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Kaninchen verstorben.. Es tut mir Leid, BuyVor 3 Wochen habe ich einem Erlebnisbauernhof in der Nähe ein Kaninchen abgekauft, dem es ganz offensichtlich überhaupt nicht gut ging. Ich hatte das Tier schon einige Male vorher vom Weiten gesehen und vergebens gehofft, dass Mitarbeiter des Hofs ihren traurigen Zustand bemerken. Sie lag apatisch in der Ecke des Stalls herum und kauerte zwischen Stuhlbeinen im Stroh .. ich nahm an, dass sie sich so verhielt, wegen der Kinder die Tag ein Tag aus in den Stall gelassen werden um die Kaninchen zu streicheln. Sie brauchte Ruhe. Sie tat mir Leid.. ich wollte sie unbedingt dort heraus holen... Da ich noch andere Kaninchen habe, um die ich mich kümmern muss zögerte ich anfangs aber letztenendes habe ich sie doch abgeholt und mit nach Hause gebracht. Sie war sehr scheu, humpelte so schnell sie konnte von einem weg und quiekte einen an, wenn man den Versuch unternahm sie aufzuheben.. Auf dem Weg in ihr neues Zuhause zitterte sie fürchterlich aber als wir sie in ihr neues Gehege setzten, lag sie sich sofort hin und fang wenige Stunden später sogar zu "schnurren" an. Ich werde nie vergessen, mit welcher Kraft sie mir das frische Grünfutter aus der Hand gerissen hat und die frohen Grunzlaute, die sie dabei von sich gab werde ich wohl am meisten vermissen... Wir gaben ihr den Name "Buy'Faai" was Pusteblume bedeutet. Sie schien erleichtert an einem Ort angekommen zu sein an dem sie nicht mit anderen Kaninchen ums Futter kämpfen musste und an dem sie etwas Ruhe geniesen konnte... Ich kam anfangs nur vorbei um ihr frisches Wasser zu bringen und ihr reichlich Futter hinzulegen. Sie gewöhnte sich schnell an uns.. und wir an sie. Buy hatte eine riesige Wunde am Ohr und war viel dünner als sie aussah. Wir machten uns Sorgen und gingen wenige Tage nachdem sie zu uns kam zum Tierarzt. Unter der Wunde hatte sich eine große Eitertasche gebildet und die Haut darüber war hart und abgestorben. Man müsse sie am nächsten Tag dringend wiederbringen, um das operativ zu entfernen und den Eiter auszuwaschen. Am Ende der OP hatte die kleine eine 8x3cm große offene Wunde, ein kleines Loch und einen riesigen Verband ums Ohr. Sie bekam Beytril als Antibiotika jeden Tag übers Futter verabreicht. Wir mussten 2 Wochen lang erst jeden, später dann jeden zweiten Tag zur Untersuchung und zum Verbandwechseln zurück kommen. Für Buy war das immer sehr nervenaufreibend, aber sie hat das brav mitgemacht. Es schien als wäre eine Besserung in Sicht, bis sie plötzluch aufhörte ihre Pellets zu fressen und ihr Heu nicht mehr anrührte. Ums kurz zu machen hat sich herausgestellt, dass sie ein Zahnkaninchen war und alle 2 Wochen zum Zähne kürzen wiederkommen müsste. Die Behandlung ging weiter. Auf Verbesserung folgte Verschlechterung. Buy wurden ständig neue Medikamente verschrieben. Sie musste mit critical care gefüttert werden und hatte Durchfall. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Tierarzt und Anfahrtskosten schon in den 4stelligen Bereich bewegt. Wir wollten nicht aufgeben. Sie sollte die Chance auf ein normales Leben haben. In der letzten Woche die wir miteinander verbracht haben lief sie mir ständig nach, wenn ich ihrem Versteck unter dem Couchtisch nahe kam oder sie vermutete ich könnte irgendwelche Leckereien dabei haben... Sie war ein so süßes Mädchen.. Weiß, mit braunen/schwarzen Schecken, großen Runden braunen Augen und hängenden Ohren. Ihr Mund war immer ganz verschmiert, weil sie sich mit aller Kraft weigerte ihr critical care einzunehmen und wohin auch immer sie sich hinlegte, konnte ich mir sicher sein später mit Spachtel, Reiniger und Wischtuch vorbeikommenzumüssen. Sie war langsam dabei sich wie ein normales Kaninchen zu verhalten, "rannte" herum und sah mich neugierig an wann immer ich etwas in der Nähe machte. Ich hatte mich 24/7 um sie gekümmert und war mir so sicher dass sie es schafft..... Bis