaoten
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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.09.2023, 14:41

Lebensgefährliche Folgen einer Häsinnen-Kastration


Nur zur Info und Warnung von Interessierten!

Update 22.10.24: meine Häsin musste 2 Jahre nach der Kastration euthanasiert werden infolge Darmverklebungen

Ich war (und bin noch!) bis anhin sehr pro- Häsinnen-Kastration eingestellt, da ich auch schon eine nicht verhaltensauffällige, erst 2 - Jährige hatte mit massiver Gebärmutterveränderung hatte. Ich habe immer all meine Häsinnen kastrieren lassen.

Die letzten Monate habe ich die Kontra- Seite kennenlernen müssen und mit mehr als 10‘000 Euro an Behandlungskosten.

3 Monate nach der Kastration fingen die Probleme an…u.a. mit zuerst fast konstanten Darmgeräuschen.

In 7 Monaten hatte meine Häsin 7x lebensgefährliche Darmstasen mit jeweils längerem, stationärem Aufenthalt infolge massiver Aufgasung. Immer kein Kotabsatz her mind. 5 Tage trotz Zwangsfütterungen.

Diagnostiziert von verschiedenen Kaninchenspezialisten wurde Blinddarmentzündung, chron. Darmentzündung etc. unbekannter Ursache. Blutbilder, Mikrobiologie und Parasitologie und unzählige Ultraschalle ergaben nichts anderes, was auf eine Ursache hinwies.

Gestern wurde notfallmässig ein Kontrast-CT angemacht, wo auffiel, dass die Obstruktion im Dünndarm wie vor 2 Monaten an derselben Stelle auftrat.

Heute wurde eine Not-OP gemacht ohne Darmeröffnung, was höchstwahrscheinlich die Ursache nun endlich geliefert hat.

An der besagten Dünndarmstelle allerdings war der Vagina-Stumpfsehr fest mit dem Dünndarm verwachsen. Was nun als Grund für die monatlichen, lebensgefährlichen Aufgasung angesehen wird. Der Darm wurde derart eingeschnürt, dass in regelmässigen Abständen der Nahrungsbrei nicht mehr weiter transportiert werden konnte.

Rückblickend betrachtet hätte ich ohne Kastration einen langen Leidensweg meiner Häsin, viele Nerven und eine Menge Geld ersparen können.

Auch wenn dies ein extrem seltener Vorfall ist, dient dies als Warnung für alle kastrierte Häsinnen, die wiederholt lebensgefährliche Darmstasen haben. Ein extrem teures MRI hätte hier gleich zu Beginn sicher geholfen, letztendlich brachte ( hoffentlich) der Durchbruch erst die OP…




Geändert von Rakete (23.09.2024 um 10:25 Uhr).
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Moderator
 
Registriert seit: 20.02.2019
Beiträge: 3.859
4Chaoten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.09.2023, 18:45

Danke für deinen Erfahrungsbericht!

Ich hoffe, es geht jetzt mit der Dame bergauf
Rückwirkend denkt man leider oft, hätte ich doch nur, also mache dir keine Vorwürfe, wichtig ist jetzt, dass sie alles gut übersteht



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Benutzerbild von ReLe
Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 13.03.2019
Beiträge: 55
ReLe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.09.2023, 20:04

Ich wünsche euch wirklich alles gute und kann das gut nach fühlen.
Ich drück euch die Daumen, das bei euch alles gut wird.

Meine Loki wurde bei der Vorbesitzerin schon "kastriert".
Die Ärztin hat dabei die Eierstöcke nicht gefunden, sage sie.

Nach dem wir die übernommen hatten, stellen wir nicht nur fest, das die Eierstöcke noch drin waren, die wie dann noch entfernen lassen mussten, sondern bei der ersten Kastration vermutlich der Harnleiter zur Niere abgebunden worden war. Nun ist die Niere gestaut voll Flüssigkeit, doppelt so groß und wohl über lange Zeit schmerzvoll abgestorben.

Wir haben bei insgesamt 6 Tierärzten gefragt, ob die Niere nun herausoperieren sollen, aber keiner kann sagen, ob sie das überlebt oder ob sie jetzt Schmerzen hat. Ob ich das nun machen lasse weiß ich immer noch nicht, aber das muss ich ernsthaft in der nächsten Zeit noch abwägen.

Ich würde vermutlich eine Kastration trotzdem beim nächsten Kaninchen machen lassen, aber sicher gehen, das es nicht wieder bei einem unfähigen Arzt gemacht wird. Vielleicht hat auch jemand an Loki eine Kastration geübt, er weiß was da passiert ist...

Wie wichtig ein guter Tierarzt ist, hab ich auch heute gesehen. Bei Leo ist der komplette Kiefer und Zähne kaputt und die Zähne der rechten Seite müssen alle gezogen werden.
Laut meinen neuen Tierarzt Herr Diegel aus Schwelm, hatte er seit Jahren Probleme und Schmerzen. Er hat sofort mit einem Blick ins Maul gesehen, das etwas nicht stimmt. MeineTierärztin davor, Frau Büttner aus Oberhausen, hat nie etwas bemerkt.
Bei mir war Leo auch immer munter und hat gut gegessen, daher bin ich gerade auch sehr geschockt.

Es hängt viel davon ab, ob man einen guten Tierarzt erwischt und ihm vertrauen kann, besonders wenn es um OPs geht, selbst oder gerade bei Routine OPs wie Kastration.

