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Wie alt wurden Ihre Kaninchen?Hallo, wie alt wurden Ihre Kaninchen? Die fünf, die ich bisher hatte, erreichten meist leider kein hohes Alter. Das erste wurde acht Jahre und acht Monate alt. Die nächsten drei nur zweieinhalb Jahre. Und das Kaninchen, dass nun gestorben ist, wurde auch nur sechs Jahre alt. Ich habe das Gefühl bei der Kaninchenhaltung ein Versager zu sein und es besser sein zu lassen, da ich damit weder den Kaninchen noch mir einen Gefallen tue. Für hilfreiche Antworten bedanke ich mich schon jetzt und wünsche alles Gute sowie eine schöne Zeit. Mit besten Grüßen,
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| Hallo Traurig, erst einmal Willkommen im Forum, auch wenn du, wie es scheint, aus einem traurigen Anlass hierher gefunden hast. Um auf deine Frage zu antworten - nach dem, was ich bei meiner Kaninchenhaltung und durch das, was ich gelesen und gehört habe, weiß, können gesunde Kaninchen durchaus acht bis zwölf Jahre alt werden, Einzelexemplare älter. Die Betonung liegt dabei auf gesund. Viele Kaninchen sterben bereits jünger. Manche Todesursachen wären vielleicht vermeidbar, andere nicht. Vermeidbar sind zum Beispiel oft, aber nicht immer, Raubtierangriffe, starke Vernachlässigung oder bei Krankheitssymptomen nicht zu handeln. Oder auch, die Kaninchen in einem Seuchengebiet nicht impfen zu lassen. Das ist fahrlässiges Handeln und in dem Fall trägt durchaus auch der Halter (Mit-) Schuld am Tod des Tieres. Betroffen von diesen Todesursachen sind Kaninchen aller Altersgruppen. Eine häufige Todesursache bei Kaninchen sind auch Bauchprobleme. Diese treten häufig und ebenfalls bei Kaninchen jeden Alters auf. Ich meine, einmal gelesen zu haben, dass sogar Wildkaninchen häufiger an Bauchproblemen sterben als durch Fressfeinde. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das richtig in Erinnerung habe. Im Prinzip kann man gegen Bauchprobleme nicht viel tun, außer, zu behandeln, wenn sie da sind. Klar kann man durch bürsten und eine richtige Fütterung zu einem gewissen Grad vorbeugen, aber leider lassen sich Bauchprobleme trotzdem nicht verhindern. Ein weiterer Gedanke, den ich in den Raum werfen möchte, ist, dass das Alter von Kaninchen relativ zu sein scheint. Meine Schwester arbeitet als Assistentin bei einer Tierärztin und bekommt dort zehnjährige Kaninchen zu sehen, die fit wie ein Turnschuh sind. Gleichzeitig wurde Havard, ein Patient mit einigen Baustellen, bereits mit vier oder fünf Jahren eingeschläfert, weil man seiner vielen gesundheitlichen Probleme nicht mehr Herr werden konnte. Vom Verhalten wirkte er mit vier Jahren bereits älter als ein zehnjähriges, gesundes Kaninchen. Es gibt einige Faktoren, die dazu führen, dass Kaninchen eine schlechtere Lebenserwartung haben. Zum einen haben viele Kaninchen durch "Ich will nur einmal Babys haben" und Vermehrer, die am Profit anstatt der Gesundheit der Tiere interessiert sind (Stichwort Zoohandlung) und unzureichend informierte Hobbyzüchter leider mittlerweile oft schlechte Gene. Meine Tierärztin meinte, die Lebenserwartung habe durch die gerade genannten Gründe in den letzten Jahrzehnten eher ab- als zugenommen - und das, obwohl die Haltungbedingungen und die tierärztliche Möglichkeiten sich verbessert haben. Andere Faktoren, die sich langfristig auf die Lebenserwartung der Tiere auswirken, sind chronische Erkrankungen wie Schnupfen und EC. Fazit: Kaninchen können alt werden. Viele werden aber auch nur drei, vier oder fünf Jahre alt, weil sie eine schlechte Herkunft, Krankheiten haben, Opfer eines Unfalls werden oder plötzlich Bauchprobleme bekommen. Man sieht einem Kaninchen nicht an, wie alt es werden wird - bei mir sind bereits augenscheinlich gesunde Tiere früher verstorben als ihre angeschlagenen Freunde. Noch kurz zu meinen Tieren: - 1. Peppa, ziemlich schlechte Haltung (Käfig mit stundenweisem Freilauf, Trofu etc.), lag mit vier Jahren tot im Gartenfreigehege. Wir vermuteten damals, dass sie sich vor der Nachbarskatze erschreckt hatte. Im Nachhinein könnte ich mir auch vorstellen, dass sie Gebärmutterprobleme hätte, weil sie eigentlich ständig am Nestbauen war. 2. Wuschel, nach Peppas Tod alleine, ebenfalls schlechte Haltung. Er war allerdings deutlich menschenbezogener als sie und wirkte auch trotz der schlechten Haltung relativ glücklich. Er starb ohne jegliche Anzeichen zuvor mitten in der Nacht mit achteinhalb Jahren. Wir vermuten Altersschwäche. 