gestern. Wir gingen wie gewohnt zum Arzt, sie bekam vor ihrem Termin Streicheleinheiten zur Beruhigung und als unser Name aufgerufen wirde gingen wir ins Zimmer... Die Ärztin fragte uns nach ihren Zustand und wir antworteten, dass sich leider nicht viel geändert hatte und sie wieder anfing ihr Grünfutter liegenzulassen. Daraufhin tastete sie Buy ab und meinte sie nachwiegen zu wollen. Sie packte die kleine, womit Buy gar nicht glücklich war (sie versuchte in ihre Box zu springen) und lief mit ihr auf dem Arm ins Nebenzimmer.. Gefühlte 30 Sekunden später kamen die beiden zurück und der Moment der sich jetzt unaufhörlich in meinem Kopf wiederholt spielte sich vor meinen Augen ab.... Sie lag Buy in ihre Kiste und wendete sich ab, um mit einem Azubi zu reden. Buy landete seitlich und bewegte/streckte sich auffällig. Sie schien nach Luft zu schnappen. Wir ruften nach der Ärztin. Sie nahm Buy. Schaukelte sie in ihren Armen auf und ab und lag sie auf den Behandlungstisch. Ihre großen Augen waren aufgerissen wie bei einem Fisch. Nur noch ihr Mund zuckte leicht... Die Ärztin versuchte es mit CPR und verabreichte ihr eine Adrenalinspritze. Sie packte Buy und rannte in den Flur. Ich stand wortlos da und starrte in die Richtung in die sie verschwunden waren... Einige Minuten vergingen, die Ärztin kam zurück. Buy lag im Sterben. Sie hatte zwar wieder einen Herzschlag konnte aber nicht mehr selber atmen. Sie gab sie auf. Wir sollten ihr auf die Frage anworten ob sie ihr die Spritze zum Einschläfern geben kann. Ich bekam kaum ein Wort raus. Es passierte alles so schnell ... Ich bat sie um 5 minuten. Als sie wiederkam war Buy tot. Vielleicht Stress, vielleicht eine Folge ihrer Infektion.. mehr konnte sie mir nicht sagen. Alles weitere ist in meiner Erinnerung verschwommen. Wir nahmen den eingewickelten Körper in ihrer Box mit Heim und beerdigten sie im Garten unter einem Obstbaum. Ich kann nicht aufhören mir zu sagen es wäre meine Schuld... Sie hätte leben können, hätte ich nur diesen einen Termin verpasst. Ich hätte besser auf sie aufpassen sollen. Ich hätte ETWAS anders machen können Sie musste nicht auf diese Art und Weise sterben. Alles was ich jetzt noch von ihr habe sind die Flecken auf dem Teppich unter dem Couchtisch... Ich wollte dir helfen und stattdessen habe ich dich jeden Tag Stress ausgesetzt... Es tut mir alles so Leid, Buy'Faai.
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| Liebe Cafune, es gut mir leid, dass Du erleben musstest, dass Buy auf diese Weise gestorben ist. ![]() Dass Du das als ein Trauma verarbeiten musst, kann ich vollkommen verstehen. Mein Rat ist: Erzähl' darüber, schreib darüber, geh nochmal ins Gespräch mit der Tierärztin, mit anderen Kaninchenhaltern ... tu einfach alles, was Dir hilft, diese Bilder einzuordnen. Ich würde vermuten, dass dieser absolute Ausnahmezustand, in dem Du Buy in ihrem Sterbeprozess beobachtet hast, zugleich einer ist, in dem Kaninchen adrenalingeflutet nur noch eingeschränkt wahrnehmen und körperlich fühlen (können), was passiert. Du hast das Beste gewollt. ich finde, das liegt schwer und sicher in der Waagschale aller rückblickenden Abwägungen. Alles Gute und viel Kraft Dir in der nächsten Zeit! Grüße, Aen
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| Vielen Dank für deine Worte Aen. Mir ist zu Ohren gekommen, dass es helfen soll sich auszusprechen. Zur Ärztin möchte ich nicht gehen.. ich habe mich dafür entschieden mich hier zu regestrieren und ihre Geschichte zu posten, in der Hoffnung andere Meinungen zu lesen, die mich das besser verarbeiten lassen. Glauben möchte ich es immernoch nicht .. Ich ertappe mich selbst dabei wie ich nach ihr gucke und nichts vorzufinden ist einfach....... Unglaublich wie sehr sie mir in den wenigen Wochen ans Herz gewachsen ist. Ich vermisse sie sehr. Wenn das so ist hoffe ich sie musste wenigstens nicht lange leiden.. wünschte nur ich hätte sie zum Abschied nochmal im Arm halten können.
