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Kaninchen verstorben.. Es tut mir Leid, Buy auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 02.07.2019
Beiträge: 22
Cafune befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 02.07.2019, 11:57

Kaninchen verstorben.. Es tut mir Leid, Buy


Vor 3 Wochen habe ich einem Erlebnisbauernhof in der Nähe ein Kaninchen abgekauft, dem es ganz offensichtlich überhaupt nicht gut ging. Ich hatte das Tier schon einige Male vorher vom Weiten gesehen und vergebens gehofft, dass Mitarbeiter des Hofs ihren traurigen Zustand bemerken. Sie lag apatisch in der Ecke des Stalls herum und kauerte zwischen Stuhlbeinen im Stroh .. ich nahm an, dass sie sich so verhielt, wegen der Kinder die Tag ein Tag aus in den Stall gelassen werden um die Kaninchen zu streicheln. Sie brauchte Ruhe. Sie tat mir Leid.. ich wollte sie unbedingt dort heraus holen...
Da ich noch andere Kaninchen habe, um die ich mich kümmern muss zögerte ich anfangs aber letztenendes habe ich sie doch abgeholt und mit nach Hause gebracht.
Sie war sehr scheu, humpelte so schnell sie konnte von einem weg und quiekte einen an, wenn man den Versuch unternahm sie aufzuheben.. Auf dem Weg in ihr neues Zuhause zitterte sie fürchterlich aber als wir sie in ihr neues Gehege setzten, lag sie sich sofort hin und fang wenige Stunden später sogar zu "schnurren" an. Ich werde nie vergessen, mit welcher Kraft sie mir das frische Grünfutter aus der Hand gerissen hat und die frohen Grunzlaute, die sie dabei von sich gab werde ich wohl am meisten vermissen... Wir gaben ihr den Name "Buy'Faai" was Pusteblume bedeutet. Sie schien erleichtert an einem Ort angekommen zu sein an dem sie nicht mit anderen Kaninchen ums Futter kämpfen musste und an dem sie etwas Ruhe geniesen konnte... Ich kam anfangs nur vorbei um ihr frisches Wasser zu bringen und ihr reichlich Futter hinzulegen. Sie gewöhnte sich schnell an uns.. und wir an sie. Buy hatte eine riesige Wunde am Ohr und war viel dünner als sie aussah. Wir machten uns Sorgen und gingen wenige Tage nachdem sie zu uns kam zum Tierarzt. Unter der Wunde hatte sich eine große Eitertasche gebildet und die Haut darüber war hart und abgestorben. Man müsse sie am nächsten Tag dringend wiederbringen, um das operativ zu entfernen und den Eiter auszuwaschen. Am Ende der OP hatte die kleine eine 8x3cm große offene Wunde, ein kleines Loch und einen riesigen Verband ums Ohr.
Sie bekam Beytril als Antibiotika jeden Tag übers Futter verabreicht. Wir mussten 2 Wochen lang erst jeden, später dann jeden zweiten Tag zur Untersuchung und zum Verbandwechseln zurück kommen. Für Buy war das immer sehr nervenaufreibend, aber sie hat das brav mitgemacht. Es schien als wäre eine Besserung in Sicht, bis sie plötzluch aufhörte ihre Pellets zu fressen und ihr Heu nicht mehr anrührte. Ums kurz zu machen hat sich herausgestellt, dass sie ein Zahnkaninchen war und alle 2 Wochen zum Zähne kürzen wiederkommen müsste. Die Behandlung ging weiter. Auf Verbesserung folgte Verschlechterung. Buy wurden ständig neue Medikamente verschrieben. Sie musste mit critical care gefüttert werden und hatte Durchfall. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Tierarzt und Anfahrtskosten schon in den 4stelligen Bereich bewegt. Wir wollten nicht aufgeben. Sie sollte die Chance auf ein normales Leben haben. In der letzten Woche die wir miteinander verbracht haben lief sie mir ständig nach, wenn ich ihrem Versteck unter dem Couchtisch nahe kam oder sie vermutete ich könnte irgendwelche Leckereien dabei haben... Sie war ein so süßes Mädchen.. Weiß, mit braunen/schwarzen Schecken, großen Runden braunen Augen und hängenden Ohren. Ihr Mund war immer ganz verschmiert, weil sie sich mit aller Kraft weigerte ihr critical care einzunehmen und wohin auch immer sie sich hinlegte, konnte ich mir sicher sein später mit Spachtel, Reiniger und Wischtuch vorbeikommenzumüssen. Sie war langsam dabei sich wie ein normales Kaninchen zu verhalten, "rannte" herum und sah mich neugierig an wann immer ich etwas in der Nähe machte. Ich hatte mich 24/7 um sie gekümmert und war mir so sicher dass sie es schafft..... Bis gestern.
Wir gingen wie gewohnt zum Arzt, sie bekam vor ihrem Termin Streicheleinheiten zur Beruhigung und als unser Name aufgerufen wirde gingen wir ins Zimmer... Die Ärztin fragte uns nach ihren Zustand und wir antworteten, dass sich leider nicht viel geändert hatte und sie wieder anfing ihr Grünfutter liegenzulassen.
Daraufhin tastete sie Buy ab und meinte sie nachwiegen zu wollen. Sie packte die kleine, womit Buy gar nicht glücklich war (sie versuchte in ihre Box zu springen) und lief mit ihr auf dem Arm ins Nebenzimmer..
Gefühlte 30 Sekunden später kamen die beiden zurück und der Moment der sich jetzt unaufhörlich in meinem Kopf wiederholt spielte sich vor meinen Augen ab....
Sie lag Buy in ihre Kiste und wendete sich ab, um mit einem Azubi zu reden. Buy landete seitlich und bewegte/streckte sich auffällig. Sie schien nach Luft zu schnappen. Wir ruften nach der Ärztin. Sie nahm Buy. Schaukelte sie in ihren Armen auf und ab und lag sie auf den Behandlungstisch. Ihre großen Augen waren aufgerissen wie bei einem Fisch. Nur noch ihr Mund zuckte leicht... Die Ärztin versuchte es mit CPR und verabreichte ihr eine Adrenalinspritze. Sie packte Buy und rannte in den Flur.
Ich stand wortlos da und starrte in die Richtung in die sie verschwunden waren...
Einige Minuten vergingen, die Ärztin kam zurück. Buy lag im Sterben. Sie hatte zwar wieder einen Herzschlag konnte aber nicht mehr selber atmen. Sie gab sie auf. Wir sollten ihr auf die Frage anworten ob sie ihr die Spritze zum Einschläfern geben kann. Ich bekam kaum ein Wort raus. Es passierte alles so schnell ... Ich bat sie um 5 minuten.
Als sie wiederkam war Buy tot. Vielleicht Stress, vielleicht eine Folge ihrer Infektion.. mehr konnte sie mir nicht sagen. Alles weitere ist in meiner Erinnerung verschwommen. Wir nahmen den eingewickelten Körper in ihrer Box mit Heim und beerdigten sie im Garten unter einem Obstbaum.
Ich kann nicht aufhören mir zu sagen es wäre meine Schuld... Sie hätte leben können, hätte ich nur diesen einen Termin verpasst. Ich hätte besser auf sie aufpassen sollen. Ich hätte ETWAS anders machen können
Sie musste nicht auf diese Art und Weise sterben.
Alles was ich jetzt noch von ihr habe sind die Flecken auf dem Teppich unter dem Couchtisch...
Ich wollte dir helfen und stattdessen habe ich dich jeden Tag Stress ausgesetzt...
Es tut mir alles so Leid, Buy'Faai.



 

Stichworte
plötzlicher tod, tierarztbesuch, trauer



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