3. Snoopy - bessere, wenngleich nicht ganz optimale Haltung. Aber immerhin ein Gehege von ein paar Quadratmetern und trockenfutterfreie Fütterung. Er war sehr ängstlich und daher wohl auch ziemlich gestresst. Mit vier Jahren starb er, nachdem er eine Bindehautentzündung überstanden hatte an Kreislaufversagen. Der Nottierarzt vermutete eine Vergiftung, ich glaube eher, dass er keine Ahnung hatte und Snoopy Bauchprobleme hatte. Zudem hatte er einmal einen EC-Ausbruch, wer weiß, was die Krankheit unbemerkt in seinem Körper angerichtet hat. 4. Felix - ein Baustellenkaninchen. Zahnprobleme, Erbfehler, schlechtes Immunsystem, mit den Jahren kamen fortschreitende Blindheit (durch eine Hornhautverletzung und wohl auch durch EC im Hintergrund), chronischer Schnupfen und im Alter Untergewicht dazu. Er machte alle Behandlungen tapfer mit und schlief letztes Jahr im Sommer mit siebeneinhalb Jahren in seinem Lieblingshäuschen ein, ohne wieder aufzuwachen. Wir hätten nie gedacht, dass er so alt wird - denn für seinen Gesundheitszustand waren siebeneinhalb Jahre enorm viel. Mehr als dreimal hatten wir mit seinem Tod gerechnet - er hatte mehrmals Kreislaufzusammenbrüche ohne erkennbare Ursache und heftige Bronchitisschübe, einmal sogar mit Wasser in der Lunge. Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.
__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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| Ich stimme allem zu, was Kaninchenherz sagt. Mein Ältester ist 12 geworden und hätte auch noch gekonnt, da das Gehege aber nicht sicher war, hat ihn der Nachbarshund geholt. Eine von unseren Kleinen (wir hatten 2013 zwei Hoppalawürfe, lange Geschichte, nicht zu empfehlen) ist nur 2 Jahre alt geworden, bevor sie sehr plötzlich gestorben ist. Es ist wirklich teilweise echt individuell.
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| Hallo, Du hast ja nun schon viel lesen können. Insbesondere Kaninchenherz28 hat fast alle möglichen Ursachen für Kaninchentod angesprochen. Kokzidien insbesondere bei Jungtieren wäre auch noch eine Möglichkeit. Um zu gucken, was DU evtl. selbst zum versterben der Kaninchen beigetragen haben kannst, kannst Du die Gedanken von Kaninchenherz28 für Dich hinterfragen. Bei www.kaninchenwiese.de oder bei www.möhren-sind-orange.de kannst Du über Haltungsfehler lesen Z.b. Hitzetod durch falschen Standort, zu wenig Schatten, keine Möglichkeit der Hitze auszuweichen, kleine Hütten Hitze-Stau.... Kaninchen in Einzelhaltung verlieren schnell den Lebenswillen. Und sie können Verhaltensweisen bekommen wie Haare oder Tapete Grüßen aus Langeweile. Dies macht krank. Einzelhaltung ist Tierquälerei und heutzutage nach Tierschutz verboten. Stress durch Lärm, Kinderlärm, ständig Musik,Handwerkerständiges Hundegebell oder z.b. Frequenz die wir nicht hören...Klimaanlage, Lüftung, Kein ausreichender Platz 24/7 fördert Bauchprobleme wegen mangelnder Bewegung. Sauberkeit im Gehege ist wichtig, um die Parasiten nicht zu fördern. Die Ernährung ist extrem wichtig, da ungesunde Ernährung Bauchprobleme und Zahnkrankheiten fördert. Hat man erstmal Durchfall können Fliegenmaden zu einem schnellen Tod führen. Was gesunde artgerechte Ernährung ist findest Du hier im Forum oder bei eine der genannten Webseiten.... Blattreiches Grünfutter, Wiese,Heu, wenig festes Gemüse/Obst, kein Getreide, kein Trockenfutter.Hat das Kaninchen massive Zahnprobleme verhungert es wohlmöglich vor einem vollen Teller. Sich mit Krankheitsanzeichen und Körpersprache auseinander zu setzen wäre auch sinnvoll, um eine Verschlechterung des Zustands vorzubeugen,oder rechtzeitig zum.TA gehen zu können. Kannst Du hier keinen Fehler finden, dann spielt sicher Genetik durch Hobbyvermehrer mit rein. LG Anni
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| @ Kaninchenherz28 Toll wie umfassend und freundlich Du immer wieder Antworten formulierst. Danke @Sir Hoppselot Lob für Deine Ehrlichkeit, so mancher würde seine Vergangenheit sicher verschweigen. Aber aus Fehlern lernt man oder lässt andere Menschen daraus lernen, indem sie nicht die gleichen Fehler machen.
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