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Ja, ich finde, das kann man in Fallgeschichten in Kaninchenforen ganz häufig sehen: Gerade weil Kaninchen (inzwischen?) vergleichsweise krankheitssensible Tiere sind (Verdauungsgeschichten, Magenaufgasung, Zahnfehlstellungen Infektionen wie Myxomatose, E.C.-Erreger, Blasenprobleme, Madenbefall nach Durchfall uswusf.) und sie, wenn sie krank sind, oft außergewöhnlich intensiv behandelt und beobachtet werden müssen … mit Nachtschichten, regelmäßigen Medikamentengaben und Päppelbrei, manchmal im Drei-Stunden-Takt … kommt man den kleinen Wackelnasen so nah, wie man es unter normalgesunden Umständen nicht für möglich halten würde. Ich finde diese „plötzliche Nähe unter dramatischen Umständen“ schon recht spezifisch für die Kaninchenhaltung, und manchmal ist es gar nicht so leicht, in dieser Dynamik das Maß nicht zu verlieren. Mir bei aller Gefühlsverstrickung immer klar vor Augen zu halten, dass es nicht um mich und was ich (nicht) ertrage, sondern zu jedem Zeitpunkt um ein Kaninchen und seine berechtigten Ansprüche an ein leidfreies Sein geht, ist einfach verflucht schwer. Ich hab vor diesen Fragen, seit wir Kaninchen haben, auch reichlich Bammel und kann letztlich nur hoffen, im konkreten Fall das intuitiv Richtige zu tun. ![]()
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| Dabei kann ich dir nur zustimmen. Es ist aber auch etwas, dass man sich nicht bewusst ist, bis man dann so eine Wackelnase hat und sich artgerecht um sie kümmert. Als ich das erste mal Kaninchen bekommen habe dachte ich, wie leider viele andere auch noch, ihre Haltung wäre nicht aufwendig. Richtig angehen wollte ichs schon, nur die Ahnung hat mir gefehlt. Ich habe mich seitdem mit dem Thema beschäftigt und durch etliche Foren gelesen.. den anderen gehts auch gut aber.. Durch den Vorfall mit Buy habe ich allerdings meine Selbstsicherheit was das angeht verloren..
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| Danke. Ist dir so etwas ähnliches passiert? oder hast du davon gehört? Dem Internet zufolge ist es nicht unüblich, dass Kaninchen bei zu viel Stress beim Tierarzt einen Herzinfarkt erleiden.. ich nehme an, dass es das war. Wenigstens teilweise jedenfalls... sie hat am Morgen kaum etwas zu sich genommen und lag mit halb geschlossenen Augen herum. Ich hatte ein komisches Gefühl und wollte das mit der Ärztin besprechen. Nur kam es nicht mehr dazu..
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| Nicht mit diesem Ende. Aber wir hatten hier mal vier wirklich dramatische Tage (und Nächte) mit unserem Frühkastraten Frodo, der eine Magenaufgasung hatte, die wir leider nicht sofort als solche erkannt haben. ![]() Zitat:
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Ich muss jetzt los - vielleicht schauen ja noch ein paar andere vorbei. :-) Grüße, Aen
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| Darüber zu schreiben hilft ein wenig. Ich würde mich freuen, ja. :-)
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| Komm gut über die Brücke Buy'Faai Es tut mir leid, dass du so schnell die Kleine verloren hast. Du musst versuchen, den Gedanken los zu werden, dass du ihr Streß bereitet hast und somit dir einen Teil der Schuld gibst. So ist es nicht! Du wolltest ihr ein schöneres Leben ermöglichen und sie ist ja leider schon nicht gut versorgt worden auf dem Hof. Sicherlich ist jeder TA Besuch Streß, aber meiner Erfahrung nach, haben sie ihn auch, Zuhause angekommen und ausgetobt, schnell wieder vergessen. Ob es ein Herzinfakt war, kann man nicht sagen, diese Situation hatte ich auch schon mit 2 Kaninchen. Bei der einen war Wasser in der Lunge und Herzprobleme auf Grund des Alters und bei meiner Lana war es, dass sie ebenfalls das Fressen eingestellt hat und auf der Seite lag, beim TA noch im Wartezimmer, fing sie an nach Luft zu schnappen. Du weißt nicht, was sie noch alles für Probleme hatte, auf Grund der nicht artgerechten Haltung. Spreche darüber, wenn du es brauchst, das hilft, manchmal muss man auch einfach nur alles rausheulen.
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| Mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit lässt sich das jetzt auch nicht mehr sagen, das stimmt.. Buy'Faai wird für immer einen Platz in unserer Erinnerung haben. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit sich so ein Fall wie ihrer nicht wiederholt. Buy war auf ihre Art was besonderes.. Dass sie all das durchleben musste ist grausam. Ich danke ihr für die kurze Zeit die sie bei uns verbracht hat. Und euch, fürs ermutigen. Es wird noch eine Weile dauern bis ich wieder auf den Beinen bin, aber mich hier auszusprechen tut gut. Geändert von Cafune (02.07.2019 um 18:26 Uhr).
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| Zitat:
Bei dir musste sie nichts schlimmes "durchleben" sondern bei der vorherigen Haltung. Du konntest ihr nur ein kleines bisschen zeigen, wie schön ein Kaninchenleben sein kann und ich denke, sie hat es gemerkt! Es gibt Ninis, die sind einem im Herzen immer Nahe, die vergisst man ein Leben lang nicht, aber es wird leichter mit der Zeit, an sie zu denken.
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| Stichworte |
| plötzlicher tod, tierarztbesuch, trauer |
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