Eine Kastration ist auch ein risikoreicher Eingriff, wo mit Pech immer etwas schief gehen kann. Andererseits würde man sich auch Vorwürfe machen, wenn die Kaninchendame Veränderungen oder Krebs an der Gebärmutter bekommt.

Also das Risiko hat man immer, egal was man macht.
Mit einem guten Tierarzt kann man es so gut es geht etwas verringern.



__________________



Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.09.2023, 22:10

Tut mir leid um Loki.

Ja , klar, jede OP hat Risiken. Und wenn sie noch so gering sind, sie können leider vorkommen. Ich spreche mich auch nach wieder grundsätzlich für eine Kastration ein.

Das hier war auch nur als Hinweis gemeint, falls hinterher medizinische Probleme auftreten, die auf den ersten Blick nicht im Zusammenhang stehen.

Verwachsungen nach der Kastration ist extrem selten und könnte jedem TA passieren - auch einem Kaninchenspezialist. Was bei mir auch der Fall war, den TA trifft da sicherlich keine Schuld.

Ich wollte aus finanziellen Gründen eigentlich nun keine Kastration machen. Meine monatliche TA-Besuche (meist Notfälle á 1000.- ) mit meinen 3 kranken, inzwischen alle eingeschläferten Senioren in den letzten 2 Jahren waren finanziell ein Desaster. Nur ging das Desaster mit neuen Kaninchen weiter.

Die Häsin musste ich kastrieren lassen, den die ist 1 Monat lang komplett durchgedreht und ich mit ihr… Sie hat mich zu Hause auf Schritt und Tritt gestalkt - nach gescheiterter VG in Einzelhaltung. Sie klebte auch nachts an mir und brauchte permanent Körperkontakt. Gab es keine Streicheleinheiten, dann wurde sofort gebissen und gekratzt.




Geändert von Rakete (23.09.2024 um 10:28 Uhr).

Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.09.2024, 21:33

Ich habe meine Häsin leider einschläfern müssen.

Die Darmstasen gingen auch in diesem Jahr munter weiter. Die Ursache war auch bei den div. Kaninchenspezialisten nicht klar.

Vom vorletzten Vorfall hat sie sich nicht komplett erholt, als dann nach 3 Wochen der nächste kam. Als auf dem Röntgen und Ultraschall auch noch einige Nierensteine sichtbar waren, die 3 Wochen zuvor nicht vorhanden waren, habe ich mich zur Euthanasie entschieden. Meine Häsin hat 1.5 Jahre lang genügend Schmerzen gehabt.

Die Sektio zeigte, dass eine Niere komplett hin war und die andere Niere auch angegriffen.

Die Ursache der diesjährigen Darmstasen wurde auch gefunden:
der Blinddarm war verklebt/angewachsen an der Bauchwand und daher kaum noch beweglich. Höchstwahrscheinlich die Folge der Not-OP wegen der Dünndarm-Verklebung vor 1 Jahr mit anschliessender Peritonitis.

Leider kann jede OP oder Infektion eine nächste Darmverklebung auslösen. Da sie offenbar dazu neigte, wäre eine erneute OP (auch ohne den Nierensteine) keine Alternative.

Krass, dass ich 2 Jahre nach der Kastration zur Euthanasie gezwungen wurde. Falls ich je noch Häsinnen haben werde, muss ich mir echt überlegen, ob ich je noch eine Kastration machen lasse. Dafür war der Leidensweg zu lange.




Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 14.08.2021
Beiträge: 125
HarzerBrockensteig befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.09.2024, 21:46

Rakete, das tut mir leid!
Danke für die Warnung, ich war bisher auch sehr pro Kastra, aber diese Nebenwirkung ist, wenn auch selten, ein ziemlicher Hammer! O.o



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.09.2024, 23:41

Hätte ich alles vorher gewusst, dann hätte ich sie nicht 1.5 Jahre leiden lassen, sondern vorher eine endgültige Lösung getroffen um weitere Schmerzen und Stress zu ersparen. Allerdings waren die TA‘s (wobei nicht alle) auch erst vor einem halben Jahr bereit, einer Euthanasie überhaupt in Erwägung zu ziehen. Vorher wurde bloss immer Symptombekämpfung im Notfall gemacht.

Aber eben: vorher versucht man alles. Vielleicht manchmal eben zu viel und nicht zum Wohle des Tieres.

Ich vermute mal, dass Gebärmutterkrebs zwar auch mit Schmerzen verbunden ist, aber der Leidensweg kürzer ist. Zudem muss man auch in Betracht ziehen, dass viele Häsinnen auch vorher an ganz was anderes sterben. Zumindest hatte ich erst 2 Häsinnen, die wirklich ins Seniorenalter überhaupt kamen.

Wobei die Eine sicherlich keine fast 12 Jahre alt geworden wäre wegen ihrer Gebärmutterveränderung im Alter von 2. Sie musste ich übrigens auch gerade vor 2 Wochen einschläfern wegen Kieferabszess und ihrem schlechten Allgemeinzustand . ( und mein 3. Kaninchen musste auch fast gleichzeitig stationär in den Notfall wie die beiden eingeschläferten Häsinnen; der hat sich von der Zahnextraktion noch nicht erholt).




Geändert von Rakete (22.09.2024 um 23:50 Uhr).

Benutzerbild von gerti
Kaninchen
 
Registriert seit: 18.11.2012
Beiträge: 15.579
gerti befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.09.2024, 22:34

Das tut mir sehr Leid! Das ist eine wirklich krasse Leidensgeschichte! Es tut mir Leid, dass das alles so gelaufen ist und es momentan so geballt auf dich einprasselt!



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